GIG002: Der österreichische Glykolwein-Skandal von 1985 | Im Glas: Claus Preisinger & Judith Beck

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Heiko

Shownotes ↓
Hintergrund zur Folge ↓
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Ein geheimnisvoller Tippgeber. Eine sirupartige Flüssigkeit. Und ein Skandal, der die Weinwelt erschütterte: In dieser Folge geht’s um den Glykol-Weinskandal von 1985. Wir erzählen, wie Frostschutzmittel in den Wein kam, warum auch deutsche Winzer nicht ganz sauber blieben und wie Österreich sich vom Billigwein-Image zur Qualitätsnation wandelte. Dazu gibt’s: vier Naturweine von Claus Preisinger & Judith Beck ganz ohne Glykol, versprochen.

Shownotes zur Episode





Transkript zu Süß & giftig – Der österreichische Glykolwein-Skandal | Im Glas: Claus Preisinger & Judith Beck

Das Transkript ist automatisiert erstellt und nicht perfekt. Seht es uns nach.

Marcel 0:01:19
Hallo, hallo, hallo.
Heiko 0:01:20
Und herzlich willkommen zur zweiten Folge schon von Geschichte im Glas und schön, dass ihr nach unserer ersten Folge offensichtlich auch heute wieder dabei seid und natürlich auch ein herzliches Willkommen an alle, die heute vielleicht zum ersten Mal reinhören.
Marcel 0:01:35
Aber es ist wieder warm, es ist ein Fluch.
Heiko 0:01:38
Ich verstehe es auch ehrlicherweise nicht ganz. Der Sommer war, ich weiß nicht, wie es im Rest des Landes oder Europas, war in Berlin ja nicht besonders warm und vor allem sehr regnerisch. Aber wir haben uns die beiden einzig schönen Tage des Jahres scheinbar ausgesucht, um einen Podcast aufzunehmen. Aber ja, bevor wir starten, natürlich auch erstmal ein ganz, ganz großes Dankeschön. Wir haben nach der ersten Folge tatsächlich sehr viel tolles Feedback von euch bekommen. Das hat uns natürlich sehr gefreut. Und ja, wenn euch der Podcast auch weiterhin gefällt, dann abonniert uns am besten und lasst gerne auch eine Bewertung da in der Podcast-App eures Vertrauens. In der letzten Folge, da haben wir uns ja mit der Römischen Republik beschäftigt und heute machen wir einen ziemlichen Zeitsprung und zwar in die jüngere Vergangenheit. Nämlich in das Jahr 1984 bzw. 1985 mitten hinein in einen der größten Weinskandale der Geschichte. Ich muss allerdings gestehen, Marcel, ich habe ein bisschen Angst vor dem Wein, den du heute mitgebracht hast.
Marcel 0:02:29
Warum hast du Angst?
Heiko 0:02:30
Na ja, also aufmerksame Hörerinnen und Hörer aus der ersten Folge erinnern sich vielleicht an, dass ich jetzt kein besonders großer Fan von süßem Wein war und auch nach wie vor nicht bin.
Marcel 0:02:40
Ich ja auch nicht.
Heiko 0:02:41
Ja, das ist meine einzige Hoffnung. Ich weiß natürlich wie immer nicht, was du für Wein mitgebracht hast. Aber ich weiß natürlich so aus meiner Recherche und von dem, was ich vorstelle, dass es viel auch so um Spätlese, Bärenlese und so weitergehen wird. Und die sind naturgemäß ja eher süßer. Deswegen mal schauen, ob das so meinen Geschmack treffen wird. Deswegen stell uns mal vor, was du heute mitgebracht hast.
Marcel 0:03:00
Also wir sind in Österreich. Wir sind in den 80er Jahren. Wir trinken aber keinen Wein aus den 80er Jahren. Offensichtlich nicht. Wahrscheinlich auch mit dem Hintergrund.
Heiko 0:03:10
Also Spoiler an der Art, aber ich hoffe, wir trinken keinen Wein von Darmt.
Marcel 0:03:14
Genau, wir trinken Wein, was sich in Mitte der 90er Jahre neu formiert hat, neu angefangen hat. Und vermutlich so ein bisschen eine kleine Art von Gegenbewegung wiederum, was du uns vermutlich dann heute erzählst. Also die Gegenbewegung der Gegenbewegung. Es wird irgendwie ganz spannend, glaube ich, sein, das irgendwie zusammenzufügen. Wir sind heute im Burgenland und zwar mit zwei Winzern und sogar in einem einzigen Dorf heute.
Heiko 0:03:36
Das heißt, alle Weine, die du mitgebracht hast, sind aus diesem Dorf und aus dem Burgenland?
Marcel 0:03:42
Und wir sind in einem Dorf, namens Golds.
Heiko 0:03:45
Ach das.
Marcel 0:03:48
Weinszene, glaube ich. Kennt man den Namen auf jeden Fall. Wir haben auch Weine dabei, die nicht dem Dresscode entsprechen, die nicht den amtlichen Verkostungen Genüge tun. Und wir haben zwei Wünzerinnen, das ist einmal Klaus Preisinger und die Judith Beck.
Heiko 0:04:02
Ach, Preisinger kenne ich ja auf jeden Fall.
Marcel 0:04:04
Den hatten wir schon mal.
Heiko 0:04:06
Privat sozusagen habe ich die schon mal von dir getrunken.
Marcel 0:04:08
Und passenderweise etwas besser zum Wetter passen zwei Orange-Weine und, weil du es so magst, zwei rote. Und wir sind so, wir bewegen uns so zwischen 14 und 22 Euro. Ich glaube, diesmal kündigen wir vor der Folge an, welche Weine wir trinken, sodass ihr eventuell auch die Chance habt, direkt mitzuprobieren.
Heiko 0:04:26
Jetzt live mit zu verköstigen sozusagen und zu prüfen, ob das alles Hand und Fuß hat, was wir hier so sagen.
Marcel 0:04:33
Genau. Und ich bin gespannt, was du mitbringst, weil wir springen ja auf einmal von der letzten Folge fast 2000 Jahre nach die 80er Jahre. Und natürlich kenne ich so ein bisschen Background, aber die Details.
Heiko 0:04:46
Ja, das dachte ich mir auch, weil dadurch, dass es jetzt jüngere Vergangenheit ist, das ist dann wahrscheinlich auch für dich schon noch ein bisschen näher und nicht ganz fremd. Deswegen würde ich auch tatsächlich mit einer Frage einsteigen, woran du denkst, wenn du heute an österreichischen Wein denkst? womit assoziierst du oder was assoziierst du mit österreichischem Wein heute?
Marcel 0:05:05
Ich meine, wir haben ja halt Wein und Weine mitgebracht. Also ich weine, die auf jeden Fall Spaß machen. Da ist ziemlich viel geiles Zeug dabei. Ich weiß aber auch, dass da eins der strengsten Weingesetze der Welt etabliert ist und dementsprechend sich dann wiederum auch mit einige Winzer mit groben Ärger mittlerweile. Es hat sicherlich alles seine Bewandt gehabt, das würdest du ja noch erzählen, aber ja, ich verbinde es mit sehr coole, frische Rotweine, viel und gerne getrunken habe. Ja, also ich habe eine durchaus sehr positive Assoziation dazu, aber ich glaube, der deutsche Markt ist auch sehr prädestiniert für österreichische Weine.
Heiko 0:05:38
Du sagst es ja, du assoziierst es mit geilen Weinen, also auf jeden Fall qualitativ hochwertige Weine und auch die Regularien und tatsächlich ist das ja so, dass es wirklich heute zu den Besten der Welt zählt, so österreichische Weine, die stehen auf jeden Fall, die müssen sich nicht verstecken vor anderen großen Weinationen. Nirgendwo gibt es strenge Regularien, Aber das war tatsächlich nicht immer so, wie wir heute erfahren werden. Aber bevor wir uns quasi mit den Ereignissen wirklich aus dem Jahr 1985 dann auseinandersetzen, muss ich zunächst so ein bisschen zu Österreichs Weinlandschaft vor dem Skandal erzählen, damit wir so ein bisschen die Hintergründe verstehen, warum es überhaupt so weit kommen konnte. Natürlich könnte ich jetzt mit der Geschichte des Weinbaus in Österreich wahrscheinlich noch viel weiter zurückgehen. Wahrscheinlich bis zu den Römern oder darüber hinaus.
Marcel 0:06:20
Ich glaube, so eine kleine Abbiegung machen. Also nicht wirklich, aber es gibt zumindest, die Weine haben einen Bezug im weitesten Sinne dazu sogar.
Heiko 0:06:29
Ah, dann bin ich gespannt sogar. Ich habe mich entschieden, jetzt nicht so weit zurückzugehen, weil das jetzt nicht ganz so relevant ist für das Narrativ heute sozusagen. Für unsere Geschichte ist halt vor allem die Zeit ab den Nachkriegsjahren relevant und da würde ich deswegen einsteigen. Der Zweite Weltkrieg hatte, jetzt wahrscheinlich für alle wenig verwunderlich, dem Weinbau in Österreich jetzt nicht gerade gut getan, sondern wirklich schweren Schaden zugefügt, weil es kaum Arbeitskräfte gab. Die Männer waren an der Front, Frauen vorwiegend in der Kriegswirtschaft benötigt, deswegen lagen einfach viele Weingärten brach oder waren überwuchert, bei Reben nicht beschnitten wurden, das Unkraut gediehen. Und viele Weine, die noch vor oder auch während des Krieges vielleicht noch produziert wurden, die waren dann schon überaltert und ungenießbar geworden. Vieles war tatsächlich auch geplündert worden. Weinfässer buchstäblich durchlöchert von Schüssen, so muss man sich das dann irgendwie vorstellen. Und so war Wein dann ziemlich selten geworden erstmal, was ihn aber auch zu einer beliebten Währung für den in den Nachkriegsjahren ja bekanntermaßen florierenden Tauschhandel machte, nämlich auf dem Schwarzmarkt. Also das ist ja dann tatsächlich recht aufgeblüht sozusagen der Schwarzmarkt und da war eben Wein eine beliebte Währung.
Marcel 0:07:35
Denn… Also ich muss da kurz mal nur reingrätschen, Wein als Währung. Ich meine, auch heute guckt man ja in die Zukunft mit Sorge. Meinst du, es ist clever, sich ein Lager als Währung… Also es läuft ja jetzt alles digital. Wenn jetzt alles digital ausfällt, dann ist es vielleicht gut, wenn man noch sowas als Währung zum Handeln hat oder….
Heiko 0:07:57
Also grundsätzlich weiß ich jetzt nicht, ich bin jetzt kein Finanzberater. Ich würde wahrscheinlich dann lieber sagen in Gold investieren oder so, weil ich weiß nicht ob, also es gibt natürlich Wein-Invest, aber so grundsätzlich als Tauschhandel.
Marcel 0:08:10
Nenne ich gar nicht mal Invest, sondern eher quasi angenommen Zombie-Apokalypse oder angenommen Krieg bricht aus. Also ich meine mit einem Goldbarren ist ja schön und gut, aber da kannst du ja auf der Straße, kriegst du nichts zu essen für. Aber vielleicht wenn eine Flasche Wein als Währung gilt?
Heiko 0:08:24
Ja, also grundsätzlich geht aktuell ja eher, was man so statistisch sieht, Alkohol und Weinkonsum eher runter. Vielleicht braucht man eher so ein Matcha-Latte oder so. So oder so damals war es anders, denn einfach was selten ist, ist häufig ja auch wertvoll, denn, weiß nicht, der Markt regelt das schon, wie die FDP wahrscheinlich sagen würde. Ein Spruch, der auch im Laufe unserer heutigen Geschichte einfach noch mehrfach an Bedeutung gewinnen soll. Vielleicht nicht zuletzt deswegen entwickeln sich Weinbauern in den Nachkriegsjahren tatsächlich sogar zu den Wohlhaben der Bauernzunft, aber häufig steigt ja, wie soll ich sagen, irrationalerweise würde ich meinen, gerade mit dem Vermögen auch die Gier und auch diese Gier wird heute wenig überraschend noch eine wichtige Rolle spielen. Also, das ist erstmal das Setting, ja, nach Kriegsjahre. Weinbau in Österreich ist also geschädigt, gleichzeitig steigt aber der Weindurst in Deutschland und Österreich wirklich rapide an. Also wahrscheinlich musste man sich irgendwie nach Kriegsjahre schön saufen oder vielleicht wollte man die Kriegsjahre mit Alkohol vergessen, ich weiß nicht. Jedenfalls steigt die Nachfrage wirklich, wirklich stark an. Besonders aber nach süßem Wein. Deswegen habe ich ein bisschen Angst vor den Weinen, die du heute mitgebracht hast. Aber mal schauen. Und besonders nach billigem Wein, denn man hatte ja irgendwie nicht viel. Qualität war in dieser Zeit eher nachrängig. Man wollte halt trinken und hatte kein Geld in großem Deutschland, Österreich in den Nachkriegsjahren, um da jetzt wirklich auf Qualität zu setzen. Und Österreichs Weinbauern waren nicht wirklich auf diese große Nachfrage vorbereitet. Denn ein Großteil der Weingärten waren tatsächlich noch in der sogenannten Einzelpfahlerziehung oder auch Einzelstock genannt. Weißt du, was das ist? Kennst du das? Also wahrscheinlich, wenn ich es dir gleich sage, ja, aber vielleicht den Begriff nicht. Bei der Einzelpfahlerziehung werden einzelne Weinreben quasi mit einem niedrigen Stock oder Pfahl gestützt. Also die Stammhöhe war sehr niedrig, was zu schlechter Luftzirkulation und gerade dann in Bodennäher dann auch zu erhöhter Frost- und Pilzanfälligkeit führte. Man pflanzt damals auch noch sehr, sehr dicht, teilweise 6.000 bis 10.000 Reben pro Hektar, um diese Art Kultur, so eine ertragreiche Fläche zu bestellen. Also so viel wie möglich war auch da einfach das Ziel.
Marcel 0:10:23
Ja, maximaler Ertrag.
Heiko 0:10:24
Genau, genau, genau. Mastik statt Klasse sozusagen. Dann ließ man aber auch keinen Platz für Maschinen oder so. Vieles musste dann auch noch deswegen per Hand erledigt werden, wenn das alles so dichtstellt. Und da kommt jetzt so ein Mann namens Lenz Moser ins Spiel. Das ist im Prinzip der Pionier des… Modernen, in Anführungsstrichen, österreichischen Weinbaus, der schon in den 20er Jahren mit alternativen Erziehungsmethoden tatsächlich experimentiert hat. Also nicht mit Erziehungsmethoden seiner Kinder, also weiß nicht, vielleicht auch die, aber seiner Weinreben, denn man spricht auch beim Weinbau einfach von Erziehung. Er patentierte und präsentierte sein Fünfdrahtsystem im Jahr 1924 und führte in Österreich die sogenannte Hochkultur ein, deswegen oft auch Lenz-Moser-Kultur genannt. Und wer schon mal einen Weinbau besucht hat, du wirst das wahrscheinlich kennen, Marcel, der weiß, wie das aussieht, Das ist heute selbstverständlich, war damals aber neu. Also statt dann einzelner Reben, eben in dieser Einzelpfahlerziehung, die dann niedrigstämmig wirklich an einem Pfahl hochgezogen wurden, entwickelte er so ein mehrdrahtiges Stützsystem. Also man hat so waagerechte Drähte, die dann zwischen stabilen Pfosten so irgendwie stehen und dann an denen die Routen dann festgebunden werden. Kannst du dir das irgendwie vorstellen? Denn dadurch wachsen die Reben einfach höher, werden besser belüftet und lassen sich dann auch einfach leichter schneiden und auch maschinell bearbeiten. Außerdem vergrößert der Lenz Moser tatsächlich den Abstand zwischen den Rebreihen. Dadurch waren natürlich weniger Pflanzen, hatten dann einfach Platz. Statt wie bisher, wie gesagt, so 6.000 bis 10.000 Reben pro Hektar, pflanzte er nur noch 2.500 bis 3.000 Reben pro Hektar. Auch wenn jetzt, ich glaube moderne Systeme, ich habe jetzt keine Zahl tatsächlich, aber die sind zu dank optimierter Sortenwahl und Pflanzenabstände auch wieder mit mehr Reben pro Hektar möglich. Damals war es aber dann 2.500 bis 3.000 und das klingt natürlich erstmal paradox. Er teilt bis zu 50 Prozent weniger Pflanzen, obwohl man ja eigentlich mehr Nachfrage bedienen muss. Kannst du dir irgendwie erklären, warum das trotzdem ertragssteigernd war, wenn ich einfach die Hälfte mache, um mehr zu machen?
Marcel 0:12:11
Du kriegst halt mehr Zucker in den Weinen.
Heiko 0:12:13
Und tatsächlich auch unter anderem das, aber es ist quasi so, dass durch die höhere Stammhöhe, weil dadurch, dass das jetzt durch dieses Stützsystem ist, kann das höher wachsen und auch eine größere Reihenweite, also alles nicht mehr so dicht, verbessert sich die Luftzirkulation tatsächlich, sodass dann auch der Pilzdruck und auch Frostschäden zurückgehen. Zudem führt dann eben die geringe Konkurrenz um Wasser und Nährstoffe und auch eine bessere Besonnung, also quasi es gibt weniger, das heißt Sonne kommt besser ran und das Wasser und die Nährstoffe, die im Boden oder mit denen gegossen werden, müssen sich nicht 10.000 Reben, sondern nur noch 2.000 Reben teilen. sodass dann quasi jeder einzelne Rebe wiederum zu einem höheren Ertrag pro Stock führt, sodass sich das dann trotzdem irgendwie rechnet und tatsächlich ermöglichen auch die breiteren Gassen, dadurch, dass er eben jetzt mehr Platz hat, auch den Einsatz von Traktoren und Erntemaschinen und so weiter, sodass auch die Arbeitskosten und Effizienz einfach gesteigert werden. Ja, tatsächlich im Prinzip schon. Und dadurch, dass sich weniger Pflanzen auch die Nährstoffe teilen mussten und quasi mehr Sonnenlicht abbekam, was ich eigentlich schon meinte. Stieg dann tatsächlich auch die Qualität der Trauben. Also es waren dann weniger Pflanzen, die bringen aber mehr Trauben hervor und diese mehr Trauben, die von diesen weniger Pflanzen hervorgebracht werden, sind auch noch aromatischer und gesünder. tatsächlich ist es dann wohl auch so, dass nicht alle Weinsorten für diese Hochkultur geeignet waren, aber zufällig, das war dann einfach so ein Bonus, der da abgefallen ist, waren besonders so, was wir heute vielleicht Qualitätsrebsorten nennen würden, also so Riesling, Grüner Feltiner, Traminer und so weiter, die sind dadurch tatsächlich deutlich verbessert worden, auch wenn damals wie gesagt eigentlich der Markt eher für billige Massenwein dominierte, aber ich meine heute profitieren wir immerhin davon sowieso. Aber apropos Qualitätsrebsorten, Wollen wir den ersten hoffentlich Qualitätswein probieren, den du mitgebracht hast?
Marcel 0:13:54
Ja, dann lass uns den ersten mal rein starten. Wir starten direkt mit einer Fruchtbombe.
Heiko 0:13:59
Eine Fruchtbombe?
Marcel 0:14:00
Das klingt schon wie wie Fruchtbombe. Wir starten mit Klaus Preisinger mit Fruit Loops, quasi Fruit Loops für Erwachsene. Kannst du ja schon mal eingießen.
Heiko 0:14:09
Ich bin dabei.
Marcel 0:14:10
Genau, das kleine Glas. Genau.
Heiko 0:14:13
Ja, soweit habe ich es schon gelernt, dass der Weißwein ins kleine Glas kommt.
Marcel 0:14:17
Genau, wir haben jetzt hier ein Orange-Wein mit dem Namen Fruit Loops, auch inspired by Kellogg Fruit Loops. Dieser ominöse Frühstückssnack, ich weiß nicht, ob das…
Heiko 0:14:28
Ich kenne das und ich habe das jetzt, sorry, jetzt ist es so eine wirklich kurze Sache, kurz mal abgebogen, weil gerade in Amerika jetzt irgendwie sich die verpflichten, keine künstlichen Farbstoffe mehr ins Essen zu machen. und quasi, da habe ich letztens erst bei John Oliver oder so, haben sie so ein Video gezeigt, wo jemand die österreichischen, äh, die österreichischen, sag ich schon, die kanadischen und die amerikanischen Fruit Loops gegeneinander gehalten hat und die, amerikanischen machen halt so komplett bunt, chemiebunt und die kanadischen, wo es eh auch schon lange verboten ist, halt im Vergleich definitiv drüber, deswegen, oder blasser.
Marcel 0:14:57
Also ich kann mich gar nicht so wirklich daran erinnern, dass ich die, also ich habe eine negative Erinnerung, also mir hat das nicht so zugesagt, aber so. Während der Fruit Loops, den hatte ich auf jeden Fall schon früher mal. Ich glaube, wir haben den noch nicht zusammen getrunken gehabt, aber der ist durchaus positiver Erinnerung. Also so ein bisschen genau das Gegenteil quasi von den Kellogg’s.
Heiko 0:15:16
Also das heißt, du kanntest den tatsächlich auch vorher schon jetzt vor dieser Folge?
