Irgendwo in England, 1977: Ein Junge sitzt mit einer zu großen, geliehenen Gitarre auf der Bettkante, daneben eine Flasche billiger Cider, vor sich ein zusammengetackertes Fanzine mit drei krakeligen Akkordgriffen und dem Satz „Und jetzt gründet eine Band“. Heiko erzählt die Geschichte dahinter: Do-it-yourself als eigentlichen Kern des Punk, die Buzzcocks und ihre komplett in Eigenregie gepresste Spiral Scratch, Fanzines für ein paar Pfund aus dem Kopierer, ein politisch aufgeheiztes Großbritannien mit erstarkender National Front, das Bündnis von Punk mit Reggae und Ska bis hin zu Two-Tone, den hartnäckigen Irrtum über die Skinheads, den Anarcho-Punk von Crass im Dial House – und die Frauen, die sich einfach eine Gitarre nahmen und losschrien.
Marcel war auf Farmhouse-Cider-Tour durch Somerset und bringt drei Flaschen mit: den Cider Bus von Burrow Hill, seit den Siebzigern der inoffizielle Cider von Glastonbury, den Perry vom selben Hof und den Puffin von Perry’s Cider aus Dowlish Wake. Dazu alles, was man über Farmhouse-Cider wissen muss: was Scrumpy vom Supermarktzeug unterscheidet, in dem gesetzlich nur 35 Prozent Apfelsaft stecken müssen, warum ausgerechnet in Somerset die Pubs den lokalen Farmhouse-Cider aus dem Programm nahmen und was ein 1985 geklauter Werbehelikopter damit zu tun hat. Unterwegs: Bill, der den Somerset Cider Trail organisiert, einfach weil er Lust darauf hat, und Roger Wilkins, der seit 57 Jahren keltert und einen Banksy in der Scheune hängen hat. Zwischendurch mixen wir uns einen Snake Bite.
Punk’s not dead, Cider’s not dead. Damit endet unser Zweiteiler. Cheers.
4 Getränke, die wir in dieser Folge „Punk Als Subkultur“ verkostet haben, einsortiert von Marcel und Heiko.
Preise sind Flaschenpreise zum Zeitpunkt der Aufnahme.
Wertung von
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Typ
1
Geiles Zeug
Unsere absoluten Favoriten. Preisunabhängig. Weine oder Getränke, die uns nachhaltig beeindruckt haben.
Kein Getränk in dieser Kategorie.
2
Große Momente
Sehr gute Getränke, die weder Alltag noch Lebensliste sind. Der Wein oder Spirit für den besonderen Anlass: Gästeessen, Jahreswechsel, Vernissage-Eröffnung.
Kein Getränk in dieser Kategorie.
3
Evergreen
Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Der Wein oder Spirit, den man ohne schlechtes Gewissen im Alltag aufmacht.
Endlich unser Dry: naturtrüb und ockergelb, mostige, zurückhaltende Nase, frisch und säurebetont, dazu kräftige Tannine im Abgang und wenig Kohlensäure. Der Favorit des Abends bei Heiko und Marcel – Marcel mag den trockenen Stil ohnehin am liebsten, und mit 3,90 € ist es der einzige der drei, den man hier normal bestellen kann.
Lecker, nice herb: der inoffizielle Glastonbury-Cider vom blauen Bus, goldgelb wie ein Bier, in der Nase Scheune und Apfel, vorne spitze Säure, hinten Tannine – gute Balance zwischen süß und herb. Heiko und Marcel finden ihn "wirklich voll lecker" und gefährlich schnell weggetrunken; für Heiko der Kandidat für 26 Grad im Park.
Nice saure Birne: Birnenwein statt Apfelwein, hellgoldgelb, Birnenkompott in der Nase, deutlich saurer und trockener als der Cider Bus, wenig Sprudel und sehr klar. Heiko und Marcel finden ihn vor allem spannend, weil er eben kein Apfel ist – eine zweite Flasche würde aber keiner hinterherschieben.
Der Pub-Klassiker als Selbstversuch, am Tisch gemixt: halb Lager, halb Cider – mit Johannisbeersirup würde daraus ein Snakebite and Black. Heiko und Marcel schmecken genau das, was drin ist, und es passt nicht zusammen: das Süßliche des Ciders beißt sich mit dem Bier, „schmeckt wie so ein schlecht gewordenes Bier“.
Der zweite Teil unserer Punk-Doppelfolge verlässt die Perspektive der einen berühmten Band. In Folge 13 ging es um die Sex Pistols und um Malcolm McLaren, der die Provokation zusammen mit Vivienne Westwood von einem Londoner Laden aus als Geschäftsmodell betrieb. Punk hatte damit enorme Wucht, aber kein Programm – er war eine leere Fläche aus Wut und Perspektivlosigkeit, auf die jeder projizieren konnte, was er wollte. Diese Folge fragt daher, was die Leute selbst daraus machten.
Do it yourself – der Kern des Punk
Wenn man Punk auf eine einzige Haltung eindampfen will, dann auf diese: Das kann ich auch. Bis dahin lag zwischen einem Jugendlichen im Schlafzimmer und einer veröffentlichten Platte eine Mauer aus Labels, teuren Studios und professionellen Musikern. Punk riss diese Mauer ein, und die Botschaft war denkbar simpel: Du brauchst niemanden, drei Akkorde reichen. Du findest kein Label? Gründe dein eigenes. Dich druckt keine Zeitung? Mach einfach dein eigenes Heft.
Buzzcocks und „Spiral Scratch“
Für dieses Prinzip gibt es einen fast symbolischen Gründungsmoment. Im Februar 1977 veröffentlichte die Manchester-Band Buzzcocks eine kleine Platte namens „Spiral Scratch“ – und machte dabei schlicht alles selbst.
Der Punk-Chronist Jon Savage hält sie für den vielleicht entscheidenden Einzelschritt dieser Jahre, und zwar nicht, weil es die erste unabhängige Veröffentlichung überhaupt gewesen wäre. Unabhängige Labels hatte es immer gegeben. Aber das waren, wie Savage es formuliert, kleine Firmen mit dem Wunsch, groß zu werden. Bei „Spiral Scratch“ passte zum ersten Mal die Haltung zur Machart: Hier wollte niemand ins System, hier baute man sich sein eigenes.
Sniffin‘ Glue und andere Fanzines
Dasselbe Prinzip griff bei den Medien. Wer über Punk schrieb, das waren anfangs die etablierten Musikzeitschriften. Die Szene beschrieb sich also nicht selbst, sie wurde von außen beschrieben. Billige Fotokopierer änderten das, denn für ein paar Pfund ließ sich ein eigenes Heft herstellen.
Das erste und berühmteste dieser Fanzines war Sniffin‘ Glue, gegründet 1976 von Mark Perry und benannt nach dem Ramones-Song „Now I Wanna Sniff Some Glue“. Zusammengetackerte Fotokopien, voller Tippfehler, teils mit Filzstift gemalt, zu einem Verkaufspreis, der gerade die Kopierkosten deckte. Es ging nicht ums Geld, es ging darum, dass jeder mitmachen konnte. Im ganzen Land entstanden daraufhin selbstgemachte Hefte.
Punk und Politik
Großbritannien war in den Siebzigern nicht nur wirtschaftlich in der Krise, sondern auch politisch aufgeheizt. Punk traf also auf ein Land, in dem die Fronten sich gerade neu sortierten. Und die ungerichtete Wut der Szene hätte sich zunächst in beide Richtungen wenden können.
Großbritannien in der Krise – National Front und Straßengewalt
Rechtsextreme Parteien, allen voran die National Front, hatten spürbaren Zulauf. Sie machten Stimmung gegen Einwanderung und marschierten durch Viertel mit hohem migrantischem Anteil; rassistische Gewalt auf der Straße war eine alltägliche Bedrohung. Wie sich diese Zeit anfühlte, fasst ein Satz von Jean-Jacques Burnel zusammen, dem Bassisten der Stranglers, 1976: Man habe immer angenommen, dass sich die Dinge materiell weiter verbessern, dass es ständig Fortschritt gebe – und plötzlich höre man jeden Tag von der Krise, von geschlossenen Betrieben und Menschen ohne Arbeit.
Eine Jugend ohne Perspektive ist anfällig, und zwar nach allen Seiten. Am deutlichsten sah man dieses Ringen zunächst gar nicht bei den Bands, sondern im Publikum. Punk war anfangs offen für alle, und so standen auf den Konzerten linke Kids neben rechten, Antirassisten neben Sympathisanten rechter Parolen. Das ging nicht lange gut. Immer wieder kam es zu handfesten Auseinandersetzungen, besonders im Umfeld von Bands wie Sham 69.
Punk, Reggae und Ska – die antirassistische Weichenstellung
Die eigentliche Weichenstellung geschah dann bei den Bands, und die entschieden sich mehrheitlich für links. Überraschend war das nicht, denn zwischen Punk und Reggae beziehungsweise Ska bestand eine tiefe Verwandtschaft: Beide verstanden sich als Musik der Ausgegrenzten. Und in Großbritannien waren Reggae und Ska die Musik der aus der Karibik eingewanderten schwarzen Communities, also genau jener Menschen, gegen die die National Front Stimmung machte. Wer sich als weißer Punk mit dieser Musik gemein machte, mit den Sounds und teils auch mit den Leuten, traf damit fast zwangsläufig eine Entscheidung gegen rechts.
The Clash wurden früh zum Aushängeschild dieser Haltung, und in Songs wie „London Calling“ sind die Reggae- und Ska-Einflüsse deutlich hörbar. Wie eng das Bündnis wurde, zeigt dann aber vor allem eine Bewegung, die direkt aus dem Punk-Umfeld entstand: 2 Tone verband Ska mit der Attitüde des Punk, teils mit schwarzen und weißen Musikern in derselben Band, was damals alles andere als selbstverständlich war und bewusst als Statement verstanden wurde. Gesungen wurde über Arbeitslosigkeit, Gewalt auf den Straßen und die politische Krise. Madness gehört zu den bekanntesten Vertretern, vor allem aber The Specials, deren „Ghost Town“ 1981 einen Nerv traf: ein gespenstischer Track über verödete Innenstädte, geschlossene Clubs und Jugendarbeitslosigkeit. Das war der Sound einer Nation im Niedergang.
Skinheads – die Geschichte hinter dem Missverständnis
Der Versuch der extremen Rechten, sich die rohe Energie des Punk zu greifen, scheiterte am Widerstand der Bands selbst. Übrig blieb ihr nur, eine abgespaltene Parallelszene aufzubauen, mit Gruppen wie Skrewdriver um den Sänger Ian Stuart, der später zur zentralen Figur des internationalen Neonazi-Rock werden sollte. Eine Schnittstelle allerdings gab es, an der die Vereinnahmung tatsächlich ansetzen konnte – und sie wird bis heute gründlich missverstanden.
Die Skinhead-Kultur war ursprünglich, Ende der 1960er, nicht rechts. Sie entstand in den englischen Arbeitervierteln in enger Berührung mit der jamaikanischen Einwandererkultur. Die ersten Skinheads liebten Ska und Reggae, orientierten sich an den jamaikanischen Rude Boys, und die Szene war selbstverständlich multiethnisch. Ein Skinhead zu sein hatte nichts mit Hautfarbe zu tun, sondern mit Arbeiterstolz: Wo die als bürgerlich und wohlhabend empfundenen Hippies lange Haare und Aussteigertum trugen, setzten die Skinheads auf kurzgeschorene Haare und Arbeiterkleidung.
Ausgerechnet diese Kultur wurde zur Einfallstelle. Die Erzählung war simpel und perfide: Schuld an Arbeitslosigkeit und maroden Vierteln seien nicht Wirtschaft oder Politik, sondern die Einwanderer. In einer zweiten Welle von Skinheads gegen Ende der Siebziger ging diese Rechnung bei einem Teil der Szene auf. Rechtsextreme Gruppen unterwanderten sie gezielt und deuteten das Bild des Skinheads um – eine Kultur, die aus der Begegnung mit schwarzer Musik entstanden war, wurde in Teilen von genau den Leuten gekapert, die diese Wurzeln verachteten
Crass und der Anarcho-Punk
Innerhalb des linken Lagers gab es eine radikalere Spielart, die nicht nur den Rassismus bekämpfen, sondern jede Form von Herrschaft abschaffen wollte: Staat, Kapital, Autorität als solche. Verkörpert wurde dieser Anarchismus vor allem von einer Band, Crass, gegründet 1977. Ihr Zentrum war kein Studio und kein Laden, sondern das Dial House, ein altes Bauernhaus in Essex, das Mitbegründer Penny Rimbaud bereits Ende der Sechziger zu einer offenen Kommune gemacht hatte – mit der bezeichnenden Eigenheit, dass die Türen kein Schloss hatten. Wer kommen wollte, kam.
Aus dieser Kommune heraus wurde Crass zur Speerspitze eines kompletten Lebensentwurfs. Anarchismus war hier keine Attitüde und kein Schockwort auf einem T-Shirt, sondern eine ernst gemeinte Philosophie, die man täglich zu leben versuchte: kollektiv, herrschaftsfrei, pazifistisch. Ihr Leitsatz fasst das zusammen: „There is no authority but yourself.“ Damit schließt sich zugleich der Kreis zum DIY-Gedanken, denn Crass haben das Selbermachen so radikal zu Ende gedacht wie kaum jemand sonst. Eigenes Label, alles in Eigenregie produziert, die Cover selbst gestaltet – und die Platten bewusst zum Selbstkostenpreis verkauft. Auf den Hüllen stand ein aufgedruckter Maximalpreis, oft mit dem Zusatz „pay no more than“. Es ging nicht darum, Geld zu verdienen, sondern darum, die Ideen so billig und so weit wie möglich zu verbreiten.
Frauen im Punk – die feministische Seite
Ein Aspekt des Punk geht bis heute leicht unter, obwohl er direkt am DIY-Prinzip hängt: Punk war, so hat es die Journalistin Caroline Coon formuliert, die erste große Jugendkultur, die nicht ausschließlich von Männern dominiert wurde. Zufall war das nicht. Man muss sich klarmachen, wie Musik davor funktionierte. Künstlerinnen gab es natürlich auch vorher, aber der Rock der frühen Siebziger war im Kern eine Männerdomäne, bewacht von männlichen Gatekeepern: Produzenten, Labelchefs, Studiomusiker , die darüber bestimmten, wer überhaupt eine Chance bekam. Wenn drei Akkorde reichen und niemand ein Label braucht, dann braucht auch niemand mehr eine Erlaubnis. Und dann gibt es auch niemanden mehr, der einem sagt, Mädchen spielten keine E-Gitarre.
Die Slits sind dafür ein gutes Beispiel. Ihr bekanntester Song „Typical Girls“ nahm genau die Klischees aufs Korn, die Werbe- und Modeindustrie einem „typischen Mädchen“ zuschrieben: hübsch sein, sich Sorgen ums Gewicht machen, auf den richtigen Mann warten. Die Slits drehten diese Erwartungen um und machten sich darüber lustig. Poly Styrene, die Sängerin von X-Ray Spex, schrieb scharfe Abrechnungen mit der Konsumgesellschaft, mit einer Welt aus Plastik und Wegwerfware. Ihr berühmtester Schrei steht bis heute wie ein feministisches Ausrufezeichen: In „Oh Bondage, Up Yours!“ stellt sie zunächst fast brav fest, kleine Mädchen sollten gesehen und nicht gehört werden – um dann loszubrüllen.
Dazu kam die Bildsprache. Die Künstlerin Linder Sterling gestaltete das Cover der Buzzcocks-Single „Orgasm Addict“: eine Collage, die einen nackten Frauenkörper zeigt, mit einem Bügeleisen anstelle des Kopfes und Zähnen statt Brustwarzen – ein Bild über die Reduktion der Frau auf Körper und Hausarbeit.
Und auch der Anarcho-Punk wurde zu einem Kanal für feministische Ideen. Crass waren kein klassisches Quartett, sondern ein größeres Kollektiv mit mehreren Stimmen und neben Steve Ignorant sangen auch Eve Libertine und Joy de Vivre. 1981 veröffentlichten sie ein ganzes Album mit dem provokanten Titel „Penis Envy“, auf dem ausschließlich die beiden Frauen sangen und Ignorant komplett zurücktrat. Das Album nahm sich Ehe, Geschlechterrollen und die Unterdrückung der Frau vor, denn Feminismus war für Crass Teil des herrschaftskritischen Programms.
Verklären sollte man das trotzdem nicht. Punk war nicht automatisch feministisch, es gab Bands mit offen sexistischen Texten. Und viele der Musikerinnen lehnten das Etikett „Feministin“ selbst ab, weil es ihnen zu eng war, zu ideologisch, zu sehr ein Label von außen. Vielleicht liegt genau darin der Punkt: Sie mussten sich gar nicht so nennen. Als Frau eine Gitarre in die Hand zu nehmen und damit auf eine Bühne zu gehen, war in diesem Moment schon ein politisches Statement.
Cider Punk im West Country
Auf den ersten Blick ist die Geschichte des Punk schnell erzählt: Als kulturelles Schockereignis ist Punk Anfang der Achtziger vorbei. Die klassische Phase brannte heiß, aber kurz, man könnte also sagen, Punk sei gescheitert. So einfach ist es aber nicht. Musikalisch verschwand er nämlich keineswegs, im Gegenteil. Aus der ursprünglichen Wut-Wurzel wuchs ein ganzer Stammbaum: Hardcore-Punk, Post-Punk mit unzähligen eigenen Untergenres, Pop-Punk, Skate-Punk, Folk-Punk …
Und was all diese Spielarten eint, ist derselbe rote Faden, der sich durch die gesamte Folge zieht: der DIY-Gedanke. Ein Gedanke, der direkt zum Getränk dieser Episode führt.
Denn wer kein Londoner Plattenlabel und keine Erlaubnis mehr braucht, kann überall anfangen. Genau das passierte: Punk verließ die Metropole und bildete eigene Szenen in der Provinz. Schon 1977 gab es in Bristol im Südwesten Englands eine lebendige Punkszene mit Bands wie den Cortinas und ihrer Debütsingle „Fascist Dictator“. Aus derselben Ecke, dem West Country, kam später auch Chaos UK – unter anderem mit einem Song, der „Cider I Up Landlord“ heißt. Man ahnt, worauf das hinausläuft.
Der Südwesten Englands ist das Herzland des Farmhouse-Ciders, und dort existierte bereits ein eigenes, ziemlich schräges Musikgenre, das die regionale Farmhouse-Cider-Kultur besang: „Scrumpy & Western“, eine augenzwinkernde Mischung aus West-Country-Folk und Country, deren bekannteste Vertreter Adge Cutler & The Wurzels mit Trinkliedern wie „Drink Up Thy Cider“ oder „I Wish I Was Back on the Farm“ waren. In den späten Siebzigern war das Genre bereits etwas eingeschlafen, aber der Geist dieser rauen, lokalen, bodenständigen Musik ließ sich gut mit der Punk-Haltung verbinden.
Daraus entstand der Cider Punk: der typische Punksound mit rohen E-Gitarren, kombiniert mit folkloristischer Scrumpy-Musik und Cider-Texten. Eine der Bands, die das machen, sind die Surfin‘ Turnips, deren Sänger Jamer Ford schon in Folge 1 zu Wort kam und erklärt hatte, warum Cider das Getränk der Punkszene ist.
