GIG007 Fleetwood Mac und die Entstehung von Rumours | Im Glas: Kalifornischer Wein

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Heiko

Shownotes ↓
Hintergrund zur Folge ↓
Die verkosteten Weine ↓
Die erwähnten Episoden ↓
Transkript ↓
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Fünf Menschen, ein Studio, drei Trennungen, viel Alkohol: In dieser Folge geht’s in die 70er nach Kalifornien, zu Fleetwood Mac und der Entstehung von Rumours. Alkohol, Gras und Kokain gehören zum Alltag, Beziehungen implodieren mitten in den Aufnahmen. Und genau daraus wird Musik. Wir erzählen, wie aus Trennungen, Druck und Perfektionismus ein Album wird, das bis heute nachhallt. Dazu trinken wir Pinot Noir, Cabernet Sauvignon und Zinfandel.

Shownotes zur Episode



Hintergrund zur Folge: Fleetwood Mac

In dieser Episode erzählen wir die Geschichte hinter „Rumours“, einem der erfolgreichsten Alben aller Zeiten. Aufgenommen in einem Zustand aus Trennungen, Drogen und verzweifeltem Perfektionismus. Dieser Fleetwood Mac Podcast beleuchtet, wie fünf Menschen, trotz – oder gerade wegen all dieser Umstände – gemeinsam eines der ikonischsten Alben der Musikgeschichte schufen.

Die Geschichte von Fleetwood Mac: Von der britischen Bluesband zur kalifornischen Popikone

Die Geschichte von Fleetwood Mac beginnt 1967 in England als britische Bluesband, gegründet vom Gitarristen Peter Green. Green war zu diesem Zeitpunkt bereits ein anerkannter Gitarrist und spielte bei John Mayall & the Bluesbreakers, wo er niemand Geringeres als Eric Clapton ersetzt hatte. Als der Schlagzeuger der Bluesbreakers ausstieg, schlug Green Mick Fleetwood vor, mit dem er bereits in früheren Bands zusammengespielt hatte. Die Bluesbreakers bestanden nun also aus Green, Fleetwood, Frontmann John Mayall und Bassist John McVie.

Peter Green von Fleetwood Mac an der Gitarre
Fleetwood Mac-Gründer Peter Green
Quelle: Wikimedia, Nick Contador

Als Dank für die Vermittlung schenkte Mayall seiner Band freie Studiozeit. Green, Fleetwood und McVie nutzten diese, um fünf Songs aufzunehmen, darunter ein Instrumentalstück namens „Fleetwood Mac“ – benannt nach Schlagzeuger Mick Fleetwood und Bassist John McVie. Dieser Song war im Grunde die Geburtsurkunde der gleichnamigen Band. Kurz darauf schlug Green vor, eine eigene Band zu gründen, und nannte sie bewusst Fleetwood Mac, um McVie zu locken. McVie lehnte zunächst ab und blieb beim sicheren Einkommen bei Mayall. Doch der Name blieb – und McVies Widerstand hielt nicht lange. Das erste Album, „Peter Green’s Fleetwood Mac“, erschien 1968 und wurde erfolgreich genug, dass McVie dauerhaft einstieg.

Die beiden Namensgeber, Mick Fleetwood und John McVie, sind dann auch die einzigen Mitglieder aus dieser Frühphase, die bis zu den Rumours-Aufnahmen dabei blieben. Fleetwood Mac war von Anfang an eher ein Projekt oder Kollektiv mit häufig wechselnder Besetzung. Schon früh kamen erste Erfolge, doch mit dem Erfolg wuchs auch ein innerer Konflikt. Besonders bei Peter Green. Er fühlte sich zunehmend unwohl mit Ruhm, Geld und Erwartungshaltung und begann, den Sinn von Musik, Besitz und Karriere grundsätzlich infrage zu stellen. Ende 1969, während einer Europatournee in München, nahm Green an einer Party der legendären Highfish-Kommune teil, zu der auch Rainer Langhans und Uschi Obermaier gehörten. Dort hatte Green offenbar einen schlechten LSD-Trip, nach dem er als anderer Mensch zurückkam. Zweifel und Paranoia, die vorher schon vorhanden waren, verstärkten sich drastisch. Wahrscheinlich löste oder verstärkte das Erlebnis eine Schizophrenie. Green sprach obsessiv über Geld als moralisches Übel und forderte, dass Fleetwood Mac sämtliche Einnahmen spenden sollten. 1970 stieg er aus. Für Fleetwood Mac begann eine Phase des Dauerumbaus.

Stevie Nicks und Lindsey Buckingham steigen ein

Der ganz große Umbruch kam schließlich Mitte der 1970er Jahre – geografisch und personell. Die Band zog nach Kalifornien und fand dort zwei neue zentrale Figuren: Lindsey Buckingham und Stevie Nicks. Eigentlich sollte nur der Gitarrist ausgetauscht werden, doch Buckingham gab es nur im Paket mit seiner Partnerin Stevie Nicks. Die beiden kamen als kreatives und privates Duo. Mit ihnen veränderte sich der Sound grundlegend: weg vom klassischen Bluesrock, hin zu melodischerem, zugänglichem Westcoast-Pop-Rock. Komplettiert wurde diese Besetzung durch Christine McVie, geboren als Christine Perfect, Ehefrau von Bassist John McVie. Sie hatte bereits seit dem zweiten Album als Keyboarderin mitgewirkt, stieß 1970 offiziell zur Band und etablierte sich als eigenständige Songwriterin.

Das erste Album in dieser Konstellation erschien 1975 und ist heute als „The White Album“ bekannt – das zehnte Album der Band insgesamt. Als Fleetwood Mac am 28. Januar 1976 mit den Aufnahmen zu Rumours begannen, waren sie in den USA trotzdem noch keine unumstrittenen Superstars. Was fehlte, war der ganz große Hit und der durchschlagende Erfolg. Fleetwood Mac waren dabei eine unwahrscheinliche Mischung aus Gegensätzen: Alt und neu, britische Wurzeln und amerikanischer Westcoast-Sound, männliche und weibliche Perspektiven. Die einzige Konstante war das Talent aller fünf Beteiligten.

Promofoto von Fleetwood Mac
Von links nach rechts: Mick Fleetwood, Christine McVie, John McVie, Stevie Nicks, Lindsey Buckingham
Quelle: Wikimedia

Rumours: Entstehung unter Extrembedingungen

Während die Arbeit am neuen Album begann, passierte jedoch etwas Entscheidendes: Das „White Album“, bereits vor rund sechs Monaten veröffentlicht, begann plötzlich Fahrt aufzunehmen. Die Verkaufszahlen stiegen stetig, Radios spielten mehr Songs. Weil das Album so durch die Decke schoss, war die Plattenfirma Warner natürlich euphorisch. Und dann folgte der entscheidende Satz: Wenn sie es schaffen würden, zwei erfolgreiche Alben hintereinander zu veröffentlichen, wären sie für den Rest ihres Lebens abgesichert.

Das waren großartige Nachrichten, aber sie hatten einen Preis. Denn jetzt entstand ein ganz anderer Druck. Von diesem Moment an begann Fleetwood Mac, bereits Aufgenommenes auseinanderzunehmen, neu zu bewerten und immer wieder infrage zu stellen. Aus einer vergleichsweise lockeren Studiosituation wurde ein Zustand permanenter Kontrolle. Jede Entscheidung wurde doppelt überprüft, jede Spur noch einmal angefasst. Aus Vertrauen wurde Vorsicht, aus Routine wurde Zweifel.