Marcel 0:15:20
Genau, und der hat einfach gut gepasst. Also es gibt sogar einen roten von dem, der genauso heißt. Aber jetzt sind wir am Orange. Orange Wein. Ich meine, wir haben letztes Mal noch keinem getrunken. Prinzipiell ist es, wir kriegen ja jetzt hier auch von Weißwein Sorten sozusagen, die aber als Orange-Wein ausgebaut sind und Orange-Wein heißt einfach, dass der Wein noch auf der Maische vergoren wird. Prinzipiell wird der so wie Rotwein gemacht, nämlich mit Kontakt zur Schale, zu Kernen und so weiter und dann erst abgepresst. Normalerweise beim Weißwein presst du es direkt ab und dementsprechend haben wir jetzt hier auch ein bisschen mehr Farbstoffe drin, man sieht ja von der Farbe her. Ist der Wein auf jeden Fall nicht der klassische Weißwein? Nee, also ich würde auch behaupten.
Heiko 0:16:07
Ist das jetzt nicht orange-orange, aber es sieht eher wie so ein Apfelsaft oder so.
Marcel 0:16:11
Genau, ja, ne? Der riecht auch mostig. Ja. Ich finde, auf jeden Fall kommt da gleich so eine Exotik rüber. Voll exotische.
Heiko 0:16:22
Sehr fruchtig, ja.
Marcel 0:16:24
Also durch diesen Kontakt zur Schale haben wir quasi mehr Farbstoffe drin, wir haben ein bisschen mehr Tannine drin, Phenole drin, dementsprechend ein bisschen mehr Grip, Ein bisschen mehr Grip. Wir haben hier jetzt Rebsorten, den Formint. Das ist eine Rebsorte aus Ungarn. Auf jeden Fall wird die gerade sehr viel populärer, weil die auch ganz gut mit den Klimawenden klarkommt. Das ist eigentlich ein bisschen wie der ungarische Riesling, kann man sich vorstellen. Hat so eine frische, lebendige Säure. Ist aus dem Süßwein Tokaja bekannt, wo wir, glaube ich, an anderer Stelle eventuell nochmal zukommen. Genau, dann haben wir hier einen Riesling drin. Ich glaube, das ist soweit jetzt erstmal ganz klar. Und du hast ja eben auch gerade schon erwähnt, Riesling als Sorte, die in Österreich vorhanden ist. und wir haben die Scheurebe. Mein heimlicher Favorit, ich bin ja so ein Scheureben-Fan. Das ist eine Rebsorte, die aber auch erst 1916 von Georg Scheu quasi entwickelt wurde.
Heiko 0:17:12
Ach, die heißt wirklich, das ist nach ihm benannt.
Marcel 0:17:14
Ja, genau. Das ist Riesling und Bücket als quasi Mischung. Genau. Und vielleicht noch mal zu dem Wein. Auch wieder ein Schlag zur letzten Episode. Es ist auch in einem Vore gereift.
Heiko 0:17:25
Ach.
Marcel 0:17:27
Wir haben passend zum etwas wärmeren Wetter heute nicht so viel Alkohol. Elf und halb Prozent.
Heiko 0:17:35
Also der riecht wirklich fruchtig und intensiv.
Marcel 0:17:39
Ich fand so ein bisschen Zitrone auf jeden Fall, aber auch so ein bisschen fast so zitronengrasig.
Heiko 0:17:45
Also auf jeden Fall Citrus.
Marcel 0:17:46
Sehr, sehr stark.
Heiko 0:17:48
Ui.
Marcel 0:17:50
Oh, ich sehe dein Gesicht ist, etwas…
Heiko 0:17:54
Das schon speziell.
Marcel 0:18:01
Also ich mag den sehr, weil der hat so eine geile Fruchtigkeit. Der hat halt eine Säure, die knackig ist.
Heiko 0:18:09
Ja, ich glaube, also ich finde vor allem, also es ist ja auch vergoren sozusagen, aber ich finde, man schmeckt dieses vergorene.
Marcel 0:18:15
Das ist in der Naturweinassoziation die erste sozusagen. Das kann sein vielleicht.
Heiko 0:18:19
Ja.
Marcel 0:18:21
Also ich finde den schön leicht. Der hat hinten eine schöne Säure. Der hat irgendwie so Exotik, Maracuja, vielleicht sogar Limette eher oder sowas.
Heiko 0:18:30
Paracuja, stimmt.
Marcel 0:18:34
Also ich, wir arbeiten uns heute durch. Vielleicht kann ich dich überzeugen, Heiko. Ja, ich finde den super schön.
Heiko 0:18:42
Also er ist super spannend und auf jeden Fall interessant. Ich bin mir noch nicht sicher, ob es wirklich mein Fall ist. Aber vielleicht muss ja auch irgendwie das stehen oder vielleicht muss ich auch erstmal mich rantasten oder dran gewöhnen so ein bisschen. Also der war schon, dadurch, dass er so spannend und interessant war, ist er erstmal so unerwartet auf meinem Gaumen gewesen auf meiner Zunge. Gucken.
Marcel 0:19:03
Also wir sind so preismäßig bei 21,90 irgendwie so in dem Dreh. Das ist glaube ich auch der teuerste heute.
Heiko 0:19:11
Die Links packen wir in die Shownotes.
Marcel 0:19:13
Genau, die Links sind in den Shownotes. Genau. Vielleicht nochmal so ein paar Worte zum Klaus Preisinger. Vielleicht kannst du mir einen ganz kleinen Schluck noch eingießen.
Heiko 0:19:23
Du merkst schon, dass der dir schmeckt. Soll ich riecht voll machen?
Marcel 0:19:27
Nee, nee, nee. Genau, wir sind bei Klaus Preisinger, der definitiv kein Unbekannter für dich und für, ich glaube, auch die Weinwelt. Der ist ja relativ bekannt und beliebt auch in Deutschland. Wir sind am Neusiedler See, also wie gesagt schon in Goiz, in diesem Dorf, wo auch relativ viele prominente Vertreter sind.
Heiko 0:19:47
Im Bogenland war das.
Marcel 0:19:48
Meinst du? Im Bogenland, genau. So eine Stunde Autofahrt von Wien entfernt, also so kann man sich so 60 Kilometer südöstlich, genau, umsetzen. Klaus Preisinger hat mit Blutdüngungen 20 Jahren angefangen, ungefähr 2000 rum. Wir hatten das letzte Mal nicht unbedingt eine Weindynastie schon gewesen seit Jahrzehnten, sondern der Vater hat eigentlich Sprungpferde gezüchtet und hatte als Nebengewerbe auch ein bisschen Wein. Also prinzipiell, der Klaus Preisinger ist sehr aktiv und macht auch einige Interviews, kann man sich anhören. Super interessanter Typ. Er sagt so, er hat jetzt nicht gestartet mit einem großen Weinberg, mit einem fertigen Keller und einem BMW, sondern musste sich das alles selber aufbauen. Er war in der Weinbauschule von Kloster Neuburg, das nördliche von Wien. Das sagt Wien auch was.
Heiko 0:20:35
Oder?
Marcel 0:20:35
Ja, das kann dir was sagen. Ich meine, in Deutschland kennen wir Geisenheim als die Schule für Wein. Und Geisenheim ist eher eine Hochschule und das ist eher quasi eine Schule. Also ein bisschen praktischer. Also es ist jetzt nicht, du studierst da nicht, sondern das ist jetzt eher so ein bisschen Ausbildungstyle.
Heiko 0:20:51
Da wirst du noch mit den Füßen den Weintrauben drin.
Marcel 0:20:56
Er kommt aus einer Zeit, wo es so einen Rotweidenrausch gab im Burgenland. Kommen wir ja nachher auch noch zu. Da war damals Bordeaux als Vorbild. Da wurden irgendwie viel Pinot Noirs gemacht. Merlot hat Klaus Preisinger auch in seinem Bestand. Es waren schwere Weine, es war viel Alkohol. Das war am Anfang seiner Entwicklung so präsent und hat sich dann quasi entwickelt von diesen schweren, konzentrierten Pinots im Holzausbau. heute hin eher zu leichteren, frischeren Weinen. Kommen wir später auch nochmal dazu. Blau-Fränkisch ist zum Beispiel so ein Steckenpferd von Ihnen, wo es eher so um Länge, Komplexität geht. Aber es geht immer ein bisschen leichter. Also wir sind nicht in der superalkohol-krasse Geschichte drin, sondern alles ein bisschen leichter.
Heiko 0:21:40
Macht er aber ausschließlich Naturweine oder auch nicht Naturweine?
Marcel 0:21:44
Er macht Naturweine. Wir hatten ja letztes Mal von Georgien gesprochen, hatten wir ja gerade erwähnt. Er baut halt am Vorn auch aus, also nicht nur. Aber er hat sich lustigerweise auch Quifris aus Georgien bestellt am Anfang. Und die kamen dann auf Stroh an, auf so einem LKW und waren dann direkt kaputt.
Heiko 0:22:03
Oh nein.
Marcel 0:22:04
Ich glaube, ich habe beim letzten Mal auch so eine Story erzählt, wenn man dann scheinbar aus Georgien sich am Vorn bestellt, ist das nicht immer gesagt, dass das klappt. Also zumindest zu damaliger Zeit. Heute ist er sehr vielseitig unterwegs. Das ist jetzt ein Affornwein. wir haben aber auch Beton, Eier, große und kleine Holzfässer.
Heiko 0:22:22
Werden die am Vor, ich weiß nicht, vielleicht weißt du das nicht, werden die am Vornehmung von ihm aber auch, du hattest original erzählt, dass die das quasi irgendwie in die Erde rein machen oder so, ist das bei ihm auch oder stehen die da schon in einem modernen Keller oder so?
Marcel 0:22:34
Das weiß ich nicht. Ich würde auch natürlich gerne mal vorbeifahren. Wie gesagt, er baut heute auch dann noch in anderen Sachen aus, er hat irgendwie einen kleinen und großen Holzfässer und Beton, Eier, Beton, Eier hat man vielleicht jetzt auch noch nicht so oft gehört.
Heiko 0:22:46
Beton, Eier?
Marcel 0:22:46
Also sehen wirklich aus wie Eier aus Beton, relativ groß. Die stehen dann so im Raum, die ich zumindest gesehen. Die Dinger haben jetzt keine so Ecken und Kanten und der Wein zirkuliert ständig in der Reifezeit sozusagen da drin und wird dadurch so frischer und fruchtiger. Generell ist er sehr experimentierfreudig. Er macht auch in einem kleinen Kreis so Weedwine, also so Wein mit Gras vergoren, aber eher so für Hobbyprojekte. Ja, ist halt ein ganz cooler Typ. Er hat damals bei Hans Nittnaus gelernt, das ist auch, ich weiß nicht, ob du den schon mal gehört hast, auch ein relativ bekannter Weinmacher, auch aus Goiz. Und ist seit 2003 in der Winzervereinung Pannobili, was wiederum jetzt ein bisschen der Brückenschlag ist zu den Römern, weil der Name ergibt sich quasi geografisch aus dieser Region dort. Das hieß nämlich damals die Pannonische Tiefebene und dementsprechend Pannobile ist quasi ein Teil davon, ist dann das, der Background und dann der andere ist eher so edel, so nobel, nobile, dass es eher so edle, noble Gewächse sind. Genau, diese Winzervereinigung haben sieben Gründer sozusagen. Oder es haben ein paar weniger Leute gegründet, aber der Klaus Preisinger ist dann später dazugekommen. Und unter anderem ist da auch Hans Nittenhaus drin und auch die andere Winzerin, die wir nachher, wo er später zukommt. Und Hauptziel ist es da die bogenländische Appellation, dass man das so ein bisschen etabliert. So ein bisschen wie so ein Hack im österreichischen Weinsystem, weil er darf ja nicht raufschreiben, von welchem Weinberg es zum Beispiel ist, weil es ja so ein strenges Weingesetz gibt, aber dazu kommen wir sicherlich auch noch zu. Ja, generell hat er heute 20 Hektar, so ungefähr wie die Binnenalster in Hamburg, kann man sich vielleicht ganz gut vorstellen.
Heiko 0:24:35
Da habe ich jetzt noch nicht so viel Wein gesehen, aber ja.
Marcel 0:24:37
Nee, ja, aber so von der Fläche. Genau, und hat halt so alle möglichen Rebsorten wie Blaufränkisch, Zweigelt, den vom Mint. Ich glaube, da muss man, glaube ich, auch ein bisschen mehr mal probieren von dieser Rebsorte.
Heiko 0:24:49
Ja, das sagt mir erst mal gar nichts. Also vielleicht hatte ich den schon mal unwissentlich, aber da klingelt es jetzt nicht. Wie irgendwie so Zweigelt, da habe ich auch schon ein bisschen Gefallen dran gefunden gehabt zuletzt.
Marcel 0:24:58
Wir werden auch nochmal später dazu kommen.
Heiko 0:25:00
Okay.
Marcel 0:25:01
Ja.
Heiko 0:25:01
Okay, ja spannend. Also wie gesagt, ich muss glaube ich, also vielleicht auch am Ende der Folge den nochmal probieren, so nach den anderen irgendwie. Also mega spannend auf jeden Fall, der Wein. Das kann ich nicht leugnen. Bin noch nicht hundertprozentig sicher, ob er mich total abholt.
Marcel 0:25:16
Ich bin Fan von diesem Wein.
Heiko 0:25:19
Das merkt man. Und das ist cool, das finde ich gut. Zurück zu Lenz Moser. Der hatte sein System zwar bereits so in den 20er und 30er Jahren halt etabliert, aber es dauerte so ein bisschen, bis ich das wirklich durchsetzte. Im Prinzip erst so nach dem wirklich katastrophalen Winter 1956, 1957, der einfach viele auch Altbestände zerstörte. Da setzte sich dann die Hochkultur so in Österreich praktisch flächendeckend durch.
Marcel 0:25:40
Das wäre einfach ein kalter Winter.
Heiko 0:25:41
Genau, also wirklich sehr, sehr, sehr, sehr kalt. Also generell nicht nur in Österreich und auch Deutschland. Ich weiß nicht, ob es ganz Europa war. Man kennt das auch tatsächlich die älteren Hörerinnen. Aber so auch in Deutschland, der deutsche Winter 1956, das muss wirklich hart gewesen sein. Aber da setzte sich eben diese Hochkultur endlich durch, weil sie sich wirklich als widerstandsfähiger, auch ertragreicher und einfach effizienter erwies. Und so konnte dann die Umstellung auf die Lenz-Moser-Hochkultur zusammen natürlich mit dem einfach verstärkt möglichen Einsatz von Maschinen und auch dem zunehmenden Einsatz von Spritzmitteln und Düngern tatsächlich den Ertrag so zwischen den 50er und 80er Jahren dann, wir nähern uns jetzt so langsam der Zeit, um die es heute geht, um 150 Prozent steigern. Und das war einfach notwendig, denn die Nachfrage stieg wirklich weiter an. Schon in den 70er Jahren haben Winzer dann mehr und mehr Standorte zum Anbau genommen, die vor allem auch einfach zum Bestellen waren. Also man hat sich jetzt nicht irgendwie auf Standorte gestützt, die sich vielleicht besonders für guten Wein geeignet hatten, sondern im Prinzip auch hier wieder Masse statt Klasse. Alles, was irgendwie ging, wo halt was wuchs und wo Platz war, hat man einfach Wein angebaut. 1982 hat man in Österreich dann fast 500 Millionen Liter Wein produziert schon.
Marcel 0:26:44
Tatsächlich.
Heiko 0:26:45
500 Millionen. Und das war so viel wie die Ernten der beiden vorangegangenen Jahre zusammen. Also man hat da wirklich all in alles auf Wein gesetzt. Und um sich vielleicht mal eine Vorstellung zu machen, wie viel das ist, kannst du abschätzen, wie viel, sag ich mal, handelsübliche Badewannen man mit 500 Millionen Litern Wein füllen könnte?
Marcel 0:27:00
Boah. Wie viel sind denn so 40 Liter in einer? Gar nicht. 500 Millionen.
Heiko 0:27:12
Einfach schätzen. Ich glaube, da kann man gar nicht rechnen.
Marcel 0:27:18
10 Millionen Badewannen?
Heiko 0:27:20
Ganz so viel waren es nicht. 3,3 Millionen Badewannen voller Wein. Oder auch anders ausgedrückt, 200 olympische Schwimmbecken voll Wein hat man 1982.
Marcel 0:27:29
Es ist insofern krass. Weißt du zufällig, wie viel heute produziert wird?
Heiko 0:27:32
Weniger.
Marcel 0:27:34
Ja, tatsächlich. Letztes Jahr waren es 187 Millionen Liter 2024.
Heiko 0:27:39
Was immer noch viel klingt, aber wenn man es vergleichst es ja wirklich noch mal, also wirklich weniger als die Hälfte.
Marcel 0:27:43
Letztes Jahr war ein schwieriges Jahr, aber es ist quasi, hat sich ja reduziert um die Hälfte. Gerade bei den Zahlen sind, weil wir den Bezug mal gerade herstellen zu der Weinproduktion und was getrunken wird vielleicht. Was denkst du, wie viel Weinkonsum pro Kopf in den 80er Jahren war? Oder ist das was, was du auch mir erzählen wolltest?
Heiko 0:28:01
Das wollte ich dir jetzt gerade erzählen. War das wirklich auch dazugehört, weil man sich da auch verschätzt hat, weil es dann weniger war, als man dachte. Denn es gab quasi ein verhängnisvolles Problem. In den 70er Jahren gab es eine offizielle Studie, die den Pro-Kopf-Weinkonsum der Österreicher quasi in den nächsten Jahren prognostizieren sollte, damit man dann sich darauf einstellen kann. Und der lag leider völlig daneben. Man prognostizierte einen Pro-Kopf-Verbrauch von 56 Liter bis 1985, pendelte sich dann aber bei nur so 30 bis 35 Liter ein, also auch wirklich nur die Hälfte. Und ich glaube, da hat er sich auch bis heute so einigermaßen, zwischen den 90ern, heute weiß ich nicht mehr.
Marcel 0:28:33
Ich bin ja. Ja, aber vielleicht schätzt man, was wird denn heute getrunken? Also ich habe auch 30 bis 35, ich bin froh, dass wir da auf gleiche Sachen kommen, weil es gibt ja tatsächlich doch sehr unterschiedliche Ansätze.
Heiko 0:28:43
Ich würde sagen, dadurch, dass ja, also wir haben es ja auch vorhin schon kurz erwähnt, als wir über Wein in den Westen gesprochen haben, dass ich glaube, dass statistisch in der Alkoholkonsum tendenziell eher weniger wird als mehr. Deswegen wahrscheinlich sogar weniger, vielleicht sogar nur 20 bis 25 oder so.
Marcel 0:28:57
Ja, ganz schlecht. 26 Liter in Österreich. In Deutschland sind wir bei 22 Liter. und vielleicht nochmal nachgelagert, weil wir letztes Mal ein bisschen unsicher waren, wie das auch berechnet wird. Also ich meine, für Rom weiß ich nicht. Vermutlich ist man da jetzt nicht so ganz genau.
Heiko 0:29:10
Erstmal einen Zensus gemacht, alle so eine Umfrage gemacht.
Marcel 0:29:12
Aber prinzipiell rechnest du einfach genau das, was wird getrunken, wie viele Menschen leben, inklusive Babys und Leute, die nie einen Tropfen Alkohol trinken.
Heiko 0:29:21
Das heißt, es gibt welche, die einfach signifikant mehr trinken und welche, die gar nicht.
Marcel 0:29:24
Oder Weintrinker trinken vermutlich dann mehr. Das ist wirklich ein langer Durchschnitt.
Heiko 0:29:31
So oder so zeigt das aber, dadurch, dass man sich ja wirklich fast die Hälfte verschätzt hat, oder was heißt verschätzt, das war eigentlich wirklich eine Prognose und nicht nur eine Schätzung, hatte man halt einfach massiv überproduziert und jetzt kommt halt der angesprochene kapitalistische Marktmechanismus schon ins Spiel so, das kleine Einmaleins der Betriebswirtschaftslehre, Marcel, was passiert, wenn das Angebot höher ist als die Nachfrage?
Marcel 0:29:49
Dann wird es billig.
Heiko 0:29:50
Richtig, der Preis singt rapide und Weinhersteller waren dann irgendwie gezwungen, ihre Weine irgendwie zu verscherbeln, um einfach die Lager dann leer zu kriegen. Und dann kam eben das verhängnisvolle Jahr 1985, quasi die Stunde Null für Österreichs Weinwirtschaft, tatsächlich wie Klaus Postmann das auch nennt. Und meine Erzählung über den Skandal, der jetzt kommt und das Hauptthema unserer Folge heute ist, den möchte ich aber mit einem kurzen Audioclip beginnen, den wir kurz mal einspielen können. Von Marcel weiß ich, dass er natürlich französisch quasi auf Muttersprachen überrascht. Ist doch richtig, oder habe ich das richtig in Erinnerung? Kleiner Spaß natürlich. Für diejenigen unter euch, die wie wir zwei Badenhausen auch mehr dem französischen Wein als der französischen Sprache zugeneigt sind wahrscheinlich. Das war eine Szene aus der ersten Staffel der Simpsons, in der Bart zu einem Schüleraustausch nach Frankreich auf ein Weingut geschickt wird und dort unter sehr unmenschlichen Bedingungen sehr, sehr hart arbeiten muss. und dabei belauscht er eines Nachts die beiden Winzer, bei denen er untergekommen ist und sieht, wie sie Frostschutzmittel, vielleicht hast du es eben gehört, ein bisschen Antifries, haben sie so gesagt, in ihren Weingießen. Und immer wenn mein Glaube an Gott schwankt, sagt der eine dann zu seinem Kollegen, dann denke ich an das wunderbare Frostschutzmittel. Zu viel kann giftig sein, aber in der richtigen Menge gibt es dem Wein Schwung. Die Folge wurde erstmals 1990 ausgestrahlt und auch wenn sie jetzt in Frankreich spielt, ist es ziemlich klar, dass die Autoren wahrscheinlich mit ziemlicher Sicherheit von den Ereignissen in Österreich 1985 inspiriert gewesen waren.