Für die Surfin’ Turnips ist das Regionale zentral: Regionale Kultur in England habe oft ein geringes Selbstbewusstsein, sagt Ford, komme in den nationalen Medien kaum vor und werde eher mit negativen Klischees bedacht. Genau dagegen spielen sie an. Farmhouse-Cider ist für sie der kulturelle Bezugspunkt schlechthin, wenn es ums West Country geht, und als Punks sehen sie ihn als etwas zutiefst Anti-Corporate: verfügbar, häufig direkt von den lokalen Bauern und ohne großes Geschäft dahinter. Damit ist er, in einer West-Country-Spielart, exakt jener DIY- und Anti-Corporate-Ethos, um den es in dieser Folge die ganze Zeit geht.
Punk’s not dead, kann man also sagen. Er lebt in verschiedenen Ausprägungen weiter – unter anderem in Devon und Somerset, dort mit Akkordeon und Cider in der Hand.
Die verkosteten Farmhouse-Cider
Für die Fortsetzung unseres Punk-Zweitlers war Marcel weiter in Somerset unterwegs. Angefangen hat die Reise in Bristol, das nicht nur eine Hauptstadt der britischen Musik ist, sondern eine Stadt, in der überall Cider getrunken wird. Nach einem Drum-&-Bass-Event landete er dort im Plough Inn in Easton, einem Punk-und-Cider-Pub, und dort machte es Klick: Diese beiden Dinge gehören zusammen. Weiter ging es nach Taunton, der Provinzhauptstadt von Somerset, mitten ins Farmhouse-Cider-Land – und wieder in einen Plough Inn, anderer Pub, gleicher Name, netter Zufall. Und dort saß Bill.
Bill macht selbst keinen Farmhouse-Cider, er kuratiert ihn. Er kauft für den Plough Inn ein, ist bei CAMRA, der Campaign for Real Ale, für Somerset Cider zuständig und organisiert den Somerset Cider Trail. Ein waschechter Cider-Nerd und Pub-Mann, nebenbei jemand, der seit achtzehn Jahren kein Handy besitzt und sonst einen alten Diesel fährt.
Und aus dieser Begegnung wurde ein ganzer Tag Cider-Farm-Tour quer durch Somerset, in einem bei Freunden geliehenen Cabrio ohne Navi, weshalb Marcel zwischendurch lotsen musste.
Farmhouse-Cider 1: Burrow Hill – The Cider Bus
Der erste Farmhouse-Cider der heutigen Folge ist der Burrow Hill Cider Bus Sparkling Medium, der inoffizielle Cider des Glastonbury Festivals.
Die Farbe ist goldgelb, in der Nase liegt typische Apfelfrucht mit einer floralen, fast seifigen Note, die aber eher Lust aufs Trinken macht, als abzuschrecken. m Gaumen eine spitzere Säure, deutlicher Apfeleigengeschmack, ordentlich Körper und spürbare Tannine bei guter Balance zwischen süß und herb. Der Alkoholgehalt liegt bei 5,7 Prozent, der Preis bei £3,25 – mit Zoll und Versand nach Deutschland landet man allerdings bei 9 Euro.
Hinter Burrow Hill steht Julian Temperley im Ort Kingsbury Episcopi, der seit 1970 mit dem Bus nach Glastonbury fährt. Bekannt ist der Betrieb vor allem für seinen Somerset Cider Brandy; Temperley erkämpfte dafür die erste Cider-Destillerie-Lizenz der Grafschaft seit Jahrhunderten.
Farmhouse-Cider- und Pub-Kultur in Somerset
Bevor es zum nächsten Glas geht, lohnt ein Blick auf das Umfeld, in dem dieser Farmhouse-Cider getrunken wird. Denn Somerset ist zwar Cider-Land, aber das Getränk selbst kämpft in England mit seinem Ruf.
Das Imageproblem des Ciders
Der Ciderologe Gabe Cook beschreibt es so: Wer erzählt, er sei Cider-Experte, erntet schiefe Blicke. Weinkenner gelten als edel, Bier-Nerds als cool – Cider bekommt von beidem nichts ab. Fragt man Leute auf der Straße, was ihnen Cider bedeutet, kommen im Wesentlichen drei Antworten. Die erste handelt von sechs Pints irgendeines Billig-Blends mit vierzehn und dem schlimmsten Kater des Lebens. Die zweite von dem Typen, der morgens um halb neun auf der Parkbank sitzt. Die dritte von ranzigem Scrumpy im Devon-Urlaub, bei dem Papa in den Graben fiel – lustig, aber das Zeug war furchtbar.
Alle drei enden gleich: trinke ich nicht.
Bill sieht das ähnlich. Wie so viele in der Gegend hat er mit dreizehn oder vierzehn Cider getrunken, sich übergeben und das Zeug danach zwanzig Jahre nicht mehr angefasst. Wer behauptet, schon immer Cider-Trinker gewesen zu sein, dem würde er skeptisch begegnen.
Genau dieser Ruf (billig, derb, das Getränk der Außenseiter) ist passenderweise genau die Ecke, in der sich Cider und Punk treffen. Und was sich in dieser Ecke noch trifft, ist Cider und Lagerbier. Ja, richtig gehört. Das Ganze nennt man Snakebite.
Snakebite – das Punk-Getränk
Der Snakebite, billig und stark, ist der Punk-Drink schlechthin. In der puren Form ist er schlicht halb Lager, halb Cider, sonst nichts. Kommt Johannisbeersirup dazu, wird ein „Snakebite and black“ daraus. Hartnäckig hält sich dabei die Überzeugung, das Getränk sei verboten, was allerdings nicht stimmt. Pubs haben sich aber lange geweigert, es auszuschenken, weil man davon zu schnell betrunken wird und weil sich damit bestimmte Gäste fernhalten ließen.
Die Wirkung, das räumt auch Bill ein, ist am Ende eher psychologisch als chemisch: Es soll einfach richtig knallen.
Der Pub als dritter Ort
Bill beschreibt den Pub als eine Art Gesellschaftsschule. Man konsumiert dort gemeinsam ein Rauschmittel, muss dabei die Regeln lernen, und die Altersgruppen mischen sich – vom Teenager bis zum Achtzigjährigen. Diese Funktion, findet er, wird unterschätzt, und sie ist weitgehend verloren gegangen. Der Pub war lange ein dritter Ort neben Zuhause und Arbeit, ein Anker im sozialen Gefüge. Heute gibt es deutlich weniger davon als früher: Supermärkte haben die Ortskerne ausgehöhlt, Internet und Videospiele das Trinken der Jüngeren nach Hause verlagert, und COVID hat die Entwicklung beschleunigt.
Farmhouse-Cider 2: Burrow Hill – Perry
Die Tour führte quer durch Somerset zu Bills eigenen Bezugsquellen, durch die Somerset Levels, früher Sumpfland, mit dem Glastonbury Tor am Horizont. Dazu passt der zweite Cider – der genau genommen keiner ist.
Denn der Burrow Hill Perry ist nicht aus Äpfeln, sondern aus Birnen gemacht. Hellgoldgelb im Glas, in der Nase kommt einem Birne entgegen, fast Birnenkompott. Am Gaumen eine spitze Säure, viel Trinkfluss, ein wenig Sprudel und ein sehr klares Bild, wobei die Balance zwischen Süße und Säure weniger ausgewogen ausfällt als beim Cider Bus. 5,2 Prozent Alkohol, £3,50, mit Zoll und Versand ebenfalls rund 9 Euro.
Perry ist für England durchaus typisch, aber ungleich weniger populär als Cider. Das hat auch mit Geduld zu tun, wie ein altes Sprichwort andeutet: Einen Apfelbaum pflanzt man für die Kinder, einen Birnbaum für die Enkel.
Roger Wilkins – Farmhouse-Cider und Scrumpy im Reinzustand
Eine Station der Tour ragt heraus, und zwar so deutlich, dass sie in Somerset als Maßstab gilt. Roger Wilkins macht Farmhouse-Cider so, wie er ohne Kompromisse gemacht wird – was einerseits seinen Hof zum Pilgerort gemacht hat und andererseits gut erklärt, was Farmhouse-Cider und Scrumpy überhaupt sind.
Wer nicht bei Roger war, hat in Somerset keinen Farmhouse-Cider getrunken. Roger Wilkins ist weltbekannt; auf seinem Hof stehen Australier, Amerikaner, Japaner und Niederländer, und selbst Banksy hat hier vorbeigeschaut und im Farmhouse ein Motiv hinterlassen. An einem vollen Samstag rollen Minibusse an, Radfahrer kommen mit dem Trail-Flyer in der Hand. Drinnen gibt es keinen Schnickschnack: Man zapft selbst am Fass und zahlt selbst, eine reine Vertrauenskultur. Dazu Käse von benachbarten Höfen, Cheddar und Stilton. Es gibt ein trockenes und ein süßes Fass, und viele bestellen halb und halb, um einen Medium zu bekommen.
Was Farmhouse-Cider und Scrumpy ausmacht
Farmhouse-Cider heißt, dass er traditionell auf dem Hof gemacht wird. Scrumpy ist das raue, ungeschönte West-Country-Extrem davon; das Wort leitet sich vermutlich vom Dialektausdruck scrump ab, einem kleinen, schrumpeligen Apfel, im übertragenen Sinn auch dem Apfeldiebstahl. In beiden Fällen kommt nur Apfelsaft ins Fass, kein Zucker, kein Wasser, keine Farbstoffe. Vergoren wird spontan mit den wilden Hefen, die auf den Apfelschalen und im Pressraum sitzen. Verwendet werden Cider-Äpfel statt Tafeläpfel, was für deutlich mehr Tannin und Säure sorgt. Weil der Zucker vollständig durchgärt, ist das Ergebnis trocken und mit meist rund 6,5 Prozent recht kräftig, dabei still, naturtrüb und ungefiltert, ausgeschenkt lose aus dem Fass. Der Charakter ist funky und würzig.
Das Gegenteil ist der Fabrik-Cider, der lediglich 35 Prozent Apfelsaft enthalten muss, gezuckert, gewässert, karbonisiert und gefiltert wird und damit näher an Apfelschorle liegt als an dem, was in Rogers Fässern steht. Roger Wilkins ist der Maßstab, weil er das Prinzip im Reinzustand vorführt.
Farmhouse-Cider 3: Perry’s – Puffin
Der Perry’s Puffin ist endlich ein Dry. Er zeigt sich trüb und ockergelb, in der Nase zurückhaltend und mostig, am Gaumen frisch und säurebetont mit kräftigen Tanninen und wenig Kohlensäure. 4,8 Prozent Alkohol, 3,90 Euro.
Perry’s Cider sitzt in Dowlish Wake bei Ilminster und ist ein Familienbetrieb, der es geschafft hat: seit 1920, über vier Generationen. William Churchill übernahm damals die Familienfarm und betrieb den Farmhouse-Cider zunächst als Nebengeschäft zu seiner Schmiede; später führten seine Neffen Henry und Bert Perry die Firma weiter, heute stehen John Perry und sein Sohn George dahinter.
Gepresst wird bis heute mit zwei Hydraulikpressen aus den Fünfzigern. Die Äpfel stammen zu hundert Prozent aus Somerset, achtzig Prozent davon vom eigenen Hof, verwendet werden ausschließlich Bittersweet- und Bittersharp-Sorten, hier Redstreak und Dabinett. Vergoren wird vollständig, gefiltert wird nicht, gezuckert erst recht nicht. Damit ist der Puffin der zugängliche Gegenpol zu Wilkins‘ Rohheit.
Die nächste Generation – Cider is not dead
Die letzte Station der Tour war Wady’s. Chris, Mitte dreißig, hat vor rund zehn Jahren Land gekauft und Bäume gepflanzt; heute steht ein Tap-Room in der Scheune. Der Clou daran: Er ist bei Roger Wilkins auf die Idee gekommen. Chris wuchs in Street auf, nah an Glastonbury und an Rogers Hof, und fuhr früher mit Freunden dorthin. Was für ein großartiges Leben, dachte er sich damals, wie schwer kann das sein? Es stellte sich heraus: sehr schwer.
Tagsüber arbeitet er als Buchhalter, der Farmhouse-Cider läuft als Leidenschaft nebenher. Bewusst hält er ihn mit rund 4,5 Prozent schwach – er traue dem Konsumenten nicht, sagt er. Sein Signature-Produkt ist der Orchard Rambler, ein Sparkling-Blend aus fünf Sorten; rund 40.000 Liter im Jahr, komplett durchgegoren und am Ende karbonisiert. Seiner Mutter zuliebe stehen außerdem Esel auf der Farm.
Ausgeklungen ist der Tag beim Cider-&-Sausage-Festival in Dinnington Docks, wo Ben von Dragonfly beziehungsweise der Dinnington Cider Press dazustieß. Ben ist der Keeving-Mann. Keeving heißt, die Gärung gezielt zu stoppen, sodass natürliche Restsüße erhalten bleibt und der Cider bei etwa 4,5 Prozent stehen bleibt statt durchzugären.
Der Szene gehen die Leute aus, die alte Garde stirbt langsam weg. Aber, wie es Bill formuliert: Für jeden, den man verliert, kommt einer nach. Chris ist genau das. Somerset ist kein Museum, sondern eine lebende Szene, die sich erneuert – die Produzenten wechseln, die Haltung bleibt.
Transkript zu Punk als Subkultur | Im Glas: Farmhouse-Cider
Das Transkript ist automatisiert erstellt und nicht perfekt. Seht es uns nach.
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Heiko
0:01:38
Hallo und willkommen zurück zu Geschichte im Glas und der Fortsetzung unseres Punk-Zweiteilers.In der letzten Folge ging es um die Geschichte des britischen Punk,maßgeblich noch erzählt entlang einer Band, den Sex Pistols,und dem Mann dahinter, Malcolm McLaren.Wir haben gesehen, wie McLaren und Vivian Westwood von ihrem Londoner Ladenaus ja, eine Provokationsmaschine eigentlich bauten, wie dann aus einer Cliqueklauender Jungs plus einem wütenden Sänger namens Johnny Rotten,eine Band wurde und wie dann ein einziger Fernsehskandal die Pistols eigentlich über Nacht zur,ja vielleicht meist gehassten, aber auf jeden Fall eine der bekanntesten Bands des Landes machte.Aber Punk hatte zwar diese unglaubliche Wucht, aber zunächst auch nicht so richtig ein Programm.Es war mehr so eine leere Fläche aus Wut und Perspektivlosigkeit,auf die erstmal jeder der projizieren konnte, was er wollte.Und genau da machen wir nämlich heute weiter. Denn eine leere Fläche,die bleibt ja nicht lange leer.In dieser Folge geht es deswegen darum, was die Leute selbst aus dem Punk machten,jenseits dieser einen berühmten Band.Wie aus einem Skandal eine Kultur wurde. Wer versuchte, das Vakuum vielleichtauch politisch zu füllen. Und was am Ende eigentlich auch von all dem übrigblieb. Und dazu trinken wir, denke ich, auch heute wieder Cider, oder Marcel?
Marcel
0:02:56
Ja, Cider ist geponkt. Und wo du gerade sagst Kultur, Ich werde heute,glaube ich, auch mehr über Kultur sprechen als das letzte Mal.In der letzten Folge hatten wir ja die größeren Namen gehabt,Cider Business, also unter anderem Setschers.Heute gucken wir uns eher die Szene dahinter an und legen mehr Fokus auf Scrumpeyund Farmhouse Cider, den wir in der letzten Folge schon mal erwähnt haben.Heute steigen wir da ein bisschen mehr ein.Und auch die Tour, die ich gemacht habe im Verlauf der Englandreise.Ich bin ja nach Bristol gefahren, wo viel Cider getrunken wird.Und dann bin ich weiter nach Thornton, was die Hauptstadt von Somerset ist,die lokale Hauptstadt sozusagen. Und dort habe ich Bill in einem Pub kennengelernt.Bill war mein Guide durch die Szene und zu dem erzähle ich gleich mehr.Mit ihm war ich einen Tag auf einer Cider-Farm-Tour unterwegs.Wir sind mit Cabrio durch Somerset gefahren.Es war schönes Wetter, unüblich wahrscheinlich für England auch irgendwie aufeine Art und Weise. Aber es hat total gepasst.Und wir sind an vielen Farmen gestoppt und ja, ich konnte die Macher kennenlernenund hatte mit ihm, glaube ich, insgesamt so ein 6-Stunden-Interview gemacht.Viel Zeit auch im Cabrio. Ichglaube, das hört man auf den Aufnahmen nicht wirklich. Dank auch von Nick.Und ich habe gedacht, wir gucken nochmal auf die Karte, die wir beim letztenMal schon rausgepackt haben. Jetzt löst sich vielleicht auch so ein bisschendas Rätsel, was da noch weiter auftaucht.Da sind die Stationen, die wir unter anderem, die so leicht in so einem,sag ich mal, Grau, die wir auch unter anderem besucht haben auf unserer Tour.Sowas wie Wilkins, Beer oder Waitis. Und dann habe ich wiederum andere mitgebracht,die wieder rot markiert sind. Das ist nämlich einmal Burrow Hill und Paris.Heute machen wir ein bisschen ein anderes Konzept als sonst,wo wir, sage ich mal, ein bisschen tiefer in die jeweiligen Macher und Getränke einsteigen.Heute möchte ich eher, also ja, wir haben hier so ein bisschen Farmhouse Cider,aber ich erzähle auch ein bisschen was von der Tour und den Stationen dort,auch wenn wir nicht direkt die Sachen trinken können.Ich glaube aber dennoch, dass es so ein bisschen den Eindruck vermittelt,was eigentlich so hinter diesem Farmhouse-Konzept checkt sozusagen.Und ausgerechnet die, die wir heute dann im Glas haben, Burrow Hill,wie ich schon gesagt habe, Paris, haben wir beide nicht besucht an dem Tag,was aber für mich sozusagen eine Lücke schließt an der Stelle,weil die anderen sozusagen konnte ich direkt vor Ort probieren und die habeich natürlich auch vor Ort probiert, aber ich war nicht direkt dort.Und wie wir in der letzten Folge schon erwähnt haben, haben wir eine begleitendePlaylist sozusagen mitgebracht, die ihr auf Spotify hören könnt.Und ich glaube, heute haben wir sehr viele Bands, die du unter anderem auch streifen wirst.
Heiko
0:05:35
Genau. In der letzten Folge ging es ja wirklich hauptsächlich um Sex-Bistols.Heute werden wir ganz viele andere Bands und Songs noch entweder direkt erwähnenoder zumindest so einmal irgendwie zusammenfasst erwähnen. Und die findet mandann eben entsprechend auch in unserer Playlist.Fangen wir aber mit dem an, was vielleicht das wirklich Revolutionäre am Punkwar, das hatte mit den Sex Pistols eigentlich nur noch am Rande zu tun,wenn überhaupt, und man kann es sogar zuspitzen,wenn man Punk auf einen einzigen Kern eindampfen will, dann ist das vor allemeine Haltung und das ist nicht Destroy, das ist nicht No Future,sondern das ist eigentlich Do It Yourself, mach es selbst, das kann ich auch,denn bis dahin brauchte man für eine Platte meistens ein Label,teures Studio, professionelle Musiker.Zwischen so einem Jugendlichen im Schlafzimmer und einer echten Veröffentlichunglag eine Mauer, aber Punk riss sie ein. Die Botschaft war, du brauchst eigentlichniemanden. Drei Akkorde reichen, sozusagen. Wenn du kein Label findest,gründe einfach dein eigenes. Wenn dich keine Zeitung druckt,dann mach einfach dein eigenes Heft.Und dafür gibt es tatsächlich auch fast schon einen symbolischen Gründungsmoment.Im Februar 1977 veröffentlichte eine Band aus Manchester, die Buscocks,eine Platte namens Spiral Scratch.Und die Band machte einfach alles komplett selbst. Der Punk-Konist John Savage,den haben wir jetzt auch in der letzten Folge häufiger schon als Quelle gehört,der hält Spiral Scratch für den vielleicht entscheidenden Einzelschritt dieser Zeit.Nicht, weil es vielleicht die erste unabhängige Platte überhaupt gewesen wäre,unabhängige Labels hat es schon auch vorher gegeben, so ist es nicht.Aber das waren, wie Savage sagt, irgendwie kleine Firmen, die dann aber eigentlichgroß werden wollten. Die hatten ein Ziel, wenn sie dann unabhängig was machen.Bei Spiral Scratch passte zum ersten Mal einfach die Haltung auch zur Machart.Hier wollte niemand wirklich irgendwie in das System reinrutschen.Hier macht man sein eigenes Ding, um sein eigenes Ding zu machen und gar nichterst wirklich mit den Großen zu konkurrieren sozusagen.Es war ja wirklich die erste echte Verkörperung dieses Do-It-Yourself-Prinzips,das dann Punk ausmachen sollte. Und wenn man ehrlich ist, ich finde so ein bisschenist dieser Podcast ja auch dann in dem Sinne Punk.