Alkohol und Drogen im Studio

Christine McVie saß für gewöhnlich mit einem Glas Wein oder Champagner am Piano. Mick Fleetwood liebte sein eiskaltes Heineken und trank im Studio gern und regelmäßig. Stevie Knicks trank zum Singen Courvoisier mit einem Schuss Honig, buchstäblich um ihre Stimme zu ölen. John McVie trank gerne einen Screwdriver zum Frühstück. Lindsey Buckingham kiffte dagegen am liebsten. Wie früh der Konsum Teil des Prozesses wurde, zeigt sich am allerersten Tag. Die Drums waren noch nicht eingestellt, die Ingenieure brauchten Zeit. Alle saßen also erstmal da, tranken Alkohol, kifften – und zwar noch ehe der erste Ton aufgenommen wurde. Das war kein Ausnahmezustand, das war der Startpunkt. Der Assistent wurde fortan regelmäßig auf sog. „Alkohol-Runs“ geschickt, um Nachschub zu besorgen.

Innerhalb der Gruppe entwickelten sich dabei klare Lager. Die Briten Christine, Mick und John tendierten stärker zu Alkohol und später Kokain. Die Amerikaner Lindsey und Stevie sowie einige aus dem Team bevorzugten Gras. Kokain tauchte nach über neun harten Arbeitstagen zum ersten Mal im Studio auf und wurde dann zu einem stetigen Begleiter. Plötzlich waren alle wach, aufgeputscht, bereit, konnten Songs immer und immer wieder spielen. Es fühlte sich produktiv an. Nach 23 Uhr, meist als John bereits nach Hause gegangen war, erreichten die verbliebenen Bandmitglieder einen Zustand, den Mick später „Transcension“ nannte: jener Punkt, an dem sie glaubten, genau den richtigen Rauschpegel erreicht zu haben, um stundenlang weiterzumachen.

Mick liebte in diesen Momenten ein Zitat von Robert Frost: „The woods are lovely, dark and deep, and we have miles to go before we sleep.“ Das Studio war dabei immer dunkel, es gab (wahrscheinlich bewusst) keine Fenster und man verlor jedes Gefühl für Zeit.

Die Nächte wurden länger, die Tage später. John war meist der Erste, der ging, aber auch der Erste, der am nächsten Tag wieder im Studio stand, oft bereits vormittags und manchmal schon angeheitert. Und nach den ersten Wochen war kaum noch jemand gleichzeitig im Studio. Für die Tontechniker ein Problem: Sie mussten für John morgens um 10 da sein und für die anderen bis 4 Uhr nachts.

Beziehungsprobleme als kreative Quelle

Während an Rumours gearbeitet wurde, befanden sich gleich mehrere – um nicht zu sagen: alle – Beziehungen innerhalb der Band in der Trennungsphase oder zerbrachen genau in diesem Moment. Und zwar nicht diskret, sondern offen und mitten im Arbeitsprozess.

Zum einen zerbrach Mick Fleetwoods Ehe. Seine Frau Jenny hatte ihn wegen einer Affäre mit seinem besten Freund verlassen. Einschneidender für die kreative Arbeit innerhalb der Band war jedoch der sichtbare Konflikt zwischen Christine McVie und John McVie. In den frühen Stunden waren sie höflich zueinander, professionell, fast distanziert. Doch je länger der Tag dauerte und je mehr Alkohol floss, desto schwieriger wurde es. John begann, um Christine herumzuschwirren. Gespräche wurden kürzer, angespannter. Man hörte oft nicht, wie Auseinandersetzungen begannen, aber man hörte, wie Christine sie beendete: klar, bestimmt, ohne jede Romantik.

Obwohl bereits in einer neuen Beziehung steckten, war John wahrscheinlich noch immer in Christine verliebt, während Christine für sich bereits beschlossen hatte, die Ehe zu beenden. In einem Interview – Jahrzehnte später in einer BBC Doku über die Fleetwood Mac – sagte John, wenn man zusammenlebt, zusammen Musik macht, zusammen auf Tour ist, immer miteinander ist, dann sieht man immer das Beste und das Schlechteste voneinander. Und Christine habe eben einmal zu viel das Schlechteste gesehen.

Das zweite explosive Zentrum innerhalb der Band: Stevie Nicks und Lindsey Buckingham. Als sie zu Fleetwood Mac stießen, lagen ihre glücklichen Tage als Paar bereits hinter ihnen. Beim Aufnehmen gemeinsamer Vocals sangen sie harmonisch zusammen, doch es gab Momente, da konnte die Stimmung mit Beleidigungen und Drohungen explodieren, sobald die Aufnahme stoppte. Noch im Streit wurde das Band wieder scharf geschaltet, und sie sangen ihre Parts perfekt ein. Streit. Aufnahme. Streit. Aufnahme. Genau hier liegt der Kern von Rumours: Sie stritten, und doch fühlten sie sich verpflichtet, die Songs des anderen besser zu machen. Es gab keine Trennung mit Abstand. Sie standen sich täglich gegenüber, sangen miteinander – und übereinander. Wut, Verletzung und Resignation fanden ihren Weg in Texte, wohl wissend, dass jedes Wort von den anderen gehört und verstanden wird.

Die Songs von Rumours: Schmerz wird Musik

Der Songwriting-Prozess war dabei alles andere als akademisch. Niemand konnte richtig Noten lesen. Alles entstand aus Gedächtnis, Gefühl und Kommunikation. Lindsey brachte meist eine Struktur mit, alle gingen in den Aufnahmeraum und legten Grundspuren. Danach begann der Feinschliff – langsam, mühsam, extrem detailverliebt. „The Chain“ existierte etwa lange nur als Fragmente. Erst als man Bandmaterial buchstäblich zerschnitt und neu zusammensetzte, entstand der Song. Der berühmte Bass-Lauf von John am Ende ist der Moment, in dem alles zusammenkommt. Nicht zufällig ist „The Chain“ der einzige Song, an dem offiziell alle fünf mitgeschrieben haben.

Aber natürlich wurden die Trennungen in Liedern verarbeitet. Lindsey tat dies in „Second Hand News“ und vor allem „Go Your Own Way“. Beide Fleetwood Mac Songs wurden von ihm als unmittelbare Reaktion auf die Trennung von Stevie geschrieben. Besonders heikel: die Textzeile „Packing up, shacking up is all you wanna do“ – ein Vorwurf, sie wolle nur zwanglos mit wechselnden Männern zusammenleben. Stevie verlangte, die Zeile zu ändern. Doch Lindsey weigerte sich aus Prinzip. Später sagte Stevie, jedes Mal, wenn er diese Zeile auf der Bühne sang, hätte sie ihn am liebsten umgebracht.

Stevie verarbeitete die Trennung wiederum in „Dreams“: „You say you want your freedom. But listen carefully to the sound of your loneliness.“ Noch deutlicher war „Silver Springs“: „I know I could have loved you but you would not let me.“ Der Song schaffte es wegen seiner Länge zwar nicht auf das Album, landete aber auf der B-Seite der Single – ausgerechnet „Go Your Own Way“.

Veröffentlichung und Erfolg: Ein kulturelles Monument

Trotz aller Widrigkeiten erschien „Rumours“ schließlich – fast ein Jahr nach Beginn der Aufnahmen. Noch nie zuvor hatte ein Album derart lange gebraucht, um fertiggestellt zu werden. Doch die Mühen zahlten sich aus: „Rumours“ wurde ein sensationeller Erfolg.

Alle vier ausgekoppelten Singles erreichten die Top Ten, „Dreams“ sogar Platz eins der Charts. Bis heute hat sich das Album weltweit über 40 Millionen Mal verkauft. Bei den Grammy Awards 1978 wurde es als „Album des Jahres“ ausgezeichnet. Innerhalb von nur zwölf Monaten war aus einem chaotischen Studioprojekt ein popkulturelles Monument geworden.