Marcel 0:31:44
War ja oft so, oder?
Heiko 0:31:45
Genau, genau. Und der Skandal, der sich nämlich hier anwarte, hatte wirklich globale Ausmaße und beherrschte dann für einige Zeit wirklich internationale Schlagzeilen. Also es ist sehr, sehr, sehr wahrscheinlich, dass das jetzt kein Zuwärtsnur ist. Nur haben sie es jetzt halt nach Frankreich verlagert. Alles begann.
Marcel 0:31:58
Weil Europa ist halt für Amerikaner.
Heiko 0:32:01
Wein und Europa. Alles begann, wie wir auch im Cold Opener gehört haben, am 21. Dezember 1984. als nämlich ein unbekannter Mann, dessen Identität tatsächlich bis heute nicht geklärt ist, man weiß einfach nicht, wer das ist, eben in der Landwirtschaftlich-Chemischen Bundesanstalt im zweiten Wiener Gemeindebezug auftaucht, dem Lebensmittelprüfer so eine Flasche mit so einer Zähnsirup-artigen Flüssigkeit hinstellt und einfach sagt, das verwendet die österreichische Weinfeldscher-Szene. Ohne weitere Erklärung verschwindet er, lässt eben nur diese Rätsel auf der Probe zurück und.
Marcel 0:32:30
Der wurde auch nicht.
Heiko 0:32:33
Beschrieben. Weiß einfach nicht. Aber das war tatsächlich mehr oder weniger der initiale Hinweis, einen dann schon ja fast schon den größten oder einen der größten Lebensmittelskandale der Nachkriegszeit. Allerdings gab es bereits einen Monat vorher, November 1984, erste Anzeichen, denn da hatte ein Finanzbeamter im Burgenländischen, also auch schon im Burgenland tatsächlich, Eisenstedt eine recht ungewöhnlich hohe Anschaffung von einer Chemikalie namens D-Ethylen-Glykol bei dem Winzer Siegfried Tschieder bemerkt. Dieser Winzer hatte nämlich ungelogen versucht, diese Anschaffung von der Steuer abzusetzen. Also wenn schon, dann wenigstens da auch nochmal sparen. Und die Behörde fragte sich schon irgendwie, was ein Winzer eigentlich mit so viel Diethylenglykol machen sollte. Und er speicherte dann auch den Verdacht ab, aber es geschah erstmal gar nichts. Und erst dieser mysteriöse Tippgeber dann im Wiener Labor setzte Ende Dezember dann so die ersten Analysen in Gang. Doch ein offizielles Testverfahren für Diethylenglykol, das musste auch noch erst entwickelt werden. Es dauerte deswegen noch weitere Monate, bis die Wissenschaftler wirklich einen Nachweis anfertigen könnten. Und dann fand man tatsächlich recht bald die ersten Nachweise von eben diesem Stoff, die Ethylenglykol in Wein, die im freien Verkauf waren. Aber was ist die Ethylenglykol überhaupt? Ich hoffe wirklich, ihr erklärt das jetzt einigermaßen richtig. Also falls jetzt Chemiker oder Chemikerinnen zuhören.
Marcel 0:33:52
Ich mag ja Chemie sehr gerne.
Heiko 0:33:53
Okay, das ist gut. Korrigiere mich gerne. Ich bin bekanntermaßen ein Geisteswissenschaftler und habe Chemie auch zugegebenermaßen in der Oberstufe abgewählt, als es möglich war. Aber De-Ytylen-Glykol ist ein zweiwertiger Alkohol mit der Summenformel C4H10O3, der ja vor allem so als Rohstoff für Polyesterhart dient und auch gelegentlich so als Feuchthaltemittel in Tinten oder auch Klebstoffen eingesetzt wird. Und weil wohl, also so nach meiner Recherche, wie gesagt, ich bin kein Chemiker, weil wohl Gemische aus D-Ethylenglykol und Wasser einen recht niedrigen Gefrierpunkt und auch einen höheren Siedepunkt als reines Wasser aufweisen, nutzt man das D-Ethylenglykol auch in so Brems- und Hydraulikflüssigkeiten und eben auch schon in den Simpsons angesprochenen Frostschutzmittel. Aber hier muss man ein bisschen sagen, dass die Medien, in Anführungsstrichen, und auch die eben genannte Simpsons-Folge recht schnell eben von Frostschutzmitteln im Wein gesprochen hat. Obwohl wohl in der Regel da eher der chemisch verwandte Stoff Ethylenglykol im Unterschied zu Diethylenglykol verwendet wird. Auch wenn es trotzdem auch teilweise im Frostschutzmittel ist. Aber das hat sich dann relativ schnell eben, ist natürlich irgendwie ein bisschen knackiger, wenn man drüber berichtet, irgendwie so Frostschutzmittel im Wein, als immer zu erklären, da ist irgendwie Diethylenglykol im Wein. Einerlei. Die entscheidende Frage lautet natürlich trotzdem, egal ob es jetzt Ethylenglykol oder Dethylenglykol ist, warum zum Teufel sollte irgendjemand überhaupt auf die Idee kommen, eine Industriechemikalie wie Dethylenglykol in den Wein zu mischen? Was war für die Winzer daran zu verlocken? Hast du da irgendwie eine Idee? Kannst du dir das vorstellen?
Marcel 0:35:20
Ja, weil das Zeug ein bisschen süß schmeckt, sicherlich. Und damit irgendwas nochmal gepimpt würde, was vielleicht den allgemeinen Geschmack eher getroffen hat.
Heiko 0:35:31
Genau, Dethylenglykol ist quasi eine wirklich farblose und auch nahezu geruchlose, recht zähe Flüssigkeit mit einem, wie du schon sagtest, süßlichen Geschmack. Und die Nachfrage in Österreich und Deutschland war, wie ich ja auch gesagt habe, vor allem nach süßem Wein sehr hoch. Aber gerade diese erwähnte Massenproduktion auf weniger brauchbaren Böden und auch das eher kühlere Klima und so, das machten den Reben eigentlich schwerer, wirklich gute, hochreife Trauben mit einem entsprechend hohen Zuckergehalt dafür zu produzieren. Und so sorgte dann außerdem dieses Diäthylenglykol auch für so charakteristische Kirchenfenster, nennt man das. Kennst du den Begriff?
Marcel 0:36:04
Nee, also du meinst jetzt, Kirchenfenster kenne ich auch.
Heiko 0:36:07
Also jetzt nicht im Sinne von echten Kirchenfenster, sondern im Sinne von Wein. Hast du davon schon mal gehört?
Marcel 0:36:12
Nee.
Heiko 0:36:12
Okay, das ist cool, weil ich habe dir ein Bild mal mitgebracht. Ich habe ehrlicherweise nach Folge 1 überlegt, ob ich dich überhaupt nochmal Bilder beschreiben lassen soll. Ich suche zum Beispiel nach wie vor vergeblich, wo du auf diesem Wandbild von Popé deinen Hund gesehen haben willst. Ich sehe ihn nicht. Aber lass uns es trotzdem noch probieren.
Marcel 0:36:28
Der war unten. Der war unnötig.
Heiko 0:36:30
Lass uns es trotzdem mal probieren. Ich gebe nicht auf. Ich verspreche auch, dass du heute keine Erektion beschreiben musst. Aber beschreib doch gerne, was du auf dem Bild siehst, Marcel. Und ja, wie immer in den Shownotes auch verlinkt. Und falls es eure Podcast-App unterstützt, dann wird es vielleicht auch gerade bei euch direkt angezeigt.
Marcel 0:36:45
Ja, die meisten unterstützen. Ich glaube, so rein von den Statistiken der Zuhörenden, glaube ich, unterstützen es relativ viele. Bei Spotify nicht. Wer jetzt bei Spotify ist, kann gerne auch mal einen anderen Player ausprobieren.
Heiko 0:36:57
Oder die Shownotes nutzen.
Marcel 0:36:58
Ich schon. Es ist ein Weinglas mit einer Flüssigkeit drin, schwarz-weiß. In der Mitte gibt es irgendwie so ein gelbes, irgendwas geartetes. Darum geht es glaube ich nicht. Das ist vom Glas wahrscheinlich. Aber es gibt so eine Schlieren am Glasrand. Das meinst du wahrscheinlich mit Kirchenfenstern. So diese Schlieren, ja.
Heiko 0:37:19
Genau, als Kirchenfenster bezeichnet man nämlich Schlieren oder Tröpfchen oder auch Tränen nennt man das in dem Fall eigentlich, die sich so an der Innenwand eines Weinglases nach dem Schwenken bilden. Also wenn man das so schwenkt.
Marcel 0:37:28
Ja, jetzt haben wir natürlich gerade nichts mehr drin. Bei dem sowieso nicht.
Heiko 0:37:32
Weil wohl gerade so bei recht teuren Spätlesen wandern diese Tränen in einem recht bestimmten Bogen am Glas hinab. Das heißt, wenn man so eine visuelle Probe macht, ob das ein guter Wein ist, dann würde man das erkennen und offensichtlich ist das so, dass das eben durch die Ethylenglykol auch genau so passiert und man das deswegen so ein bisschen faken kann. Weil hinzu kommt, dass die Güteklasse eines Weines, also seine Einstiefungen in Prädikatsstufen wie eben Spätlese, Auslese, Bärenauslese, das wird anhand des Mostgewichts zum Zeitpunkt der Lese bestimmt. Das heißt, dieses wird so in Oechsle bzw. Klosterneuburger, da hatten wir das ja eben schon, Klosterneuburger Mostwaagegraden, KMW gemessen und gibt quasi den Aufschluss über den Zuckergehalt des Mosts. Ich hoffe, dass du das vielleicht sogar noch ein bisschen besser erklären kannst. Jedenfalls je höher die Oechsle bzw. Kmw-Zahl, desto mehr Zucker ist eigentlich vorhanden und desto höher fällt auch die Prädikatsstufe aus. Aber der Extraktgehalt, also die nicht flüchtigen Inhaltsstoffe, sowas wie Mineralien, Phenole, Säuren, was da alles noch drin ist, das liefert eben zusätzliche Informationen über diese Substanz und die Fülle eines Weins. Und hätte man also nur so minderwertigen Most einfach so mit Zucker angereichert, um den süßer zu machen, was übrigens in der Geschichte des Weinpanschens sehr, sehr üblich war, man machte das relativ häufig, einfach ein bisschen Zucker zusetzen, dann würde aber dieser Extrakt mit den anderen Stoffen nicht im gleichen Maß wie der Zucker mitwachsen und das würde bei einer genauen Analyse, auffallen und dann würde der Betrug entlarvt. Aber die Ethylenglykol eben war wie gesagt zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht nachweisbar bzw. wurde einfach nicht geprüft und deswegen konnte man das dafür nutzen statt Zucker.
Marcel 0:38:59
Das ist wie Doping.
Heiko 0:39:00
Im Prinzip ist es wie Doping.
Marcel 0:39:02
Schade, ich hätte auch noch einen Wein gehabt, der einen passenden Namen gehabt hätte.
Heiko 0:39:06
Heißt, es gibt einen Wein, der Doping heißt?
Marcel 0:39:08
Dope. Aber tatsächlich auch vom Preisinger.
Heiko 0:39:11
Ich hoffe, er hat keinen Diethylenglykol.
Marcel 0:39:15
Aber also ich meine, apropos Doping gleich wahrscheinlich im Weinen noch, nee, aber das Zeug ist doch auch giftig, oder?
Heiko 0:39:23
Absolut, absolut, da komme ich auf jeden Fall gleich noch dazu. Grundsätzlich, aber wie gesagt, erstmal, die Ethylene Glykol schmeckt zwar süßlich und verleiht dem Wein so eine begehrte, ölige Konsistenz und eigentlich auch so generell so mehr sensorische Fülle sozusagen, aber er hinterließ eben in den standardmäßigen Kontrollen zumindest keine Spuren. Und theoretisch hätte so eine sorgfältige Prüfung natürlich feststellen können, dass auch die sensorische Süße nicht mit der Höhe der KMW-Zahl übereinstimmt und so weiter. Aber, und das kommt jetzt auch dazu, das ganze System war ziemlich korrupt und auch unterbesetzt. Zu viele Winzer, Händler, Prüfer, die alle profitierten einfach von der Täuschung. Und der Staat hatte ein Interesse an so einer florierenden Weinwirtschaft, weil das ist halt auch Einnahmen, Bruttoinlandsprodukte und so weiter. Da schaute man also auch von Staats wegen her einfach noch nicht so genau hin. Zu den späteren Verurteilten zum Beispiel gehörte auch ein Bürgermeister, der davon profitierte oder auch ein Chef eines offiziellen Testinstituts, der einfach mit mehreren 10.000 Schillingen bestochen wurde, damit er so mit mindestens 300.000 Liter verfälschten Wein einfach so sein Approval gibt, ohne da mal groß hinzugucken. Ich will jetzt niemandem sagen, er wusste, dass da irgendwie giftiger Stoff drin ist. Vielleicht war das nicht jedem Beteiligten so vollständig bewusst, dass da jetzt mit Chemikalien gepanscht wurde. Aber es war zumindest offensichtlich, dass viel zu leichtfertig oder auch oft unter Zuhilfenahme von Bestechungsgeldern eben dafür gesorgt wurde, dass einfach der Titel Prädikatswein vergeben wurde. Außerdem, und das kommt auch noch dazu, erhielten Winzer zwar, wenn dann so ein Wein geprüft wurde, nach ihrer Ernte so ein offizielles Dokument, dass so Mängel und Qualität…
Marcel 0:40:47
Also vor diesem Skandal war das schon…
Heiko 0:40:48
Genau, auch das schon. Auch da theoretisch nur, dass halt nicht so ganz genau geprüft wurde und nicht ganz genau hingeschaut wurde, aber es gab schon auch da natürlich Gesetze und Regeln, die halt nicht eingehalten wurden. Und es war eben so, dass wenn es dann mal geprüft wurde, erhielt man ein offizielles Dokument eben, das Menge und Qualität sehr, sehr genau deklarierte, aber viele Winzer, die ihre Prädikatsweine so dann eher teils schwarz an Privatkunden oder auch Gastwirte verkauften, also gar nicht so über den ganz großen offiziellen Wege, die benötigten dann diese Zeugnisse nicht und verkauften sie stattdessen unter der Hand einfach an die Warnhändler weiter, die sie dann an verpanschten Billigweinen einfach dazu packten und sagen, ich hab hier Panschwein, kauf mir für billig so ein Dokument von einem wirklich vernünftig getesteten Wein und sagt, guck mal, mein Wein wurde getestet und so konnten dann eben auch quasi offensichtlich gepanschte Glykolweine mit amtlichen Gütesiegeln versehen werden und, am Ende konnte so der Preis einfach tatsächlich gesteigert werden, weil man ja quasi veredelte, so Billigwein machte man nicht nur geschmacklich süßer.
Marcel 0:41:41
Sondern dadurch eben, genau.
Heiko 0:41:43
Genau, der konnte quasi von 3,5, 3 Schilling 50 pro Liter auf bis zu 20 Schilling pro Liter versechsfacht werden, der Wert. Das klingt erst mal nicht viel. Damals waren das quasi von 25 Cent pro Liter auf 1,45 Euro. Aber inflationsbereinigst ist das auch nochmal so 2, 3, 4 Euro oder so pro Liter im Fall.
Marcel 0:42:03
Ist teurer quasi. Konntest du mehr verkaufen. Mit ein bisschen… Doping klingt…
Heiko 0:42:09
Aber du hast es eben schon gesagt, die Ethylenglycour ist einfach wirklich hochgiftig. Also nicht nur… Ja, ist nicht so cool, weil… Wie man vielleicht mal ein bisschen was einhört. Das ist wirklich hochgiftig. Schon 10 bis 14 Gramm pro Liter können zumindest für geschwächte Personen lebensgefährlich sein, indem sie Leber, Nieren, auch Gehirn schädigen. Tatsächlich fanden sich in ersten Proben in Österreich rund 16 Gramm pro Liter, also schon das ab 10 bis 14 ist schon giftig und wirklich gefährlich und schon in den ersten Proben hat man es 16 gefunden und es gab später sogar Bärenauslesung bis zu 48 Gramm pro Liter Diäthilenglykol, also Mengen, die bei Vorerkrankten wirklich tödlich wirken könnten.
Marcel 0:42:48
Krass.
Heiko 0:42:48
Zum Glück, offensichtlich muss man sagen, scheint es zumindest zu keinen Todesfällen. Man weiß es nicht.
Marcel 0:42:52
Oder was?
Heiko 0:42:53
Genau, also zumindest kann man es nicht nachweisen oder so, aber es scheint jetzt nicht so zu sein, dass wirklich jemand gestorben ist oder wirklich ernsthaft geschädigt wurde. Aber ja, angesichts dieser Wert und auch dieser ganzen potenziellen Gefahren beginnt jetzt quasi fast schon der eigentliche Skandal oder vielleicht der zweite Skandal innerhalb dieses Skandals oder so, weil es dauerte noch extrem lange, bis dann österreichische und dann auch deutsche Behörden eigentlich wieder besseren Wissenseingriffen. Also man wartete, obwohl man es schon frühzeitig wusste, noch relativ lange, bevor man dann wirklich die Weine aus den Regalen genommen hat. Aber ich würde auch sagen, dazu vielleicht gleich noch mal ein bisschen mehr.
Marcel 0:43:29
Ich werde da gar nicht richtig mit fertig, weil… Also, das ist ja jetzt irgendwie eine krasse Nummer. Also wenn du sagst, das ist ja dann schon an der tödlichen Dosis dran. Ich kann mir ehrlicherweise kaum vorstellen, dass da nicht was passiert ist.
Heiko 0:43:43
Also du musst ein bisschen für wirklich auch vorerkennen. Also wirklich ein gesunder, fitter Mensch würde davon wahrscheinlich jetzt nicht tot umfallen. Aber wenn du Pech hast, wirklich… Dann wird es richtig dreckig dann.
Marcel 0:43:52
Oder?
Heiko 0:43:54
Also es scheint viel ein bisschen Glück im Unglück da auch gewesen zu sein, dass zumindest nicht die…
Marcel 0:43:58
Oder man hat einfach gesagt, das hat ja eher gesoffen. Oder man konnte es am Ende.
Heiko 0:44:01
Ja genau, kann natürlich sein, weil es wurde ja jetzt auch nicht irgendwie groß dann wahrscheinlich auf die Ethylenglykol getestet, wenn jemand irgendwie umgefallen ist.
Marcel 0:44:08
Das macht mich schon richtig sauer. Also ich kannte jetzt so den groben Kontext, aber das war ja wirklich dann systematisch. Das haben viele Leute unterstützt. Also klar, man kann ja mal sagen, das ist ja keine Verschwörungstheorie, wo alle wissen und das ist ja immer ein großes System, da sind Leute, die wissen es und dann ignoriert man es weg. Dann gibt es welche, die fragen dann vielleicht nicht genau. Es gibt ja genug Skandale, die irgendwie so Ketteneffekte sind. Okay, aber wie lange haben die jetzt da gewartet? Oder kommen wir gleich nochmal zu?
Heiko 0:44:40
Genau, dazu kommen wir gleich noch. Ich weiß nicht, vielleicht zur Beruhigung, weil wenn du gerade so aufgeregt bist, nimmst du mal einen Schlitt Wein oder so?
Marcel 0:44:46
Ich weiß nicht, ob ich da… Genau, du könntest jetzt mal den nächsten aufmachen, und zwar Korea. Wir trinken den nächsten Räuernschwein, aber nicht aus Asien, sondern wir aus Goiz. Ah ja, bitte. Ah, das war ein schöner Bling. Und der Tisch ist voll mit diverser Technik und Getränken.
Heiko 0:45:05
Korea, aber mit Doppel-A geschrieben, sehe ich hier richtig?
Marcel 0:45:09
Genau, mit Doppel-A. Da sage ich gleich nochmal was dazu.
Heiko 0:45:12
Aber das Etikett, also das sieht sehr schön aus. Genau, und schon aber auch koreanisch. Also es heißt nicht zufällig Korea auf sich, oder? Also es sieht schon auch asiatisch hier aus, das Gebäude da hinten.
Marcel 0:45:26
Das wäre so ein bisschen…
Heiko 0:45:27
Meinst du, das sind die österreichischen Alten?
Marcel 0:45:29
Das ist ja sehr flach. Ja.
Heiko 0:45:33
Ich finde das Gebäude da hinten sieht nach so asiatischer Architektur aus mit diesen geschwungenen Dächern.
Marcel 0:45:40
Erinnert mich auch mehr an Heidi-mäßig. Und Heidi ist ja dann auch wiederum Naja.
Heiko 0:45:45
Das ist nicht in Korea, Heidi.
Marcel 0:45:47
Ja, aber aus Japan.
Heiko 0:45:48
Nein. Achso, du meint die Zeichnungen? Das weiß ich als ich gar nicht.
Marcel 0:45:52
Das war so ein Reimport.
Heiko 0:45:53
Aber es spielt nicht in Japan, Heidi.
Marcel 0:45:55
Nein, es spielt in der Schweiz, aber das ist eher quasi der Blick. Ja, also ein Orange Wine. In der Light-Variante. Ich weiß nicht, von der Farbe her.
Heiko 0:46:06
Der ist auch Light, also wirkt auch wie eine Light-Variante farblich. Also er wirkt schon trotzdem wie ein Apfelsaft, aber man kann mehr so durchschauen.