Marcel
0:07:30
Finde ich.
Heiko
0:07:30
Wir sind einfach zwei Typen, die Lust hatten, das zu machen.Wir haben keinen Sender, wir haben keine Produktionsfirma, wir haben kein Studiooder so mit gepolsterten Wänden.Einfach zwei Freunde und ein bisschen Bock über Geschichte und Wein und Psyderoffensichtlich zu quatschen, so Do-It-Yourself. da können wir irgendwie mitreden,einfach machen, finde ich.Geschichte im Glas, Punk unter dem Podcast. Aber ja, zurück zu Punk und DIY.Dasselbe Prinzip griff eben nicht nur bei der Musik, sondern,ich hatte es auch kurz schon gesagt, bei den Medien. Denn wer über Punk schrieb,das waren anfangs ja vor allem die etablierten Musikzeitschriften.Aber Punk beschrieb sich daher nicht selbst, es wurde eher von außen beschrieben.Billige Fotokopierer machten es dann aber, also quasi die Technik macht es dannmöglich, für ein paar Pfund eigentlich sein eigenes Heft einfach zu machen.Und das erste und berühmteste dieser Fan-Signs war Sniffin‘ Glue.
Marcel
0:08:16
Sniffin‘ Glue, okay.
Heiko
0:08:18
Gegründet 76 von einem gewissen Mark Perry.
Marcel
0:08:20
Gibt es auch Songs zu?
Heiko
0:08:22
Es basiert auf einem Song, nämlich benannt nach dem Ramones Song Now I WannaSniff Some Glue. Also jetzt möchte ich ein bisschen Kneberschliffeln.Er hat einen Ramones Song und er hat sein Heft danach benannt.Es waren wirklich buchstäblich einfach zusammengetackerte Fotokopien,Tippfehler, teils wirklich mit Filzschrift einfach irgendwas gemalt.Und der Verkaufspreis deckte auch gerade so die Kopierkosten.Es ging wirklich nicht ums Geld. Ja, es ging darum einfach, dass jeder mitmachenkonnte und so entstehen dann überall im Land eben diese selbstgemachten Fansignseigentlich oder Fansigns, Fansigns?Und weil wir gerade beim Selbermachen sind, wir spielen hier aus rechtlichenGründen keine fremden Musiken, weil GEMA und so.Und verlinken stattdessen, wenn, dann überhaupt alles lieber in den Show Notes.Da haben wir jetzt so eine Playlist. Aber es trifft sich an dieser Stelle jajetzt mal ganz gut, dass ich als Teenager, kann man so sagen,ist ein komisches Wort, mittlerweile ist das 20 Jahre selbst,in einer Band gespielt habe.Und mangels besserer Kategorisierungen haben wir von uns behauptet,Alternative Punk Rock zu machen, was immer man darunter verstehen soll.Das erste Bild in unserer Galerie habe ich tatsächlich gewagt.Habe ich einfach mal ein Bild von mir mitgebracht bei einem unserer Auftrittein so einem Jugendclub. Das muss so, ich weiß ehrlicherweise gar nicht mehr,2008 oder 2009 gewesen sein oder so.Es ist auch super Low-Res, die Qualität. Zwar, glaube ich, irgendein Handy mitzwei Megapixel-Kamera wahrscheinlich noch aufgenommen, aber ja, ich dachte.
Marcel
0:09:39
Alter Punk.
Heiko
0:09:40
Total, total. Ich weiß auch nicht, ob man das erkennen kann.Total Punk ist nämlich auch besonders schön die Punica-Flasche hinter mir auf dem Boden.Die gibt es ja nicht mal mehr, glaube ich, Punica. Ja, mein Bassist war ehrlichgesagt wahrscheinlich auch der Einzige von uns, der irgendwie,wirklich musikalisches Talent mitgebracht hat, aber im Grunde waren wir im Prinzipalso genau das, worüber wir hier oder über ich die ganze Zeit reden,nämlich einfach ein paar Kumpels, die Bock hatten, Musik zu machen, DIY.Und für diese Folge habe ich also mal die Mottenkiste auch wirklich aufgemacht.An der alten Festplatte ein bisschen gestöbert und tatsächlich auch ein paarStücke gefunden, die wahrscheinlich sehr gut gepasst hätten.Manchmal haben wir nämlich auch einfach so im Proberaum auf Record gedrücktund einfach drauf losgespielt und da würden euch aber ehrlicherweise wirklichdie Ohren abfallen, aber es würde wahrscheinlich eigentlichzu diesem Rohn-Punk passen, aber das wollte ich dann doch nicht,denn manchmal haben wir es dann doch auch manchmal ein bisschen ernster gemeintund waren sogar auch einmal im Studio und haben den Song so ein bisschen demomäßig aufgenommen undauch wenn der jetzt vielleicht musikalisch nicht 100% mehr passend ist für diesenRohn-Punk, über den es jetzt eigentlich geht, ist der dann doch irgendwie vorzeigbarerund anhörbarer, daher hier ein,ganz kurzer Ausschnitt aus meiner kurzen, aber.Weiß ich nicht, glanzvollen Zeit als Gitarrist in einer Punk Rock Band.Ja, also soviel zu meiner Weltkarriere.
Marcel
0:11:49
Es war ein Schmetterling mit gebrochenen Flügeln? Habe ich das richtig verstanden?
Heiko
0:11:53
Ja.
Marcel
0:11:53
Okay.
Heiko
0:11:56
Also, ja, wir müssen jetzt nicht in den Inhalt reingehen. Das geht natürlichnicht. Der Schmetterling ist natürlich metaphorisch, wie man da aus dem Fensterspringt. Aber zurück in die 70er.
Marcel
0:12:05
Ich kannte diesen Song, glaube ich, noch nicht. Ich hatte das ja mal in Videos gezeigt.
Heiko
0:12:08
Zurück in die 70er, lieber würde ich fast meinen, beziehungsweise bevor es weitergeht,vielleicht doch einfach jetzt kurz den ersten Sider. An der Stelle, oder?
Marcel
0:12:16
Okay, wir können auch direkt einen Zeiler trinken.Und zwar trinken wir den Borough Hill, The Cider Bus.Und passend dazu hat der auch einen Bus auf dem Etikett stehen.Was ich ganz passend fand, ich habe es jetzt selbst schon erwähnt,Bristol ist ja auch so die Hauptstadt der Musik.Da kommt Massive Attack und Portis It her und überall Cider.Und ich hatte wie das Drum Bass Event da und bin tatsächlich nachdem,Ich bin mit den Leuten etwas angefreundet und weitergezogen in einem Pub namens The Plow Inn.Und das ist in Bristol Easton. Das ist prinzipiell so ein Punk- und Cider-Pub.Es gibt noch andere, also The Chase Inn und sowas, noch mehr,mehr punkig-punkig ist sozusagen. Aber es gibt auf jeden Fall da auch so eine Kultur.Und generell macht das bei mir auch ein bisschen Klick so. Oder da gab es sodie ersten Gespräche, okay, das gehört schon irgendwie auch zusammen,unabhängig von, das ist günstig und es knallt so.Es gibt auf jeden Fall kulturelle Punkte, die das sozusagen vereinen.Ich bin dann weitergezogen nach Thornton in die Hauptstadt von Somerset,wegen dem Schäppi-Interview eigentlich und habe auch schon gedacht,was soll ich eigentlich so in Thornton?Wohl wissend, dass es natürlich so ein bisschen die größere Stadt so in Somersetist, aber ja, ich hatte jetzt nicht irgendwie so einen großen Plan,habe dann geguckt, was gegessen und zufällig einen Pub dann entdeckt,der auch The Plot Inn hieß.Das prinzipiell war einfach nur der gleiche Name. Ich hatte irgendwie positiveAssoziationen dazu und bin deswegen hingegangen. Und das war an sich eine guteEntscheidung, weil ich dort Bill kennengelernt habe. Wer ist Bill?Es ist kein Produzent von CIDAR, sondern eher so ein, ja, mehr oder weniger ein CIDAR-Kurator.Er kaufte nämlich den CIDAR oder organisierte den CIDAR für Supply.Dem gehört nicht der Pub sozusagen, sondern ist wirklich eher wie so ein Kurator,und ist der Organisator des Somerset CIDAR Trails in Somerset.Also er hat so einen Trail organisiert, wo es so eine Karte gibt und dort gibtes diese Station, die wir unter anderem auch angefahren sind und,macht das einfach, weil er Bock hat. Er ist halt wirklich so ein waschechterCider-Nerd und prinzipiell auch Pappmann, also oder Pappmann.Jetzt hört sich das komisch an auf Deutsch.
Heiko
0:14:30
Ja, Pappmann ist was.
Marcel
0:14:32
Und wir kommen gleich nochmal zurück zum Papp. Aber als nächstes probieren wirerstmal unseren Cider. Das ist wieder ein Medium und natürlich wieder Sparkling.Und wir hatten ja in der letzten Folge über den offiziellen Sponsor gesprochenvom Glastonbury Festival.
Heiko
0:14:48
Das ist der Inoffizielle?
Marcel
0:14:49
Das ist der Inoffizielle, den es schon von Anfang an gab. Die sind dort mitdem Bus auch unterwegs, dem Bus, den man jetzt quasi auf dem Cover,wollte ich schon sagen, auf dem Etikett sieht und das ist sozusagen den Cider,den man im Festival so in der Hand hält.
Heiko
0:15:06
Auch wieder eine ganz andere Farbe als die bisherigen.
Marcel
0:15:09
Ja.
Heiko
0:15:09
Der sieht fast schon aus wie Bier.
Marcel
0:15:11
Der sieht aus wie Bier, dass er auch wieder so ein Goldgelb war. Also…
Heiko
0:15:16
Also mit bisherigen meine ich natürlich aus der letzten Folge, die.
Marcel
0:15:19
Ja. Ja.
Heiko
0:15:22
Ja, aber auch so einen leichten Muffeligen? Oder ist das…
Marcel
0:15:26
Naja, nö, ja. Okay, also…
Heiko
0:15:29
Ich bin schon so ein bisschen nach Scheune.
Marcel
0:15:30
Ja, aber das passt ja eigentlich.
Heiko
0:15:32
Ich wollte gerade sagen.
Marcel
0:15:33
Der hat tatsächlich vom Charakter mehr was von diesen Farmhouse-Seidern,die quasi so ohne Kohlenzauere…Ja, macht aber irgendwie auch Bock zu trinken, finde ich.
Heiko
0:15:42
Ui. Schmeckt auch.
Marcel
0:15:44
Ja. Ja, ne?
Heiko
0:15:47
Schön erfrischend auch.
Marcel
0:15:48
Der hat, ich finde, der hat so ein bisschen eine spitzere Säure am Anfang.Die Schäppi aus der letzten Folge, die waren ein bisschen runder.Der hat so ein bisschen mehr Säure am Anfang.Und ich finde hinten auch, weiß nicht, wenn das mal so dieses Tannine oder das Bittere am Ende.
Heiko
0:16:04
Bisschen hat er eine Bitterkeit, das stimmt.
Marcel
0:16:06
Ich finde den, der hat so eine richtig gute Balance zwischen süß und herb,aber trotzdem noch diese Säure, die es so frisch macht.
Heiko
0:16:13
Aber ja, der ist ein bisschen herber als die. Das merkt man schon.
Marcel
0:16:17
Also es ist auch wieder sehr accessible.Auf jeden Fall.
Heiko
0:16:21
Das auf jeden Fall, den kannst du auch wunderbar einfach.
Marcel
0:16:24
Ja, den kann man direkt wieder wegziehen.
Heiko
0:16:26
Gefährlicherweise kannst du den wieder richtig schnell trinken und dann merkstdu erst, nachdem die Flasche leer ist, oh guck, der hat ja auch Alkohol.
Marcel
0:16:32
Ja, das tatsächlich kann ja sehr schnell passieren bei Cider,dass man das komplett unterschätzt.Der hat jetzt auch wirklich so Prozente wie Bier, 5,7 Prozent.Also den merkt man dann schon schnell, wenn man denkt, das ist nur Apfelsaft.Also man muss aber fairerweise sagen, so schmeckt jetzt auch nicht Apfelsaft. Nein, nein, nein.Wenn man den jetzt vor Ort kauft, hatte ich in der letzten Folge,ich habe gar nicht so über Preise gesprochen. Man denkt ja so,wenn man die jetzt hier kauft, die sind jetzt irgendwie besonders teuer oder so.Also der kostet vor Ort auch 3,25 Pfund und dementsprechend sind wir ja auchfast bei 4 Euro quasi, wenn man den jetzt dort kauft.Aber wenn man eine andere Seite hier kauft, sind wir auch so in der Price Range.Also es hängt einfach damit zusammen, dass es in UK auch so viel kostet.In dem Falle habe ich den tatsächlich aber bestellt aus UK.Weil man den hier nicht bekommt. Und die haben dann auch mal geliefert.Und dann ist man aber mit Zoll und Versand dann doch eher bei 9 Euro pro Flasche.Ja, aber ich finde, der ist halt irgendwie, ich mag Burrill,ich mag die Geschichte dahinter mit dem Cider auf dem Glastonbury Festival.Und übrigens haben wir ja dann im Glastonbury Festival und auch in der Regionda eher dann auch die Hippies, die ja so verhasst sind vom Cider.Ja, vielleicht ganz kurz zu Burrow Hill.
Heiko
0:17:53
Das hatten wir ja in der letzten Folge gehört, dass so die Verachtung und derHass auf die Hippies so ein bisschen ein Kerngedanke auch der Punk-Star vonB.M. Westwood und McLaren.
Marcel
0:18:02
Ja, kann ich verstehen. Genau, Burrow Hill, das macht E.N. Temperley aus Kingsbury.Wie gesagt, ist er seit 1970 auf dem Festival unterwegs.Am Anfang noch nicht direkt mit dem Bus, aber später war dieser Bus da und dieserBus steht auch heute bei ihm.
Heiko
0:18:18
Und der ist auch, also die Hörerinnen und Hörer sehen es jetzt nicht,aber das ist ja ein blauer Bus, der ist auch blau in echt.
Marcel
0:18:24
Ja.Denke ich. Ich war ja nicht da. Also er soll auf jeden Fall auf dem Hof stehensozusagen und am Wochenende wird aus dem Bus verkauft.Er ist unter anderem eher bekannt, deswegen wollte ich ihn auf jeden Fall auchprobieren für Somerset Cider Brandy. Also er macht quasi auch Schnaps aus Cider.Das hat er quasi erkämpft. Das war die erste Cider Distillery,die Oro Hill bekommen hat. Ja, das ist jetzt mal so ein Fakt am Rande.Ich wollte ein bisschen Fokus hier auf Cider legen, deswegen trinken wir jetztkeinen Schnaps. Vielleicht auch ganz gut.Ja, also wir waren nicht direkt da, wir sind dran vorbeigefahren.Aber ich wollte einmal mit dir über Cider sprechen, Heiko, und über Paps.Ja, und Cider hat ein Imageproblem.Es gibt einen Experten, der sich selbst als Ciderologen bezeichnet,Gabe Cook, und er sagt, erzähle jemandem, dass du Cider-Experte bist und duerntest schiefe Blicke, weil so im Vergleich, Weinkenner, wie wir, Heiko, mit Edel.
Heiko
0:19:24
Ich voll.
Marcel
0:19:26
Biernerds sind irgendwie auf eine Art und Weise cool, aber Cider hat einfachdieses Image nicht. Cider ist einfach komisch.
Heiko
0:19:33
Bisschen schräg. Ein Cider-Expert ist schon irgendwie schräg.
Marcel
0:19:36
Ja. Und wenn man Leute auf der Straße fragt, was bedeutet hier Cider,dann bekommt man typischerweise Antworten wie, ja, mit 14 habe ich sechs Pinesgetrunken von irgendeinem Billigblend und hatte den schlimmsten Kater meinesLebens, trinke ich nicht mehr.Oder Oder das ist doch das, was der Typ auf der Parkbank war um halb neun so fit.Trinke ich nicht. Oder da war so ein ranziger Scrumpy im Devon-Urlaub und Papaist in den Graben gefallen.
Heiko
0:20:03
Oh no.
Marcel
0:20:04
War lustig, aber das Zeug war furchtbar. Also es sind quasi schon auch echteErfahrungen und alle drei enden damit, dass man die ja nicht trinkt.Und Bill hat mir auch was zum Thema Cider-Drinker erzählt.Damit schlagen wir ein bisschen die Brücke auch zur letzten Folge,wo wir ja schon mal so eine Anklänge gehört haben.Also da war es war 17, 18, aber wie so viele in der Gegend, wurde einfach vielCider getrunken. Das hat man mit 13, 14 schon gemacht. Und Bill hatte selbstmit 13 sich dann schon unglaublich betrunken. Also war horribly pissed.Und man hat sich dann übergeben und berührt das Zeug einfach 20 Jahre nichtmehr an. Und wenn jemand behauptet, schon immer Cider-Getrinker gewesen zu sein,dann sollte man lieber und besser Fragen stellen.Und damit hat Cider so einen Ruf als Außenseitergetränk, was irgendwie billig ist, derb,Frosty Jacks, was wir in der letzten Episode schon mal erklärt haben,was dieser White Cider sozusagen oder so ein typisches Getränk ist.Habe ich auch, wurde mir im Pubs auch erzählt, es gibt wirklich ein kollektivesErinnerung an dieses Getränk.
Heiko
0:21:44
Ein kollektives Trauma scheinbar.