Vielleicht funktioniert diese Platte nicht trotz, sondern gerade wegen der Umstände, unter denen sie entstand: wegen der zerrütteten Beziehungen, der Drogen und des Alkohols, der Selbstzweifel und des kompromisslosen Perfektionismus. Es wirkte wie eine musikalische Gruppentherapie Und so entstand etwas, das wir Jahrzehnte später sogar in einem Podcast über Geschichte und Wein noch besprechen können.

Hintergrund zu den verkosteten kalifornischen Weinen

In dieser Folge machen wir eine Reise durch die Weinregion Kalifornien und probieren gleich sieben kalifornische Rotweine.

Kalifornischer Wein: Vielfalt zwischen Küste und Valley

Kalifornischer Wein steht heute für Vielfalt und Innovation. Die Weinregion Kalifornien erstreckt sich über 1.100 Kilometer (das ist etwa die Luftlinie zwischen Berlin und Rom) und umfasst rund 230.000 Hektar Rebfläche. Damit ist Kalifornien der viertgrößte Weinproduzent der Welt nach Italien, Spanien und Frankreich und produziert 80 Prozent des gesamten US-Weins. Die Anbaugebiete sind in 154 sogenannte American Viticultural Areas (AVAs) unterteilt. Dabei handelt es sich um geografisch definierte Herkunftsgebiete, vergleichbar mit den europäischen beziehungsweise französischen Appellationen, jedoch ohne deren strenge Vorschriften zur Vinifikation. Mehrere AVAs können zu größeren übergeordneten Regionen, sogenannten Super-AVAs, zusammengefasst werden.

Die sechs wichtigsten „Super-AVAs“ sind:

  • North Coast: Umfasst unter anderem Napa Valley und Sonoma County. Kühlender Pazifikeinfluss, Nebel und große klimatische Vielfalt prägen die Region. Hier entstehen viele der renommiertesten Weine Kaliforniens, insbesondere Cabernet Sauvignon und Chardonnay
  • Central Valley: Heißes, flaches Inland mit sehr hohen Erträgen. Zentrum der mengenorientierten Produktion; bedeutend für Volumenweine, also stärker auf die „Massenproduktion“ ausgerichtet. Wichtige Subregionen sind Lodi und das San Joaquin Valley.
  • Central Coast: Reicht von San Francisco bis Santa Barbara. Stark vom Pazifik beeinflusst, lange Vegetationsperiode. Bekannt für Pinot Noir, Chardonnay und zunehmend Rhône-Rebsorten.
  • Sierra Foothills: Historisch bedeutend seit dem Goldrausch des 19. Jahrhunderts. Bekannt für alte Zinfandel-Rebstöcke und kräftige, alkoholreiche Weine.
  • South Coast: Warme, teilweise maritime Region südlich von Los Angeles. Bedeutend ist vor allem das Temecula Valley.
  • Far North Coast: Kühler, dünn besiedelter Norden mit nachhaltiger Ausrichtung vieler Betriebe. Bedeutende AVAs sind Mendocino und Lake County.

Kalifornischer Wein profitiert von enormer klimatischer Vielfalt (Cool-Climate-Regionen mit Morgennebel, Pazifikwinden, heiße Valleys im Inland). Angebaut werden über 110 Rebsorten, dominant sind aber Cabernet Sauvignon, Pinot Noir und Zinfandel bei Rotweinen sowie Chardonnay bei Weißweinen.

Judgement of Paris – Wendepunkt kalifornischer Weine

Ein Wendepunkt in der Geschichte kalifornischen Weins war das Judgement of Paris am 24. Mai 1976. Der britische Weinjournalist Steven Spurrier organisierte eine Blindverkostung im InterContinental Hotel in Paris, bei der kalifornische Weine gegen französische Klassiker antraten. Die Jury bestand fast ausschließlich aus Franzosen, darunter Aubert de Villaine von der Domaine de la Romanée-Conti.

Das Ergebnis war eine Sensation: Kalifornien gewann sowohl bei den Weißweinen (Chateau Montelena Chardonnay) als auch bei den Rotweinen (Stag’s Leap Wine Cellars Cabernet Sauvignon). Ridge Vineyards belegte Platz fünf und schlug damit legendäre Bordeaux wie Mouton-Rothschild und Haut-Brion – obwohl 1970 als einer der vier besten Jahrgänge seit 1930 galt. Steven Spurrier erhielt in vielen französischen Weingütern Hausverbot, doch für Kalifornien war es die Geburtsstunde eines internationalen Hypes.

30 Jahre später gewann bei einem erneuten Tasting Ridge Monte Bello. Das Judgement of Paris zeigte der Welt: Kalifornischer Wein kann mit der europäischen Elite mithalten. Mindestens.

Pinot Noir aus Santa Barbara: Au Bon Climat und burgundischer Stil

Unser erster Wein dieser Folge, der Au Bon Climat Santa Barbara County Pinot Noir 2023, erbindet die Neue Welt mit burgundischer Tradition und ist damit der perfekte Übergang von unserer letzten Folge über Rotwein aus Burgund. Au Bon Climat – französisch für „gute Lage“ – wurde 1982 von Jim Clendenen gegründet, der als einer der Pioniere des kalifornischen Pinot Noirs gilt. Clendenen wuchs in Ohio auf, lernte Französisch und studierte Philosophie und Recht, bevor er in den 1970er Jahren nach Frankreich reiste. 1974 kaufte er einen Camper in Bordeaux und reiste durch Burgund, Europa und Afrika. Seine Weinerfahrung sammelte er bei Ernten in Zaca Mesa Winery und auf einer Wein-Weltreise 1981 durch Burgund, Australien und Kalifornien. Inspiriert vom Burgund startete er in einem Schuppen am Weinberg Bien Nacido, 30 Kilometer von der Küste entfernt. Sein Ziel: Pinot Noirs und Chardonnays, viel schlanker als damals in Kalifornien üblich. Er wurde zum Vorbild für die Region und inspirierte zahlreiche Winzer. 2021 verstarb Clendenen plötzlich mit 68 Jahren. Heute wird das Weingut von seinen Kindern Isabelle und Knox sowie Jim Adelman und Önologe Marc Piro geführt.

Der Wein stammt aus Santa Barbara County, etwa 160 Kilometer nördlich von Los Angeles. Die Region wird auch „American Riviera“ genannt, weil ihre Täler ost-westlich verlaufen und so kühle Meereswinde tief ins Landesinnere leiten. Es handelt sich um eine Cool-Climate-Region am Pazifik – ideal für Pinot Noir. Das Santa Maria Valley ist geprägt von Morgennebel und Nachmittagsbrisen, die Böden bestehen aus Kies und Kalkstein. Nach der Handlese wird der Saft nach Parzellen getrennt vergoren und 8 bis 12 Monate in gebrauchten französischen Eichenfässern von François Frères aus dem Burgund ausgebaut. Das Ergebnis ist ein Pinot Noir im burgundischen Stil: würzig, mit Noten von Piemont-Kirsche, Schokolade und Leder, beerig am Gaumen mit seidigen Tanninen und einem Hauch Erdbeermarmelade. Mit 13,5 Prozent Alkohol bleibt er elegant und zeigt, dass Kalifornien auch finessereiche, europäisch geprägte Weine hervorbringen kann.