Marcel 0:46:13
Der ist nicht mit Trüben. Pissig Goldgelb.
Heiko 0:46:16
Das hast du dir jetzt gesagt. Das ist toll. Der schmeckt aber gut.
Marcel 0:46:21
Also von der Nase. Komplett der andere war so sehr exotisch. Nicht ganz so Expressiv.
Heiko 0:46:27
Das hast du gut ausgenommen. Nicht ganz so expressiv. Er riecht schon, klar, aber der andere war ja wirklich so eine Explosion in der Nase.
Marcel 0:46:35
Nee, ich finde der ist gar nicht so zugänglich. Also, Also schon was Würziges im weitesten Sinne. Vielleicht ein bisschen wieder so ein bisschen was Warmes, was ich, glaube ich, auch schon mal gesagt habe. Vielleicht so ein bisschen sommerlicher. Aber ich finde, ja, der ist nicht so ganz. Ja, so ein bisschen vielleicht Citrus auch, aber so leicht.
Heiko 0:47:04
Ja, bei der Nase tue ich mich auf den Ränen ein bisschen schwerer. Gerade bei der anderen war deutlicher.
Marcel 0:47:10
I love it.
Heiko 0:47:14
Also ich finde auch geschmacklich geht er jetzt nicht in eine komplett andere, ist schon auch eine ähnliche Richtung, aber ich finde nicht ganz so offensiv. Deswegen finde ich den glaube ich sogar also vielleicht liegt es auch daran, dass ich jetzt den anderen schon getrunken habe, wir bauen ja jetzt auch ein bisschen aufeinander auf Aber auch da fürchte ich nicht meinen Lieblingswein sozusagen jetzt mein neuer.
Marcel 0:47:30
Aber Der ist frisch, fruchtig Ich finde so ein klein, also er hat so ein bisschen was weiß ich so, als fruchtstelle ich ein bisschen Birne oder sowas, vielleicht so ein bisschen quitte. Also ich finde den auch rund. Wie gesagt, der ist ja auch ein bisschen säurebetonter wie der andere auch.
Heiko 0:47:50
Ja, ich glaube, das war das, was ich jetzt meine. Weswegen ich dachte, dass der so ein bisschen in die Richtung geht, weil die Rastron-Rest ist jetzt nicht so krass zitrussig oder so, aber schon diese Säure ist das, was der sehr vergleichbar ist.
Marcel 0:48:00
Mhm. Ja, also ich, also das für mich haben beide bisher so ein bisschen was Zechweinmäßiges. Also ich finde, der ist jetzt nicht, der geht jetzt nicht in den Kopf im Sinne von der ist super anstrengend oder so. Das ist irgendwie so ein schönes sommerliches Getränk. Wie gesagt, du bist ja etwas verhalten, was das Thema Naturwein angeht. Keine Angst, wir werden das auch nicht in jeder Folge machen.
Heiko 0:48:22
Nee, aber ich war deswegen umso überraschter in der letzten, in der ersten Folge, dass der Georgische mir überraschend gut geschmeckt hatte. weil eben nicht so, ich finde, der schmeckt tatsächlich, beide schmecken wieder ein bisschen typischere, also wie ich Naturwein auch in Erinnerung hatte, wo ich noch nicht so ganz den Zugang gefunden habe, aber das war bei den Georgischen in der ersten Folge nicht so.
Marcel 0:48:39
Also generell ist in diesem, wir hatten eben die Rebsorten schon, hier haben wir einen gemischten Satz, ich weiß nicht, ob du den Begriff schon mal gehört hast. Es gibt ja, also Cuvée kennst du, ne? So, man kippt mehrere Weine sozusagen. Zusammen und macht dann, ja, also kippen zusammen ist jetzt ein bisschen Aber so, man hat fertigen Wein und mischt den dann. Und beim gemischten Satz hast du unterschiedliche Rebsorten im Berg selbst, also im Weingarten. Und die wachsen alle zusammen. Und dann werden sie auch zur gleichen Zeit gelesen.
Heiko 0:49:11
Das heißt, das ist quasi anders als bei einem Cuvée, wo es wirklich zwei verschiedene Weine, in Anführungszeichen, zusammengegeben. Es ist eher so, alle die verschiedenen Rebsorten werden von Anfang an gleichzeitig mitverarbeitet.
Marcel 0:49:21
Genau. Und auch zu einem Erntezeitpunkt geerntet. Obwohl die halt unterschiedliche, sage ich mal, ideale Reifepunkte haben. Also jetzt in dem Fall ist zum Beispiel der grüne Feldliner drin, der sehr häufig in Österreich vertreten ist. Ein Neuburger. Wir haben die Scheurebe wieder. Vielleicht ist es deswegen auch, was mich so ein bisschen positiv triggert.
Heiko 0:49:40
Du meinst ja schon, Scheurebe ist so einer deiner Favoriten.
Marcel 0:49:42
Wir haben Weißburgunder drin, Welchrieslingen, sogar ein Zweigelt. Also wir haben halt wirklich die unterschiedlichen Sorten. Und vielleicht nochmal das Entscheidende beim gemischten Satz. ich weiß irgendwie letztens auch, ich weiß nicht, ob das eine Studie gewesen oder so, es wurde auch mal versucht, quasi in so einem Fall dann alle zu einem, idealen Reifezeitpunkt zu ernten. Also du hast halt mehrere Reben drin und dann versuchst du quasi zu optimieren, okay, der jetzt irgendwie im September, der 20. ist ja fertig, der andere ist irgendwie vielleicht erst Anfang Oktober fertig und so. Und am Ende kam ein schlechterer Wein raus, als einfach den gemischten Satz wirklich zu dem gleichen Zeitpunkt zu ernten, weil du hast halt welche, die sind ein bisschen reifer, welche, die sind nicht so reif und dementsprechend ergibt sich daraus eigentlich eine ganz interessante Mischung, die natürlich sehr viel spannender und beliebender ist, als wenn du quasi alle ideal lesen würdest.
Heiko 0:50:35
Du meinst jetzt aber eben, da ist Zweigelt drin? Weil das ist eigentlich eine Rotweinrebsorte. Das heißt, es ist tatsächlich einfach weiß und rot gemischt.
Marcel 0:50:42
In dem Falle ist es da auch mit drin.
Heiko 0:50:45
Das wusste ich auch gar nicht, dass das üblich ist.
Marcel 0:50:49
Ich habe noch gar nicht gesprochen, von wem der Wein eigentlich ist. von der Judith Beck. Genau, das wird alles in der Riede, man sagt in Österreich ja nicht Lage, sondern Riede, von Hand gelesen. Und der Wein ist drei, vier Tage auf der Maische. Also Maische nochmal als Begriff. Also man erntet und man hat dann noch quasi Schalen und die Kerne sozusagen da mit drin. Und dementsprechend haben wir jetzt dann nicht den klassischen Weißen, deswegen Orange. Und der wurde danach gepresst und dann kam ein Holzfässer und wurde spontan vergoren. Das ist ja auch eher so typisch, nicht unbedingt nur typisch Naturwein. Das haben wir auch in anderen Fällen. Ich denke mal, die nächsten Folgen werden wir da auch nochmal hinzukommen. Spontanvergoren heißt, du gibst keine Reinzuchthefen, sondern du nutzt die Hefen im Wein aus dem Keller und so weiter.
Heiko 0:51:34
Ist das typisch für Naturwein oder ist das auch bei Nicht-Naturweinen?
Marcel 0:51:38
Wir haben auch deutsche Prädikatsweine, die spontanvergoren sind. Da kennst du auch einige Kandidaten. Und dann für circa sechs Monate auf der Hefe ausgebaut und ein kleines bisschen geschwefelt. Das ist ja ein bisschen so der Punkt. Die Schwefelung ist ja quasi das, was auch den Naturwein ausmacht. Kein Schwefel oder wenig Schwefel. In der wurde so ein bisschen geschwefelt.
Heiko 0:51:57
Ist das, wenn so quasi enthält Sulfite auf der Flasche steht?
Marcel 0:52:00
Ja, genau. Generell Judith Beck macht wenig Interventionen, also macht da nicht große Eingriffe. Ist uninfiltrierter Wein, sieht man auch, aber der ist sehr viel klarer als der, den wir eben hatten. Auch wieder nicht sehr viel Alkohol, 11,5 Prozent. Ich glaube auch, das funktioniert wieder so schön im Sommer. Wir liegen bei 15,90. Ich finde ihn schön, bunten Wein. Wie heute kommen wir nicht ganz Nee.
Heiko 0:52:25
Ich glaube es ist wirklich auch eher, ich weiß gar nicht, ob es das jetzt in Natur, oder vielleicht sind sie beide auch vielleicht einen Tick zu sauer, also die Säure, also oder es ist jetzt, ich habe jetzt per se nichts gegen Säure, vielleicht auch die Säure, ich kann es dir noch nicht ganz sagen, also es schmeckt schon, aber ich glaube, also ich würde sowieso nicht alleine in der Flasche machen, nicht das jetzt aber eher ertrinken, aber ich weiß nicht, also so ein Gläschen, okay, aber ich glaube, das nächste Glas hätte ich dann wahrscheinlich gesagt, jetzt würde ich vielleicht auch einen anderen probieren.
Marcel 0:52:49
Kommen wir nochmal zum Namen, Korea. Warum heißt der Korea? Der offizielle Name der Lage bzw. Riede ist Fürstliches Predium. Aber seit den 50er Jahren wurde es von diesen Goizern, von diesen, von den Goizern, nur Korea genannt. Angeblich, weil es am weitesten weg ist. Und dann, wenn du da hinfährst, dann kannst du ja gleich nach Korea fahren.
Heiko 0:53:12
Ah. Und mit Doppel-A war das irgendwie, weiß ich nicht, so einen österreichischen…
Marcel 0:53:17
Naja, also ich habe ja… Also ich bin ja, nee. Also wir… Ich glaube, ich habe das vorhin auch schon mal erwähnt bei Klaus Preisinger, der darf ja nicht draufschreiben, woher das ist, aus welcher Lage das ist, weil, da kommen ja Verkoster vorbei, probieren das und wenn das jetzt nicht den Sachen entspricht, dann darfst du ja nicht aufschreiben, das ist jetzt irgendwie ein Prädikatswein, der kommt aus der Lage, darfst du nicht. Dementsprechend sind beide jetzt in der Situation, dass sie sich natürlich etwas ausdenken müssen, kreativ, um quasi trotzdem einen Bezug herzustellen zur Lage. Und in dem Falle darf man nicht fürstliches Prädium draufschreiben. Man kann Korea sagen, ich weiß nicht warum das zweite A, vielleicht ist das nochmal so ein bisschen, erstmal nochmal quasi wie so ein I-Tüpfelchen.
Heiko 0:54:04
Das ist so ein Doppel-A-Prädikat sozusagen. hängen.
Marcel 0:54:08
Ja, also es ist so ein bisschen schade, weil das sind beides super coole Weinmacher, aber durch das österreichische Weingesetz bist du verflucht, das nicht raufzuschreiben.
Heiko 0:54:18
Ja, das ist wahrscheinlich so ein bisschen wie so deutsches Reinheitsgebot beim Bier. Wenn du da irgendwie Craft-Biere machst und da so ein bisschen rumexperimentierst, kannst du das nicht mehr raufschreiben. Du kannst natürlich trotzdem, also da ist es glaube ich in Österreich schon, weil jetzt kannst du nicht sagen, es ist aus kontrolliertem Anbau oder es ist ein österreichischer Wein oder so, solange du halt nicht, wenn du halt irgendwie ein bisschen was anderes machst und die beiden scheinen ja sehr, ein bisschen experimenteller zu sein oder so ein bisschen experimentierfreudiger und schon ist es nicht mehr offiziell quasi von den österreichischen Kontrolleuren.
Marcel 0:54:42
Ja, kommen wir nochmal zu Judith Beck und zum Background.
Heiko 0:54:45
Touché.
Marcel 0:54:49
Auch Judith Beck hat mit 19, 20 Jahren angefangen, also ähnlich wie wir es bei Klaus Preisinger hatten. Sie war auch auf der Weinbauschule Kloster Neuburg. Sie hat Praktika gemacht in Bordeaux, in Medoc, bei Costes Tonell, auch in Italien bei Breida und in Chile. war sie quasi unterwegs. Also sie hat auf jeden Fall ein bisschen was von der Welt gesehen und es war jetzt nicht nur in Österreich, hat sich angeguckt, wie es da funktioniert. Es war ein Gut vom Vater übernommen, war vorher ein konventioneller Betrieb gewesen, hat auch so 20 Hektar Anbaufläche. So haben wir jetzt ja schon mal so. Ich finde immer dieses Fußballfeld ein Hektar, ist ja immer so im Kopf. Ich finde das mit der Binnenalz, da konnte ich mir ganz gut vorstellen. Die hat irgendwie 17 oder 18.
Heiko 0:55:32
Aber glaubst du wirklich, dass, also können sich mehr Leute was mit der Binnenalster als mit dem Fußballfeld Ich kann das so. Ich glaube, die meisten können sich eher ein Fußballfeld vorstellen als die Binnenalster.
Marcel 0:55:45
Wenn man in Hamburg war, dann hat man das ja vielleicht schon mal gesehen, oder?
Heiko 0:55:48
Ja, wenn ich den Fernseher angemacht habe, habe ich auch ein Fußballfeld schon mal gesehen.
Marcel 0:55:51
Ja, aber da kannst du ja die Größe nicht wirklich vorstellen. Und das dann, oder mal 20 oder mal 100 oder mal, keine Ahnung. Ich glaube aber in Deutschland, das ist immer das Fußballfeld und das Saarland. Ich plädiere dafür, dass mir ein anderer Maß grüßen.
Heiko 0:56:08
Wie viele Fußballfelder passen ins Saarland, weißt du das? Wie viele Binnen als passen ins Saarland?
Marcel 0:56:14
I don’t know. Judith Beck, da waren wir ja stehen geblieben, ist auch auf jeden Fall eine der neuen Panubili-Wünzerinnen heute.
Heiko 0:56:21
Neun gibt es?
Marcel 0:56:23
Seit 2007 den Weingarten oder die Weingärten auch biodynamisch umgestellt. Das ist auch in der Gruppe Respekt. Sie macht einen großen Fokus auf jeden Fall das Thema Biodynamie und dass das alles im Weingarten auch, sustainable funktioniert. Sie vergärt in Edelstahltanks, hatten wir ja bei Klaus Preisinger gerade nicht, aber auch in Holzfässern. Und prinzipiell und das ist ein bisschen das Gegenteil von dem, was du jetzt vorhin erklärt hast, dass so ein bisschen, hier geht es eher darum, Mengen zu reduzieren. Nicht jetzt maximaler Ertrag.
Heiko 0:56:59
Hoffentlich.
Marcel 0:57:00
Sondern mehr Qualität, mehr Holz, minimaler Eingriff in den Wein. Das wird so, beschreibt so ein bisschen das, was Judith Beck auf jeden Fall macht. Jetzt die Frage, die Prädikatstufen hast du erwähnt. Wollen wir da jetzt nochmal reingehen?
Heiko 0:57:14
Ich glaube, das wäre gut, wenn man da nochmal so ein bisschen was erklärt. Ich habe jetzt auch mit irgendwelchen Begriffen wie Oechsle-Zahl und so um mich geworfen. in der Hoffnung, dass du vielleicht mehr dazu sagen kannst als ich, Antichemiker.
Marcel 0:57:26
Ja, also genau, es gibt diese Prädikatstufen, wie du schon gesagt hast. Man muss einfach mal einmal festhalten, also es ist auch nicht nur für Österreich so, sondern das ist eigentlich relativ ähnlich zu Deutschland. Also ich kannte eher auch das Prinzip von Deutschland vorher, aber es ist in Österreich ähnlich, wie halt immer. Es gibt so kleine, feine Unterschiede, die auch, ja, es ist halt einfach dann doch schon nochmal eine kleine eigene Welt. Es sagt aber nichts über die Qualität des Weins aus, sondern wie du gerade eben auch schon gesagt hast, also prinzipiell eigentlich nur, wie viel Zucker drin ist. Also wie viel Zucker ist im Most so, also Prädikat ist so, ja, also ist der Wein gut oder nicht, kannst du dann nicht sagen, wenn da irgendwie so ein Prädikat draufsteht. Das ist quasi eigentlich nur diese reine Feststellung des Zuckers.
Heiko 0:58:10
Also zumal, ich glaube, das muss man auch sagen, ist ja eh subjektiv, nur weil da Prädikatbein draufsteht. Du sagst schon, muss es nicht unbedingt gut sein, aber es muss auch nicht jedem schmecken, nur wenn man das irgendwie…
Marcel 0:58:20
Ja, ja. Wir hatten ja eben schon die Maische gehabt. Das hast du…
Heiko 0:58:25
Genau, also mit… Hast du mir erklärt und uns? Das ist also so mit Schalen und Kern und so weiter, alles noch drin.
Marcel 0:58:31
Genau, und jetzt gehen wir ja vom Most aus. Das hast du ja auch schon benutzt als Wort. Der Most ist aber jetzt ohne die Schalen und so weiter, sondern einfach der frisch gepresste Saft aus den Weintrauben, bevor die alkoholische Gärung beginnt. Also quasi der Rohstoff für die Weinherstellung, kann man sich so vorstellen. Und in dem Most ist jetzt Saft so drin. Dann mit Zucker haben wir da drin. Das ist das, was wir jetzt eigentlich messen wollen, nämlich Glucose, Fructose. Wir haben da Säuren drin, so Weinsäure, Apfelsäure und sowas.
Heiko 0:58:59
Und der Zucker macht, soweit ich es richtig verstanden habe, vielleicht ist es jetzt auch komplett falsch. Es soll ja nicht nur süßer machen, sondern auch irgendwie die Gärung und Alkoholproduktion anregen.
Marcel 0:59:07
Also wenn du einen trockenen Weißwein trinkst, willst du möglichst viel von dem Zucker gären lassen, sodass daraus Alkohol wird. Genau, dann haben wir noch Aromen, mehr Mineralstoffe drin, Gärbstoffe, bei roten Trauben natürlich mehr, Gärstoffe so. Und das ist der Most, einfach um das jetzt nochmal so festzustellen. Also wir haben, vor der Lesung haben wir Trauben, dann haben wir die Maische, wenn wir das jetzt mit dem Rot- oder Orange-Wein machen, dann kommt der Most. Dann fängt es an zu gären, das ist jetzt der Gärmost und nachher wird es der Wein, also wenn es dann nachher gegärt ist. Wie wird der Zucker jetzt im Wein gemessen? Das ist ja die Qualitätsstufe, hast du schon eben auch als Begriff erwähnt, nämlich Grad Oechsle. Ich kannte Grad Oechsle vorher, aber ich kannte nicht Grad Losterneuburger Mostwaage. Aber es ergibt sich ja jetzt auch mal an dieser Weinschule, die ist ja sehr bekannt in Österreich.
Heiko 0:59:58
Ja, Oechsle hatte ich, selbst ich, irgendwie vorher schon mal gehört, das kennt man.
Marcel 1:00:02
Und er folgt direkt nach dem Pressen der Trauben. Also entweder kannst du es in einzelnen Beeren machen mit so einem Refraktometer oder spätestens das Device, um das zu messen. Und damit willst du das dann mit dem Zuckergehalt messen. Und da auf der Basis könntest du quasi dann vorausberechnen, wie viel Alkohol dieser Wein hätte. Und dann zum Beispiel ein Grad Kloster Neuburger Mostwa erzeugt 0,6 Prozent Alkohol. wenn es vollständig durchgegehrt wird. Es ist ein ganz eigenes Umrechnungssystem. Also wenn du gerade Oechsler hast, ungefähr 2 Gramm Zucker am Liter. Bei den Klostern, also 1 kmW, sage ich jetzt nur, hast du ungefähr 10 Gramm Zucker im Liter.
Heiko 1:00:50
Ah, das ist tatsächlich also nicht einfach ein anderer Begriff, sondern es ist wirklich ein anderes System, ein bisschen wie Fahrenheit und Celsius. Es ist einfach wirklich ein anderes System.
Marcel 1:00:56
Also deswegen meine ich, es ist eigentlich same-same, aber man geht von anderen Werten.
Heiko 1:01:03
Irgendwie, okay.
Marcel 1:01:03
Ja, genau. Und prinzipiell kann man sagen, je höher der Wert ist, also der Kräutöchse oder KMW ist halt, desto reifer waren die Trauben, desto mehr Zucker ist der Mast, desto höher kann der Alkoholgehalt sein, wenn das wirklich durchgegoren wird, oder je mehr Zucker oder je mehr Süße ist quasi noch drin, wenn du nicht alles durchgärst. Also wenn du jetzt einen süßen Wein…
Heiko 1:01:25
Ah, das wäre meine Nächste. Also quasi, ja stimmt, das ergibt auch total Sinn, also diese ganzen Spätlesen, also alles, was süß ist, ist jetzt, die haben jetzt nicht mehr Alkohol, sondern da wurde einfach der Zucker, der dann das nicht bis zu Ende gegart und deswegen ist der noch süß und hat jetzt nicht deutlich mehr Alkohol oder so.
Marcel 1:01:37
Genau.
Heiko 1:01:37
Aha, das ergibt auch total Sinn.