Marcel
0:21:46
Und ja, irgendwie ist es ja auch so ein bisschen die Ecke, wo sich vielleichtdann Cider und Punk auf eine Art und Weise treffen.Wo trinkt man Cider in England am ehesten?Ja, im Pub. Und deswegen will ich kurz über Pubs sprechen und es gibt einenso einen Paradoxon in Taunton.Eigentlich müsste es die Hauptstadt des Ciders sein, so einfach,weil drumherum sind super viele Cider-Farms so, aber trotzdem kriegt man inder Stadt eigentlich nicht so easy so ein gutes Pine.Ich hatte auch nachgesucht, in Bristol war es relativ easy, da gibt es relativviele Pubs, die darauf spezialisiert sind.Es war jetzt nicht so easy, direkt so einen Pub zu finden. Auch diese Law Innist jetzt nicht aufgetaucht als solches, obwohl es das war. Das war aber vielleichteinfach schlecht optimiert.Ja, und da, was der Grund davon ist, hat mir Bill erzählt, das ist quasi eineAnekdote, aber ich habe auch Zeitungsartikel gefunden, das ist eigentlich nur eine Geschichte.Es gibt nämlich eine Story von 1985 und die hängt mit den Marines zusammen.Zwei Meilen außerhalb von Thornton war so ein Militärcamp, das heißt Norton Fitzwarren.Und da war früher einfach so eine leichte Infanterie, Somerset-Infanterie.Das waren Leute, die waren aus der Gegend sozial eingebunden,gute Jungs sozusagen, wie Bill gesagt hat.Und dann gab es so Umstrukturierungen und dann kamen irgendwann die Royal Marineszu diesem Standort, was so 18-jährige Killer waren, die von überall quasi ausdem Land in der Nähe von Taunton kamen.Und sie kamen dann in die Stadt und haben den lokalen Cider entdeckt.Und wie du schon erwähnt hast, ist das halt mit 7%, 8%, fast doppelt so starkwie Bier, aber für den halben Preis.Und faktisch kann es eigentlich nur schief gehen. Und es ging schief und es eskaliert am 2.September 1985. Da wurde beim Rambo 2 Kinostart in der Nacht ein Werbehelikoptervom Dach des Classic Cinemas in Thornton geklaut, sozusagen, von den Marines.
Heiko
0:23:52
Wow, also das waren betrunkene Marines, die da hochgestiegen sind und den Helikopterbetrunken geklaut haben.
Marcel
0:23:56
Genau.
Heiko
0:23:57
Wow.
Marcel
0:23:57
Und das war sozusagen wirklich die Eskalation. Es gab natürlich vorher schonSituationen, wo einfach auch die Pub-Inhaber und so genervt waren.Und das war auch so ein allgemeines Phänomen, dass so gebüßte Leute auch irgendwieStress gemacht haben, wenn du so viel trinkst.Sie wurden von der Polizei geschnappt und auch der Kommandant war am Ende konsequent.Das heißt, sie haben nicht nochmal Ärger gemacht, aber prinzipiell hat es dazuunter anderem auch geführt, dass die Pubs Insider so ein bisschen aus dem Programm genommen haben.So parallel dazu gab es die Entwicklung, das ist auch landesweit sozusagen einPhänomen, dass es sogenannte Pub-Coats gibt, also so große Ketten wie Punchoder Admiral, die halt einfach Pubs aufgekauft haben.Also ursprünglich haben die großen Brauereien das gemacht, durften sie irgendwannnicht mehr und dann wurden diese Pub-Coats quasi ausgegründet oder extra gegründetund die haben dann einfach die Pubs aufgekauft.Und das führte dazu, dass sie das nur anbieten dürfen, was halt von den großen,Industrieriesen sozusagen dann auch im Angebot ist und dementsprechend verschwindetdann der lokale CIDA, obwohl man halt in so einer Region ist,wo es eigentlich den geben sollte.Heute gibt es nur noch zwei unabhängige Pubs in Thornton, das ist einmal ThePlans und Molly Malones und der Rest ist Kette.
Heiko
0:25:15
Molly Malone ist aber eher irisch, oder?
Marcel
0:25:18
Ja, weiß ich gar nicht, aber ja. Ich habe den Namen nämlich auch schon mal gehört.
Heiko
0:25:21
Ja, das ist eine bekannte irische, also viel aus der irischen Historie.
Marcel
0:25:26
Ja, prinzipiell war das so ein bisschen der Punkt, warum Bill damit Sider gestartet hat.Er wollte einfach so ein anständiges Pint in der eigenen Stadt gründen,hat dann auch so ein bisschen underground-mäßig angefangen, einen Laden zu mieten,dort Cider anzubieten, einfach aus der Region. Das waren so erste Anfänge gewesen.Hieß der Black George. Worüber ich aber nochmal sprechen würde,weil du auch im Intro gesagt hast, du möchtest über Kultur sprechen, Pappkultur.Und die ist natürlich wichtig in England. Und ich glaube auch,ich wüsste, also ich meine, wir haben bei uns natürlich auch so Bars und Kneipenund so weiter, aber in kleineren Städten ist es glaube ich nicht mehr so krass verbreitet.Obwohl es hier zwei unabhängige Partner gibt, gibt es aber glaube ich mehr alsin mancher deutscher Stadt.Dementsprechend ist das halt so ein wichtiger Anker in der Gesellschaft unddazu hat mir Bill auch etwas erzählt.Also ja, im Pub nimmt man zusammen Drogen, also in dem Sinne der Alkohol.Man muss halt Regeln lernen und mit verschiedenen Altersgruppen sozusagen umgehenund typischerweise hast du im Pub vom Teenager, ich bin natürlich kein Teenager,den ich gerade angesprochen habe, sondernsehr viel älter, bis zum 70, 80-Jährigen und das ging jetzt mit der Zeit verlorenund die Rolle vom Pub wird prinzipiell unterschätzt,denn eigentlich kann man hierso die Regeln der Gesellschaft lernen und ich finde da ist was dran und,mich hat so ein bisschen die Debatte erinnert, an das Thema dritte Orte,wo man ja auch drüber diskutiert, dass so dritte Orte, also da,wo man nicht zu Hause ist und nicht arbeitet, wo man hingehen kann und auchquasi mit Gesellschaft in Kontakt kommt.Dass sowas halt, weites vom Phänomen ist, verloren geht.Und so eine Gesellschaftsschulen an sich auch wichtig sind. Ist natürlich vielleichtauch heroisch und auch auf eine gewisse Art und Weise aus seiner Perspektivebeschrieben als Cider und Nerd- und Papp-Vertreter sozusagen.Logisch, dass sie eine Perspektive hat.Aber ich habe das auch im Plau-In so erlebt, war zweimal da und da war es wirklichauch so, da waren dann 70-Jährige, die haben dann Beck Gammon gespielt und warenaber auch Teenager draußen, die dann Beziehungsdrama hatten.Also es war irgendwie so komplett alles da und das war auch in dem anderen so,in dem anderen Plau, wo es einfach wirklich so einen Zusammenhalt gibt und dasfinde ich, habe ich hier so selten gesehen. Also so eine Vermischung sozusagen.Zumindest in Berlin ist es vielleicht auch nicht so notwendig,aber es ist jetzt auch nicht so selbstverständlich, dass es glaube ich so ist.Ja, aber die Pubs sterben in England. Früher gab es mehr, unter anderem vielleichtauch, weil, weiß nicht, Supermärkte sind einfach außen in der Stadt,sodass das Stadtzentrum stirbt, dementsprechend weniger.Pubs dort sind, Covid hat das ganze Thema auch nochmal beschleunigt,sicherlich, ja, sodass das etwas verloren ging.Und als letztes kulturelles Knipschen in meinem Pub-Kapitel komme ich jetztnochmal zurück zu dem, was du auch schon erwähnt hast, nämlich den Snakebite.
Heiko
0:28:43
Naja, stimmt, in der ersten Folge haben wir kurz angeschnitten.
Marcel
0:28:47
Und der ist mir begegnet öfters auch im Pub sozusagen, wo du einfach erzählst,so als Kulturgut, wenn man so entsprechend kommt. Das ist einfach so eine Kuriosität.Prinzipiell passt es wieder so ins Punk-Thema rein. Du kamst ja auch damit.Es ist einfach wieder auch billig und stark sozusagen.Und so ein Plain Snakebite ist 50% Cider und 50% Lager.Also ganz wichtig, dass Lager ist, nicht einfach nur Bier, sonst nichts.Es gibt tatsächlich noch Variationen und zwar mit Blackcurrant,also Johannesbeersirup, dann wird es zu Snakebite and Black.Das wurde mir vorher schon so im Papp erzählt und da hatte ich dann Bill gefragt,was es mit dem Snakebite und dem Blackcurrant auf sich hat und da hat er micherstmal aufgeklärt nochmal.
Heiko
0:29:33
Oha.
Marcel
0:30:01
Ja, also was Snakebite ist, haben wir ja gerade gesagt, hat er nochmal erwähnt,es ist quasi, ja Leute denken eigentlich, dass so Snakebite verboten ist,also so banned sozusagen, ist es aber an sich nicht.Es war einfach so, dass Pubs sich geweigert haben, das auszuschenken,weil es ein gewisses Klientel angezogen hat.
Heiko
0:30:18
Tatsächlich, okay, aber ich hab was noch, also dann war ich vielleicht auchdas gleiche, ich hab nicht Band gelesen, weil mir drüber gesteuert,sondern ich hatte irgendwie drüber gesteuert, dass es quasi nur indirekt Bandist, sozusagen, oder verboten ist, weil du, wenn du es machst, theoretisch,nachweislich quasi 50%, also du kannst quasi nicht irgendwie die Hälfte abzapfen,sozusagen und dann kannst du es nicht mehr, also aber wahrscheinlich war das auch irgendeine…
Marcel
0:30:42
Hat also in dem Zusammenhang auch was mit zu tun, also dass es quasi dann nicht,dass du nicht garantieren kannst, dass es so ist.
Heiko
0:30:49
So, dass es genau 50-50 ist, kannst du nicht garantieren, weil deine Pints sindhalt, du hast halt keine 250 Milliliter Gläser oder so, irgendwas habe ich damit.
Marcel
0:30:55
Es gibt halbe Pint Gläser tatsächlich.
Heiko
0:30:56
Ah, okay, doch.
Marcel
0:30:57
Aber was jetzt tatsächlich gemacht wird, um das zu umgeben, du kannst einfachjeweils zwei halbe Pints bestellen und dann mixst du dir selber das Gläser.
Heiko
0:31:05
Okay, das stimmt. Doch, doch, das hat mich auch irgendwo gelesen.
Marcel
0:31:08
Also prinzipiell sagt man, es soll eigentlich richtig knallen.Ich denke, es ist eher psychologisch beziehungsweise auch so gesagt,es ist chemisch ja einfach nur, man mix quasi einfach zwei Alkohole,die jetzt nicht, also einfach glaube ich, das ist so ein psychologisches Ding.Und ich habe gedacht, das ist doch mal psychologisch testen und ein Snakebite trinken.
Heiko
0:31:27
Jetzt trinken wir ein Snakebite. Oh Gott. Oha.
Marcel
0:31:32
Genau, ich habe hier ein Lager mitgebracht. Das ist in dem Fall ein schottischesLager, aber ich dachte, es wäre cool.
Heiko
0:31:37
Wenn wir mit Molly Malone schon irisch heute so ein schottisches Lager und einenenglischen Cider machen.
Marcel
0:31:45
Also vielleicht könntest du…
Heiko
0:31:47
Aber ist es egal, was zuerst?
Marcel
0:31:49
Ja.
Heiko
0:31:50
Und 50 Prozent, habe ich hier irgendwo… Ach, guck mal. Ich habe hier im Glas,steht da nicht sogar eine Linie?Nee, ein Drittel-Pint. Halb-Pint. Ich will jetzt ja nicht ein Halb-Pint.
Marcel
0:31:59
Ja, okay.
Heiko
0:32:01
Jetzt will ich ja nicht einen ganzen Pine trinken. Von Snakebite.Okay, das heißt, ich gebe… Also ich muss jetzt gucken, dass die Hälfte aber ungefähr so…
Marcel
0:32:08
Also ich würde… Also du willst das übertreiben, ne? Okay.
Heiko
0:32:11
Nein, nicht die Hälfte des Glases. Ich meine Hälfte, Hälfte.Ich gieße jetzt nicht die Hälfte des Glases ein.
Marcel
0:32:16
Nein, nein, nein. Sonst hast du mich aber bezichtig zu großes Glas eingegossen.
Heiko
0:32:22
So? Dein Glas ist unten bauchiger.Jetzt musst du das auch aus dem Glas, damit du wenigstens genauso angetrunken bist.
Marcel
0:32:30
Also aus dem gleichen?
Heiko
0:32:31
Ja, du musst auch aus dem Bauchigen, weil sonst trinkst du weniger und dann bin ich der Einzige.
Marcel
0:32:35
Der gleich stimmt. Okay, aber die exakte Mischung, jetzt wo du es schon gesagthast. Ja, wir können auch gerne noch was eingießen. Das mache ich. Warte mal.Ich möchte noch erwähnen, weil Bill gerade auch etwas laut gesprochen hat. Alter Schwede.
Heiko
0:32:47
Du wolltest jetzt Hälfte.
Marcel
0:32:49
Jetzt ist es Hälfte.
Heiko
0:32:49
Hälfte. Dein Glas ist super schmal. Es sieht so aus, weil du so ein dünnes.
Marcel
0:32:53
Das ist ein Kölschglas, was du da hast. Das ist halbe Pint.
Heiko
0:32:56
Ja, ungefähr.
Marcel
0:32:57
Was ich noch erwähnen wollte, wir haben in einem Cabrio gesprochen,das Gespräch ist gut, also man kann ein bisschen was draus machen,sodass man es gar nicht mehr hört, aber deswegen redet Bill an manchen Stellen ein bisschen lauter.Das war super laut gewesen beim Fahren. Ja.
Heiko
0:33:12
Cheers. Snakebite.
Marcel
0:33:14
Deine Farbe sieht anders aus. Warum?
Heiko
0:33:15
Nee, das täuscht nur. Ich glaube, das ist ein bisschen gemischt.
Marcel
0:33:22
Ja.
Heiko
0:33:23
Es schmeckt halt echt einfach wie eine Mischung aus Lager.Also ganz ehrlich, es schmeckt genauso wie das, was es ist. Es schmeckt wieeine Mischung aus Bier und Cider. Da ist nichts Dominanter oder so.Es schmeckt wirklich einfach nach beides raus.Und es passt auch nicht. Es ist nicht besonders geil.
Marcel
0:33:36
Ehrlich gesagt. Deswegen ist es, glaube ich, wirklich so ein psychologischesDing, dass man sagt, okay. Ein psychologisches Ding.
Heiko
0:33:44
Geht schon los. Nee, also es ist so geil, ist es nicht.
Marcel
0:33:49
Aber ich dachte, wir können nicht hier aus dieser Sendung gehen.
Heiko
0:33:51
Um uns Snakebatter. Aber es ist echt komisch, weil dieses Süßliche,was da rauskommt, überhaupt nicht zu diesem Biergeschmack passt.Schmeckt wie so ein schlechtes Bier.Also nicht ein schlechtes, sondern ein schlecht gewordenes.
Marcel
0:34:04
Es ist ein bisschen malziger, muss man sagen dazu. Ja, aber ich hatte das vorher auch gehört.
Heiko
0:34:09
Geil, dass du sowas mitbringst. Geil, nicht witzig.Okay, dann trinken wir halt unseren Snakebite weiter und gehen wieder zurück oder bleiben beim Punk.Und Großbritannien, das hatten wir auch in der letzten Folge ja schon anfangsgesagt, war in den 70ern Jahren wirtschaftlich in der Krise.Aber es war nicht nur wirtschaftlich in der Krise, es war auch politisch aufgeheizt.Man kennt es, das geht ja oft Hand in Hand.Rechtsextreme Parteien, allen voran die National Front, die hatten spürbarenZulauf. sie machten Stimmung gegen Einwanderung, sie marschierten durch Viertelmit hohem migrantischem Anteil und rassistische Gewalt auf der Straße war wirklicheine reale alltägliche Bedrohung.Und das ist jetzt der Hintergrund, vor dem das Ganze auch spielt.Und das ist ja schon so eine Konstellation, die einem heute auch wieder unangenehm bekannt vorkommt.Wirtschaftliche Verunsicherung, das Gefühl von so einem Abgehängtsein und einfachdadurch eine erstarkende radikale Rechte, die daraus Kapital schlägt.Wie sehr sich das damals wie heute anfühlt, verdeutlicht auch noch ein Zitatvon Jean-Jacques Bernal, dem Bassisten der Band The Stranglers.Aus dem Jahr 76, da sagte er nämlich, Zitat, überall gibt es Verfall.Wir haben immer mit der Annahme gelebt, dass sich die Dinge materiell weiterverbessern, dass es ständig Fortschritt gibt und plötzlich hört man jeden Tag, dass Krise herrscht.Betriebe werden geschlossen, Menschen haben keine Arbeit, alles kommt allmählich zum Stillstand.Zitat Ende. Also wir haben wirklich eine Jugend ohne Perspektive,voller Frustration und Wut, die anfällig ist und zwar nach allen Seiten.Anfangs war Punk wirklich politisch nicht festgelegt.Und gerade in Zeiten der Krise und der Lehre ist politischer Extremismus einfachverlockend als scheinbar einfache, starke Antwort und das ja damals wie heute.Und Punk war damals eben voll von so einer ungerichteten Wut erstmal und dieFrage war nur, wohin würde sie sich wenden?Und am deutlichsten sah man dieses politische Ringen, sage ich mal,zuerst gar nicht mal bei den Bands, sondern wirklich im Publikum,denn Punk war anfangs offen für alle und so tummelten sich auf den Konzertentatsächlich so die unterschiedlichsten Leute nebeneinander.Man hatte linke Kids neben rechten, man hatte Antirassisten neben denen,die irgendwie mit rechten Parolen auch sympathisierten.Es ging natürlich nicht lange gut und immer wieder kam es auch so zu handfestenAuseinandersetzungen, gerade so auch im Umfeld von so Oubands wie Sham69.Und die eigentliche.
Marcel
0:36:19
Weichenstattung gibt es nicht aus den, also oi oi oi, aber gibt es ja irgendwieeinen Background für dieses oi oi oi?
Heiko
0:36:25
Warum das so heißt? Es ist auch so eine ursprünglich unpolitische Richtung ausder Arbeiterklasse, die auch aus dem Punk heraus entstanden ist.Ich hatte erst überlegt, das hier als Exkurs mit reinzunehmen,habe es dann aber gelassen, weil es dann doch so ein bisschen zu weit geführthätte und wir eh gleich schon ein paar Exkurse zu politischen Strömungen haben.Die eigentliche Weichenstellung aber geschieht jedenfalls dann nicht im Publikum,sondern wirklich bei den Bands und die entschieden sich dann einfach mehrheitlichfür Links und deswegen ist das so, dass Punk Links geworden ist und dafür gab es auch einen Grund.Oder es ist jedenfalls nicht ganz überraschend, denn zwischen Punk und Reggae,beziehungsweise Ska, das ist die jamaikanische Vorform des Reggae,bestand eine tiefe Verwandtschaft.Ska ist die Vorform vom Reggae.Und beide verstanden sich ja so ein bisschen als Musik der Ausgegrenzten,der Underdogs und Reggae und Ska, die waren in Großbritannien einfach die Musikder schwarzen, so aus der Karibik eingewanderten Communities.Also eben eigentlich genau der Menschen, gegen die ja die National Front Stimmungmachte und wenn weiße Punks sich mit dieser Musik irgendwie gemein machten,mit den Sounds und jetzt auch irgendwie den Leuten, dann war das ja fast zwangsläufigeine Absage an Rechts logischerweise und man konnte nichtgleichzeitig Ska lieben und irgendwie den Parolen der National Front folgen,das funktioniert nicht.The Clash zum Beispiel war eine der Bands, die da früh zum Aushängeschild auchzu dieser Haltung wurde und wenn man The Clash sich so anhört,hört man ja auch so bei einigen Songs, finde ich, ganz deutlich,so ein bisschen Einflüsse aus dem Reggae und Scar, zum Beispiel auch bei LondonCalling und so, dieses Rhythmische.
Marcel
0:37:51
Ja, es gibt einige Songs, die so in die Richtung gehen.