Ridge Vineyards: Ikone seit dem Judgement of Paris

Ridge Vineyards gehört zu den ikonischsten Weingütern Kaliforniens und wurde durch das Judgement of Paris weltberühmt. Das Weingut liegt südlich von San Francisco auf 800 Metern Höhe in den Santa Cruz Mountains. 1885 kaufte Osea Perrone 72 Hektar in Monte Bello, der erste Wein kam 1892 heraus. Während der Prohibition wurde der Betrieb heruntergefahren. 1959 kauften drei Stanford-Computer-Ingenieure das Anwesen als Wochenend-Refugium. 1962 produzierte einer von ihnen, David Bennion, einen Monte Bello Cabernet mit erkennbarem Potenzial. Schon früh kauften sie weitere Weinberge, darunter Lytton Springs in Sonoma. 1969 kam mit Paul Draper eine Schlüsselfigur als Winemaker dazu. Draper studierte Philosophie, lernte Weinmachen bei Château Latour in Bordeaux und in Chile. Er brachte eine vor-industrielle Qualität nach Ridge: minimale Intervention, natürliche Vergärung, Fokus auf Terroir. John Olney, der im Burgund lernte, ist heute Head Winemaker und CEO. Paul Draper ist mit 90 Jahren noch immer Chairman. Ridge steht vor allem für Cabernet Sauvignon und Zinfandel, gehört aber seit den 1980er Jahren dem japanischen Pharmakonzern Otsuka Pharmaceuticals, der sich jedoch kaum einmischt.

Paul Draper zapft Wein aus einem Fass bei Ridge Monte Bello.
Paul Draper, der „kreative Kopf“ hinter dem Ridge Monte Bello
Quelle: Wikimedia

Von Ridge trinken wir in dieser Episode zwei Weine. Der Ridge Three Valleys 2022 ist ein Einstiegswein aus zehn verschiedenen Weinbergen in Sonoma, North Coast AVA. Die Cuvée besteht aus 65 Prozent Zinfandel, 16 Prozent Carignane, 14 Prozent Petite Sirah und 5 Prozent Mataro. Nach Handlese und Spontanvergärung reift der Wein 12 Monate in gebrauchten amerikanischen Eichenfässern. Zinfandel dominiert mit dunklen Beeren, alte Carignane-Reben sorgen für Fruchtigkeit und Säure, während Petite Sirah Würze, Farbtiefe und feste Tannine beisteuert. Der Wein zeigt Brombeere, Himbeere und kandierte Frucht, am Gaumen sehr dicht und blaubeerig mit straffen Tanninen und rauchigem Holz. Mit 14 Prozent Alkohol und einem Preis von 36,50€ ist er ein zugänglicher Einstieg in die Ridge-Welt.

Der Ridge Lytton Springs 2023 stammt aus einer famosen Einzellage im Dry Creek Valley AVA, 110 Kilometer nördlich von San Francisco. Die Cuvée besteht aus 76 Prozent Zinfandel, 14 Prozent Petite Sirah, 7 Prozent Carignane, 2 Prozent Alicante Bouschet und 1 Prozent Mataro. Früher wurde in französischer und amerikanischer Eiche ausgebaut, heute nur noch in amerikanischer. Der Wein zeigt grüne Kräuter, Würze, Blaubeere und Kirsche, am Gaumen intensive Blaubeernoten mit spürbaren Tanninen. Er verkörpert die Kraft und Komplexität, für die Ridge bekannt ist.

Cabernet Sauvignon von McManis und Matthiasson

Cabernet Sauvignon ist die weltweit am weitesten verbreitete rote Rebsorte und dominiert auch in Kalifornien. Sie ist eine Kreuzung aus Cabernet Franc und Sauvignon Blanc. Typisch sind späte Reife, dickschalige kleine Beeren sowie ein Strukturwein mit tiefer Farbe, konzentrierter Frucht, reichlich Tanninen und hohem Säuregehalt.

In dieser Episode vergleichen wir zwei Cabernets aus völlig unterschiedlichen Welten: einen günstigen Massenproduzenten und einen Premium-Wein aus Napa Valley. Der McManis Cabernet Sauvignon 2023 stammt aus dem Central Valley, Lodi AVA, auf halbem Weg zwischen San Francisco und Yosemite. Das Klima ist mediterran, trocken und durchgehend wärmer als in küstennahen Regionen. Hohe Erträge und mehr Zucker sind möglich. Der Wein wird 7 bis 9 Tage auf den Schalen vergoren, die Gärung in Edelstahltanks abgeschlossen und 4 bis 6 Monate in neuen und gebrauchten Barriques aus französischer und amerikanischer Eiche gereift. Die Cuvée enthält neben Cabernet Sauvignon etwas Petite Sirah und Petit Verdot für Struktur. Der Wein zeigt deutliche Vanille und Holz, Brombeere, Schwarzkirsche und marmeladige Frucht mit angenehmen Tanninen. Mit 13,50€ ist er ein zugänglicher, fruchtbetonter Wein mit deutlichem Holzeinsatz.

Der Matthiasson Cabernet Sauvignon 2018 stammt hingegen aus Napa Valley AVA, nördlich von San Francisco. Mit 72,00€ ist der Matthiasson ein Premium-Wein, der zeigt, dass Napa Valley mehr kann als opulente Fruchtbomben. Die Trauben werden aus drei Sub-AVAs geblendet: Coombsville, Rutherford und Oak Knoll, insgesamt sechs Weingärten. Die Böden bestehen aus Schwemmland, Felsen, Geröll und vulkanischem Gestein. Das mediterrane Klima bringt hohe Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht, trockene Sommer und morgens Nebel. Die Trauben werden früh gelesen, damit die Weine nicht überreif werden und mehr Säure behalten. Der Ausbau erfolgt in 20 Prozent neuen, 80 Prozent gebrauchten Barriques. Die Cuvée besteht aus 86 Prozent Cabernet Sauvignon, 6 Prozent Cabernet Franc, 7 Prozent Merlot und 1 Prozent Petit Verdot. Der Wein zeigt Pferdestall, petrolige Noten, Rotfrucht und Waldboden, am Gaumen Sauerkirsche, Würze, kantige Tannine, viel Frucht und Mineralität. Mit 13,5 Prozent Alkohol bleibt er elegant.

Das Weingut McManis wurde 1990 von Ron und Jamie McManis gegründet und bewirtschaftet 1.450 Hektar. Es handelt sich also um ein relativ großes Familienweingut. Die Weine sind zugänglich, fruchtbetont und sortentypisch mit deutlichem Holzeinsatz.

Matthiasson wurde 2003 von Steve und Jill Klein Matthiasson gegründet. Steve ist einer der gefragtesten Vitikultur-Berater in Napa und studierter Agrarwissenschaftler. Das kleine Weingut mit 12 Hektar eigener Anbaufläche und Zukauf von Partnerparzellen steht für einen kühlen, präzisen, säurebetonten Stil mit moderatem Alkohol und wenig neuem Holz – europäisch geprägt mit Fokus auf Balance statt Power.

Zinfandel von Carlisle und Brazin

Die Zinfandel Rebsorte gilt als kalifornische Signature-Traube. Lange Zeit hielt man sie für eine autochtone kalifornische Rebsorte, aber eine DNA-Analyse bestätige 1999 die Vermutung: Zinfandel ist genetisch identisch mit Primitivo aus Apulien, Italien, und Tribidrag aus Kroatien.

Zinfandel wird für gute Erträge geschätzt, kommt auf weniger fruchtbaren Böden klar, mag Wärme (aber keine extreme Hitze) und ist resistent gegen Trockenstress. Ein Nachteil: Die Beeren reifen nicht immer gleichmäßig, sodass grün-unreife und komplett reife Beeren an einer Traube hängen können. Geschmacklich zeigt Zinfandel mehr Frucht als Cabernet Sauvignon – typisch sind beerige, würzige Noten mit dunklen Beeren und körperreicher Struktur.