Marcel 1:01:38
Und dann gibt es die unterschiedlichen Stufen. Also ich glaube, wir kommen bestimmt an anderen Stellen auch nochmal oder an anderen Folgen auch nochmal auch zu so Stufen oder wenn wir drüber sprechen. Erste Stufe wäre so ein Qualitätswein. Da wären wir bei, ich sage es jetzt einmal, ich glaube, das kann man sich eh nicht so vorstellen, wären wir bei 15 Grad KMW. In Deutschland haben wir dann als nächstes den Kabinett, den kennt man, glaube ich. Stimmt, ja. Der hat quasi dann ein bisschen mehr Zucker drin. In Österreich gibt es den so nicht als Prädikatswein, sondern ist eher dann ein trockener Stil. Also da ist dann auch wieder der kleine Unterschied, Deutschland, Österreich. Ja, die sind halt ein bisschen leichter. Wenn die durchgeworden sind, sind die dann nicht so alkoholisch wie die folgenden. Kann aber auch durchaus mal ein Kabinett, ist ja auch oft in Deutschland mal so halbtrocken oder so, wo du ein bisschen Süße drin hast. Man muss beim Kabinett schon gucken, wenn du jetzt auf trockene Weine achtest, dann der ist nicht natürlich zwangsläufig trocken. Als nächstes kommt dann die Spätlese. Prinzipiell sagt es ja auch schon, da werden reifere Trauben irgendwie gelesen. Sind dann intensiver, fruchtiger, aber du hast halt auch ein bisschen mehr Zucker drin. Ja, macht man vielleicht im Oktober oder so. Dann haben wir die Auslese. Das ist dann nochmal selektiver, noch reifere Beeren. Und daraus kann man dann vielleicht eher mal süßere Weine machen. Ich glaube, eine trockene Auslese zu finden ist dann schon eher mal selten. Dann gibt es die Beeren-Auslese, nochmal eine Stufe höher, mehr Zucker, die sind dann schon eher immer süß auch. Also ich weiß nicht, ob da schon mal eine Beeren-Auslese getrunken ist. Könnte man sich natürlich auch mal machen, wenn es passt.
Heiko 1:03:08
Also, okay, das heißt, heute haben wir die nicht, ich muss nicht besorgen, okay.
Marcel 1:03:13
Ich kann dich ja nicht überfordern, aber ich glaube, mit Naturwissen habe ich sicher.
Heiko 1:03:16
Aber ist das dann eher, also ist das dann ein Dessertwein oder trinkt man den trotzdem auch, oder ist das nochmal, also wenn es so süß ist, weil so Dessertweine sind ja häufig auch eher süßer.
Marcel 1:03:23
Ja, ich würde sowas glaube ich nicht, also ich könnte da nicht eine Flasche von, ich bin genauso wie du, ich bin da jetzt nicht so auf der süßen Seite, also wenn dann mal an passender Stelle zur Weinbegleitung zum Essen. Du bist ja, weißt du, hast du im Feindining schon mal irgendwie so eine süßere Weine getrunken?
Heiko 1:03:36
Nee, also dadurch, dass mich das wirklich auch ein bisschen abschreckt, diese Süße, würde ich denen auch nicht dazu bestellen.
Marcel 1:03:42
Also ich glaube, es kann manchmal ganz nett Gegensatz geben oder so.
Heiko 1:03:45
Das stimmt schon.
Marcel 1:03:46
Es kann ganz gut funktionieren. Es gibt dann noch die Trockenbeeren-Auslese, nochmal konzentrierter, nochmal süßer. Es gibt den Eiswein, ich glaube, ich weiß nicht.
Heiko 1:03:52
Ah, den Begriff kennt man auch.
Marcel 1:03:53
Ja, genau, den kennt man nämlich auch. Und in Österreich gibt es im Gegensatz, ist es dann der Strohwein oder Schilfwein, der mit einer ähnlichen Klosterneuburger Mostwagenzahl hinterherkommt, das sind nämlich 25 Grad.
Heiko 1:04:06
Ich hatte tatsächlich mal, ich glaube, das war eine Spätlese. Ich hatte mal gegen einen Kumpel eine Wette verloren und wir hatten um so eine halbwegs edle Flasche Wein, gewettet, die ich dann besorgt habe und sind dann in so einen Weinladen gegangen, beziehungsweise habe ich ehrlicherweise auch meine Freundin losgeschickt, weil die zu dem Zeitpunkt gerade in Ambrusel war, da dachte ich, perfekt, noch besser, dann kann man ja direkt vor Ort einen holen und da wurde ihr so eine Spätlese empfohlen und wir dachten so, ja, klingt gut und so und ich hatte damals gar keine Ahnung, dass das so was Süßes ist und, also das Gute ist auch noch so, also der Wetteinsatz wurde dann trotzdem gemeinsam verköstet. Also ich hatte dann auch was davon, aber es stellte sich halt als wirklich süß raus und es war gar nicht meins. Also tatsächlich, mein Kumpel fand das gut, das ist ja schon mal, also darum ging es ja, aber seitdem weiß ich zumindest spätlese, süß, nicht so meins.
Marcel 1:04:48
Es gibt auf jeden Fall auch andere Ausprägungen. Ich meine, es ist schon komisch, wir waren ja jetzt gerade dabei gewesen, dass da was reingepanscht worden ist, damit es süßer ist. Ich glaube generell ist es heute nicht mehr so süß unterwegs, es ist viel mehr trockene Weine, die einfach bevorzugt werden. Aber damals anscheinend war es ja dann Trend.
Heiko 1:05:07
Genau, es war, also man brauchte billigen und süßen Weinen vor allem. Aber während wir hier den, ja, ich sag mal, hoffentlich nicht verpanschten Weinen genießen, vielleicht noch eine ganz kurze Side-Note. Die Ethylenglykol war tatsächlich bis vor so gar nicht so langer Zeit in der EU nicht wirklich verboten und auch in Produkten, mit denen Menschen direkt in Kontakt traten. So richtig auf den Plan kam, dass erst als 2007 erst mit die Ethylenglykol kontaminierte Zahnpasta aus China in Europa auftauchte, Und dann, wir kennen auch die bürokratischen Mühlen der EU, die malen ein bisschen langsamer. Erst 2013, also wirklich nochmal sechs Jahre nachdem dann der Zahnpasta-Skandal aufgedeckt wurde, verabschiedete die Europäische Kommission eine Verordnung, die dann den gezielten Zusatz von Diäthylenglykol in kosmetischen Mitteln erst verbietet. Also was haben wir jetzt? Erst vor zwölf Jahren wurde das explizit verboten und seitdem sind nur noch so Mengen von bis zu 0,1 Prozent in kosmetischen Mitteln zulässig, die so durch Verunreinigungen anderer Inhaltsstoffe eingetragen werden können, aber die aber nicht mehr giftig sind.
Marcel 1:06:02
Aber waren das jetzt chinesische Marken gewesen oder war das einfach in Made in China und das wurde da benutzt?
Heiko 1:06:07
Das weiß ich ehrlicherweise gar nicht. Ich kenne keine chinesischen Marken in Europa, ehrlicherweise. Ich habe noch nie chinesische Zahnpasta. Kann ich dir ehrlicherweise nicht sagen.
Marcel 1:06:16
Gute Frage, aber nicht.
Heiko 1:06:19
Vielleicht, man weiß es nicht.
Marcel 1:06:21
Ist ja furchtbar.
Heiko 1:06:22
Hast du auf jeden Fall mit gutem Wein deine Zähne geputzt? Nee, Quatsch. Zurück in die 80er. Wie gesagt, so im November 84, die verdächtige Steuererklärung, die ich schon erwähnt hatte. Einen Monat später dann der anonyme Tippgeber und auch wenn es dann noch so einige Zeit gedauert hat, so einen wirklichen Test auf die Ethylenglykol im Wein zu entwickeln. Ich bin übrigens stolz auf mich, dass ich die ganze Zeit die Ethylenglykol ohne mich zu verhaspeln. Ich habe mich schon häufiger heute, ich habe mich bei Steuererklärung glaube ich eben verhaspelt, aber bei die Ethylenglykol kriege ich ganz gut hin. So oder so. Es ist trotzdem sehr, sehr erschreckend, dass es wirklich erst ein halbes Jahr später, so im Sommer 1985 selbst da verhaspel ich mich, die Öffentlichkeit informiert wurde und die Weine aus dem Regal genommen wurden. Immerhin, schon am 24. April 1985 hatte Österreich das deutsche Gesundheitsministerium auf die Funde von Diäthalenglykol in den Weinen hingewiesen. Man wusste es also auch hierzulande, einfach schon im April, 24. April und trotzdem ließ der damalige Bundesgesundheitsminister Heiner Geißler noch am 13. Mai, also kurzfristig. Was sind das? Zwei, drei Wochen später noch ein internes Memo rumschicken, dass man erstmal die Füße stillhalten soll. Es gäbe ja keine akute Gesundheitsgefahr, die gefundenen Mengen seien angeblich harmlos und die Proben würden ja eh bereits in Österreich kontrolliert werden, deswegen muss man hier in Deutschland noch nicht gleich so ein großes Fass aufmachen. Als das dann auskam, nennt das die Süddeutsche Zeitung damals wirklich eine haarsträubende Schlamperei, dass es eben den Deutschen nicht rechtzeitig vor diesem Giftwein, wie es dann natürlich auch aufgebauscht wurde, gewarnt wurde. Und erst als die österreichische Regierung dann im Juli sich gezwungen sei, die Öffentlichkeit zu informieren, im Juli, wir sprechen jetzt von über einem halben Jahr später und die Medien dann weltweit davon berichteten, erst dann kann man auch in Deutschland nicht mehr so richtig drumherum die Bevölkerung zu informieren und im Prinzip Weine aus Österreich tatsächlich komplett schnellstmöglich überall zu beschlagnahmen und aus den Regalen zu nehmen.
Marcel 1:08:10
Heiner Geißler hat das schon eigentlich ein sehr positives Image als CDUler später, oder?
Heiko 1:08:15
Ich glaube schon auch. Er war ja auch bei Streits und Streiks, manchmal so als Mediator und Vermittler. Schlichter, genau. Aber in dem Fall als Bundesgesundheitsminister ist das schon fahrlässig und skandalös.
Marcel 1:08:26
Krass, ja.
Heiko 1:08:26
Ich habe tatsächlich dir auch mal exemplarisch nur zwei Titelseiten mitgebracht, die du vielleicht kurz mal beschreiben kannst unseren Hörern. Ich habe sie auch sonst wieder verlinkt. Einmal von einer Spiegel-Ausgabe aus dem Jahr 1985 und danach von der österreichischen Zeitschrift Profil.
Marcel 1:08:43
Der Spiegel im Wein ist und dann so ein Todes, so ein Totenkopf und dann der Wein. Der Wein ist von der Farbe auf jeden Fall anders als unser Wein heute. Also ein bisschen anders. Guck mal, das ist schon ein bisschen mehr grünlicher. Ich finde aber dieses Glas ist, deswegen habe ich auch gerade gelacht, also es ist dieser Römerkelch, oder? Für mich ist das so ein typisches altes Glas.
Heiko 1:09:04
Ich kenne das noch von meiner Oma, glaube ich, mit diesem grünen Stil. Das scheint so ein bisschen typisch zu sein. Ich weiß nicht, wie das heißt, aber stimmt. Und ich kenne die auch noch irgendwie.
Marcel 1:09:10
Ja, ich finde den, also keine Ahnung, der erinnert mich, würde mich jetzt auch an süße Plöre. Ja, achso, und das andere jetzt auch noch?
Heiko 1:09:19
Genau, das ist ein bisschen österreichisches Pendant, wenn man so will. Auf jeden Fall die österreichische Zeitschrift Profil.
Marcel 1:09:27
Achso, ach, das ist wie der Spiegel, nur aus Österreich.
Heiko 1:09:30
Ich weiß nicht, ob man es eins zu eins so sagen kann, aber es ist auf jeden Fall eine österreichische Zeitschrift.
Marcel 1:09:34
Ja, die Weinkatastrophe und da sind dann irgendwie Leute, die da mit einem aus einem Auto etwas in die Flasche füllen. Ich meine, irgendwie trifft es das ja auch mit dem mit dem, was war das? Nicht Bremshürstigkeit, sondern Frostschutzmittel. Ja, prinzipiell. Und da wird dann noch angestoßen. Links ist dann wahrscheinlich noch so ein Politiker, der da mit anstößt. Sieht jeweils so aus mit der Sonnenbrille. Das ist nicht Falko, glaube ich, sondern er.
Heiko 1:09:59
Genau, ich glaube, ich finde… Also genau, das eine ist auch hier wieder dieses Spiel mit diesem Frostschutzmittel, obwohl es de facto wahrscheinlich kein Frostschutzmittel war. Und man sieht eben, das sind sowohl die Winzer als auch eben Politiker. Also einfach, dass das dann doch, du hattest schon den Begriff Verschwörung genannt, auch wenn das natürlich vielleicht ein bisschen übertrieben ist, aber so grundsätzlich doch ganz, ganz viele Leute einfach daran involviert und einfach beteiligt waren.
Marcel 1:10:23
Als es dann jedenfalls rauskam.
Heiko 1:10:24
Ich kannte die auch nicht, ehrlich gesagt, aber vorher soll ich auch, oder kennen wir jetzt auch österreichische Zeitschriften, aber ich meine, die gibt es auch heute noch vielleicht. So oder so, als es dann rauskam, hat man eben, wie gesagt, offensichtlich noch Monate gewartet, bis man sich irgendwie gezwungen sah und dann erstellte man tatsächlich relativ schnell eine Blacklist mit allen betroffenen Weinen und auch Winzern und konnte dann den frühesten Fund, bis zum Jahr 1978 zurückdatieren. Das heißt, bis das entdeckt wurde, mindestens, das ist der früheste, das könnte ja sogar noch länger sein, mindestens sieben Jahre lang wurde Glykolwein einfach unentdeckt verbreitet und oft auch getrunken. Also deswegen, ja, keine Ahnung, ob es vielleicht doch irgendwo ein Schaden mal war, den man einfach damit nicht in Verbindung gebracht hat. Also das finde ich schon krass irgendwie. Die ersten Winzer, die damit anfingen, waren wahrscheinlich die Gebrüder Grill. Also ich kannte die jetzt ehrlicherweise auch nicht, aber damals war das wohl schon relativ bekannte und große Winzer.
Marcel 1:11:18
Haben die mit dem Grim, der Brüder Grim haben sich zugeheißen.
Heiko 1:11:21
Die Idee für das Ganze konnte von den österreichischen Behörden auf ein Laboratorium in Niederösterreich zurückgeführt werden, das von dem Weintechniker Otto Nabrassky geführt wurde. Und dessen Vater war ganz zufällig ein Angestellter welcher Winzer?
Marcel 1:11:42
Brüder Grill.
Heiko 1:11:43
Der Gebrüder Grill. Korrekt. Und vor Gericht hat diese Otto Nadrowski da irgendwie versucht, alles so ein bisschen herunterzuspielen. Die Idee hätte er angeblich aus Deutschland bekommen. Er habe es ja eh nur verfeinert. Und dann sagte er allen Ernstes auch noch, es hätte doch sowieso niemand eine Ahnung, was sonst noch alles in dem Wein herumschwirrt. Was daran so schlimm, da ist eh nur Zeug drin, so zu sagen. Also irgendwie, so ein bisschen in die Richtung. Also dachte ich auch, als ich das las, naja, der wirtschaftliche Schaden war aber natürlich immens, wie du dir vorstellen kannst. Am Ende wurden 33 Millionen in Flaschen beschlagnahmt und vernichtet, komplett natürlich, was ungefähr 10% der gesamten Erde entsprach und entspricht. Darüber hinaus…
Marcel 1:12:22
Ja, nee, das ist ja beim Ausmaß, ich bin mir gerade so 10% der… Und das war ja dann nicht der billigere. Also der billige Wein wäre dann sogar noch besser gewesen.
Heiko 1:12:34
Der ursprünglich billige, den man veredelt hat, um ihn ein bisschen teurer zu machen. Also das waren quasi wirklich erstmal das, was beschlagnahmt und vernichtet wurde, aber grundsätzlich, und das ist wahrscheinlich, Dann auch so eine Folgekonsequenz. Es brach der Weinexport im nächsten Jahr um 90 Prozent ein. Also ja, nicht nur gepanschten Wein, sondern generell, weil natürlich, wenn das überall berichtet wird, dass da gepanschter Wein ist, dann kauft natürlich auch keiner mehr österreichischen Wein, selbst die nicht gepanschten sozusagen, weil man weiß es ja nicht. Genau, dazu auch wirtschaftliche Begleiteffekte. Es gibt eine Spiegel-Ausgabe damals, wir hatten jetzt eben gerade das Cover, was du beschrieben hast. Und die Spiegel-Journalistin besuchte das beschauliche Dorf Rust im Burgenland. Ich weiß nicht, ob du das kennst, du hattest jetzt von Goiz gesprochen, aber das war Rust damals. Und das lebte neben dem Wein vor allem eben vom Tourismus, weil eben so ganz viele, ich nenne es mal so Weintouristen dorthin fuhren. Das ist wie hierzulande ja wahrscheinlich an der Mosel. Man fährt an die Mosel, ist denn da in Hotels, ist denn da in den ganzen Tavernenkneipen, wie nennt man das, Gasthäusern und so weiter und trinkt Wein. Und das war damals da eben im Burgenland auch so mit Rust. Aber als der Spiegel und die Spiegeljournalistin eben dann kurz nachdem das aufgedeckt wurde vor Ort war, genau in der Zeit wurde es normalerweise aus allen Nähten Platz, da war das Dorf einfach wie ausgestorben. Alle Kneipen waren leer. Also auch quasi diese so wirtschaftliche Begleiteffekte. Einfach Tourismus brach ein. Also Wein zerstört, Weinexporte eingebrochen und Tourismus, dieser Weintourismus kam nicht mehr.
Marcel 1:13:57
Eine Arschkarte, ne?
Heiko 1:13:58
Ja, einfach weil da so ein paar Winzer meinten Gift in Wein zu kippen. Und kleine Begleiterscheinung auch, selbst die australische Weinwirtschaft wurde schwer getroffen.
Marcel 1:14:09
Kannst du dir vorstellen.
Heiko 1:14:09
Wieso?
Marcel 1:14:09
Ach so, wegen Austria und Australia. Exakt, tatsächlich.
Heiko 1:14:12
Japan und China haben australischen Wein verboten, weil sie einfach Austria und Australier verwechseln. Also wirklich der Klassiker. Es gibt ja so gegenseitige Tourismuskampagnen, glaube ich, inzwischen auch, die so ein bisschen den Unterschied von Austria und Australier so augenzwinkern betonen. Das ist ganz lustig. Und es gibt wohl immer wieder Berichte von Touristen, die, also ich kann es mir nicht vorstellen, aber es passiert offensichtlich gar nicht so selten, dass Touristen am falschen Flughafen rauskommen und sich dann irgendwie wundern, wohin sie eigentlich geflogen sind.
Marcel 1:14:35
Okay, okay.
Heiko 1:14:35
Ja, also es scheinbar tatsächlich…
Marcel 1:14:37
Kommt drauf an. Ich glaube, wenn du von Asien ausfliegst, dann geht es vielleicht noch.
Heiko 1:14:42
Wahrscheinlich aus Texas oder so kommen soll.
Marcel 1:14:46
Also ich meine, es geht auch im Sinne von der Fluglänge. Du hast ja nicht auf einmal 14 Börsen.
Heiko 1:14:50
Achso, da machen sich vielleicht auch die Leute. Achso, ja, na gut, aus Deutschland wird jetzt auch niemand nach Wien fliegen und wollen und aus Versehen in Canberra oder Sydney ankommen. Ja, deswegen so ähnlich wie den Touristen, die falsch fliegen, ging es eben auch dem australischen Bayern. Also das fand ich irgendwie sehr, sehr verrückt. Am Ende waren es tatsächlich mehr als 300 Weinproduzenten, Weinhändler und so weiter. Also wirklich mehr als 300 Beteiligte, die dann für ihre Beteiligung am Glykolweinskandal verurteilt wurden. 15 tatsächlich von ihnen nur dann mit einer Gefängnisstrafe. Aber wie gut, dass dieser Skandal nur die bösen Österreicher betraf, oder? Die deutschen Winzer, die würden doch sowas nicht machen, oder Marcel?
Marcel 1:15:31
Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, weil das von Deutschland kopiert und hier, man reagiert in Deutschland so zögerlich und so weiter. Das liegt ja eigentlich nahe, dass hier auch irgendwo, ich meine, der Apfel fällt nicht weit vom Stamm und so weiter.
Heiko 1:15:45
Was ist jetzt der Stamm und der Apfel bei Österreich und Deutschland? Weiß ich nicht, was du damit aussagen willst. Vielleicht schneiden wir das raus.
Marcel 1:15:55
Was war die Frage? Achso.
Heiko 1:16:00
Also, ob das wirklich so ist, würde ich sagen, erfahren wir, nachdem wir den nächsten, hoffentlich nicht gepanischten Wein von dir probiert haben.
Marcel 1:16:07
Aber 300 Weinbetriebe sind betroffen gewesen? Also war das ein Großteil dann, oder?
Heiko 1:16:12
Ich weiß nicht, wie viel es insgesamt gab. Und es ist jetzt nicht nur Weinbetriebe, es waren Händler, Produkte, also 300 insgesamt, so ungefähr rund 300 Beteiligte. Das sind jetzt nicht alles nur Winzer gewesen.
Marcel 1:16:21
Das ist vielleicht eher ein paar Tausend, ne? Zehn Prozent. Ja, wir kommen jetzt zum Rotwein.
Heiko 1:16:30
Soll ich hier eingießen?
Marcel 1:16:31
Den Cherry Bomb. Und das ist, der Name ist Programm, würde ich sagen.