Heiko
0:37:53
Ja. Genau, auf der Playlist und auch in den Shownotes jetzt verlinkt,damit ihr euch mal anhören könnt, was ich meine.Und wie eng das Bündnis aus Punk und Ska wurde, zeigt dann besonders auch eineBewegung, die direkt aus dem Punk-Umfeld entstand, das ist Two-Tone.
Marcel
0:38:07
Ich muss mal kurz, weil sie haben ja auch tatsächlich so Police and Thievesund sowas gecovert, ne? Also das macht jetzt okay, macht jetzt okay.
Heiko
0:38:13
Genau, was ich meine ist Two-Tone. Das ist so eine Musikrichtung,die im Prinzip Ska, oder es ist eine Bewegung, die die Musikrichtung Ska mitder Attitüde des Punk verbannt.Das waren teilweise, nicht immer, aber teilweise auch schwarz und weiße Musikergemeinsam in einer Band, was damals auch schon oder noch alles anreizselbstverständlichwar und auch bewusst als Statement verstanden wurde,Two-Tone ist im Prinzip wenn man so will, die britische Punk-beeinflusste undja politisch aufgeladene Version der ursprünglich jamaikanischen Musik So habe ich.
Marcel
0:38:47
Tatsächlich immer Ska irgendwie so.
Heiko
0:38:49
Ein Gott.
Marcel
0:38:49
Deswegen war ich gerade so überrascht, dass das quasi was.
Heiko
0:38:52
Ursprünglich war es halt eher nicht so das ist erst so wie wir dann,oder wie es dann hier weiterentwickelt wurde und genau wie Punk-Bands sagensie dann nämlich über Arbeitslosigkeit, Gewalt auf den Straßen,politische Krise in England,Madness zum Beispiel ist ein bekannter Vertreter dieses Subgenres,aber vor allem auch The Specials.Mein persönlicher Lieblingssong von den Specials ist wahrscheinlich A Messageto You, Rudy, auch wenn das ein Cover tatsächlich auch eines alten Scar-Klassikersist, ehrlich gesagt. Der Song lief aber bei Partys bei uns früher eigentlich rauf und runter.Aber ebenso grandios und vielleicht auch am bekanntesten und vielleicht auchwichtigsten von The Specials ist das Le Ghost Town.Und er traf dann 1981 definitiv einen Nerv, wenn man sich das so anhört,auch das verlinken wir in den Shownotes und ich weiß nicht, ob das jetzt inder Playlist drin ist, also es ist fast schon so eine Art, ja,fast schon gespenstischer Track über so verödete Innenstädte, geschlossene Clubs,Jugendarbeitslosigkeit und so weiter, also buchstäblich dieser Sound einer Nationim Niedergang, dieses Deklinism, was wir in der ersten Folge auch erwähnt haben,dieser Niedergang Großbritanniens, der so sehr gefühlt und wahrgenommen wurde.
Marcel
0:39:54
Nur kurz, weil ich ja gerade genau ein bisschen dieses Thema hatte und im Verhältnis zu,vorher, dass dann die Innenstädte sich verändern, Pubs schließen,also prinzipiell gab es dieses Gefühl ja schon mal dann.
Heiko
0:40:06
Absolut, genau, genau. Und mittlerweile, auch da schließlich,gibt es ja dann auch Bands, die wirklich Ska und Punk noch mehr miteinanderverheiratet und buchstäblich auch ein Genre bedienen, das Ska-Punk heißt.Ich denke da vor allem so an auch die spanische Band SKP oder auch die kalifornischenInterrupters, Real Big Fish, auch hierzulande.Ehrlicherweise Feine Sahne Fischfelle aus Mecklenburg-Vorpommern,definitiv Sky-Elemente in ihre Songs integriert oder Oxo 86,glaube ich, heißt die auch.Also ich denke, wir packen da von den genannten Bands auf jeden Fall ein paarBeispielsongs einfach in die Shownotes, dann kann man sich reinhören,falls euch das nicht sagt.Aber ja, zurück zu den Anfängen, auch wenn sich Punk dann eben mehrheitlichnach links wandte, versuchten anfangs eben auch Rechtsextreme sich diese roheEnergie des Punks einfach zu greifen, aber der versucht die Szene von innenzu übernehmen, der scheiterte wie gesagt, vor allem am Beispiel am Widerstand der Bands,weil die Mehrheit einfach nicht wollte und deshalb blieb den Rechten dann nurso eine eigene abgespaltete Parallelszene aufzubauen mit Bands wie Screwdriver,um den Sänger Ian Stewart, der dann später auch so eine zentrale Figur eigentlichso vom internationalen Neonazi-Rock,werden soll.Sollte, aber also die Ursprünge sind schon irgendwie in der gleichen Frustrationsozusagen zu suchen. Man erkennt ja auch teilweise auch am Sound und auch manchmalselbst an den Texten so Parallelen zwischen rechts und links Rock.
Marcel
0:41:22
Aber es war aktive Ausgrenzung dann, ne?
Heiko
0:41:24
Genau, aber vor allem maßgeblich durch die Bands sozusagen dann,die sich dann links entschieden. Vor allem auch dann auch, weil sie eben Verwandtschaft mit den…
Marcel
0:41:31
Nur mal als Punkt für Strategien im Umgang, also ist ja dann scheinbar,ja, finde ich interessant.
Heiko
0:41:38
Voll, aber es gab trotzdem das gehört halt auch zu der Geschichte dazu,eine Schnitzel, an der dann die rechte Vereinnahmung tatsächlich ansetzen konnteund geklappt hat und die müssen wir uns dann vielleicht doch nochmal genauer anschauen.Und deswegen dieser kurze Exkurs und deswegen habe ich jetzt nicht eu nochmalirgendwie mit reingenommen, aber hier fand ich das wichtig, weil sie auch bisheute missverstanden wurden, das sind die Skinheads.Denn hier hält sich ja auch eigentlich immer noch glaube ich ein hartnäckigerIrrtum. Die Skinhead-Kultur war ursprünglich, also Ende der 60er,überhaupt nicht rechts, ganz im Gegenteil. Sie entstand in den englischen Arbeitervierteln,vor allem in enger Berührung eben mit dieser jamaikanischen Einwandererkultur,die wir jetzt eben auch schon hatten.So die ersten Skinheads, die liebten bereits den erwähnten Scar und den Reggae,sie orientierten sich so an den jamaikanischen Root Boys und die Szene war einfachselbstverständlich multiethnisch.Dein Skinhead hatte wirklich anfangs überhaupt nichts mit der Hautfarbe zu tun,sondern einfach mit Arbeiterstolz.Die frühen Skinheads, die verstanden sich als Gegenentwurf und jetzt haben wires wieder zur verhassten Hippie-Bewegung, die sie als eben bürgerlich,bourgeois, wohlhabend empfanden, wo die Hippies lange Haare trugen,Aussteigertum, Blumen und so weiter.Da setzten die Skinheads bewusst auf das Gegenteil. Kurzgeschorene Haare,Arbeiterkleidung, Doc Martens Stiefel und so weiter.Und wie gesagt, wir hatten das in der letzten Folge, dass genau diese Verachtungfür Hippies im Prinzip so ein Kernelement der Punkbewegung war.Und das begegnet uns hier einfach auch wieder. Und trotzdem wird dann ausgerechnetdiese Kultur zur Einfallstelle so für rechts.Denn die Erzählung war simpel und perfide. Schuld an eurer Misere,an der Arbeitslosigkeit, an den maroden Vierteln. Da ist nicht die Wirtschaft,ist nicht die Politik oder so.Sondern es sind natürlich die Einwanderer. Das ist der klassische Mechanismus von Rechtspopulismus.Er nimmt eine reale Wut oder nimmt vielleicht auch reale Missstände,die ja sichtbar sind, aber lenkt sie dann auf einen Sündenbock und,so gibt es dann in einer zweiten Welle von Skinheads wirklich Ende der 70erdiesen Punkt, dass diese Rechnung einfach beim Teil der Szene aufgeht und Skinheads dann.Oder die rechtsextremen Gruppen wirklich gezielt diese Skinheads unterwandernund bis heute eigentlich das Bild prägen.Das heißt, es ist ein bisschen schade, es ist wirklich eine Kultur,die eigentlich aus dieser Begegnung mit schwarzer Musik entstanden ist,wird eigentlich dann jetzt Teil von genau diesen Leuten oder wird von diesenLeuten gekapert, die diese Wurzeln eigentlich aus dem Land haben wollen.Wer das mal eindrücklich erzählt sehen will, dem empfehle ich an der Stellemal den Film This is England von Shane Meadows aus dem Jahr 2006, glaube ich.Der handelt genau davon, er zeigt im Prinzip eine Skinhead-Klicke,der ich glaube frühen 80er,anfangs noch bunt zusammengewürfelt, im Kern unpolitisch die bricht dann aberauseinander als so ein rechtsextremer Kumpel aus dem Knast zurückkommt und ebeneinen Teil der Gruppe für die National Front rekrutiert, als nächstes Bild inunserer Galerie habe ich noch kurz das,Filmposter dazu mitgebracht, also dieser Film der macht einfach diesen ganzenMechanismus über den ich gerade gesprochen habe an dieser Freundesgruppe sozusagenan dieser Clique sehr, sehr gut sichtbar.Also ich fand es wirklich einen richtig, richtig starken Film,auch richtig gute Schauspieler dabei.Ich habe den Namen gerade vergessen, einer der Hauptdarsteller ist,der jetzt auch mit Adolescence als Vater da positiv aufgefallen ist.Also klare Empfehlung meinerseits, wenn ihr nach der Folge noch Stephen Graham,so heißt er, noch tiefer eintauchen wollt. Titel packen wir in die.Show knows. Ja, noch etwas aber, um jetzt kurz diesen Exkurs wieder einzufangen,steht zumindest mittlerweile ja eng vermunden mit Punk.Denn innerhalb jetzt des linken Lagers, jetzt konzentrieren wir es darauf,Punk hat sich nach links orientiert und innerhalb dieses linken Lagers gab esdann natürlich auch eine sehr, sehr radikale Spielart.Denn die wollte nicht jetzt bloß irgendwie Rassismus bekämpfen,sondern im Prinzip jede Form von Herrschaft überhaupt abschaffen.Staat, Kapital, Autorität als solche.Und diese Strömung, kannst du dir denken, worauf ich hinaus will, Marcel?
Marcel
0:45:13
Was innerhalb von Punk?
Heiko
0:45:14
Ja. Was alles, was den Staat, was die Autorität, was alles.
Marcel
0:45:18
Ach so, Anarchismus.
Heiko
0:45:19
Genau, der Anarchismus. Aber dazu würde ich sagen, gleich etwas tiefer gehendnoch nach dem nächsten Zeiler.Auch wenn ich noch immer meinen Snakeball nicht ganz ausgetrunken habe.
Marcel
0:45:29
Ehrlich gesagt. Ja, der hat in sich dennoch…Der zweite Cider wird wieder ein Borough Hill sein und diesmal der Perry.Ich habe ja Bill kennengelernt im Pub, da waren wir gerade gewesen und dannhatten wir uns ein zweites Mal getroffen,und haben dann die Tour gemacht zu seinen eigenen Besugsquellen sozusagen,beziehungsweise den Farms, mit denen er auch Kontakt hat, die Teil des Cider Trails sind.Ist ein bisschen komisch gestartet. Ich wurde irgendwie mit Auto von Devin rübergefahren,zurück nach Thornton und hatte erstmal eine Reifenpanne gehabt.
Heiko
0:46:05
Oh shit.
Marcel
0:46:06
Und Bill hat kein Handy, überzeugt seine Jahre nicht und ich konnte ihn danntrotzdem erreichen und dachte schon, es scheitert sozusagen an der Reifenpanne.Aber er hatte mich dann dort besucht, hat dann diese Pasties gebracht.Ich weiß nicht, ob du schon mal gehört hast, das ist so ein Brot mit Gemüseoder Fleisch drin, sowas für typisch Britte, Cornish Pasties.
Heiko
0:46:26
Also ich würde generell sagen, die Briten sind jetzt nicht bekannt für…
Marcel
0:46:30
Ja, also ja, es ist kein hochkulinarisches Land, aber es gibt Sachen,die sind auf jeden Fall interessant und kann man gut essen.Die Pasties habe ich gemocht, weil das damals so ein Farmsnack war tatsächlich.Du hast einfach Brot gehabt und du hast was Warmes drin gehabt und das hat einfachdann sehr viel Kalorien dir gegeben.Und du kannst gut Indisch essen übrigens. Auch sehr viel besser als in Deutschland.
Heiko
0:46:53
Das stimmt, aber das würde ich jetzt nicht als englische Esskultur sozusagen.Sie haben es halt kolonisiert.
Marcel
0:47:01
Das hat dann irgendwie alles geklappt und da sind wir halt mit dem geliehenenKaffee von Freunden dann ohne Navi, wo ich dann ab und zu mal gelotst habe sozusagen,durch Somerset gefahren.Und Somerset ist ähnlich wie auch Brandenburg früher oder auch Berlin frühere Sumpfregion.Also das wurde einfach trockengelegt.Ich finde aber von der Atmosphäre her hat es nicht so dieses,es gibt so manche Ecken in Brandenburg, die haben eher so dieses sumpfige,haben irgendwie dieses Gefühl ist noch da, war da irgendwie gar nicht.Es ist irgendwie super nett. Eine schöne Landschaft, ein bisschen hügelig teilweise.Da sind wir hochgefahren und haben uns die Landschaft mal angeguckt.Davon gibt es auch in unseren Insta-Post sozusagen ein Foto.Und dann sieht man im Hintergrund dieses Glastonbury-Tor.Genau. Und apropos Glastonbury, dann lass es das mal. Wir kennen ein System.
Heiko
0:47:50
Glastonbury begleitet uns auf jeden Fall auch sehr.
Marcel
0:47:55
Den Perry, den du eingegossen hast. und Perry sagt dir vielleicht irgendetwas,oder vielleicht auch nicht und vielleicht vom Geruch auch schon.
Heiko
0:48:04
Pfirsich? Nee, Birne.
Marcel
0:48:06
Birne, ja genau. Und Perry gehört genauso dazu wie auch, also oder Birne gehörtgenauso wie Apfel. Ist natürlich nicht ganz so.
Heiko
0:48:15
Also das ist quasi jetzt tatsächlich ein Birnenwein und kein Apfelwein.
Marcel
0:48:19
Also Birnenzeile. Genau.
Heiko
0:48:22
Der müsste ja jetzt wahrscheinlich ein bisschen anders.
Marcel
0:48:24
Ja, also farblich auch wieder so ein bisschen ähnlich Gold.
Heiko
0:48:28
Okay.
Marcel
0:48:31
Ich finde ein bisschen Birne ist auch so ein bisschen, ich habe so leichtes Birne-Kompott.
Heiko
0:48:34
In der Nase leicht, aber ich rieche trotzdem auch hier irgendwie die Scheune. Ich weiß nicht.
Marcel
0:48:42
Der ist ein bisschen trockener. Also auch medium, aber ist auf jeden Fall trockener.
Heiko
0:48:47
Säure hat der vor allem auch.
Marcel
0:48:51
Ein bisschen weniger Sprudel als grad. Der ist auch wiederum super klar.
Heiko
0:48:58
Spannend, weil er wirklich anders auch nochmal…
Marcel
0:49:01
Er hat nochmal einen anderen Charakter. Also man,hat nicht dieses Abfliege auf jeden Fall.
Heiko
0:49:08
Nee.
Marcel
0:49:10
Es ist jetzt aber auch nicht super krass, dass sie jetzt irgendwie Birne schmeckt.Aber so in die Richtung geht es auf jeden Fall.
Heiko
0:49:16
Also ich finde vor allem auffällig, die Säure ist einfach wirklich anders.Also wirklich deutlich saurer.
Marcel
0:49:23
Ja.
Heiko
0:49:25
Aber er hat auch was. Ich weiß nicht, ob er deswegen, er hat nicht diesen krassenErfrischungscharakter wie der letzte.Aber er ist auf jeden Fall interessant.
Marcel
0:49:36
Mhm.Ja, wir haben hier wieder 5,2 Prozent, also wieder so ein bisschen mehr RichtungBier-Alkohol-Level zurück.Und man sagt, man pflanzt einen Apfelbaum für die Kinder und einen Böhmenbaum für die Enkel.Insofern, Perry ist schon auch typisch für England, aber nicht so verbreitetjetzt wie Cider oder Apfel-Cider sozusagen.Das ist halt weniger populär, aber ich finde, gehört dazu. Deswegen wollte ich auch im Perry…
Heiko
0:50:05
Im Supermarkt kriegst du ja mittlerweile, wir hatten ja in der ersten Folgeschon gesprochen, dass das viel süßer alles ist.Da gibt es ja auch von den typischen Brands, irgendwie zwischen Melone und Wildberry und was nicht alles.Also wahrscheinlich aber eher Aroma. Ich denke nicht, dass die wahrscheinlichwirklich aus der Melone sind.
Marcel
0:50:21
Das sind ein bisschen die Sachen, die wir in der ersten Folge gesprochen haben dazu.Die aromatisierten. Unsere Tour ging weiter zu Roger Wilkins und Bill hattemir im Pub damals schon gesagt, wer nicht bei Roger war, der hat in Somersetkeinen Cider getrunken.Deswegen ist das so die erste Station, wo wir auch hingefahren sind.Roger Wilkins ist prinzipiell auch weltbekannt. Also,in dem Sinne, dass da auch bei ihm auf der Farben, denn Australier,Amis, Japaner, Niederländer und so weiter ihn besuchen zumindest hatte,dass Roger erzählt, dass die Woche sehr viel Besuch sozusagen da war.Man muss es sich aber jetzt nicht vorstellen wie Karls Erdbeerhof,wo irgendwie tausende von Autos Man kommt da so hin und dann sind halt einfach20, 30 Leute oder so, ja, also so in dem Rahmen, ja.Und was ich spannend fand, wir haben, also Bristol jetzt nicht drüber gesprochen,aber Banksy kommt aus Bristol.
Heiko
0:51:16
Stimmt, das wusste ich, habe ich schon mal gehört.
Marcel
0:51:18
Und dementsprechend sieht man da mehrere Motive. Aber der war unter anderemauch bei Roger Wilkins. Und da habe ich mal ein Foto mitgebracht.Direkt drinnen sozusagen sieht man auch, wenn man so ein bisschen an den Fässernsteht und reinguckt, gibt es ein Motiv.
Heiko
0:51:31
Cool. Das ist jetzt das nächste Bild in unserer Galerie. wie immer InstagramShownotes oder in der App eures Vertrauens.Also das ist quasi bei ihm, er ist ein Hersteller, der macht Warm-Ausseiderund bei ihm irgendwo in der Scheune oder was ist das ein Banksy-Bild. Krass.
Marcel
0:51:50
Wir waren da gewesen an einem rappelvollen Samstag. Das ist Handgranaten? Handgranaten.Also ich meine das untere Bild.
Heiko
0:52:00
Achso, auf welches Bild schaue ich denn? Schon auf den mit dem Mann.
Marcel
0:52:04
Wilkins Farmhouse Cider.
Heiko
0:52:06
Ja, und da ist doch auf der Wand, davon bin ich jetzt ausgegangen, ist das Banksy-Bild.
Marcel
0:52:10
Ja, genau.
Heiko
0:52:11
Da sehe ich einen Mann,der quasi der Stamm eines Baumes ist, weil um ihn herum sind Blätter.Da oben fliegen Esel an einem Fallschirm hinunter und die roten Früchte sindwahrscheinlich, sollen es gleichzeitigÄffel sein, aber die sehen doch eindeutig aus wie Handgranaten.
Marcel
0:52:28
Ah, das meinst du, okay. Ja.