Der Carlisle Papera Zinfandel 2019 stammt aus dem Russian River Valley AVA in Sonoma, gepflanzt 1927 auf Lehm-, Ton- und Huichica-Böden. Der Wein besteht aus Zinfandel mit 4 Prozent Carignan, wird spontan vergoren und 23 Prozent in neuem Holz sowie in gebrauchten Barriques ausgebaut. Mit 95 Punkten von Erin Brooks (Robert Parker Wine Advocate) ist er ein prämierter Wein. Die Nase zeigt Brombeere, Schwarzkirsche, Nelke und Gewürze, dazu Paketklebeband, Holz und feuchten Keller, ist aber insgesamt etwas zurückhaltender als erwartet. Am Gaumen kommt er ungewohnt leicht, nicht super schwer, mit Pflaume, Pflaumenkompott und Würze sowie straffen Tanninen und rauchigem Holz. Mit 15 Prozent Alkohol und 49,00€ ist er ein Old-Vine-Zinfandel von höchster Qualität.

Carlisle wurde 1998 von Mike und Kendall Officer gegründet. Mike arbeitete zunächst im Software-Bereich und war Autodidakt – sein erster Wein entstand 1987 in seinem Apartment in San Francisco. 2004 kündigte er seinen Corporate Job komplett für den Wein. Er ist Gründungsmitglied der Historical Vineyard Society, die sich dem Erhalt alter kalifornischer Weinberge (oft über 100 Jahre alt) widmet. Carlisle konzentriert sich auf Old-Vine Zinfandel und Rhône-Sorten mit einem Stil, der als „bold and intensely flavored“ beschrieben wird, aber Fokus auf Balance und Komplexität legt. Das Boutique-Weingut produziert etwa 100.000 Flaschen. 2024 ist jedoch leider der letzte Jahrgang, denn die Familie fand keinen Nachfolger.

Der Brazin Old Vine Zinfandel 2021 stammt aus Lodi AVA im Central Valley von 35 bis 80 Jahre alten Rebstöcken auf lehmigem Ton. Der 100-prozentige Zinfandel reift 10 bis 12 Monate in französischer und amerikanischer Eiche. Die Nase zeigt Brombeere, Frucht, Marmelade, Holz, feuchten Keller und Leder. Am Gaumen ist der Wein holzig, schmelzig und toastig mit Brombeere, Schwere und vanilligem Holz. Mit 15 Prozent Alkohol, 3,7 g/l Restsüße und einem Preis von nur 14,95 Euro ist er ein zugänglicher, fruchtbetonter Old-Vine-Zinfandel aus Massenproduktion.

Brazin ist eine Marke der Delicato Family Wines, 1924 von sizilianischen Einwanderern gegründet und heute einer der Top-4-Weinproduzenten der USA. Delicato bewirtschaftet 2.500 Hektar eigene Weinberge und produziert etwa 190 Millionen Flaschen pro Jahr – davon rund 400.000 Flaschen Brazin.

In dieser Episode erwähnte Folgen




Transkript zu Fleetwood Mac und die Entstehung von Rumours | Im Glas: Kalifornischer Wein

Das Transkript ist automatisiert erstellt und nicht perfekt. Seht es uns nach.