Heiko 1:16:36
Ich wollte gerade erst nichts sagen und dann so tun. Der riecht aber noch Kirche. Aber wenn der auch noch Cherry Bomb. Jetzt hast du es ja schon verraten. Jetzt kann ich nicht mit meiner Möchte gern.
Marcel 1:16:46
Wir sind wieder bei Judith Beck und Heiko hat gekleckert. Warte.
Heiko 1:16:52
Vergossen. Entschuldige.
Marcel 1:16:57
Wir sind jetzt im Jahr 2024 und Heiko ist skeptisch.
Heiko 1:17:02
Nee, er riecht halt sofort nach Cherry Bomb. Selbst wenn man da nicht genutscht wird, das riecht schon ein.
Marcel 1:17:12
Aber auch der Zweigild ist, glaube ich, der ist so typisch dafür. Wir trinken ein Zweigild und dementsprechend, der hat oft so eine Charakteristik von Kirche, Kirchen?
Heiko 1:17:22
Kirchenfenster.
Marcel 1:17:23
Kirchenfenster, aber Kirchenfenster, Also ich finde der hat was beeriges insgesamt kann auch so eine Erdbeere noch sein, Stimmt Also auf jeden Fall rote Frucht Ja, eine rote Frucht Also auch ein bisschen was Süßes hinten in der Nase Ich bin wieder bei meinem Marzipan.
Heiko 1:17:43
Ehrlicherweise Ich wollte wie letztes Mal auch gerade Gummibärchen sagen, aber ich bin auch keine Freunde mehr.
Marcel 1:17:52
Genau, und wir haben ein Zweigild im Glas, den man auch Rotboger nennt. Und ehrlicherweise, nachdem ich mich nochmal ein bisschen mit dem Background des Zweigilds auseinandergesetzt habe, finde ich eigentlich, der Rotboger ist auch eine ganz gute Bezeichnung dafür. Genere ist es die wichtigste rote Rebsorte in Österreich. 13 Prozent der Rebfläche ist heutzutage dafür genutzt. Also das wichtigste wäre der grüne Feldlinie. Wie viel Prozent? 13. Und das ist ähnlich wie wir es gerade bei der Scheurebe haben, auch so eine Kreuzung, die in den 20er Jahren 1920, also das andere war ein bisschen früher, aber 1920 gemacht wurde, aus Blaufränkisch und Saint Laurent. Und zwar von jemanden mit dem Namen auch Zweigelt, nämlich Fritz Zweigelt.
Heiko 1:18:37
Ich habe das Gefühl, die österreichischen Winzer haben ein gewisses Ego. Die Scheure, das sind Deutsch. Ah, okay. Dann gibt es generell so, dass man die nach sich benennt.
Marcel 1:18:47
Also die, genau, die haben so typisch Sauerkirscharoma, eher weiche Tannine. Aber ich wollte ja gerade nochmal meinen Namen. Der war nämlich NSDAP-Mitglied gewesen. Dementsprechend gibt es ein bisschen Diskussionen, ob man nicht wieder zum Rotburger geht. Also ich finde, auch vom Geschmack ist das absolut Kirsche.
Heiko 1:19:15
Wow. Sehr.
Marcel 1:19:17
Wow. Der ist super fruchtig, saftig.
Heiko 1:19:22
Also ich habe ja noch, ich glaube in der Einleitung oder so gesagt, als du von zwei gesprochen hast, dass ich in letzter Zeit sehr so ein bisschen mich mit Zweigeld anfreunden konnte oder ein paar Zweigeldweine hatte. Ich habe das Gefühl, der schmeckt jetzt ein bisschen anders zumindest als die, die ich da hatte.
Marcel 1:19:35
Naturwein.
Heiko 1:19:35
Aber gefällt mir. Aber ja, kirschig.
Marcel 1:19:40
Ja, also das ist voll die Bierenbombe. Ich finde den.
Heiko 1:19:46
Perlt der auch ein bisschen?
Marcel 1:19:47
Der perlt, genau. Ja genau, der ist so leicht perlig. Gerade wenn man so ein bisschen…
Heiko 1:19:53
Ist das auch ein bisschen Himbeer oder so? Also vielleicht auch durch… So was wie so ein… Jetzt mache ich mich gleich total… Jetzt mache ich mich richtig unbeliebt. Aber ich finde es halt was wie so ein… Also ganz, ganz dezent, wie so ein Himbeersekt. Weil durch dieses Perlen und dieses Himbeerige. Klar, es ist Cherry Bomb und so. Und es ist natürlich kein… Ist mir schon klar. Aber irgendwie so geschmacklich… Erinnert mich das gerade so ein bisschen.
Marcel 1:20:15
Also man hat ja auch… Es ist wieder ein leichter Wein. Man hat ja auch die Säure. Ich glaube, wir haben hier auch 12,5 Prozent hat der. Also es ist nicht wahnsinnig schwer von Rot.
Heiko 1:20:23
Hatten wir nicht auch mal, vielleicht deswegen, wir hatten doch mal, also nicht im Podcast natürlich, sondern privat hier bei dir so ein Himbeer-Pattnutt oder sowas. Und ich glaube, deswegen assoziiere ich es gerade, weil das ein bisschen erinnert mich.
Marcel 1:20:34
Himbeer-infused.
Heiko 1:20:35
Ich glaube, das erinnert mich da ein bisschen gerade auch. Aber definitiv auch Kirsche. Heißt ja ansonsten jetzt nicht Cherry Bomb. Spannend.
Marcel 1:20:45
Ja, die Zweigelts sind relativ unkompliziert eigentlich. So everybody’s darling Weine.
Heiko 1:20:51
Deswegen gefällt er mir. Okay, ich habe den Wink mit dem Zaun.
Marcel 1:20:54
Nee, aber ich mag den auch. Die können aber auch wirklich ernster werden und im Holzreifen. Der hat schon auch ein bisschen Vielfalt, was du mit dem Zweigeltschiff machen kannst. Generell haben wir hier, wie gesagt, auch Judith Beck. Dementsprechend wieder Handlese. Auch vier Tage auf der Maische. wir haben eine semicarbonische Vergärung, sprich, man packt die ganzen Trauben in einen sauerstofffreien Tank und dann gären die quasi von innen aus. Semicarbonisch heißt die Hälfte davon, die andere Hälfte wird gerade genommen. Ah, okay.
Heiko 1:21:26
Und dann wird es wieder zusammengepackt.
Marcel 1:21:27
Ja, und dann dadurch wird es ein bisschen, also dadurch werden die Tannine ein bisschen weicher. Also man hat diese karbonische Gärung auch viel quasi in Frankreich und so weiter, da kommt es eigentlich her. Aber es ist ja auch, also es gibt Tannine, aber es ist ja…
Heiko 1:21:39
Ja, genau, es ist kein schwerer, Tannin-Reicherwein. Absolut gar nicht.
Marcel 1:21:43
Es wird da quasi ein bisschen abgebauter, ein bisschen weicher gemacht. Dadurch wird er auch ein bisschen fruchtiger. Passt ja auch dazu. Und dann wurde er zehn Monate gelagert und im Holzfass, in einem großen Holzfass gereift. Wir sind hier bei 16,90 Euro. Ich finde, was du bekommst ins Glas, wäre sehr cool.
Heiko 1:22:02
Pro Glas, nee.
Marcel 1:22:06
Insgesamt die Weine von Judith Beck. Um dann vielleicht auch nochmal zu sagen, da kann man durchaus auch andere bestellen. Sind alle irgendwie so fresh, juicy. Ich würde schon sagen, geil zu trinken, passt ganz gut. Also ich habe da irgendwie so ein Faible. Es gibt andere von ihr, zum Beispiel Honey Bunny, kann man ganz gut zur Pizza trinken. Die hat auch einen Brauer Frankisch, finde ich auch ganz nett. Und sie hat auch Bambule-Weine, das ist quasi so eine eigene Linie von ihr. Das ist halt so ein bisschen, Bambule meint ja so Krawall oder Randale. Und das sind eher so die besten Trauben. Also ähnlich wie wir es jetzt wieder bei der Auslese oder Spätlese hatten, geht es nicht um Zucker, sondern du holst dir da einfach die besten Trauben, machst so reine Sorten Weine. Da ist dann überhaupt kein Schwefel, keine Filtration. Ja, und da kann man zum Beispiel auch den Petnut-Bambule von ihr ganz gut mal mitbestellen. Das ist einfach sehr geiles Zeug. Generell macht sie viel Blanc, Frankisch, Saint Laurent und Zweigelt, wie wir ja gerade jetzt auch gesehen. Ein bisschen Pinot Noir hat sie jetzt angefangen. Also hauptsächlich Rotwein, aber auch die Weißen hatten wir ja. Weißburgunder, Chardonnay, Formint, Neuburger, Tramina und Muscat. Ja, dementsprechend ist sie da ganz gut aufgestellt. Und wenn ihr das irgendwie seht, glaube ich, bestellt mal den einen oder anderen mit. Lohnt sich auf jeden Fall von ihr.
Heiko 1:23:19
Ich verstehe auf jeden Fall immer mehr, was du eingangs meintest mit dieser, Gegenbewegung beim Wein, weil das ja wirklich, die schmecken alle bisher nicht, wie soll ich sagen, nicht so konservativ. Auch der schmeckt jetzt, wie gesagt, nicht wie die Zweige bisher, das ist alles so ein bisschen, ich weiß nicht, so fancy oder so. Oder funky. Ja, so alle schmecken ein bisschen, funky ist das richtige Wort. Alle schmecken, die wir bisher wirklich funky und nicht so typisch, wie man das von so, konservatives falsche Wort, aber so klassischem Wein, klassisch auch, naja, du weißt, was ich meine. Und wenn ihr da draußen gerade auch trinkt, wüsst ihr auch, was ich meine.
Marcel 1:23:52
Vielleicht nochmal ein paar Zahlen und Fakten zum Wein in Österreich. Was denkst du, was ist dominierend in Österreich, Weißwein oder Rotwein?
Heiko 1:24:01
Ich kenne hauptsächlich Rotwein, aber es ist auch ein bisschen Bias, weil ich eher Rotwein trinke. Deswegen hätte ich jetzt Rotwein gesagt, aber nur rein subjektiv.
Marcel 1:24:10
Das ist auch dein Bezug eher, wahrscheinlich zu den österreichischen. Bei mir ähnlich, also ich auch bin Fan von den Rotweinen. Ich meine, der grüne Feldliner ist einfach die dominante Rebsorte. Die hat, glaube ich, über einen Drittel oder so sogar der Anbaufläche. Und wir haben zwei Drittel Rotwein, zwei Drittel Weißwein, ein Drittel Rotwein.
Heiko 1:24:28
Ah, okay, also dann doch, also okay, das ist ja nur subjektive Wahrnehmung, weil ich oder wir eher Rotwein aus Österreich trinken, aber es ist tatsächlich deutlich mehr Weißwein.
Marcel 1:24:36
Der Großteil wird in Niederösterreich angebaut, also so rund um Wien jetzt mal so einfach gesprochen und dann noch 25 Prozent im Bogenland und dann wird es dann schon ein bisschen weniger. Also da ist so quasi der Hauptfokus. Das wichtigste Exportland, passt ja gerade auch zur Story, ist quasi Deutschland tatsächlich. Und wenn es da krass eingebrochen ist, heute geht jede fünfte Flasche nach Deutschland. Also schon arg viel.
Heiko 1:24:58
Aber immer noch, ja, okay.
Marcel 1:24:59
Österreich passt jetzt auch vielleicht wieder zu den Zahlen oder zu dem Skandal. Das Gegenteil von dem ist natürlich, dass du dich ein bisschen, also das Gesetz und so weiter, klar. Aber auf der anderen Seite auch, dass du dich vielleicht mehr mit Bio auseinandersetzt, dass du wirklich versuchst, nachhaltig im Weinberg und im Keller zu arbeiten. Und in Österreich sind ein Viertel aller Weingüter Bio zertifiziert und damit sind sie Vorreiter in der Welt. Also muss man vielleicht an der Stelle auch sagen, dass das vielleicht am Ende etwas gebracht hat, dass da quasi das Ganze in eine andere Richtung ging. Aber gefühlt war ja viel in den 80er Jahren schräg und komisch. Hatten wir in Georgien letztes Mal in der letzten Folge auch schon gewiesen.
Heiko 1:25:37
Die Frisuren waren auch schräg und komisch in den 80ern.
Marcel 1:25:40
Die Musik war ganz gut.
Heiko 1:25:42
Schulterpolster waren auch schräg und komisch.
Marcel 1:25:45
Wir hatten ja ein bisschen Alkoholkonsum vorhin schon gehabt. Da waren wir irgendwie bei heutzutage 26 Liter. Damit sind wir noch an fünfter Stelle in der Welt. Also schon auch noch Weintrinker als Volk. Generell, sagst du ja, wurde weniger Alkohol getrunken. Stimmt auch. So rein in Litern hatte ich irgendwie Statistiken gesehen, wurde es weniger. Aber beim Wein wurde es schon, sage ich mal, sehr viel weniger. Ich glaube, Wein ist ja ein bisschen auf dem Rückgang. Aber was denkst du so, wie viel, wenn jetzt so Alkohol getrunken wird, wie viel geht in Wein rein? Also so.
Heiko 1:26:15
Prozentual. Also wie viel Prozent vom durchschnittlichen Pro-Kopf-Alkohol-Konsum ist Wein?
Marcel 1:26:19
Ja.
Heiko 1:26:20
In Österreich?
Marcel 1:26:21
Ja.
Heiko 1:26:23
Also, wir hatten ja gesagt, grundsätzlich sind wir so bei 26 Litern Wein pro Kopf. Ja. Und die, die Wein trinken, trinken ja auch andere Sachen manchmal. Und du sagst auf dem Rückgang, dann weiß ich nicht, vielleicht so 30, 3 Drittel, 33 Prozent, 30 Prozent.
Marcel 1:26:44
Ja, richtig gut. Genau, wir sind so bei 35 Prozent Weinkonsum. Und das ging ein bisschen runter. Aber nur mal im Vergleich, so in Frankreich haben wir halt 60 Prozent. Das ist dann schon nochmal mehr eine Weintrinkernation. Ich meine, okay.
Heiko 1:26:55
Das ist auch wirklich Kulturgut und alles.
Marcel 1:26:58
Assoziiert ist natürlich Österreich und auch Deutschland so ein bisschen mehr mit Bier. und dementsprechend ist natürlich weniger Wein, aber dennoch ist es stark.
Heiko 1:27:05
Und trotzdem, ich dachte, also korrigiert mich, das ist jetzt auch so gefährliches Halbwissen, aber ich dachte ja auch immer, man sagte, Deutschland ist so Biernation und man trinkt am meisten Bier, aber ich glaube, am meisten trinken wir Kaffee. Aber es ist ein bisschen gefährliches Halbwissen, ich habe es jetzt nicht nochmal gegengepüßt, irgendwann habe ich mal gelesen, dass wir so auch weltweit mit die größten Kaffeekonsumenten sind.
Marcel 1:27:24
Könnte sein, also ich glaube, ich glaube, ich habe vor einer Zeit auch noch bis drei, vier Kaffee am Tag getrunken. das etwas reduziert.
Heiko 1:27:32
Und ich glaube, selbst dann bist du bei einigen und auch Hörerinnen und Hörern noch, die jetzt sagen, drei bis vier Tassen trinke ich auf jeden Fall. Das trinke ich ja morgen. Und dann noch mal mittags genauso viel. Und dann abends vorm Schlafen gehen noch mal so ein Espresso.
Marcel 1:27:44
Hatte ich gar kein Problem mit. Ich konnte einschlafen, wenn ich abends einen Kaffee getrunken habe.
Heiko 1:27:47
Echt? Ne, ich bin da echt empfindlich. Ich trinke ja eher, also morgens trinke ich auch so auf mindestens meine, also ich trinke schon so meine zwei Tassen, die brauche ich ja auch, um so in Gang zu kommen. Aber so ab nachmittags, also spätestens so nach dem Mittagessen kann nicht noch eine Zahn, aber wenn es dann schon Richtung 15, 16 Uhr geht, muss ich gestehen, dann schlafe ich nicht ganz so gut ein.
Marcel 1:28:07
Machst du auch Zucker in deinen Kaffee?
Heiko 1:28:09
Ne, ich trinke nur schwarz. Tatsächlich. Es ist nicht, achso, ich punche auf meinen Kaffee. Vielleicht mal mal so einen Schuss Rum, so einen steifen Rock mache ich da noch rein oder so einen Whisky oder so einen Irish Coffee.
Marcel 1:28:22
Ja.
Heiko 1:28:23
Ich hatte es ja schon angedeutet, glaube ich, jetzt nach unserem bisschen Gekichere oder ein bisschen Gespoilere eben vor unserer dritten Weinprobe keine Überraschung mehr. Natürlich sind die Deutschen nicht die guten Deutschen, sondern sie sind natürlich auch involviert. Das kommt jetzt nicht mehr überraschend. Und gepanscht haben deutsche Winzer, auch sehr namhafte deutsche Winzer, auch schon vor dem Glykolweinskandal schon immer wieder mal, wenn auch nicht gleich mit Chemikalien. Über 2500 Strafverfahren gab es Anfang der 80er, also davor noch wegen Weinpanscherei. Selbst Werner Thürell, das ist so der Ehrenpräsident des Deutschen Weinbauverbandes gewesen, Der wurde verurteilt, weil er mehr als 100.000 Liter Billigwein mit Rübenzucker gestreckt hat, um sie zu Prädikatswein zu machen.
Marcel 1:29:05
Das ist der Klassiker, ne? Also so kenne ich es mit Zuckerpanschen und so weiter.
Heiko 1:29:09
Das war sehr, sehr üblich. Und auch der Winzer Ludwig Müller, der hat diverse Preise für seine Weine gewonnen. Sogar den Staatsehrenpreis erhalten für sein Wein. Und dann kam raus, dass ein Großteil seiner preisgekrönten Weine, dass er die mit Wasser streckte, um quasi noch mehr rauszuholen, einfach um noch mehr zu machen.
Marcel 1:29:24
Immerhin nur Wasser.
Heiko 1:29:25
Ja, pass auf, kannst du dir denn vorstellen, wie das rauskam?
Marcel 1:29:30
Nee, wie auch.
Heiko 1:29:32
Er hat nämlich das Wasser dummerweise nicht aus einer sauberen Quelle genommen, sondern aus einem Hausbrunnen und die war mit Nitrat verseucht und dann hat man festgestellt, seine Weine sind mit Nitrat verseucht und er wurde tatsächlich zu drei Jahren verurteilt, weil er einfach mit Nitrat verseucht das Wasser zum Strecken genutzt hat.
Marcel 1:29:46
Ja, okay, das ist so ein bisschen Mindset gewesen.
Heiko 1:29:49
Ich denke auch. Aber gut, immerhin hatte man ja offensichtlich nichts mit Diöthilien Glykol im Wein zu tun, oder?
Marcel 1:29:56
Nein, glaube ich nicht. Ich glaube, wir waren da genauso drin.
Heiko 1:29:59
Doof, dass dann auch in deutschen Abfüllungen recht bald Spuren gefunden wurden. Aber da hatte die Winzer-Szene erstmal noch eine plausible Erklärung für. Der Wein war halt in Tanks gelagert worden, in denen vorher auch österreichischer Wein transportiert wurde. Da er halt Rückstände ist.
Marcel 1:30:12
Ist doch klar.
Heiko 1:30:13
Deswegen hat Kuno Pirod, das war Deutschlands größter Weinhändler, auch schon Anfang Mai, also noch bevor die Behörden in Deutschland wirklich reagierten, hat er importierten Wein aus Österreich wieder zurückgeschickt, als die ersten Meldungen dazu so medial durchsickerten. Er sagte, das können wir uns nicht leisten, wie in einer Spiegelausgabe vom 14. Juli 1985 zu lesen. 14. Juli 1985.
Marcel 1:30:34
Das war dann schon wieder ein paar Monate danach.
Heiko 1:30:36
Das war aber noch bevor es so richtig losging. Aber man könnte ja sagen, Ehrenmann, sowas wollen wir nicht.
Marcel 1:30:41
Ich dachte, es war im April, gewesen.
Heiko 1:30:43
Also dann geht es so los, aber quasi, genau, also im Juli sagt er noch, können wir uns nicht leisten, weg mit dem Zeug, also Problem, es gibt halt Sätze, die altern nicht besonders gut und dann gibt es Sätze wie diesen, die altern sogar ziemlich schnell, ziemlich schlecht, denn dazu gehören auch weitere Sätze vom Pirot-Management wie, das kann bei uns nicht passiert sein, es ist kein Liter österreichischer Prädikatwein im Haus oder wenn Pirot sich über die Profiteure auslässt, die sich am, Zitat, geist anständiger Qualitäten versündigen würden. Das alles noch Juli. Pirot gibt es tatsächlich noch heute, wobei ich jetzt nicht weiß, wie da heute Umsatz und Management liegen. Damals jedenfalls war die Pirot-Gruppe, wie gesagt, der größte Weinhändler Deutschlands und während im Juli 1985 im Spiegel eben noch zu lesen war, dass das in Deutschland mit dem Glykol ja nicht passieren kann, sah das dann in der Spiegel-Ausgabe vom 18. August, also rund vier Wochen später, nur plötzlich ganz anders aus. Denn plötzlich waren halt auch in Deutschland diverse Weine mit Dithylenglykol gefunden worden und wer hätte es gedacht, die meisten davon bei Weinen von der Pirot-Gruppe.
Marcel 1:31:42
Also die heißt noch Pirot und nicht Piro oder so? Ist das so ein deutscher Name oder was?