Heiko
0:52:31
Und da ist irgendwie noch entweder eine Ratte, eine Katze oder ein Hund aufseiner Schulter. Das ist natürlich ein Hund.Bei uns in Geschichte des Glas, wer uns von Anfang an zuhört,weiß, dass es auf jeden Fall ein Hund ist.Nee, aber da fliegen für mich sind das Handgranaten und oben fliegen auf jedenFall Esel an Fallschirmen.
Marcel
0:52:47
Ja, okay. Also ich finde, du kannst sehr viel besser Bilder beschreiben, als ich es fand.
Heiko
0:52:52
Ich finde auch.
Marcel
0:52:56
Und unten sieht man, dass es schon ein bisschen verkramt ist,aber und dann so ein bisschen an der einen Stimme ist weg.
Heiko
0:53:04
Ich meine, Banksy ist mittlerweile super berühmt, dass die Leute,wenn das irgendwo auftaucht,da muss die Polizei kommen, damit es nicht weggetragen wird oder es wird sofortweggetragen, weil es dann für irgendwo Tausende, Hunderttausende Euro irgendwoversteigert wird und er hat da irgendwie was und das ist einfach in so einerEcke, wo es so mega verkramt ist. Ist auch schon ein Statement.
Marcel
0:53:21
Ja, wir waren da gewesen, wo es relativ voll war. Es waren so Stage-Do-Minibusseda, also Junggesellenabschiede, Jung-Stage-Do.
Heiko
0:53:30
Stage-Do heißt das?
Marcel
0:53:31
Ja. Und so ein paar Radfahrer und also die das irgendwie so besucht haben undwir kamen dort an, haben uns,noch vorbeigerannt, bildlos gerannt auf einmal ganz schnell,um noch vor dem Stagetuhl Leuten sozusagen an den Fässern zu sein.Haben wir nicht ganz geschafft, aber ich wollte mal so ein bisschen atmosphärischeine Szene mitbringen, wo die dann so ankamen und dann an den Fässern bestellt haben.Also man ist so ein bisschen ein atmosphärisches Einspieler,man hört es nicht ganz so gut.Also es ist quasi Szene aus diesem Farmhaus, es gibt da so alte Eichenfässer.Roger steht irgendwie rum, gerade in diesem Gebäude oder in diesem Raum,wo wir gerade waren, daneben ist dann Michael, Black Michael nennt man ihn,der dann Roger hilft, der schon relativ alt ist, dann auch die Leute dort zubedienen und Zeiter einzugießen.Und sie bestellen dann halt Half & Half, weil es gibt einen Dry-Fast und einenSweet-Fast und sie wollen ein Medium haben.
Heiko
0:54:54
Ach so, deswegen halbtrocken, also nicht halbtrocken, sondern ein halbes GlasTrockner, halbes Glas Sweet wird dann zu Medium.
Marcel
0:55:00
Ja, genau, und Bill sagt dann so, Half & Half ist essentially Medium,also das ist halt dann einfach ein Medium. Ah, ich hab schon überlegt.
Heiko
0:55:05
Ob Half & Half am Ende so ein Snakebite ist.
Marcel
0:55:08
Nee, aber genau.
Heiko
0:55:09
Aber ich hab das Gefühl, das ist auf jeden Fall, wenn dann der erste Stopp desJunggesellen abschießt, weil es wirkt ja noch einigermaßen Hummer.Also ich habe auch schon in London andere Gruppen von Männern betrunken erlebt.
Marcel
0:55:23
Also es ist auf jeden Fall ein typisches Ziel und ja, waren sie,aber die haben uns nachher auch irgendwas an die Backe gelabert, sag ich mal.Es war schon, also es war jetzt auf jeden Fall nicht mehr komplett nüchtern.Genau und atmosphärisch ist es da so, es ist irgendwie so kein Schnickstack,es ist ein bisschen so, wir sind nicht so runter gekommen, aber es ist,man merkt, da ist irgendwie, da ist lange Jahre, ist da so eine Szene einfach abgelaufen.Man kann, wenn Michael oder Roger nicht direkt was zapft, kann man einfach selberzapfen am Fast, kann sich da bedienen, ein Half und Half oder ein Dry oder miteinem Sweet nehmen und es ist so Vertrauenskultur, man zahlt dann einfach, was man getrunken hat.Dazu liegt dann in der Scheune so Käse rum, Cheddar und Stilton von so nahenFarben und die Leute schätzen das auch, dass es da gibt und nehmen das mit, weil es guter Käse ist.Und tatsächlich ist es auch so, ich habe den Wilkins auch im Pub getrunken.Ich glaube, das wäre auch nicht dein Fall gewesen. Der schmeckte etwas funky.Der war auch dann wirklich höherprozentig, war dann dry, der war sauer,wirklich so ein bisschen funky geschmeckt.Der schmeckt aber vor Ort dann nochmal anders. Das ist dann wieder der psychologische Effekt.
Heiko
0:56:32
Wahrscheinlich.
Marcel
0:56:33
Die Szene, man sitzt da in der Bullshit-Corner dann, also es gibt in den ganzenFarmhauses oder habe ich öfters mal gesehen, eine Bullshit-Corner,wo man einfach irgendwie irgendwas quatscht, ja, also finde ich irgendwie auchganz irgendwie auf eine Art und Weise sympathisch.Genau, und es gibt einen Roger, der das macht, ist 78, macht das schon seit57 Jahren und macht das seitdem sein Großvater starb. Der Hof ist schon einbisschen älter und wir hören jetzt kurz mal nochmal einen O-Turm vom Besuch.Nicht wundern, wir haben einmal kurz vorher Bill in einem Gespräch mit Leuten,wo er sagt, dass man Roger mal besuchen muss. Dann hören wir ganz kurz Roger.Sound-off-Namen ein bisschen, sag ich mal, schwierig, aber man versteht es schon.Und dann nochmal eine Anekdote zu Roger. Ja, was you gonna do?Show somebody around Somerset Sider without visiting Roger? No,He says he’s gonna cut down to 10 pints a day.What the fuck? Yeah, exactly.
Heiko
0:57:46
Also ich muss auch sagen, also Roger habe ich wirklich nicht ein Wort verstanden.
Marcel
0:57:49
Ja, Bill meint auch, wenn deine KI Roger versteht, dann kann deine KI etwas…Also er hat auf jeden Fall auch nochmal einen anderen Dialekt und das ist einbisschen schwerer zu verstehen.Aber im Prinzip hätte er gesagt, dass er es quasi gegründet hat und das Hausoder der Hof von 1847 ist und da gab es schon Papiere zu.Ja, was macht jetzt nur eigentlich Farmhouse Cider und Scrumpy aus?Farmhouse Cider prinzipiell, traditionell auf dem Hof gemacht, also relativ simpel.Und Scrumpy ist es eher so das raue, ungeschönte West Country extrem davon.Also es ist einfach sehr typisch, da auch der Gegend dann gerade auch Scrumpy dazu zu sagen.Und das besteht dann aus nur Apfelsaft, also wir haben da kein Zucker,kein Wasser, keine Farbstoffe, anders als das ganze industrielle Thema.Wir haben wilde Hefen, also Spontangärungen, was wir auch aus dem Wein kennen,also Hefen, die dann auf den.
Heiko
0:58:43
Apfelschalen Also Grand Prix quasi die Naturweinvariante von Cider auf eine Art und Weise schon.
Marcel
0:58:49
Ich meine, wir haben die wilden Hefen haben wir auch schon in anderen Cidergehabt, ich bin jetzt gar nicht so explizit immer drauf eingegangen,aber ja, also würde ich auch, würde ich so sagen. Wir haben dann Cideräpfelund keine Tafeläpfel, wie wir gerade in der letzten Folge mit Katie hatten.Ja, und dementsprechend haben wir viel Tannin und Säure und es wird halt durchgegorenund ist dadurch einfach sehr viel stärker.Also so Farmhouse Cider hat, und da kann man dann wirklich schnell betrunkenwerden, wenn es, also die schmecken nicht alle so funk, die schmecken auch teilweisewirklich sehr leicht und dann, wenn du da siebeneinhalb, acht Prozent hast,das geht dann relativ schnell. Deswegen hatten wir auch die Marine-Zwischenfälle und so.Und die ist meistens still, so, naturtrüb und ungefiltert. Passt.Auch wiederum, ich finde den Vergleich ganz gut, kam ich gar nicht so drauf her.Und in den Farben ist es häufig so, du kannst wirklich das aus dem Fass nehmen,du kommst da hin, kannst dein Glas oder dein Pintglas drunter halten und kannst dich selber bedienen.Und ja, prinzipiell Gegenteil zu diesem industriellen Fabrik-Cider,weil da muss gesetzlich nur 35% Apfelsaft drin sein oder Apfelsaft und der Restkann zugesetzt sein. So ist so der Unterschied.Scrumpy wird übrigens abgeleitet vom Dialektwort Scrump und das heißt so kleinerschrumpeliger Apfel beziehungsweise auch Äpfelklauen.Und das ist so bei Roger Wilkins Reihenzustand und deswegen wollte ich davon erzählen.
Heiko
1:00:10
Ja, super cool, super spannend.Ganz am Anfang, wir hatten es gerade, war Punk, um jetzt wieder zurück zu Punkzu kommen, beziehungsweise die als Punk bezeichnete Jugend im Prinzip unpolitisch.Die ungerichtete Wut eben des Punk hätte sich also in beide Richtungen wendenkönnen, doch die Bands entschieden sich mehrheitlich für links.Nicht zuletzt wegen der engen Verwandtschaft von Punk mit Reggae und Ska,eben der Musik der schwarzen Einwanderer-Communities.Rechte Vereinigungsversuche scheiterten weitgehend und Punk wurde so,ja, zu einer im Kern linken antirassistischen Bewegung bis hin eben zu einer,ganz besonders radikalen anarchistischen Strömung, mit der man Punk ja heutenoch teils irgendwie assoziiert, ne, dieses typische,A-Symbol, irgendwie dieses Anarchie-A, was irgendwie mit Punk assoziiert wirdund dieser Anarchismus und Punk, der wurde vor allem von einer Band verkörpertund das ist Crass, gegründet 1977 und ihr Zentrum war kein Plattenstudio oder so und auch kein Laden.Wir hatten es in den ersten Folgen mit dem Laden, mit den Sexpistols,sondern ein Ort namens Dial House.Das ist wirklich buchstäblich ein altes Bauernhaus in der Graschaft Essex,das die Band Mitbegründer Penny Rimbeau schon Ende der 60er eigentlich zu eineroffenen Kommune gemacht hatte mit der bezeichneten Eigenheit,dass die Türen einfach kein Schloss hatten.Also wer kommen wollte, sollte kommen und gehen, wann immer er wollte.Und aus dieser Kommune heraus wurde die Band mehr als eine Band.Sie wurde im Prinzip die Speerspitze eines kompletten Lebensentwurfs.Der Anarchismus war für Cress keine Attitüde und auch kein Schockwort auf einemT-Shirt, sondern einfach wirklich eine ernst gemeinte Philosophie,die man Tag für Tag zu leben versuchte.Das heißt kollektiv, herrschaftsfrei, pazifistisch. Ihr berühmtester Leitsatz,der bis heute eigentlich nachhaltig fasst das zusammen, there is no authoritybut yourself. Es gibt keine Autorität außer dir selbst.Und hier schließt sich der Kreis auch zum DIY-Gedanken, also zum Do-It-Yourself-Gedankenvom Anfang der Folge, denn Kress haben dasselbe machen wirklich radikal zu Endegedacht, wie kaum jemand sonst.Sie gründeten ihr eigenes Plattennebel, sie produzierten alles in Eigenregie,sie gestalteten ihre Cover selbst und vor allem sie verkauften ihre Plattenbewusst nur zum Selbstkostenpreis.Auf der Hülle stand immer so ein aufgedruckter Maximalpreis,oft mit dem Zusatz, pay no more than mhm, also zahlen nicht mehr als so und so viel.
Marcel
1:02:23
Also auch nicht dieses Spendenprinzip, was, ich meine, heute ist es ja auch bei so Veranstaltungen.
Heiko
1:02:28
Also sie haben jetzt nicht gesagt, es kostet so viel, sondern mehr als das solltestdu nicht bezahlen. Einfach, dass nicht irgendjemand noch am Ende vielleichtdas nochmal für mehr verkauft oder so. Also pay no more than that.Das ist quasi das, was wir bezahlt haben, um das zu produzieren.Zahl weniger, wenn du möchtest vielleicht, aber auf jeden Fall nicht mehr als das.Und so ging es wirklich ausdrücklich nicht darum, Geld zu verdienen,sondern eigentlich nur die Ideen so billig und so weit wie möglich zu verbreiten.Und als ich die Folge vorbereitet habe, dachte ich mir, ja perfekt.Jetzt habe ich ja zwangsläufig einen Song von meinen alten Tagen spielen müssen,weil wir ja keine alten Lieder spielen dürfen. Da dachte ich ja,Crass, die waren ja Anti-Corporate, Anti-Corporate, Hey No More Than That, alles fürs Volk.Da kann ich doch bestimmt problemlos einfach jetzt einen Song von denen hierspielen, ohne dass die Gema gleich Alarm schlägt.Das geht nicht. Heute ist genau das nämlich nicht mehr so. Der Crass-Katalogwird mittlerweile ganz regulär über Musikverlage verwaltet und durchgesetzt.Aber wie es dazu kam, ist trotzdem das Interessante daran, deswegen wollte ich es nochmal mitbringen.Denn mit dem Internet, also mit dem .com-Blase, weiß auch immer,da tauchen die Songs natürlich irgendwann überall auf, auf YouTube,Streaming-Plattformen, Napster, was nicht alles,was erstmal natürlich so klingt wie etwas, was so eine Band wie Cress vielleichtauch befürworten würde, also das klingt ja erstmal nach Internet demokratisiertsozusagen auch die Musikindustrie und so weiter, aber,verdient haben vor allem die Konzerne daran, die diese Plattformen betreiben.Bei den Musikern kam einfach gar nichts davon an, wenig bis gar nichts.Und im Prinzip, was dann erstmal wie die Umsetzung dieser Ideale klingt,hat die Idee vom freien Zugang sich umgekehrt.Ja, profitiert haben eben nicht die Fans, sie haben nicht die Band,sondern einfach nur die großen Unternehmen.Und irgendwann haben Crash dann ihre Rechte deshalb wieder zurückgefordert odereingefordert, schlicht auch, um das Haus zu halten und einfach über die Rundenzu kommen. Denn Dial House, und das finde ich schon spannend,existiert tatsächlich bis heute und auch die Gründungsmitglieder Penny Rimbaud und G.Walsher, wenn man das so ausspricht, leben tatsächlich immer noch heute dortund führen es weiter so als kreative Kommune, offenes Haus im alten Geist sozusagenund haben halt ein bisschen Einnahmen irgendwie durch, dadurch dass es haltdoch irgendwie nicht ganz komplett free ist.
Marcel
1:04:31
Weißt du zufällig, weil da gab es ja auch ein Album, wo eher Frauen gesungen haben?
Heiko
1:04:37
Da komme ich gleich nochmal drauf, ich habe einen Extrapunkt dazu,also das würde ich kurz aufschieben.Grundsätzlich trotzdem wird die Maßnahme, dass die Cross-Songs jetzt natürlichdoch irgendwie verlegt werden in der Szene, in der Punk-Szene kontrovers diskutiert, das ist klar, ne?Einige sagen, es ist vielleicht Verrat an den eigenen Idealen oder es ist danndoch irgendwie so eine bittere, aber am Ende vernünftige Einsicht,dass dann so ein reines Do-it-yourself und Antikommerz in so einer Welt,in der am Ende doch immer irgendein Konzert mitverdient an ihre Grenzen stößt.
Marcel
1:05:04
Ja, also wenn dann nur Dritte an dir verdienen sozusagen, dann ist doch dastot, also es funktioniert halt ja überhaupt gar nicht.
Heiko
1:05:15
Ich denke auch, trotzdem glaube ich, können wir jetzt die Frage jetzt nichtabschließend hier in diesem Rahmen irgendwie lösen, aber ich finde es auf jedenFall ein gutes Beispiel dafür, wie schwer sich dann doch irgendwie radikaleIdeen von damals in so eine mittlerweile doch durch und durch kommerzialisierte Gegenwart,retten lassen, ne?
Marcel
1:05:30
Obwohl es, glaube ich, also unser Podcast ist ja unter dir, Creative Commons Lizenz sozusagen.Also es gibt natürlich schon Konzepte, um Musik frei heute zu machen.Ich glaube nur, das ist wahrscheinlich schwierig zu matchen mit dem früherenund was dann zwischendurch passiert ist. Plus, wenn du halt ein Haus auch irgendwie,ja genau, du willst auch überleben und so. Ich glaube dann, die Realität istdann, die holt er ja noch schon ein.
Heiko
1:05:56
Exakt, exakt. Und so oder so, ich finde, das gehört trotzdem auch dazu abschließendhebt sich Kress auf jeden Fall von den meisten Bands der damaligen Szene trotzdem ab, denn,das schöne DIY-Ideal, das selber machen, das antikommerzielle und so,bei den meisten Punk-Bands war das wahrscheinlich, ehrlich gesagt,auch ein bisschen mehr Geste als gelebte Praxis, viele wollten dann am Endegenau das, was sie eigentlich verachtet, sie wollten dann, klar hast du dasirgendwie am Anfang gemacht, aberwenn dann doch irgendwie jemand angeklopft hat oder so, da wolltest du danndoch einen Plattenvertrag bei einer großen Firma, du willst eigentlich dochErfolg, du willst doch irgendwie Karriere machen, so dieser ganze Anti-Establishment-Gestus,der war für einen guten Teil der Bewegung dann doch mehr so Durchgangsstationals eine echte Überzeugung.
Marcel
1:06:32
Wie so mit 17 Kommunisten.