Marcel 0:01:20
Moin Moin!
Heiko 0:01:22
Hey, what’s up? Wie man in Kalifornien vielleicht sagen würde. Bei eisigen Wintertemperaturen hier in Deutschland gehen wir heute thematisch nämlich in den sonnigen Golden State California. Es geht um Fleetwood Mac, wie man vielleicht am Titel schon erkannt hat. Eine ursprünglich zwar britische Band, die sich dann in den 70ern aber sozusagen amerikanisch verstärkt hat und ihr Album Rumors in Sausalites, Kalifornien aufnimmt. Und genau das wird heute unser Thema, denn bei den Aufnahmen geht, wie wir sehen, werden nicht alles gut. Und ja, Alkohol und auch andere Drogen spielten aber eine nicht unwesentliche Rolle. Apropos Alkohol, Marcel. Ich habe schon gesehen, ein bisschen eingegossen hier hast du sogar direkt am Anfang schon was.
Marcel 0:02:05
Und ich habe gedacht, wir starten direkt rein und stoßen mal an.
Heiko 0:02:09
Okay, auch kalifornisch, weiß nicht, Cheers wahrscheinlich.
Marcel 0:02:12
Cheers.
Heiko 0:02:13
Cheers. noch ist auch hell genug dass wir sogar die Farbe und was sagst du.
Marcel 0:02:19
Was ist deine Einschätzung was ist es.
Heiko 0:02:20
Für ein Wein Rubinrot also wie bei Rotwein schätze ich aber es hat so ein Rubin man kann so ein bisschen durchgucken, so die Sonne also die Sonne ist ein bisschen übertrieben, aber so Licht spiegelt sich drin.
Marcel 0:02:34
Du kannst ja mal kurz reinriechen.
Heiko 0:02:38
Oh desperig sehr intensiv, Lecker, es riecht lecker. Riecht Bock schon auch.
Marcel 0:02:51
Das Lustige ist, dass der tatsächlich ein bisschen anders ist. Ich gucke ja mal vorher, wie die so riechen. Diesmal habe ich das auch ein bisschen beeriger, aber auch so ein bisschen was Würziges. Und so Farbe und beerig, was sagt dir das dann? Also ich meine, du hast die hier schon auf dem Tisch geschielt.
Heiko 0:03:09
Achso, du meinst jetzt von der Rebsor. Also ich weiß nicht, ob ich es wirklich erkannt hätte. Aber ja, es ist wieder ein Pinot Noir, mit dem wir in der letzten Folge auch geendet sind sozusagen, aber ich erkenne auf jeden Fall, ich weiß nicht, ob ich es jetzt auf dem Etikett schon gelesen habe aber man erkennt die Parallelen, zumindest in der Nase das definitiv, dieses würzige beerige.
Marcel 0:03:31
Auf jeden Fall, also ich habe gedacht wir schlagen eine Brücke, von der letzten Folge wo es ja hauptsächlich um ums Burgund ging, unter anderem haben wir auch Pinot Noir getrunken und was könnte da besser passen als ein Pinot Noir aus der neuen Welt, aus Kalifornien in dem Moment. Und wir haben jetzt noch gar nicht wirklich gesagt, warum wir über Kalifornien sprechen, oder? Also erstmal würde ich sagen, dass ich mich die ganze Zeit darauf gefreut habe, auf diese Folge, nachdem wir letztes Mal ja ein schweres Thema hatten. Mit den leichten Weinen hatten wir ja schon gesagt, diesmal gibt es eine leichtere Folge mit schwereren Weinen.
Heiko 0:04:06
Sagst du, dass das eine leichte Folge wird?
Marcel 0:04:08
Okay, oha, oha. Aber zumindest würde ich sagen, dass Dreams zumindest einer meiner Lieblingssongs der letzten Jahre war.
Heiko 0:04:17
Also auf jeden Fall ist das Thema nicht so belastet, würde ich sagen, als eine Nazi-Folge im letzten Mal. Das ist definitiv. Wenn du das mit leichter meinst. Ja, aber auch die heutige Folge wird nicht ohne Probleme. Also nicht auf unserer Seite, sondern thematisch.
Marcel 0:04:33
Aber ja, wir sprechen ja über Rumors. Wie kommen wir eigentlich auf Kalifornien? Also es ist nicht wegen Christine McGree, die… Während der Aufnahmsrumors, das weiß ich vorab, ja. Also ich habe so zwei Facts sozusagen vorab. Sie hat gerne Champagner währenddessen getrunken und hat…
Heiko 0:04:53
Unter anderem, auch dazu komme ich dann auch noch.
Marcel 0:04:55
My drug of choice was Cocaine and Champagner. Ein Zitat von ihr, das ich zumindest kenne. Aber wir haben auch Mick Fleetwood, den Drummer, der Fan von kalifornischen Mellow war und gerne während der Tournee, Frogs Leap Merlot getrunken hat. Ich weiß nicht, ob du nachher noch…
Heiko 0:05:17
Ja, also während der Aufnahme gar nicht. Da hat er was anderes getrunken und genommen. Aber dazu kommen wir, genau.
Marcel 0:05:24
Und er hatte auch später ein eigenes kalifornisches Weinlabel gehabt, nämlich Mick Fleetwoods Private Chela.
Heiko 0:05:29
Aber hat er nicht mehr?
Marcel 0:05:31
Ich weiß nicht, ob das noch existiert. In den 2000er Jahren hat er das gegründet gehabt, auch so ein bisschen analog zur Musik hat er einen Partner gesucht und Sachen gemixt sozusagen. sagen, das hat ihnen Spaß gemacht.
Heiko 0:05:42
Ich finde es witzig, dass du als Beispiel, warum wir in Kalifornien sind, zwei von Fleetwood Mac raussuchst, die aber eigentlich Briten sind, also unter Britinnen und Briten sind und nicht die beiden Amerikaner.
Marcel 0:05:53
Aber zumindest gibt es eine. Also er hat auf jeden Fall eine Vorliebe für kalifornische Weine gehabt und deswegen, oder hat er immer noch. Und deswegen machen wir heute ein Intro in die kalifornische Weinwelt, was ich finde, ist eine super spannende Weinregion. Vor allen Dingen wegen der Freiheit, Dinge anders zu machen. Genau, genau. Und es ist halt nicht so reguliert wie in der Bourgogne, das ist jetzt so ein bisschen der Unterschied, deswegen gerade so die Brücke mit dem Pinot Noir aus Kalifornien. Was verbindest du denn mit kalifornischen Wein bisher? Hast du da eine Vorstellung?
Heiko 0:06:26
Nee, ehrlich gesagt nicht. Also ich habe auf jeden Fall schon mal kalifornischen Wein getrunken, aber wenn dann auch nicht oft. Ehrlicherweise, weil ich generell noch nicht so viel Übersee-Wein trinke, auch so ein bisschen aus klimatischen Gründen. Das muss dann immer hergeflogen werden und so. Deswegen, wenn ich Wein hole, eher dann wahrscheinlich in europäischen, auch wenn es vielleicht so ein bisschen… Bisschen, wie sagt man, nicht Scheier, weil schon wahrscheinlich auch ein bisschen Perlen vor die Säue ist. Aber deswegen trinke ich nicht so oft Überseewein. Habe aber auf jeden Fall auch schon mal kalifornischen getrunken.
Marcel 0:06:57
Aber da hast du gar keine Erinnerung sozusagen.
Heiko 0:06:59
Nicht bewusst sozusagen. Du fragst mich auch mal, es ist mir in den letzten Folgen mal aufgefallen, hast du dich schon mal mit denen und den Weinen auseinandergesetzt? Da denke ich immer so, ich habe es schon getrunken, aber auseinandergesetzt. Ich bin hier für die Geschichte zuständig.
Marcel 0:07:10
Aber vielleicht hast du direkt eine Assoziation. Manchmal hat man ja einfach so Assoziationen dazu.
Heiko 0:07:15
Also sagen wir so, wenn du mir sagst, irgendwas kalifornisches Wein, ich hätte auf jeden Fall eher Rotwein. Ich weiß nicht, wahrscheinlich werden die da vielleicht auch weißen Anwandern, aber ich assoziiere mit Kalifornien tatsächlich eher Roten. Da hört sich aber auch schon auf. Pinot Noir natürlich, aber nein, Gott.
Marcel 0:07:28
Das passt insofern. Wir werden heute auch nur Rotwein trinken. Generell ist aber Kalifornien sehr vielfältig so als Region. Wir haben einerseits irgendwie so cool Climate Weine, die wir letztes Mal im Burgund auch eher hatten. Wir haben aber auch warme Marmeladenweine, sage ich mal jetzt despektierlich gesprochen, also die dann doch sehr üppig sind. Also das ist so die Bandbreite. Wir haben supergroße Produzenten, wir haben aber auch kleine Boutique-Weingüter. Also generell ist Kalifornien wirklich sehr, sehr vielfältig und deswegen machen wir heute dann Intro. Wir trinken heute sieben Weine.
Heiko 0:08:05
Sieben?
Marcel 0:08:06
Sieben.
Heiko 0:08:07
Sieben?
Marcel 0:08:08
Sieben.
Heiko 0:08:09
Wow. Machst du vielleicht die nächsten nicht so voll wie das erste Glas.