Heiko 1:31:46
Ja, ist ein deutscher Winzer, Pirot, TH. Und wie der Spiegel in dieser Ausgabe dann nämlich berichtet, hat der Glykoskandal diverse shady Verpflichtungen ans Licht gebracht. Die Pirots hatten nämlich zahlreiche Tochtergesellschaften und vertrieben ihre Weine über einen Direktvertrieb, bei dem so Weinberater unter verschiedenen Namen auftraten, um dann die Verbindung zur Pirot-Gruppe ein bisschen zu verschleiern. Wenn zum Beispiel ein Kunde ein Weinberater von Weingut XY so abgewimmelt hat und sagt, so möchte ich nicht von dem, dann konnte möglicherweise später von dem gleichen Vertreter vom Weingut YZ besucht werden sozusagen, aber beides sind eigentlich Pirotfirmen. Solche Verschleierungstaktiken wurden dann durch ein Urteil des Landgerichts Mainz bereits in den 60er Jahren tatsächlich in Frage gestellt. Und man untersagte den Pirots oder der Pirot-Gruppe unter dem Begriff Weingut, ohne die Hinzufügung eben des Begriffs Weinhandel, weil es war eigentlich ja kein Weingut, zu werben, da sie ja nicht direkt vom Erzeuger zum Verbraucher lieferten. Auf der Seite der Kläger war damals ein Rechtsanwalt, der zufällig auch ein Weinhändler namens Fritz Hallgarten war. Aber wie macht man das so als guter Kapitalist mit genügend Vermögen? Eine Idee, Marcel? Was macht man da so, wenn ein Weinhändler mich verklagt?
Marcel 1:32:50
Ja, Anwälte einschalten.
Heiko 1:32:53
Ich kaufe den auf. Nach 1972 übernimmt die Unternehmensgruppe von Familie Pirot einfach den Weinhandel von Fritz Hallgarten. Ja, die deutsche Staatsanwaltschaft…
Marcel 1:33:02
Ja, aber es geht auch nur, wenn der andere sich kaufen lassen möchte, wenn du nicht an der Börse bist. Also scheinbar, ja.
Heiko 1:33:10
Also wie genau da jetzt da irgendwie was da abgesprochen wurde, weiß ich nicht.
Marcel 1:33:13
Oder man hat irgendwelche Karten in der Hand.
Heiko 1:33:15
Jedenfalls beginnt dann die deutsche Staatsanwaltschaft dann im Zuge des Glykolweißskandals auch gegen das Haus Pirot und auch andere zu ermitteln, ist klar. Und nach mehreren Instanzen wurde das Verfahren dann gegen Pirots Führungskräfte 1996 gegen ein Bußgeld von einer Million D-Mark damals noch eingestellt, da einfach keine individuelle Schuld nachgewiesen werden konnte. Also es ist quasi 10, 11 Jahre lang ist das so ein bisschen ein hängender Prozess und dann einigt man sich so ein bisschen darauf, dass wir eine Million Euro zahlen und dann das nicht weiterverfolgt wird. Ich kann, und ich will auch nichts irgendwie darüber aussagen, wie Pirot heute tätig ist, weil die gibt es noch, das weiß ich nicht, vielleicht ist durch den Vertrauensverlust auch, ist man damals jedenfalls fast insolvent geworden und man bedannte sich zwischendurch auch um, um so ein bisschen den Namen loszuwerden und firmiert aber tatsächlich seit 2018 wieder unter dem Namen Pirot und ich weiß nicht, vielleicht diente der Skandal damals auch als Weckruf, das kann ich nicht beurteilen.
Marcel 1:34:03
Es gibt ja diverse Unternehmen, die quasi eigentlich eine komische Vergangenheit haben und trotzdem irgendwie schaffen, verbrauchten Namen wieder dann doch…
Heiko 1:34:11
Genau, deswegen will ich nicht, also ich will gar nichts über heute Pirot irgendwie sagen. Ich will eigentlich nur sagen eben, dass man A nicht einfach mit dem Finger auf Österreich zeigen soll. So die bösen Österreicher mit ihrem Glykol-Skan, da ein Glykol-Wein, weil wir waren auch nicht anders.
Marcel 1:34:24
Kurz mal fragt, ich gucke gerade auf die Seite von ihm. Wir haben doch einen Slogan, ne? Wie heißt unser Slogan?
Heiko 1:34:31
Unser Slogan, wir verbinden Geschichte mit Genuss.
Marcel 1:34:33
Ja, genau. Und Pirot steht auf der Webseite rum. Genuss, der verbindet.
Heiko 1:34:39
Vielleicht sollten wir unsere Tagline nochmal ein bisschen ändern, so oder so, wie gesagt, ich will nichts über heute sagen, kann sein, dass das wie gesagt ein Weckrufer und das heute alles okay ist ich will wie gesagt nur, gab es ja die ganze Wirtschaft in Österreich exakt, Stunde null und so weiter, wie gesagt, ich will nur sagen, dass man eben mich nicht mit dem Finger auf Österreich zeigen kann und, was ich auch sagen will, ist damit die Weinwirtschaft, so romantisch wir das hier auch bei dem Glas Wein vielleicht gerne mal sehen das ist eben einfach eine profitgetriebene Branche Und so wie in jeder anderen Branche auch, gibt es auch die gleichen Mechanismen und die gleichen Schattenseiten und so weiter und die gleichen schwarzen Schafe. So ist das dann einfach. Und hier haben wir vielleicht so ein bisschen unseren Full-Circle-Moment. Ich hatte es ja am Anfang schon mal gesagt. Der Markt regelt das schon. Und so hat auch der Markt einfach auch diesen Skandal geregelt, wenn man so will. Ohne dass ich, der Markt regelt das schon als eine treffende Bezeichnung sagen will. Denn durch den Weinskandal einfach brach, wie gesagt, erstmal die ganze österreichische Weinwirtschaft eigentlich mehr oder weniger zusammen. Wir haben es erzählt, so 10% wurden vernichtet, aber 90% Weinexport. Das ist schon fast alles. Und weil der Markt eben einfach keine Nachfrage mehr nach österreichischem Wein hatte. So einfach ist das. Weil alle Angst hatten, irgendwelchen Diäthilien-Glykol im Wein zu trinken. Und man musste sich also neu erfinden, ist klar. Aber so wie in den Nachkriegsjahrzehnten halt erstmal die Nachfrage nach billigem süßen Wein da war, also auch die Konsumenten eben mehr Masse statt Klasse wollten, hatte der Glykolweinskandal quasi bewirkt, dass die Konsumenten sensibler wurden, dass das Interesse so an Qualitätswein wirklich stieg, dass man irgendwie bewusst wurde, dass hinter dem Produkt mehr stehen kann als einfach billiger Suft. Man begann Wein wirklich als hochwertiges Naturprodukt zu verstehen. Man sagt so, ich will mich mehr damit auseinandersetzen, ich will nicht nur billigen süßen Wein oder so haben und deswegen gilt österreichischer Wein eben heute als besonders hochwertig tatsächlich. Du hast es ja auch gesagt, es ist geiler Wein irgendwie. Wenn man an österreichischen Wein denkt, dann denkt man eigentlich an guten Wein. Was eben auch im Zuge dieses ganzen Skandals mit diesen ganzen neuen gesetzlichen Regelungen zu tun hat, die dann natürlich als Konsequenz eingefügt wurden und die eben für die Qualität sorgen, die österreichischer Wein heute hat. Also auch wenn wir heute natürlich andere Wein, die ja auch entsprechende Qualität hatten, trinken.
Marcel 1:36:44
Qualität ist ja nur an Zucker gemessen.
Heiko 1:36:46
Ja, fair enough. Aber ja, ich würde sagen, bevor wir quasi auf diese ganzen neuen Regelungen kommen, haben wir eine letzte Flasche, wenn ich das richtig sehe, noch zum Probieren vor uns.
Marcel 1:36:56
Genau. Wir sind jetzt wieder beim Rotwein. Wir sind jetzt wieder bei Klaus Preisinger.
Heiko 1:37:01
Wir schließen also auch hier wieder den Kreis.
Marcel 1:37:03
Wir sind jetzt beim Blaufränkisch Kalkstein.
Heiko 1:37:07
Also ich gucke auf das Etikett, für alle, die es gerade nicht sehen, das ist einfach ein weißes Etikett mit einem vermeintlichen Schriftzug, den ich aber nicht identifizieren kann.
Marcel 1:37:14
Das ist einfach die Unterschrift.
Heiko 1:37:17
Achso.
Marcel 1:37:17
Genau, das war, ich glaube, er hat sich da am Anfang, wo er angefangen, ich weiß nicht, wie lange das Design existiert, aber hat sich zusammengesetzt und viele seiner Weine haben nur diese Unterschrift. Also ich glaube, der andere, der Flutloops war ein bisschen anders. Genau, aber der trägt einfach die Unterschrift. Ich meine, dass wir schon diverse Weine auch von Klaus Preisinger bekommen haben.
Heiko 1:37:37
Also bei dir hatte ich auf jeden Fall den einen Preisinger. Ich meine auch einen Petten mal von ihm. Oder vielleicht bringe ich da auch was durcheinander.
Marcel 1:37:43
Also der ist auf jeden Fall ein bisschen seriöser und eleganter.
Heiko 1:37:47
Ja, was heißt seriöser? Also er riecht erst mal klassischer.
Marcel 1:37:51
Sagen wir genau.
Heiko 1:37:51
Er riecht erst mal klassischer, wenn man es so sagen kann. Das war jetzt Blau-Fränkisch, meinst du?
Marcel 1:37:57
Das ist Blau-Fränkisch, genau.
Heiko 1:38:00
Hat der auch irgendeinen anderen? Ich habe das Gefühl, heute noch ganz gerne.
Marcel 1:38:03
Nee, nee, nee. Der Blau-Fränkisch ist quasi eine alte Rebsorte. Das ist keine neu erfunde. Die ist sogar die dominierende Sorte oder sagen wir mal, ist die Sorte aus dem Bogenland. Auf jeden Fall ist die sehr stark vertreten im Bogenland. In Deutschland heißt sie Lemberger. Vielleicht auch schon mal gehört.
Heiko 1:38:17
Doch, das kenne ich. Also hat sie offensichtlich doch einen anderen Namen.
Marcel 1:38:20
Ja, also so dieses über mehrere Länder gibt es dann irgendwie einen anderen Namen. Die Eltern von der Rebsorte sind, ne ich kann es nicht ausbrechen, Boicina, also Ungarisch auch wieder und der Weiße Heunisch, der auch quasi im Riesling Elternrebsorte ist. In Österreich hat der Blaufränkisch ca. 5% der Rebfläche und es, sage ich mal, hat auch eine frische Säure, hat auch so eine Würze und Mineralität im Wein.
Heiko 1:38:51
Sind wir schon beim Probieren oder riechen?
Marcel 1:38:53
Also machen wir schon, möchtest du.
Heiko 1:38:56
Wohnst du noch oder lebst du?
Marcel 1:38:59
Also der ist jetzt auf jeden Fall weniger expressiv, als wir gerade beim Cherry Bomb hatten. In der Nase so.
Heiko 1:39:05
Oh, aber er schmeckt trotzdem auch nicht so klassisch, wie er riecht. Also jetzt nicht so, nicht komplett ultra-funky wie die ersten drei, aber ist jetzt auch nicht ganz typisch. Nicht so ganz, ich will es konservativ wieder sagen, aber es ist jetzt trotzdem, hat schon trotzdem auch so eine Eigenart, oder?
Marcel 1:39:24
Also ich finde den, der ist sehr leicht du hast auch eine Säure ich meine, wer jetzt keine Säure mag der so super Säure empfinde sind alle Weine, glaube ich, heute ein bisschen mehr auf der Säure also wer Grauburgunder sag ich mal, als Favorite hat ist wahrscheinlich heute oder mehr so, sollte vielleicht was anderes, bestellen und trinken Das.
Heiko 1:39:44
Hätten wir vielleicht vorher sein jetzt haben sie alle schon bestellt und getrunken und dann hättest du mir euch mal vorher gewarnt Ja.
Marcel 1:39:51
Aber das ist wieder superschön ausbalanciert. Wir haben jetzt tatsächlich vom Preis her den günstigsten, meine ich sogar, irgendwie 11,90, 12,90 oder so, habe ich jetzt gerade nicht auf dem Schirm. Ja, aber es ist ein, ja, ich mag den, der ist irgendwie sehr elegant, aber den kann man trotzdem gut trinken, also es ist ein süffiger.
Heiko 1:40:08
Ja, genau, süffig, ich finde den süffig, ich finde den irgendwie aufgrund dieser gewissen Eigenart, die er hat, spannend, ohne halt zu in your face zu sein. Er ist so gut ausbalanciert zwischen dieser gewissen Funkiness und trotzdem diesem bisschen klassischeren.
Marcel 1:40:24
Du hast halt hinten auch so ein bisschen mehr Tannine. Generell ist der Blau-Fränkisch auch eher so quasi wie so ein österreichischer Pinot meets Syrah. Also deswegen, die Tannine hinten sind stärker als beim anderen. Man merkt schon so die Klappe.
Heiko 1:40:43
Ja, der ist ein bisschen, der ist nicht ganz so, Also, der ist schon schwer, der ist ja nicht schwer, aber man merkt schon, dass es ein bisschen…
Marcel 1:40:50
Und der bleibt auch da. Man merkt auch dieses Mineralische, finde ich, bleibt auf der Zunge.
Heiko 1:40:55
Ja, mineralisch, stimmt. Ich hab die ganze Zeit überlegt, aber schon, das ist mineralischer. Ich merke auch, warum du den quasi in dieser Reihenfolge sozusagen hast. Er ist schon nicht mehr ganz so fruchtig wie auch der Folge.
Marcel 1:41:08
Also er ist schon auch noch fruchtig, aber nicht mehr so diese Kirschbombe. Das ist schon noch… Generell braucht der Blaufränkisch auch warme Lagen. Wir sind ja da am Neusiedlersee eher klacht. Der See speichert ein bisschen Wärme und wir haben dann durchaus warme Tage, aber auch kühle Nächte. Das mag der und ist glaube ich auch jetzt mit Klimawandel und so weiter auch eine der Rebsruten, wie vorhin schon beim Formint, der eher eine große oder eine Zukunft auf jeden Fall hatte. Ja, ich weiß nicht, ob du schon öfters mal Blaufränkisch getrunken hast. Für mich ist, der Zweigelt ist immer sehr rund. Der Blaufränkisch hat eher so eine Tiefe irgendwie. der hat nochmal so eine, also ich bin da auch Fan von, muss ich sagen.
Heiko 1:41:50
Also ich kenne natürlich Blau-Fränkisch, aber anders als jetzt Zweige kann ich jetzt nicht sagen so bewusst, ich habe jetzt irgendwie da und da das getrunken oder so, also bei einem Zweige hatte ich wie gesagt zuletzt irgendwie, ich weiß auch gar nicht wieso, also nicht gezielt, dass es irgendwie Dediziere gab, aber natürlich kenne ich auch Blau-Fränkisch aber jetzt nicht, dass ich schon hätte sagen können oh ja, das und das ist Blau-Fränkisch.
Marcel 1:42:11
Und das ist auf jeden Fall auch einer also, aber es ging ja fast bei allen jetzt so, wir probieren mal gleich nochmal alle Also ich sage danach so, also ich habe wirklich so, ich finde heute alle sehr geil. Wenn man jetzt vom Preisinger noch, sagen wir mal, was macht der sonst noch so, noch mehr bestellen möchte. Also generell macht der eher auch leichte Wein. Ich habe ja vorhin gesagt, der kam von den schweren früher und ist jetzt eher zu leichten, nicht so viel Alkohol, mehr Frucht, mehr Säure, eher so ein Frischempfinden. Und wenn man so einen Einsteiger Naturwein haben will, ich glaube, den haben wir auch schon mal zusammen getrunken, zumindestens habe ich den mal zum Geburtstag von euch bekommen. Das ist der Pusta Libre.
Heiko 1:42:48
Ah ja, genau.
Marcel 1:42:50
Das ist so die funky Variante. Das ist so ein super Einsteiger-Naturwein.
Heiko 1:42:54
Der war doch auch perlend, oder?
Marcel 1:42:56
Ja, zumindest da, wo wir den getrunken haben, hat der…
Heiko 1:43:00
Also es ist kein Pet Nut gewesen, aber der hat nur…
Marcel 1:43:02
Nee, genau. Das war kein Pet Nut. Den trinkt man übrigens ein bisschen gekühlt auch. Also wir hatten heute übrigens auch alle so eher, mit der Zeit ist es hier auch warm geworden, aber eher so bei 16 Grad den Rotwein getrunken, auf jeden Fall.
Heiko 1:43:16
Ich habe generell, war ich letztens, also was heißt letztens, immer noch das gleiche Weintesting, von dem ich auch in der ersten Folge gesprochen habe, da hatte der Weinhändler auch gesagt, dass wir in Deutschland oder generell tendenziell Brotwein eigentlich zu ticken zu warm trinken.
Marcel 1:43:33
Ja, ist auch so, ja. Also ich glaube, und jetzt gerade im Sommer, wenn man überlegt, jetzt bei Zimmertemperatur.
Heiko 1:43:40
Ja genau, wir stellen ihn in der Regel nicht in den Kühlschrank, anders als in Spanien, in Analyse, wo du so reisgekühlten Rotwein eigentlich kriegst.
Marcel 1:43:46
Ich will nochmal ganz kurz zurückkommen, bevor ich jetzt wieder irgendein Wort reinwerfe, aber der hat schon eine Struktur hinten, so einen gewissen Grip hinten, das passt ganz gut mit diesem.
Heiko 1:43:54
Einen Grip hattest du vorhin auf jeden Fall auch schon mal.
Marcel 1:43:56
Ja, ja. Dadurch, also der ist einfach auch sehr schön.
Heiko 1:44:00
Ja, der hat was.
Marcel 1:44:02
Also es gibt noch andere von ihnen. Wir hatten, ich weiß nicht, ob wir den Bonsai mal zusammengestrunken haben. Der war auch sehr cool. Also Bonsai heißt ja deswegen, weil du hattest vorhin gesagt, das fand ich witzig, weil ich das noch so im Kopf hatte. Bonsai heißt dieser Wein, weil in der Riede selbst die Pflanzen sehr eng zusammenwachsen sozusagen.
Heiko 1:44:19
Wie so ein Bonsai so ein bisschen kleiner beschneiden.
Marcel 1:44:22
Ja, die sind kleiner, weil es ein bisschen mehr Konkurrenzdruck ist und so weiter. Und deswegen, ja, der ist auch ein sehr schöner Rotwein. Und dann gibt es noch den Kaik und Kiesel. Da gibt es, glaube ich, auch einen roten, weißen Minig. Genau, und bei ihm stehen jetzt nicht so die Herkunft oder Lagen drauf, weil er genau gegen dieses österreichische Weingesetz nicht ankommt. Oder er darf es einfach nicht draufschreiben, aber er ist sehr kreativ. Zum Beispiel gibt es auch einen Wein, der heißt Erde, Luft, Gras und Reben. und also ich glaube mittlerweile ist es nicht mehr so, aber er hat quasi die Buchstaben groß geschrieben, die für die Lage sprechen, nämlich Edelgraben. Also du kannst ja dann bestimmte Buchstaben groß machen.
Heiko 1:44:56
So ein bisschen Wortspielerei sozusagen.
Marcel 1:44:58
Genau, dementsprechend, dann ist die Lage mit drauf. Hatten wir ja bei Korea quasi, ist ja die Lage auch indirekt mit drauf und so. Man muss einfach sagen, es ist irgendwie schade, dass du kommst ja auch wieder her, du machst guten, anständigen Wein, wir haben jetzt keinen Glückhol gepanscht, irgendwas, du darfst es nicht draufschreiben, weil das Österreich reichische Weingesetz das nicht hergibt, da kommt dann ein Verkoster vorbei und sagt dann, wie du auch eben gesagt hast, das schmeckt aber nicht wie ein typischer Zeige. Und dementsprechend ist er da so ein bisschen in dieser Falle drin. Und irgendwie ist das ein bisschen schade, weil das ist ja, das sind Winzer, die für Österreich stehen. Und sie dürfen sich ihre Herkunft, also dürfen sie nicht rauffchreiben. So, das ist irgendwie, muss man einfach sagen, ein bisschen schade. Apropos Gesetz.
Heiko 1:45:43
Genau, genau, genau. Trotzdem Bei den ganzen gesetzlichen Regeln muss man sagen, es war jetzt nicht ausschließlich der Skandal, der jetzt ein Umdenken provoziert hat. Das ist zum Beispiel auch eben Klaus Postmann wichtig zu betonen. Der Skandal hat mehr so wie so ein Katalysator gewirkt, kann man sagen. Also der Entwicklungen vorantrieb oder auch Beschleunigte, die einfach bereits hier und da vorher irgendwie losgingen. Zum Beispiel trat eben Anfang der 80er Jahre schon eine neue Generation von Winzern hervor, die so aus den geburtenstarken Jahrgängen so zwischen 60 und 68, also ein bisschen das, was wir hier zulande auch als Boomer irgendwie bezeichnen, irgendwie hervorgehen. Und diese jungen Winzer, etwa 20 Jahre alt, die zeichneten sich durch so sehr hohe Ansprüche und auch Innovationsgeist aus und die übten so einen zunehmenden Druck einfach auf die ganzen etablierten Strukturen aus. und sie reisten auch in renommierte Weinregionen wie zum Beispiel Bordeaux. Das fand ich nämlich dann spannend, als du sagtest, dass sowohl die Judith Beck als auch, glaube ich, Klaus Preisinger beide waren.
Marcel 1:46:36
Ne, der war da nicht. Die hatte sich orientiert daran.