Heiko
1:06:34
Genau, wer mit 18 kein Kommunist ist, das hat kein Herz und wer es mit 30 immernoch nicht ist. Wer es mit 30 immer noch ist, hat nichts verstanden oder so.Aber so genau, also man posierte damals gerne als Rebelle und hoffte insgeheimdoch irgendwie auf den Durchbruch. Crass aber, und das muss man wirklich so sagen…Ausdrücklich nicht. Und ein weiterer Aspekt, und da,komme ich jetzt dazu, was du eben meintest, ein weiterer Aspekt ist Punk,der manchmal untergeht, sich aber eigentlich auch direkt an dieses DIY Prinzipanschließt, was ich so die ganze Zeit als Kern von Punk irgendwie definiere,ist die feministische Seite des Punk sozusagen.Also Punk war, so hat es auch die Journalistin Carolyn Kuhn formuliert,die erste große Jugendkultur, die nicht ausschließlich von Männern dominiert wurde.Und das war auch kein Zufall, sondern eigentlich eine direkte Folge dieses Do-It-Yourself-Mottos.Man musste sich klar machen, wie Musik davor funktionierte. Klar,es gab auch Künstlerinnen, Fleetwood Mac hatte Sängerinnen und so weiter, wir hatten das.An sich war der Rock der frühen 70er so eine Männerdomäne, bewacht von männlichenGatekeepers, Produzenten waren männlich, Labelchefs waren männlich,die Stuhlmusiker waren hauptsächlich männlich, konntest vielleicht als Sängerinda irgendwie dein schönes Gesicht hinhalten und schön singen,aber es war trotzdem eigentlich sehr, sehr männlich dominiert.Männer bestimmten einfach, wer überhaupt eine Chance bekam, irgendwie Erfolgzu haben und Punk riss auch diese Mauer ein.Wenn drei Akkorde, ich überspitze jetzt natürlich, wenn drei Akkorde reichenund du kein Label brauchst, dann brauchst du auch keine Erlaubnis mehr und niemand,der dir sagt, dass Mädchen keine E-Gitarre spielen sozusagen.Und das taten sie dann auch eben.In der letzten Folge hatte ich auch kurz schon Suzy and the Banshees erwähnt,so als Entourage ein bisschen von Sexbissils.Da waren aber auch zum Beispiel The Slits, der bekannteste Song Typical Girls,der nimmt genau diese Klischees aufs Korn,diese Werbe- und Modeindustrie, so ein typisches Mädchen ausmachen sollte,so hübsch sein, sich Sorgen ums Gewicht machen, auf den richtigen Mann warten,die Slits drehten das um und machten sich quasi lustig über diese Erwartungen.Zu nennen ist auch Polly Styrene das ist die Sängerin der Band X-Ray Specsund ihre Texte waren auch wirklich eine scharfe Abrechnung mit der Konsumgesellschaftso mit so einer Welt aus Plastik, Wegwerfware wie Mädchen zu sein haben und so weiter undda gibt es so einen berühmten Schrei oder einen berühmten Zong der heißt OhBondage, Up Yours das ist quasi wirklich ein feministisches Ausrufezeichen,am Anfang sagt sie so richtig brav ins Mikro, so wie so ein braves Mädchen halt,ja kleine Mädchen die sollten ja gesehen und nicht gehört werden,Dann brüllt sie aber los, oh bondage up yours, also in den Strophen fordert sie wirklich erstmal so.Satirisch oder scheinbar ihre eigene Unterwerfung ein, sie singt fessel mich,kettle mich an die Wand, ich will eure Sklavin sein, nur um dann im Refrainzu brüllen, ja bondage up yours, also so Fesselung, ja leck mich doch undbondage spielt hier ganz bewusst wieder so ein bisschen mit der Provokation,es kommt natürlich eigentlich so aus der ganzen Sadomaso-Ecke,aber letztlich geht es in ihrem Song gar nicht um diese Fesselspiele,sondern wirklich um Konsum, um so eine Abrechnung mit dem Kapitalismus,an dem der einen so fesselt sozusagen.Dann kommt auch in dieser ganzen Sache noch so eine Bildsprache dazu.Die Künstlerin Linda Sterling zum Beispiel, die gestaltete das Cover der Buscox-Single.Wir hatten ja die Buscox auch schon in der ersten Folge.Der Buscox-Single Orgasm Addict, also Orgasmus-Süchtiger.Und das war so eine Collage, die einen nackten Frauenkörper mit einem Bügeleisenanstelle des Kopfes zeigte und Zähne statt Brustwarzen. Also so ein Bild überdie ganze Reduktion der Frau auf Körper und Hausarbeit.Und jetzt ist das, was du meintest, schließlich der Bogen zu Crass nochmal,über die wir ja gerade gesprochen, denn auch dieser Anarcho-Punk,der wurde eben zu einem Kanal für feministische Ideen, denn Crass,die waren jetzt nicht eine klassische Band oder eine typische männlich geprägteBand oder so, sondern eher so eine Art größeres Kollektiv, auch mit mehrerenSängerinnen und Sängern.Neben den männlichen Stimmen von Steve Ignorant sang zum Beispiel auch die beidenFrauen der Band, einmal Yves Libertine und Joy de Vivre.Und 1981 veröffentlichten sie dann ein ganzes Album, bewusst mit dem provokanten TitelPenis Envy, also Penis Neid, auf dem auch bewusst ausschließlich die beidenFrauen sangen und Steve Ignorant komplett zurück trat und das Album sich auchwirklich die ganze Zeit mit Ehe, Geschlechterrollen, Unterdrückung der Frauund so weiter als Themen auseinandersetzt.Also Feminismus war für Kress im Prinzip in ihrem anarchistischen Gedankengutquasi Teil des gesamten herrschaftskritischen Programms.Also dieses ganze Patriarchale gehört ja auch zu der Herrschaftskritik.
Marcel
1:10:43
Da würde ich gerne nochmal zwei Punkte aufgreifen. Einmal würde mich,glaube ich, die Einschätzung interessieren, ob das, also klar,es ist Teil davon und es gibt ja offensichtlich auch Beispiele, also dass quasi…Dass feministische Strömungen sind, dass Frauen auch eine Rolle gespielt haben.Auf der anderen Seite ist mein Eindruck, dass es gerade Punk und die ganze Weltsehr männlich dominiert ist,weil es dann tatsächlich wiederum auch damit zu tun hat, wie man da so,miteinander umgeht oder was es eh für Strukturen gibt.Und dass sich dann gerade auch da an der Stelle vielleicht Frauen sich nicht so wiederfinden.Ich hatte mal Diskussionen zu der hausbesetzter Szene. Auch da,die haben sich ja sehr schwer damit getan, dann tatsächlich quasiin der ganzen Gender-Diskussion überhaupt ein bisschen zu öffnen und außerhalbdieser klassischen, gerade in diesem ganzen Anarcho-Kontext ist es glaube ich,da gibt es sehr viele Diskussionen zu.
Heiko
1:11:39
Absolut, es ist auch super wichtig, dass du das ansprichst. Mir war es wichtig,quasi den feministischen Aspekt von Punk einzubringen, weil er quasi bei Punkdas möglich macht, dass das so ist.Aber man muss ehrlich bleiben und die Sache dabei nicht verklären.Nur weil es diesen Teil gibt, dass es möglich ist, bedeutet das nicht,dass Punk automatisch feministisch ist. Es gibt quasi eine feministische Strömung.Es gibt Frauen, die Punk machen und jetzt aufgrund durch Punk das überhaupt Musik machen können.Aber es gab ganz, ganz viele Bands, die ganz offen sexistische Texte geschriebenhaben. Ganz offen, dieses Macho-Gehabe gehört auch zu Punk dazu.Dazu gehört auch, dass viele Musikerinnen selbst auch das Etikett Feministineigentlich ablehnen, weil es irgendwie viel zu ideologisch, viel zu eng undwieder so ein Label von außen war.Aber ich finde vielleicht ist gerade das auch so ein bisschen der Punkt.Man musste sich nicht als Feministin bezeichnen. Schon einfach der schlichteAkt als Frau dann eine Gitarre in die Hand zu nehmen und einfach auf die Bühnezu gehen und los zu schreien und einfach irgendwas, also einfach zu sein undzu machen und sich einen Scheiß drum zu scheren,was irgendjemand von dir irgendwie erwartet oder verlangt, ist im Prinzip jadann schon das politische und vielleicht feministische Statement.Aber ja, wie du sagst, also das ist nicht, deswegen ist nicht Punk automatischfeministisch, ganz im Gegenteil.
Marcel
1:12:46
Ja, das ist wie bei den Hackern prinzipiell auch, die generell offen sind,aber unterm Strich sind es dann auch größtenteils Männer dann. Und das Zweite ist,Die Sider-Welt nur im Gegensatz dazu ist super männlich. Also gerade was ichbei Roger Wilkins und so weiter, das waren eigentlich nur Männer da. Größteils so.
Heiko
1:13:04
Das hatten wir bei JIN ja irgendwie. Wir hatten ja in der ersten Folge schonein paar Parallelen zu JIN-Welt.
Marcel
1:13:09
Das Nummer ist mir natürlich irgendwie auch aufgefallen, aber es passt jetztja an der Stelle auch immer den Punkt da zu setzen.Das ist mir zumindest jetzt nicht offensichtlich aufgefallen.Sonst hätte ich natürlich auch einen Vertreter, Vertreterin davon mitgenommen.
Heiko
1:13:23
Jetzt sind wir schon bei Sider und jetzt haben wir auch so viel geredet,dass meine Kehle trocken ist, wollen wir einfach direkt in den nächsten Zeitertrinken, würde ich sagen.Zur Stärkung vor dem Abschluss.
Marcel
1:13:32
So, jetzt wird es ein bisschen kurios. Wir hatten ja gerade einen Perry gehabt.
Heiko
1:13:35
Jetzt wird es erst kurios.
Marcel
1:13:36
Ja, jetzt haben wir quasi Perrys als Farm. Die heißt einfach Perrys.
Heiko
1:13:41
Achso, das hat aber mit Birnen nichts mehr zu tun.
Marcel
1:13:43
Ja, genau. Und wir trinken denPuffin. Und der Puffin, den kannst du vielleicht auf dem Etikett sehen.
Heiko
1:13:48
Das ist ein Fugel. Aus Irland kenne ich den auch. Heute haben wir es eher Irland.Ich kenne den, war ich bei diesen Klippen in Irland und da sind ganz viele von diesen Vögeln.
Marcel
1:13:56
Ja, genau, die Papageientaucher.
Heiko
1:13:58
Ach so, heißen sie auf Deutsch.
Marcel
1:13:59
Und die gibt es, ich habe die auch in Island gesehen.
Heiko
1:14:01
Stimmt, dann auch.
Marcel
1:14:03
Ja.Wir sind weiter auf der Tour undwir sind bei Parry Cider auch wieder vorbeigefahren und waren nicht da.Aber prinzipiell haben wir jetzt auch wieder einen Familienbetrieb,der es über die mehrere Generationen geschafft hat, sich zu etablieren und auchso ein Produkt zu machen, was exportiert wird.Natürlich nicht so häufig wie Schäppis, aber man kriegt es auf jeden Fall auchin Deutschland bestellt.Die gibt es seit vier Generationen.Und bevor ich jetzt mehr darüber erzähle beziehungsweise auch noch mal zu einerweiteren Station komme von, wie ich mit Bill angefahren habe,lasst ihn einfach direkt probieren.Und was man hier schon sieht, finde ich, der ist ein bisschen trüb. Der ist naturtrüb.Das ist ein Ocker-Gelb. Die unterschiedlichen Gelb-Töne kann man sich auch mitbeschäftigen. Das ist auf jeden Fall ein anderes.Du würdest jetzt wahrscheinlich wieder sagen, es riecht nach Scheune.
Heiko
1:15:03
Ich finde schon, ja, aber mir scheint, vielleicht ist das auch einfach diesertypische, vielleicht ist das da einfach so.
Marcel
1:15:08
Also es hat was Mostiges auf jeden Fall, das ist ein bisschen zurückhaltender.Wir haben den endlich unseren ersten Dry. Ich hätte so unbedingt mal,also Dry heißt natürlich dann auch weniger Zucker und dementsprechend ein bisschen mehr Säure.Deswegen ist prinzipiell, wie gesagt, war es ein bisschen mein Favorite-Typ.Den hatte ich jetzt dort nicht getrunken.
Heiko
1:15:25
Also du meinst jetzt Dry an sich sozusagen jetzt nicht den, okay.
Marcel
1:15:27
Ja, ja.
Heiko
1:15:30
Oh ja. Doch, der mundet.
Marcel
1:15:33
Der hat auf jeden Fall wieder so das Frische, ne? Total.
Heiko
1:15:35
Genau, also wieder mehr als so. Ich glaube, das ist Pfirsich,das war irgendwie interessant, aber es ist dann doch irgendwie eine andere Richtung.
Marcel
1:15:41
Du meinst Böden?
Heiko
1:15:41
Böden, jetzt sag ich schon wieder Pfirsich.
Marcel
1:15:43
In Australien, glaube ich, hast du über Pfirsich seiner gesprochen.
Heiko
1:15:45
Ja, ja, ja.
Marcel
1:15:49
Man hat aber auch hinten wieder die Tannine, so. Das Herbe ein bisschen am Ende.
Heiko
1:15:54
Aber ich finde den auch gar nicht so krass säurer. Ich fand, glaube ich.
Marcel
1:15:56
Vielleicht ist es auch.
Heiko
1:15:57
Weil wir jetzt schon ein paar haben, aber war das der Erste heute?Den fand ich ein bisschen saurer. Der hat sich wieder ganz gut balanciert.
Marcel
1:16:05
Ja. Also ich wollte unbedingt mit reinnehmen, dass wir auch mal ein Dry haben,nicht nur Medium. Der ist lecker.
Heiko
1:16:12
Der gefällt mir richtig gut, der ist lecker.Also ich fand jetzt auch die Medium gar nicht, also ich fand die weder in derersten Folge noch heute super süß. Aber der schmeckt schon.
Marcel
1:16:22
Ja.Deswegen vielleicht auch, also trocken ist schon nicht ganz nett.Kriegt man tatsächlich eher seltener.Also deswegen, ich hätte sonst viel mehr Trocken, glaube ich,auch mit im Programm gehabt ansonsten.Hat auch nicht so viel Alkohol, kostet irgendwie 3,90 Euro. Ja,kann man auf jeden Fall trinken.Und wir haben hier auch wieder zwei Sorten, über die wir schon mal gesprochenhaben. In der ersten Folge nämlich Red Streak als Sorte und Debinit.Also es ist so zwei Varianten von Äpfeln, die hier gemischt sind.Und Perry Ciders ist bei Ilminster, da, wo wir auch noch eine Bar besucht habenspäter, nämlich den Ingen-Docs.Dann ist er wirklich an Paris vorbeigefahren, das war einfach nur ein bisschen die Straße runter.Das ist ein Familienbetrieb, den es seit 1920 gibt.Und William Churchill hat damals die Familienbetrieb gehofft,hat aber gehofft auch gar nichts zu tun mit Churchill.Das ist wieder nur ein Name, der häufig war.
Heiko
1:17:19
Margaret Thatcher und William…
Marcel
1:17:23
Genau, und Und der hat Cider zunächst auch eher als Nebengeschäft gemacht,zur Schmiede. Also auch wieder, wie wir auch bei Shappies schon hatten.Also es ist nicht unbedingt, man fängt mit Cider an, sondern man macht Ciderdann irgendwie auch mit. Später haben das dann seine Neffen Henry.
Heiko
1:17:36
Achso, der heißt, sorry, der heißt ja auch Winston Churchill.
Marcel
1:17:39
Ja, ja, ja. Seine Neffen haben das weitergeführt, die wiederum Perry hießen.Und deswegen heißt das auch Perry, sozusagen nicht Churchill.Heute führt es Jordan und sein Sohn George. Also auch zwei Männer auf jeden Fall.Und die Pressen ist bis heute mit so zwei alten Hydraulikpressen aus den 50ern.Ich habe tatsächlich auch mal Presse gesehen bei Biers, wo wir auch waren zwischendurch.Heißt Bier, hat aber auch nichts mit Bier zu tun, sondern BERE.Da hatte ich auch mal so alte Pressen gesehen.Ja, und die Pressen vom eigenen Hof, es ist komplett durchgegoren,ungefiltert und wir haben auch nur Cideräpfel.Insofern, also wir haben jetzt hier natürlich ein bisschen Kohlensäure drin,aber es geht auf jeden Fall in die Richtung Farmhaus.Genau, und ich wollte…Eine Station noch ansprechen, wo wir waren, also wir waren ja bei mehreren gewesen,aber eine, über die ich noch erzählen möchte, das war Wadeys,so als Vertreter einer neuen Generation im Gegensatz zu Wilkins.Und das ist Chris, der ist Mitte 30, hat vor zehn Jahren Land gekauft,dort Bäume gepflanzt und hat dann so ein Taproom in der Scheune.Man kann überall da am Wochenende hinfahren und einfach besuchen und Cider haltso trinken. Das ist halt irgendwie sehr üblich.Und er ist inspiriert von Roger Wilkins, sozusagen da gestartet vor zehn Jahrenund wollte ein Stück von diesem Leben, aber das kann uns Chris selber erzählen.Also ja, er ist in Street aufgewachsen, was so der Nachbarort ist von Glastonbury.Und ist früher mit seinen Freunden auch so, wie ich es erlebt habe,da dann zu Wilkins gefahren und dachte, boah, was für ein großartiges Leben,wie schwer kann das sein? Und am Ende ist es dann doch sehr schwer.Er macht das auch als Nebenjob, als tagsüber Buchhalter.Und ja, Sider ist so seine Leidenschaft nebenbei.Er macht bewusst Schwachen Sider. Und ich meine, das klingt jetzt ein bisschenunglaubwürdig, weil ich glaube, in den zwei Folgen sind die meisten Cider einfachso um vier, fünf Prozent gewesen.
Heiko
1:19:47
Die sind jetzt alle nicht das. Wir haben groß angekündigt, Cider ist stärkerals wir, billiger als wir und jetzt sind die alle gar nicht so stark.
Marcel
1:19:53
Genau, aber wenn man jetzt doch vor Ort ist, das ist halt einfach die Ausnahme.Und da ist ja quasi mit so einem bewusst schwachen Cider so um die viereinhalbProzent eher dabei, dass der sagt, ich traue eigentlich den Konsumenten nicht so.Also ich möchte eigentlich nicht so hoch Alkohol ans Volk bringen sozusagen,was ja wiederum auch zu übergreifendem Trend so passt.Genau, er macht ungefähr 40.000 Liter im Jahr, also nicht wahnsinnig groß,aber ein bisschen was macht er schon.Offensichtlich kann er jetzt dann nicht komplett davon leben,deswegen hat er auch noch den Nebenjob, weil man natürlich auch super viel investierenmuss, wenn man das Ganze aufbaut.Ja, und er karbonisiert halt auch, deswegen haben wir jetzt,den haben wir ja gar nicht im Glas, aber ich habe den auf jeden Fall auch probiert,fand den gut, aber es war auch mit Kohlensäure.Und da hatte ich nochmal kurz eine Rückbesinnung gesehen auf Chappies,weil seine Farben an sich, also er hat auch so diese dichten Orchids und dannhat er wieder diese weiteren Orchidsund er kauft dann für seine Mutter zuliebe sozusagen Esel, die dann da rumgehenund dann zwischen den Bäumen sozusagen das Gras klein halten.
Heiko
1:20:59
Aber die gehen nicht an irgendwie die Äpfel ran oder so? Können die nicht dairgendwie so ein bisschen hochklettern?
Marcel
1:21:05
Offensichtlich nicht, ich weiß nicht wie lange, Also das habe ich nicht gefragt.
Heiko
1:21:09
Ja, offensichtlich nicht.
Marcel
1:21:11
Genau. Ja, wollte ich nochmal so als Vertreter einer jüngeren Generation mitbringen.Wir waren noch, wie gesagt, bei Bier gewesen, hatten uns das angeguckt und warennoch bei Dinniken Docks. Da gab es an dem Tag noch so ein Cider- und Sausage-Festival.Also so in gemütlicher Runde. Ja, wo Sausage ja auch eigentlich typisch deutsch ist aus der Sicht.Und es gab auch eine vegetarische Wurst, sonst hätte ich an dem Tag nichts essen können.Genau, und da hatten wir noch Ben getroffen von Dragonfly. Das war auch einCider, den ich hätte gerne mitbringen wollen.Der ist sozusagen Vertreter von Keeving. Keeving ist so eine Methode,wo du die Gärung stoppst, damit du so eine natürliche Restsüße hast.Also ja, das ist einfach so ein…
Heiko
1:21:54
Das ist ein süßliche, aber ohne Zucker zu gesetzt.