Marcel 0:08:14
Bitte? Du wirst, mal gucken. Genau, der erste wird ein…
Heiko 0:08:18
Sorry, da habe ich von mehreren Leuten das Feedback gehört, nicht negativ gemeint, dass bei der Pisco-Folge tatsächlich zumindest hörbar war, dass es härtere Alkohol war als sonst. Mal sehen, wie es heute bei sieben Beinen sein wird.
Marcel 0:08:33
Wir geben uns Mühe.
Heiko 0:08:35
Betrunken zu werden.
Marcel 0:08:38
Wir starten mit einem Pinot Noir von einem prägenden Weingut. Da sage ich ganz gleich kurze Takte dazu, bevor wir dann in die Story rein starten. Dann werden wir zwei Weine von einem ikonischen Weingut aus Kalifornien trinken. Dann gibt es zwei Typen.
Heiko 0:08:53
Aber was, dass ich dich da direkt unterbreche, wie unterscheidest du ein prägendes und ein ikonisches Weingut?
Marcel 0:08:59
Könnte man eigentlich auch gleich ein Irgendein sehen. Es ist vielleicht nochmal, also das zweite ist vielleicht wirklich nochmal ein bisschen ikonischer, aber dazu später mehr. Dann trinken wir zwei typische Cabis, zwei Cabernet Sauvillants.
Heiko 0:09:13
Cabis, wie man unter Experten das sagen kann.
Marcel 0:09:16
Und da wird es spannend, weil ich mache mit dir was Neues. Und zwar werden wir beide trinken und du wirst mir am Ende sagen, welches der günstigere und welches der etwas neuerere Wein ist. Und das gleiche machen wir dann danach mit auch der anderen Rebsorte Zinfandel, was so sehr typisch Kalifornien ist. Hast du sicherlich auch schon.
Heiko 0:09:35
Ach ja, ich glaube sogar wirklich auch im Zusammenhang mit Kalifornien, jetzt wo du es sagst, Zinfandel, ja.
Marcel 0:09:40
Ja, genau. Und deswegen würde ich sagen, lass uns doch mal direkt starten. Und das habe ich gedacht, das müssen wir einfach machen, nachdem wir letztes Mal Pinot Noir getrunken haben. Du hast Pinot Noir so gemocht. Ja. Und wir haben hier ein Pinot Noir im burgundischen Stil, muss man dazu sagen.
Heiko 0:09:55
Also er riecht auf jeden Fall auch wieder, da habe ich einfach wirklich Lust zu trinken. Also gefährlicherweise Lust, wenn ich sehe schon sieben Flaschen noch stehen.
Marcel 0:10:03
Aber du könntest mal sagen, wie der heißt vielleicht.
Heiko 0:10:05
Der heißt Un Bon Climat. Also erstens natürlich auch da der Übergang wegen Französisch, aber auch Climat. Wir hatten ja auch ganz viele Climats in der letzten Folge darüber gesprochen. Wer jetzt nicht weiß, was das ist, hört euch einfach die letzte Folge nochmal an.
Marcel 0:10:20
Genau. Und das ist tatsächlich gut, dass wir davor wirklich Burgund gemacht haben, weil es passt einfach supergut und du kannst es sofort einordnen.
Heiko 0:10:28
So, genug Quatsch. eine Säure.
Marcel 0:10:42
Ist auf jeden Fall wie bierig, was du schon rauskaufen hast.
Heiko 0:10:47
Aber ich weiß wieder nicht, wie ich es sagen darf, aber ich finde, er schmeckt auch ein bisschen, wie die Farbe ist. Ich weiß auch nicht, wie es ist. Ja, genau. Also vielleicht, wenn man das so leicht nennt, ich wusste jetzt nicht, welches Adjektiv ich da benutze. Ja, also ein guter Einstiegswein wahrscheinlich, wenn man noch weiter.
Marcel 0:11:02
Der hat auf jeden Fall super seidige Tannine, finde ich. Also man hat was, aber der ist so rund, oder? Also… Bisschen was Erdbeermäßiges. Und ich finde, dass der bleibt. Also der hat mich sehr positiv eingestellt.
Heiko 0:11:18
Ja, achso, meinst du, bleibt auch das auch. Aber auch so ein bisschen auf der Zunge gebleibt, so ein bisschen, man merkt schon, was ja auch, glaube ich, zu Pinot Noirpa, so ein bisschen Tannine sind da ja schon auch, auch wenn es jetzt eine leichtere Reval ist. Gefällt.
Marcel 0:11:35
Das ist gut. Und also, ja, wir haben hier einen Wein, und da kommen wir später nochmal ein bisschen ausführlicher dazu, von der Central Coast aus Santa Barbara. Das ist so 160 Kilometer nördlich von Los Angeles. So die, ja, wie man sagt, die American Rivera.
Heiko 0:11:56
Ich wollte gerade sagen, heute hast du es nicht so problematisch mit Französisch, viel mehr Englisch, aber jetzt musst du natürlich Rivera sagen, ein bisschen mit dir ähnlich.
Marcel 0:12:04
Und wir hatten ja letztes Mal eigentlich gesagt, dass Pinot Noir auch eigentlich gerne kühleres Klima mag. Das sollte nicht zu warm sein. Kalifornien ist ja eigentlich schon auch eher warm. Aber da ist so ein bisschen die Besonderheit, dass wir so Täler haben, die vom Pazifik so Ost-West-Richtung laufen. Das heißt, der Wind vom Pazifik kann da so ein bisschen die Täler kühlen. Und dementsprechend haben wir eine cool Climate-Region direkt am Pazifik und das mag unser Pinot Noir. Und deswegen kriegst du da in der Central Coast richtig gute Pinot Noirs.
Heiko 0:12:36
Und das wird auch Cool Climate sozusagen genannt? Ist das ein Begriff?
Marcel 0:12:39
Ja, das ist ein stehender Begriff aus der Ecke. Und wir haben ja so Morgennebel, der so in die Täler reinkommt und dann so frische Nachmittagsbrisen. Wir haben ja auch wieder Kalk.
Heiko 0:12:51
Poetisch.
Marcel 0:12:51
Ja, toll.
Heiko 0:12:52
Doch wieder bei fast schon Gedicht im Glas.
Marcel 0:12:54
Gedicht im Glas. Wir haben ja auch wieder Böden aus Kalkstein. Das hatten wir schon im Burgund und so. Also ich glaube, man erkennt schon diese Handschrift vom letzten Mal.
Heiko 0:13:05
Ja, voll. Also ich fand sogar noch mehr in der Nase als im Geschmack, aber auch im Geschmack. Aber gerade die Nase, also hättest du mir jetzt nicht, oder hättest du mir den jetzt quasi letzte Woche schon gesagt, hätte ich ja auch gesagt, wir riechen wie ein Burgunder, den wir da vorhanden.
Marcel 0:13:17
Du hast ja auch gesagt, man hat so ein bisschen die Struktur der Tannine, man hat so ein, also Holz ist jetzt kein großes Thema, also man spürt jetzt nicht, dass das ja richtig in den Holztopf gefallen ist. Wir haben ja auch tatsächlich französische Eichenfässer und zwar sogar sehr ausgewählt von François Frère aus dem Burgund, also auch nichts dem Zufall überlassen. Weil derjenige, der den Wein macht, ein Au Bon Clément, wie du schon gesagt hast, heißt eine gute Lage, Vielen Dank. ist Jim Clannanen, der hat das Weingut 1982 gegründet und wir sind hier so vom, wir werden jetzt, heute hatte ich schon gesagt, verschiedenste Weingüter so durchgehen und werden auch bis zu den ganz großen landen, aber der ist so zwei bis dreimal größer wie unser Standard, Weinfamilienweingut von 20 Hektar, so einfach von der Masse sowas produziert. Der Jim Clannanen ist aufgewachsen in Ohio, hat da von vornherein so Französisch gelernt schon, wo er klein war. Dementsprechend hatte er gute Voraussetzungen später, um sich auch mit Frankreich mehr auseinanderzusetzen. Er wurde so ein bisschen beeinflusst von seiner Großmutter. Die hat sehr viel gekocht und deswegen kocht Jim oder mittlerweile ist er leider tot. Er ist tatsächlich gestorben 2021. Relativ früh, mit 68 Jahren schon. Aber er hat immer sehr gerne gekocht und hat auch auf seine Ranch dann unterschiedliche Leute eingeladen zum Kochen und hat dann irgendwie zusammen Wein mit dem getrunken. Das hat er von seiner Großmutter und ist dann mit 14 Jahren nach Kalifornien, weil der Vater da arbeiten musste, hat erst Philosophie und Recht studiert. Was für eine Kombination. Also erst mit Philosophie angefangen und dann, wie es da so ist, du musst einen vernünftigen Job machen.
Heiko 0:14:58
Achso, ich dachte so zweifach.
Marcel 0:15:00