Heiko 1:46:40
Genau, so war das. Deswegen fand ich das cool, dass du das vorhin erwähnt hast, weil auch die reisten da zumindest hin, um zu lernen, wie dort Wein produziert wird und so. Und so wurde quasi der Wandel im österreichischen Weinbau auch quasi durch den Einfluss der internationalen Weinwirtschaft, wenn man so will, vorangetrieben. Ja, dieser Glykolweinskandal bewirkte einfach, dass sich die jungen Winzer dann mit ihren Ideen und Ansprüchen einfach einfacher durchsetzen konnten, als es vielleicht ohne ihn gewesen wäre, weil halt die alten Strukturen so ein bisschen in Verruf und in Kritik geraten wurden, und delegitimiert wurden sozusagen und auch Konsumenten und Handel einfach Qualität forderten und so einfach Raum für Erneuerung entstand und so einfach viele der heute renommierten Weingüter einfach damals entstanden und eben von dieser oder sich in dieser Zeit profilierten. Auch wenn jetzt die, die wir heute getrunken haben, so nochmal zehn Jahre später, wenn ich es so richtig ich verstanden, so ein bisschen 90er ging das dann so bei denen.
Marcel 1:47:27
Ja, wir beiden jetzt 2000 ungefähr.
Heiko 1:47:28
Oder 2000er sogar, aber es ist quasi nochmal die Next Next Generation, wenn man so will. Nach dem Weinskandal von 1935, äh, was habe ich heute mit dem? 1985 verloren viele Winzer einfach ihre wichtigsten Absatzmärkte, vor allem halt deutsche Supermärkte. Du hattest ja jetzt auch noch gesagt, selbst heute ist noch deutscher Absatzmarkt am größten, aber damals eben vor allem so deutsche Supermärkte, die den Billo-Tetrapak-Süßwein sozusagen abgenommen haben und für zahlreiche so kleine Betriebe bedeutete das einfach das wirtschaftliche Aus. Die Zahl der Mainbaubetriebe schrumpfte in den Folgejahren erstmal drastisch und die Lücke, die dadurch entstand, konnten einfach diese jungen, qualitätsorientierten aufstrebenden Winzer füllen. Weil wenn die Pleite gehen, dann ist da irgendwie auch mehr Raum dafür da. Auch die Anbaufläche ging erstmal zurück, von rund 60.000 Hektar im Jahr 1987 auf knapp unter 46.000 bis 49.000 Hektar im Jahr 2019. Das ist jetzt so die letzte Zahl, die ich da recherchieren konnte. Man setzt mittlerweile, man merkt es einfach eben auf Klasse statt Masse, statt wie vorher eben auf Masse statt Klasse sozusagen. Und hinzu kamen eben, wir haben es angesprochen, neue Gesetze, die schon sehr bald eben nach dem Skandal in Österreich eingeführt wurden. Und eigentlich bis heute mit zu den, oder vielleicht sind die strengsten, oder es gehört auf jeden Fall mit zu den strengsten Weingesetzen der Welt. Gesetze, die eben die Qualität von österreichischem Wein unbedingt sicherstellen sollen. Ziel war es nicht nur, Verbraucher besser zu schützen, klar, sondern es ging auch vor allem darum, erst mal Vertrauen überhaupt zurückzugewinnen. Plötzlich war klar geregelt, was in eine Flasche Wein darf und vor allem was nicht.
Marcel 1:49:02
Die mussten ja auch einfach einen Move machen, der einfach ein bisschen stärker ist. Also es war vorher schon gesetzlich, das fand ich eigentlich interessant, dass du sagst.
Heiko 1:49:10
Schon ein Ries. Es ist nicht so, als wäre vorher, gäbe es keinen.
Marcel 1:49:12
Es war geregelt, aber man muss jetzt noch mal einen draufsetzen.
Heiko 1:49:17
Erstens musste man noch mal einen draufsetzen und zweitens musste man es jetzt vor allem durchsetzen. Vorher gab es Regeln, die einfach nicht wirklich durchgesetzt wurden.
Marcel 1:49:24
Aber erklärt auch die Verkoster, die dann vorbeikommen.
Heiko 1:49:27
Genau. Dazu kommt auch, jede Qualitätskategorie muss jetzt klar auf dem Etikett ausgewiesen sein, inklusive im Angaben zu Herkunft, Sorte, Jahrgang, Alkoholgehalt, Restzucker, da haben wir das wieder mit dem Zucker. Besonders bei Prädikatsweinen wird jetzt streng kontrolliert, ob sie wirklich tatsächlich den Anforderungen entsprechen. Und ab 1987 wurden diese dann eben sogar zur Führung so einer staatlichen Prüfnummer verpflichtet. In meinem Skript…
Marcel 1:49:51
Hättest du gedacht, dass es hier auf jeden Fall auch was gibt?
Heiko 1:49:54
Genau, ich wollte gerade sagen, in meinem Skript wollte ich sagen, jetzt guck mir mal auf die Flaschen, die du heute mitgebracht hast. Oder wenn ihr zu Hause vielleicht auch gerade irgendeinen anderen österreichischen Qualitätswein habt. Normalerweise ist auf diesem Verschluss jetzt eben, entweder auf dem Korken oder auf dem Schraubverschluss die österreichische Nationalflagge zu sehen und das ist eben, man spricht von der Banderole und sie trägt eben diese individuelle Prüfnummer und ist quasi der amtliche Nachweis dafür, dass der Wein eine staatliche Qualitätsprüfung bestanden hat, eben sowohl analytisch im Labor, als auch eben sensorisch, wie du schon meintest, in so einer Verkostungskommission. Jeder Qualitätswein muss sich einmal pro Jahr dieser Prüfung stellen und kein Qualitätswein verlässt quasi die Kellerei ohne dieses Gütesiegel. Aber deswegen, du hast es ja schon gesagt, können wir jetzt heute das nicht machen, bei dir eben einen anderen Weg fahren.
Marcel 1:50:36
Ja, aber das ist auch ein bisschen der, Ich meine, es ist so ein bisschen der Punkt. Du kannst es halt kontrollieren und das war ja damals auch ein Gesetz, aber prinzipiell sagt es halt überhaupt nichts aus. Ist das jetzt gut? Ist das jetzt irgendwie vom Anspruch her auch im Weinberg oder im Weingarten? Was geht da eigentlich ab? Was passiert im Keller? Prinzipiell weißt du es trotzdem nicht. Du hast deine Regularien, weil ein paar Leute einfach gefaked haben, einfach Leute abgezogen, vergiftet haben. Deswegen machst du eine Überregulierung, aber letztendlich…
Heiko 1:51:11
Also ich verstehe schon auch die Reaktion und ich glaube auch, es war damals glaube ich auch gut und wichtig, dass man es gemacht hat und ich glaube, es hat auch dafür gesorgt, dass heute Österreicher Wein so wahrgenommen, wie er wahrgenommen wird, aber ich, halte es spätestens nach heute, ich wusste das ja vorher gar nicht, für sinnvoll, also man muss das ja nicht verurteilen, was bisher passiert ist, das war gut, aber ich glaube, man kann ja nachjustieren und sagen, ganz ehrlich, wir haben da auch andere wirklich richtig gute Weine, vielleicht muss man da einfach schauen, dass das trotzdem irgendwie, halt ein offizielles Sieger oder so ist.
Marcel 1:51:40
Einfach, ich bin in Österreich, ich habe die Rede und ich möchte das auch gerne raufschreiben und auch wenn ich nicht dem Zuckergehalt und der Typizität der Rebsorte jetzt quasi hundertprozentig entspreche. Man muss ja auch einfach mal sagen, das sind ja dann Leute aus einem Amt. Also ich meine, man kennt ja auch die Kontakte, die man dazu hat und was dann quasi die Behörden und so, ja. Wie weit dann auch die Interpretation, wie weit der Interpretationsspielraum dann ist. Also wenn es dann nicht nach Buch X so und so ist. Und ich meine, ich glaube, bei sowas ist man ja sogar noch auf Einzelindividuen angewiesen, die dann sagen…
Heiko 1:52:16
Vor allem dann schmecken die heute, oder kommen auf die Tagesform an oder haben vielleicht vorher noch eine Zigarette geraucht, dann schmeckt der schon wieder auch anders. Also irgendwie finde ich es trotzdem faszinierend und irgendwie cool, dass da einer kommt und das probiert und sagt, ja, das schmeckt, wie er schmecken soll. Aber auf der anderen Seite eben spätestens mit den beiden Häuser merkt man schon auch die Probleme.
Marcel 1:52:34
Und die Frage wäre auch, ich würde mich ernsthaft fragen, ob das dieses Kontrollsystem, ich meine das, wir kamen ja vorhin schon um Kapitalismus und bla bla bla. Ich meine, wenn du bescheißen willst, kannst du wahrscheinlich trotzdem noch bescheißen.
Heiko 1:52:46
Und auch die jetzigen Prüfer kannst du vielleicht nicht mehr mit Schilling, aber dafür mit Euros bestellen. Es blieb tatsächlich aber auch gar nicht nur bei gesetzlichen Maßnahmen, sondern man muss natürlich auch PR machen. Es gibt eine umfassende PR-Kampagne, man muss Werbung machen, Marketing, finanziert vom Weinwirtschaftsfonds in Österreich und die zentrale Botschaft lautete im Prinzip…, Der Skandal war das Werk einiger weniger, der Großteil der Winzer produziert ehrlich und mit Leidenschaft, es wurden ganzseitige Anzeigen sowohl in innen als auch in ausländischen Zeitungen geschaltet, Fernsehspots, Fachbeiträge, all das trug diese Erzählung nach draußen, die ja wahrscheinlich auch nicht komplett gelogen ist, es wird jetzt schon jeder Einzelne das gemacht haben, aber es ist quasi so, dass die österreichische Weinwirtschaft einen offenen Dialog mit der Öffentlichkeit einfach trägt und dann so einen Diskurs führt, wenn man so will, Übermarketingmaßnahmen. Und dann kommen in den nächsten Jahrzehnten weitere Novellierungen dazu. Das Weingesetz wird immer weiter nachjustiert, immer ein bisschen weiter verfeinert, was für mich erst recht zeigt, man könnte heute auch das nochmal anpassen. Es ist nicht mehr eins zu eins das wie in den 80er Jahren, sondern man novellierte das immer weiter, um einfach die Qualität sicherzustellen. Es wurden zum Beispiel Höchstertragsmengen pro Hektar festgelegt, um Überproduktion zu verhindern.
Marcel 1:53:55
Weißt du, was da drin steht? Ich habe irgendwie die Statistiken gesehen und fand…
Heiko 1:53:58
Also wie viel jetzt rein, wirklich die Zahl, das weiß ich jetzt nicht.
Marcel 1:54:01
Ja, weil das ist ja interessant, dass du da auch so eine Menge rein oder so eine Begrenzung machst, weil Burgenland zum Beispiel ist tatsächlich mit am höchsten auch, was den Ertrag angibt. Ah, okay, trotzdem.
Heiko 1:54:10
Man wollte damit halt Überproduktion verhindern und auch einfach die Konzentration der Trauben fördern. Anders als früher eben jetzt Klasse-Stadtmasse, wenn man so will. Tatsächlich wurde dann auch später verschnitt mit ausländischem Wein verboten. Österreichischer Wein muss heutzutage wirklich zu 100 Prozent aus österreichischen Trauben stehen. In den Nachkriegshazienten war es zum Beispiel noch erlaubt, dass quasi ein Wein, selbst wenn man ihn nur zu 50% österreichisch und 50% ausländischen Wein verschnitt, dann war es trotzdem ein österreichischer Wein sozusagen. Heute muss es 100% aus österreichischen Trauben sein. Und 2002 dann wurde tatsächlich das DAC oder DAC-System eingeführt und das sollte im Prinzip eben die typischen Bezeichnungen wie Prädikatswein und so als Qualitätsmerkmal ersetzen. DAC steht für Districtus Austriae Controllatus und ist quasi so das österreichische Pendant zu dem französischen Appellation, so AOC, beziehungsweise heute AOP. der Fokus, der verlagert sich also weg von der Rebsorte ein bisschen, die immer weniger als quasi Distinktionsmerkmal taugt, mehr zur Herkunft, also die geografische Bezeichnung eines Ortes oder einer Region, die so für einen ganz charakteristischen Weintyp vermeintlich, heute haben wir ja schon gesehen, ganz charakteristisch ist es dann eh nicht, das wird quasi so durch eine kontrollierte Herkunftsbezeichnung geschützt.
Marcel 1:55:23
Also da würde ich schon sagen, du hast, also da ist ja schon auch das Thora oder die Umgebung und so weiter mit drin, nur dass der Ausbau oder die ganze, Art und Weise, wie du im Weingarten als auch im Keller arbeitest, ein bisschen anders ist und dadurch eine andere Charakteristik kommt. Aber du hast ja trotzdem hier die einzelnen, also wir haben jetzt Korea gehabt, zum Beispiel, also da steckt, oder was ich gerade über Bonsa erzählt habe, da steckt ja schon was drin, was wirklich was aus dieser Ja.
Heiko 1:55:49
Komisch, dass man dann nicht sagt, ja, warum habt ihr nicht auch diese geschützte Appellation, weil ihr habt ja offensichtlich dort angebaut. Aber habt irgendwas in der Nachverarbeitung eben anders gemacht und schon sagen die, das Gesetz ist nicht. Ja, heute gibt es tatsächlich glaube ich 18 dieser Appellationen, zum Beispiel Weinviertel DRC, das war so ein bisschen die erste, auch Mittelburgenland, Südsteiermark und so weiter und so fort.
Marcel 1:56:11
Und auch Wien, also ich glaube es ist eine der wenigen Großstädte oder so der Welt, wo auch wirklich eine signifikanter Anzahl an Wein produziert ist.
Heiko 1:56:20
Es gibt ja diese Weinberge da in Wien rum. Ja, also wie gesagt, all diese gesetzlichen Maßnahmen, die PR-Maßnahmen zusammen einfach auch mit diesem Generationswechsel, der dann stattfindet und auch einfach so im Neuen selbstverständlich. All das hat so das Bild des österreichischen Weins eigentlich grundlegend verändert und das zahlt sich eben den ganzen neuen Zugang zu Qualität und Herkunft aus und so weiter und wie sehr sich das auszahlt, zeigte sich tatsächlich 2002 beim sogenannten London Tasting, ich weiß nicht, ob du das kennst, das scheint irgendwie so ein bekanntes Wine Tasting zu sein, das kannte ich auch nicht, da hatte damals die Financial Times mit so internationalen Weinjournalisten zusammen zu einer großen Blindverkostung geladen und tatsächlich die ersten vier Plätze belegte Österreicher, also von allen Weinen und insgesamt sieben von zehn Weinen, wie viel Prozent sind das, Marcel?
Marcel 1:57:11
70.
Heiko 1:57:12
70 Prozent waren grüner Feltiner oder Chardonnay aus Österreich, boom, also das war dann am Ende quasi der internationale Durchbruch für den österreichischen Verein.
Marcel 1:57:25
Obwohl die Preise ja dann trotzdem nicht so viel aussagen, wie man ja immer gesehen hat, da gab es ja auch Preise, obwohl ich es schon verpanscht war.
Heiko 1:57:32
Das stimmt, auch in Deutschland. Deswegen.
Marcel 1:57:35
Lass uns nochmal einmal kurz durchprobieren. Würde ich auch sagen.
Heiko 1:57:39
Vor allem, die standen ja jetzt nochmal ein bisschen.
Marcel 1:57:40
Ja, das sind wir ein bisschen. Zum Abschluss. Du hattest ja gerade gesagt, so 300 Weinbetriebe waren.
Heiko 1:57:46
Naja, die 300 insgesamt wurden quasi angeklagt. Dazu gehörten Winzer, dazu gehören aber auch Händler, dazu gehören eben auch Publikanzeiten.
Marcel 1:57:53
Ah, okay. Es gibt 10.000 in Österreich heute. Das ist ja dann doch weniger als 10% sogar nochmal. Es war dann doch nicht die Masse halt.
Heiko 1:58:04
Nee, genau, genau.
Marcel 1:58:06
Okay.
Heiko 1:58:08
Also zumindest die Masse, die nicht erwischt wurde. Nee, aber ich denke auch, es ist ja auch das, was sie dann auch durch PR versucht haben, klar zu machen, schwarze Schafe und so weiter. Aber natürlich haben alle erstmal drunter gelitten.
Marcel 1:58:18
Was, wann wir denn nochmal jetzt?
Heiko 1:58:20
Während du uns nochmal eingießt, vielleicht nur nochmal eine kleine Erinnerung. Wir haben ja noch das Gewinnspiel aus der letzten Folge. Wenn ihr da die… Gewinnspiel? Ja, oder die Verlosung. Ja, Gewinnspiel ist falsch. wenn ihr quasi die beiden römischen Weine zugelost werden kommt, dann bis zur, Öffentlichung der nächsten Folge habt ihr dann noch Zeit, einfach unter dem, Instagram-Post der ersten Folge zu kommentieren oder einfach eine E-Mail an team-at-geschichte-im-glas.de schreiben, dass ihr gerne die römischen Weine haben wollt. Genau. Kleine Erinnerung. Du hast mir jetzt was nochmal eingegeben?
Marcel 1:58:53
Den ersten?
Heiko 1:58:54
Eingegossen? Das war der Fruity Loops.
Marcel 1:58:57
Ja, der Exotik.
Heiko 1:58:59
Der riecht auch immer noch exotisch, auch nachdem er jetzt hier schon eine gewisse Weile stand. Ja, ein ordentliches Glas schon, ich habe vor allem gemacht. Aber ich muss jetzt auch nicht mehr so viel sprechen, ab jetzt kann ich… Aber doch, also ich glaube am Anfang war der mir ja zu speziell, also er ist immer noch, aber ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass er stand oder dass ich inzwischen andere Weine dazwischen habe, aber ich finde den zugänglicher als am Anfang.
Marcel 1:59:30
Also ich habe in letzter Zeit noch einige andere probiert. Und ich finde die alle sehr zugänglich. Also das ist keiner, der irgendwie so…
Heiko 1:59:38
Aber du hast auch generell, glaube ich, schon sehr, sehr viel Berührungspunkt mit diesen funky Weinen. Das ist halt dein Ding. Ich kenne dich ja jetzt auch schon.
Marcel 1:59:45
Ja, also ich mag schon auch… An einer anderen Stelle kommen wir vielleicht auch noch mal zu ein paar Klassikern. Also es gibt ja auch so ein paar deutsche Weißweine… Weiß nicht, wie Wagner Stempel oder das ist ja eher auch so… Sind wir auch ein Prädikat oder Qualitätswein. Super straight, mag ich super gerne. Also es ist nicht unbedingt gesagt, nee, also das muss schon passen, finde ich.
Heiko 2:00:14
Glaube ich jetzt. Vorher war mein Favorit der letzte. Aber ich würde, glaube ich, jetzt deswegen zum Abschluss unserer Folge sozusagen einmal nochmal den Cherry Bomb mit dir gerne testen.
Marcel 2:00:26
Ich tue mich schwer mit einem Favoriten, ehrlicherweise.
Heiko 2:00:29
Ja, das… Ja, der hat schon auch einfach was. durch dieses Perlige. Aber ja, also waren schon, also auf jeden Fall alles sehr, sehr interessante.
Marcel 2:00:41
Also du bist beim Vierten als Favorite.
Heiko 2:00:42
Ich glaube trotzdem als Favorite würde ich bei dem, ich glaube auch, weil ich, wahrscheinlich bei der noch am klassischsten in Anführungsstrichen war und ich glaube ich noch nicht so krass den Zugang A zu Naturland plus auch noch dieses Funky, ich glaube da muss ich erst noch ein bisschen mehr Zugang zu finden. Das ist schon anders einfach.
Marcel 2:00:59
Mal kurz nochmal den Korea ins Glas.
Heiko 2:01:03
An den Kurier. Jetzt hast du auch übrigens mehr gekleckert als ich.
Marcel 2:01:10
Aber hier steht doch alles voller Technik. Aber mittlerweile ist es nicht mehr so warm. Ich habe echt gut gekleckert.
Heiko 2:01:20
Ansonsten?
Marcel 2:01:22
Aber da gebe ich dir recht. Von der Nase ist es ja wesentlich weniger zugelegt.
Heiko 2:01:26
Aber schmeckt auch? Also doch. Also jetzt müssen wir natürlich ein bisschen schwieriger aussagen, wenn wir jetzt plötzlich auch noch von Rot wieder zurück zu weiß, beziehungsweise orange oder so. Aber haben auf jeden Fall alle irgendwie was Eigenes und was Spannendes, würde ich sagen. Und damit würde ich sagen.
Marcel 2:01:42
Probiert mal rein.
Heiko 2:01:43
Probiert mal rein. Und das war unser heutiger Schluck aus der Geschichte.
Marcel 2:01:47
Wenn es euch gefallen hat, freuen wir uns über eine Bewertung.
Heiko 2:01:50
Abonniert uns gerne und mehr Geschichte gibt es wieder im nächsten Glas.
Marcel 2:01:55
Und damit Prösterchen.
Heiko 2:02:15
Hi.
Marcel 2:02:16
Passt.
Heiko 2:02:18
Okay.
Marcel 2:02:18
Er startet an der richtigen Stelle und dann würde ich sagen 3, 2, 1 und dann go fort.
Heiko 2:02:22
U. Chemisch-Landwirtschaftliche Bundesanstalt Fläschchen. Fläschchen. Fläschchen.
Marcel 2:02:29
Fläschchen.
Heiko 2:02:30
Wee.

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