Marcel
1:21:56
Ja, genau. Das ist einfach die Methode sozusagen, für die er steht.Also es war irgendwie ein ganz cooler Ausklang dann von dem Tag und da warenauch noch andere Cidermacher so dann da und das war übersichtlich.Es war jetzt hier nicht irgendwie ein Berliner Event, wo du irgendwie 500 Leutehast, sondern es war irgendwie sehr gemütlich, es lief ein bisschen Musik undwar irgendwie ganz cool.Und weil es aus dem Kontext, glaube ich, oder kenne ich zumindest,Punk’s not dead, könnte man auch sagen, Cider’s not dead.Also wir haben quasi ja gerade Roger kennengelernt, aber auch Bill hat mir erzähltvon einigen Cider-Machern, die in den letzten Jahren dann verstorben sind,die einfach vorher die Szene mit geprägt haben.Aber auf der anderen Seite hat Bill auch gesagt, für jeden, den wir verlieren, kommt auch einer nach.So wie zum Beispiel Chris, deswegen wollte ich über den sprechen.Und das ist so ein bisschen der Punkt, es ist irgendwie kein Museum,sondern es ist halt eine lebende Szene und die erfindet sich auch neu, es gibt neue Producer.Insofern die Haltung des Farmhaus-Zeiters bleibt und das ist sicherlich auch mit dem Punk so.
Heiko
1:22:58
Ja, das ist absolut mit Punk so und gerade so unbeabsichtigt scheinbar hastdu wirklich die perfekte Überleitung eigentlich zu meinem abschließenden Teil gemacht.In der letzten Folge, da hatten wir ja noch gehört, wie Punk als kalkulierteProvokation von McLaren Westwood begann und mit dem Sexpistols zum nationalen Skandal wurde.Heute ging es dann um Punk als echte Subkultur, wie er sich in einem politischaufgeheizten Großbritannien dann mehrheitlich nach links wandte,antirassistisch, eng verbunden mit Reggae und Ska bis hin zum radikalen Anarcho-Punk von Kress.Und wie das DIY-Prinzip den Punk auch für Frauen öffnete und ihn auch wirklichzur ersten Jugendkultur machte, die nicht allein von Männern dominiert wurde.Wie es dann aber mit dem Punk weiterging, ist auf den ersten Blick zumindest schnell erzählt.So als kulturelles Schockereignis ist Punk eigentlich Anfang der 80er vorbei.Also diese klassische Punkphase, sag ich mal, die brannte Heiß aber kurz.Man könnte also sagen, Punk ist gescheitert oder eben Punk’s Dead.Aber so einfach ist es natürlich nicht.
Marcel
1:23:56
Das ist ja wirklich mal was für ein Zufall.
Heiko
1:23:59
Musikalisch verschwand Punk schon mal gar nicht. Im Gegenteil.Es entwickeln sich wirklich unzählige Spielarten und Unterarten aus der ursprünglichen,Wutwurzel, wo da ein ganzer Stammbaumwenn man so will, so Hardcore-Punk Post-Punk mit wiederum ganz vielen eigenenUntergenres Pop-Punk, Skate-Punk Folk-Punk und um einer meiner persönlichenLieblingsnischen mal zu nennen den Horror-Punk,das ist so Punk der sich so thematisch und optisch aus so alten Gruselfilmenbedient, Zombies, Monster Friedhöfe, das ganze Programm erfunden haben das erfundenhaben das die Misfits die kennst du nicht, das ist so ein Glenn Dunst Ende der70er, ich hatte selbst auch so meine,meine kleine Horror-Punk-Phase und hatte da so als eine meiner Lieblingsbandszum Beispiel Blitzkid mit so illustren Songtexten wie Baby, you look pretty in a casket.Also du siehst schön in einem Sarg aus oder I’m in love with a corpse.Ich bin in eine Leiche verliebt.Und um hier direkt den Do-It-Yourself-Charakter auch nochmal aufzugreifen,mit einem Kumpel zusammen habe ich dann auch mal wieder selbst musikalisch zum Genre beigetragen.Diesmal sogar wirklich noch mehr DIY als mit meiner Band damals,denn jetzt waren es wirklich nur wir zwei, die zusammen im WG-Zimmer was aufgenommenhaben und deswegen kann ich auch da schönerweise und freulicherweise völligGEMA-frei nochmal einen Song-Schnipsel aus meinen Horror-Punk-Tagen hervorholen.Wir haben es zum Glück nie geschafft, den Songtext, den es gab und passendeHorror-Elemente enthielt, einzusingen.Deswegen bleibt euch das erspart und es gibt nur einen kurzen Instrumental-Ausschnitt.Ja, so viel dazu. Und wie man hört, völlig DIY. Anders als vorhin,wo wir wirklich im Studio mit einer echten Band waren und ein echtes Schlagzeughatten, mussten wir auch im WG-Zimmer auf ein digitales Schlagzeug zurückgreifen.
Marcel
1:26:20
Also mir vorhin schon, ihr habt auch ein bisschen gitarrenmäßig Richtung US, oder?
Heiko
1:26:27
Also nicht bewusst. Also du meinst jetzt vom Sound her? Ja, ja, ja.Also es war keine bewusste Entscheidung. Wenn, dann haben wir es,weil es uns damals so viel…Ja, aber so schließt sich jedenfalls in gewisser Weise der Kreis,denn was meine eigenen Ausflüge, aber im Prinzip ja alle Spielarten sozusageneint, ist der rote Faden, der sich durch unsere Folge zieht.Das ist wirklich dieser DIY-Gedanke vom Punk und dieser DIY-Gedanke,der hatte noch eine Folge, die uns jetzt direkt zum Abschluss dieser Folge führtund eine weitere Klammer schließt.Jetzt quasi die Klammer auch unseres Getränks, deswegen fand ich es wirklichpassend, wie du das eben auch unfreiwillig übergeleitet hast,denn wenn man kein Londoner Plattenlabel und keine Erlaubnis mehr braucht,dann kann Punk natürlich auch überall entstehen und genau das passiert.Punk verlässt die Metropole und bildet jetzt eigene Szenen in der,in Anführungsstrichen, Provinz. Schon 77 gab es in Bristol nämlich,du hast du ja jetzt schon heute häufiger erwähnt, im Südwesten Englands eben,eine lebendige Punk-Szene.Mit Bands wie den Cortinas und ihrer Debüt-Single Fascist Dictator.Und aus dieser Ecke, aus dem West Country, eben kam später auch eine Band wieChaos UK mit einem Song, der schlicht Cider Eye Up Landlord heißt.Man ahnt schon, worauf es hinausläuft. Denn der Südwesten Englands ist ja,wie wir jetzt in den beiden Folgen auch mitbekommen haben, so ein bisschen dasHerzland des Ciders sozusagen.Und dort gab es sogar schon ein eigenes, ziemlich schräges Musikgenre,das die regionale Cider-Kultur besang. Das nennt man nämlich Scrumpy und Western.Scrumpy hatten wir ja schon.Und das ist so eine augenzwinkende Mischung aus West Country,Folk und Country, deren bekannteste Vertreter Edge Cutler and the Wurzels Ichweiß nicht, wie man es ausspricht, waren mit Trinkliedern wie Drink Up Thy Cideroder I Wish I Was Back on the Farm.Also ich wünschte, ich wäre zurück auf der Farm. Also in den späten 70ern,aber war das Genre zunächst etwas eingeschlafen, aber quasi dieser Geist,dieser irgendwie rauen, lokalen, bodenständigen Musik, der passte schon irgendwie zum Punk.Und daran ließ sich so mit der Punk-Anstellung überraschend gut andocken andiesen ganzen Cider-Ethos.Und deswegen entsteht da witzigerweise wirklich etwas, das sich Cider-Punk nennt.Also die Verbindung von so einem typischen Punk-Sound mit den rohen E-Gitarrenund da gleichzeitig so dieser folkloristischen Scrumpy-Musik samt Cider-Texten.Und eine der Bands, die das machen, das sind die Surf & Turnips.Falls euch der Name schon bekannt vorkommt, wir haben in Folge 1 mit einer Audiobotschaftihres Sängers, J. Ma Ford, begonnen.Der uns erklärt hatte, warum Cider das Getränk der Punk-Szene war.Und so schließt sich dann jetzt der Kreis.Denn ich habe Jamie Ford auch nochmal gebeten, vielleicht uns zu erklären,wie diese Verbindung von Cider, Punk und Cider und Scrumpy und so weiter fürihn zusammengehört und was für ihn einfach lokale Punk-Musik ist.
Marcel
1:29:03
Das hast du gar nicht, du hast es nicht gar nicht erwähnt. Du hast ihn interviewt oder was?
Heiko
1:29:07
Ich habe ihn um eine Audiobotschaft gefragt, also ich war nicht vor Ort.
Marcel
1:29:11
Okay, das habe ich gar nicht so verstanden. Das war sehr spezifisch geantwortet,deswegen habe ich mich schon gewundert.
Heiko
1:29:15
Das hat gepasst. deswegen jetzt nochmal Jayma Ford von den Surfen Turnips.
Marcel
1:30:41
Ja, das ist ja schön.
Heiko
1:30:42
Ja, ja, kurz nochmal auf Deutsch, was Jamey da sagt. Der Band,also der Surf and Terms, ist das quasi regionale sehr wichtig und regionaleKultur in England und wie er vermutet in anderen europäischen Ländern genauso.Habe eben oft ein geringes Selbstbewusstsein, komme so in nationalen Medienkaum vor und werde eher mit so negativen Klischees bedacht und genau dagegenwollen sie mit ihrer Musik anspielen.Sider ist für sie dabei so der kulturelle Bezugspunkt schlechthin,wenn es ums West Country geht und als Punk sehen sie ihn als etwas zutiefst so anti-corporate.Ne, er ist verfügbar, oft unversteuert oder anders versteuert,oft direkt und ohne großes Geschäft, so von den lokalen Bauern verfügbar unddas gibt ihn so, gerade als Urban Punkers, die kommen glaube ich hauptsächlich aus Bristol sogar,so eine echte Verbindung aufs Land und zum Schluss gibt Jaymer dann halt daskann ich jetzt nicht einfach übersetzen, aber es ist so ein kleines Gedichtim West Country Dialekt zum besten, die Orchards kommen vor da geht so ein bisschenso eine augenzwinkernde Ode an den Cider, der so alle modernen Wehwehchen kurierenkann aber das finde ich, was Ford hier beschreibt das ist also eigentlich genau dieser DIY,Anti-Corporate Ethos, der Punk, wie wir in dieser Folge ja gehört haben, irgendwie ausmacht.Nur eben in so einer West Country Cider-Spielart und wie diese West CountryCider-Spielart klingt.Das hören wir uns jetzt auch einfach mal an, denn die Surf & Turnips,die vertreiben ihre Musik tatsächlich komplett selbst und waren so freundlich,uns die Erlaubnis zu geben, sie in unserem Podcast zu spielen.Also viel Spaß mit einem kleinen Ausschnitt aus dem Song Cider, Cider, Cider, Cider.Wenn es so fraternisch ist.Ja, es geht noch eine Weile so weiter. Zwischendurch wechseln sie aber passenderweisestatt Cider auf Scrumpy, Scrumpy, Scrumpy an, sonst passiert nicht viel.Aber sie haben ganz viele Lieder, die um Cider gehen. Also abschließend.
Marcel
1:33:13
Sehr cool. Hätte ich natürlich gewusst, dann wäre ich noch mal vorbeigefahrendort vor Ort, wenn sie sogar aus Brüste kommen würden.
Heiko
1:33:21
Also ich denke trotzdem, also das Beweis der Punks Not Dead und Ciders Not Dead,buchstäblich kann man wohl sagen, erlebt eben in verschiedenen Ausprägungenweiter, unter anderem eben in Devon, Somerset, Bristol und so weiter, aber mit Akkordeon,und Cider in der Hand.
Marcel
1:33:38
Ich habe übrigens in Devon auch guten Cider getrunken. Ich habe nicht mitgebracht,wir haben uns da ein bisschen konzentriert.Unter anderem ein Cider, den man auch bei ciderhoof.de bestellen kann.Der kommt jetzt nämlich rein. Ich fand, es sind nämlich Sandfords.Also nicht das Sandfords von Near Bristol, sondern es heißt Sandford Sider.Und den fand ich auch cool. Hätte ich gerne irgendwie mitgebracht,aber hätte ich, habe ich nicht gesehen.
Heiko
1:34:00
Ah, wir hatten das jetzt auch gar nicht, die drei aus der Folge,wir hatten es glaube ich nur in der ersten Folge, weil die jetzt aus der Folgewaren auch von Siderhof.de, die kriegst du da alle.
Marcel
1:34:06
Nee, der Barrow Hill ist quasi importiert.
Heiko
1:34:08
Ah, okay.
Marcel
1:34:09
Und der, aber der Paris ist sozusagen, den gibt es dort.
Heiko
1:34:13
Damit würde ich sagen.
Marcel
1:34:15
Ja, wollen wir noch mal einmal, einmal kurz.
Heiko
1:34:18
Ja, damit würde ich auch sagen, rekapitulieren oder wie sagt man,resümieren wir nochmal die drei Sider von heute.Ich glaube den Du hast drei Gläser.
Marcel
1:34:30
Du kannst einfach alle drei Ah ja.
Heiko
1:34:32
Dann nehmen wir doch alle drei nochmal, aber vielleicht von dem Jetzt sind wirauch fertig. Von dem, ich würde auch nochmal so einen Snakebite nehmen, nee, Quatsch.Aber ich will die ganze Zeit Pfirsich sagen, warum? Ich will meine von dem Harry.
Marcel
1:34:46
Also gleich, ja.
Heiko
1:34:47
Ja, da würde ich auf jeden Fall auch nochmal einen kleinen Schluck nehmen.Vielleicht entwickelt er sich auch nochmal.Aber ich glaube, also ohne, dass ich jetzt noch getrunken habe,so Stand jetzt, wäre mein Favorit der Paris. Und zwar nicht der Birne,sondern der Paris, der normalen.
Marcel
1:35:03
Ich weiß auch gar nicht, ob das so einen psychologischen Effekt hat.Ich habe, es gibt ja mal, wir haben ja über die Tierlist, das Ranking gesprochen.Na klar. Und wie manche, also manche Tage Einfluss auch drauf haben.Oder auch wenn wir zusammen trinken, stellen sich irgendwie so Favoriten auf.Paris ist heute auch mein Favorite.
Heiko
1:35:23
Ja, ja. Es ist echt gefährlich, dass der eine Perry ist und der andere Perryheißt und die wirklich komplett unterschiedlich sind. Der Perry ist,der mit dem Abergein-Tor.
Marcel
1:35:31
Ich bin einfach dry, ich mag einfach auch den Style.
Heiko
1:35:38
Ich finde den interessant, weiterhin den mit der Pirne, aber er ist schon auchirgendwie anders. Und ansonsten, der erste,ist auch sehr lecker. Oh, der hat aber jetzt nach den anderen gar nicht mehr so eine Säure.Der hatte doch anfangs irgendwie Doch, der ist auch Der ist wirklich lecker,Der ist wirklich voll lecker Ja,ja, ja Dadurch, dass der süßer ist, kann man den nicht so gut Jetzt habe ichden direkt danach getrunken, da schmeckt der andere ein bisschen Das verfremdet,weil man direkt den süßeren davor hatte Das tatsächlich.
Marcel
1:36:08
Ich habe das von Perrys auch einen Und zwar den Heron Wer heißt das auf Deutsch? Der Grau?Der Reiher, also der Fischreiher.
Heiko
1:36:17
Es gibt verschiedene Reiher.
Marcel
1:36:21
Und der ist tatsächlich sehr viel der ist ein Sweet und ich habe tatsächlichauch beide ein bisschen nebeneinander probiert, deswegen kam der der Trocknerbei mir nämlich auch viel mehr mit der Säure sozusagen durch aber ich finde den heute als Abschluss,einfach der Favorite und der Ciderbus,ich finde den tatsächlich ziemlich gut,den würde ich tatsächlich gerne einfacher bekommen Ja.
Heiko
1:36:46
Aber den kannst du wirklich gerade wenn irgendwie so schön 25,26 Grad draußen irgendwie parkt hin oder so und dann einfach mal so den Ciderboss.Der andere ist, wenn, dann vielleicht Referenz der Pfle, weil der halt irgendwie,spannend ist, weil es halt nicht Apfel ist.
Marcel
1:37:01
Aber es ist wahrscheinlich.
Heiko
1:37:02
Ich würde nicht jetzt eine zweite Flasche direkt hinterher trinken.Dafür ist der dann doch ein bisschen zu… Ich meine jetzt den Fürsich.Den Birne, meine Güte.
Marcel
1:37:11
Ja, genau. Sind wir, glaube ich, heute auf einer Linie sogar mit der Einschätzung. Gehe ich total mit.
Heiko
1:37:19
Und dann?
Marcel
1:37:20
Da haben wir einiges gelernt auf jeden Fall.
Heiko
1:37:22
Voll, ich fand es sehr spannend. Ich fand auch wieder, obwohl wir jetzt sogarvon zwei verschiedenen Punkten aus, ich bin eher mit Pang, du mit Zayla,haben wir uns dann am Ende wieder wunderbar getroffen. Das passt.
Marcel
1:37:31
Kann man sich auch mal gar nicht so, ist es schon komisch, dass es sich danndoch irgendwie, wir wundern die ganze Zeit immer wieder drüber,aber das ist ja, also ich meine, man muss ja vielleicht auch mal sagen, dass man, also,wenn diese Recherche anfängt, und wir haben ja jetzt nicht wahnsinnig vieleZeit dafür, deswegen freuen wir uns natürlich auch um jenen Like und jenen Kommentar von euch gerne.
Heiko
1:37:52
Wenn ihr nach wie vor gut findet, was wir hier machen,Und da funke ich aus, wenn ihr uns nach wie vor zuhört. Dann,wenn noch nicht gemacht, lasst uns wie immer gerne ein Like da,ein Kommentar, ein Abo. Das hilft uns weiter.Ansonsten über Feedback freuen wir uns natürlich auch. Gerade jetzt,wo wir was geändert haben.Wie kommt das bei euch an mit den zwei Folgen und dafür ein bisschen kompakter?Ist das ein gangbarer Weg? Wir würden das jetzt erstmal weiter so ausprobieren.Aber schreibt uns doch gerne sonst auch, wie ihr dazu steht.
Marcel
1:38:22
Genau, ich wollte nur sagen, dass wir immer nicht wissen, ob da am Ende nachherauch was bei rauskommt. Das passt dann irgendwie und dann fügt sich das so zusammenund deswegen wundern wir an der einen oder anderen Stelle dann auch immer,weil das ja alles nicht klar ist, so innerhalb von kurzen Wochen dann auch so eine, ja.
Heiko
1:38:35
Genau, ich glaube auch vielleicht eben nochmal, um uns nochmal zu sagen,ich weiß ja wirklich nicht, was du mir erzählst und was wir trinken,außer natürlich grob sprechen wir uns, aber du weißt ja auch nicht alles,was ich vorbereite und dir erzähle, außer dass ich dir grob was vorgebe,damit die Getränke dazu passen und deswegen ist das immer sehr,erfrischend und sehr schön, wenn das so zusammen geht.Ich fand’s cool, mir hat’s Spaß gemacht. Damit sind wir am Ende von unserem Punk-Zweiteiler.Beim nächsten Mal geht es in eine ganz andere Richtung wieder.Also mit Punk hat das nicht mehr viel zu tun, so viel können wir sagen.Und wir werden uns wieder mit Wein auseinandersetzen.
Marcel
1:39:10
Ja. Der Wechsel ist ja ganz nett.
Heiko
1:39:13
Ja, ich denke auch. Ansonsten war das unser heutiger Schluck aus der Geschichte.Und mehr Geschichte. Jetzt wieder im nächsten Glas.
Marcel
1:39:23
Cheers, Mate.
Heiko
1:39:24
Cheers. Das wäre mehr Australien wieder Mate, oder? Nein, Mate würde auch.Tschüss, Kaffee.
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