Und ist dann in der Jugend 20er Jahren in den 70er Jahren in Frankreich unterwegs gewesen, ist dort gereist, hat sich ein Camper in Bordeaux gekauft und ist dann durch Burgund, Bordeaux, aber auch Europa und Afrika gereist und hat sich so in dem Maßstab, kam er so auch mit dem französischen Wein in Kontakt und wurde da sozusagen irgendwie geflasht in seiner frühen Zeit und ist dann nochmal zurückgekommen nach Kalifornien, hat dann bei der Sacamesa Vinery Wein machen gelernt, Und ist dann nochmal auf eine Wein-Weltreise 1981 gegangen. Hat sie natürlich auch überlegt, ah, was will ich jetzt wirklich hier weiter studieren und abschließen und will ich später als Anwalt arbeiten? Wollte er nicht. Nach den Weltreisen hat er sich quasi rausgestellt, er will Wein machen. Und dann hat er eine größere Welt-Weinreise gemacht, 1981. Und hat dann in Burgund geholfen, in Australien und dann halt, wie gesagt, in Kalifornien. Und hat da so seine Basics gelernt und versteht sich seitdem so ein bisschen als der Mind hinter dem Aubin-Klimat. Also er ist jetzt nicht der, also es sind so mehrere Weinmacher oder so ein ganzes, also ein größeres Team, die weiterhin auch Wein machen, nachdem er gestorben ist, aber er hat sich immer so ein bisschen als so die prägende Figur hinter diesem Weingut verstanden. Und ja, und hat dann aus dem Burgund halt Pinot Noir mitgebracht und Chardonnay, was so sehr typisch ist und hat es tatsächlich so weiter südlich in Center Barrow. Also vorher gab es schon auch Pinot Noir in Kalifornien, aber eher im Norden, wo es halt auch ein bisschen kühler ist. Und er hat es da sozusagen gestartet in einem Schuppen in Nähe von der Küste.
Heiko 0:16:39
Und das heißt auch da, also hier steht es jetzt so drauf, aber das heißt auch da Pinot Noir. Aber wir haben ja manchmal so, dass so Rebsorten, wenn sie dann in die, in Anführungsstrichen, neue Welt mitgenommen wurden, da einen anderen Namen haben. Aber das bleibt Pinot Noir.
Marcel 0:16:52
Da kommen wir später nochmal zu. Aber der heißt weiterhin, also ist ein Pinot Noir.
Heiko 0:16:56
Genau.
Marcel 0:16:57
Und was vielleicht ihn so zum prägenden Weingut gemacht hat, das meinte ich vorhin als Anfang so, es sind nicht mehr so die fetten Weine. Deswegen habe ich so gefragt, was verbindest du eigentlich mit Kalifornien? Man kann damit auch schon sehr fette Weine verbinden, die sehr viel Holz sehen und so. Und er hat sich halt bewusst dagegen entschieden, einfach durch die Inspiration des Buguns und wollte einfach schlankere Weine machen. Er selber war jetzt dagegen nicht so schlank gewesen, aber die Weine auf jeden Fall schon.
Heiko 0:17:21
Hat nicht nur gern gekocht, sondern auch gern gegessen.
Marcel 0:17:23
Genau. Und er war ein Vorbild für die Region. Also in der Region wird heute auch viel Pinot Noir angebaut. Das heißt, wenn du Pinot Noir aus Santa Barbara County siehst oder auch von der Central Coast, kann man das machen. Er war sogar zwischendurch in einem deutschen Weinmagazin Winemaker of the World, wurde hier eingeladen in so ein Schloss, wo er dann tatsächlich auch gekommen ist. Ist dann leider, wie ich schon sagte, mit 68 verstorben. Aber Gott sei Dank wird das Wein gut weitergeführt von seinen Kindern, Isabel und Nox.
Heiko 0:17:55
Auch da haben wir ja dann quasi eine Verbindung zur letzten Folge. Da haben wir auch immer Familienbetriebe getrunken. Also nicht die Betriebe, aber die Weine von den Familienbetrieben.
Marcel 0:18:07
Und damit zum ersten Wein und ich würde sagen, wir leiten jetzt zum Hauptthema über.
Heiko 0:18:15
Ja, also ich kriege jetzt aber auch nicht so richtig einen Übergang hin, weil ich erstmal einen Sprung wieder zurück über den Atlantik machen muss, weil ich halt in England starte, logischerweise mit der Vorgeschichte, einen kurzen Abriss zu Fleetwood Mac. Die Band entsteht 1967 eben in England, ursprünglich eben als britische Bluesband, gegründet vom Gitarristen Peter Green, der zu diesem Zeitpunkt bereits ein bekannter Gitarrist eigentlich in der Musikszene war und ist und auf so einer Wellenlänge mit Eric Clapton und so weiter. Ich habe dir auch ein Bild von Peter Green mitgebracht. Das kannst du dir parallel anschauen und natürlich auch unsere Hörerinnen und Hörer, wie immer, auf Instagram, in unserem Folgenpost, in den Shownotes verlinkt oder je nach Podcast-Player jetzt direkt in eurer App.
Marcel 0:18:53
Peter Green war also Gitarrist.
Heiko 0:18:55
Genau, und Frontmann der ursprünglichen Band.
Marcel 0:18:59
Wie hieß die?
Heiko 0:19:00
Die hieß auch schon Fleetwood Mac, aber dazu gehör ich gleich. Also erstmal war zu diesem Zeitpunkt noch Peter Green Gitarrist bei John Mayall and the Blues Breakers, wo er zuvor besagt Eric Clapton ersetzt hatte. Als der Schlagzeuger der… Eric Clapton oder? Die John Mayall and the Blues Breakers.
Marcel 0:19:15
Eric Clapton.
Heiko 0:19:16
Also Eric Clapton ist einer der berühmtesten und besten Gitarristen, die wahrscheinlich jemals diesen Planeten bewandelt haben. Ja, aber man kennt auch, also wenn man sich mit dieser Musik auslöst, kennt man auch John Mayall and the Blues Breakers. Aber ja, Eric Clapton kennt man wahrscheinlich auch außerhalb der Musik… Szene will ich jetzt nicht sagen, aber ja. Und wie auch immer, als der Schlagzeuger der Bluesbreakers eben aussteigt, schlägt Green als erstes Mick Fleetwood vor, mit dem er bereits in früheren Bands einfach auch zusammengespielt hatte. Man kannte sich einfach schon. Zu diesem Zeitpunkt stehen also die Bluesbreakers aus Gitarrist Peter Green, Schlagzeuger Mick Fleetwood, Frontmann John Mayle und Bassist John McVie. Und auch von John McVie und Mick Fleetwood in Aktion könnt ihr euch jetzt jeweils ein Bild angucken. Das sind einfach die nächsten beiden Bilder in unserer Galerie. Als Dank dafür, dass Green den neuen Schlagzeuger vermittelt hat, schenkt Meil der Band so freie Studiozeit. Und Green, Fleetwood und McVie nutzen das, um einfach gemeinsam fünf Songs aufzunehmen. Einer davon ist auch ein Instrumentalstück, das Peter Green quasi nach der Rhythmussektion, wenn man so will, benennt. Also Fleetwood, Mc. Also benannt nach Schlagzeuger Mick Fleetwood und Bassist John McVie, kurz Mc. Also Fleetwood, Mc.
Marcel 0:20:24
Nur alles geschrieben halt dann, ne? Genau. Aber er wird ja mit MC geschrieben.
Heiko 0:20:28
Genau, aber er wird halt Mc genannt. und dieser Song, also das ist zu dem Zeitpunkt einfach noch ein Song, der so heißt, aber das ist eben nicht nur ein Titel, sondern man kann sagen, dass das so eine Art Geburtsurkunde der gleichnamigen Band ist, beziehungsweise wird. Dann kurz noch aufschlägt Green vor, einfach lass uns noch eine eigene Band gründen zum Teufel mit John Mayle. Lass uns einfach unser eigenes Ding durchziehen. Er und Fleetwood wollen dann auch John Mack wie unbedingt am Bass haben und nennen deswegen das neue Projekt ganz bewusst einfach Fleetwood Mack, um ihn so ein bisschen zu locken und sagen, guck mal, wir benennen das sogar nach dir, kannst du nicht irgendwie Bassist bei uns werden. Der lehnt aber zunächst ab. Er entscheidet sich nämlich erstmal so ein bisschen für das sichere Einkommen tatsächlich bei John Mayer, statt für das Risiko jetzt nochmal eine neue Band versuchen wollen zu gründen. Aber der Name bleibt dann auch und auch McVees Widerstand hält ehrlicherweise dann nicht lange, denn das erste Album, das wird dann bekannt als Peter Green’s Fleetwood Mac, das erscheint dann 68, ist eigentlich auch schon bereits weitgehend mit McVee am Bass eingespielt. Nicht komplett jeder Song, aber doch schon so die meisten. Und das wird dann auch direkt relativ erfolgreich und spätestens da entscheidet sich John McVie dann doch dauerhaft einzusteigen und in, bei der Band mitzumachen, die eh schon heißt wie er, sozusagen.
Marcel 0:21:38
Okay, das ist ja auch ein Grund.
Heiko 0:21:41
Die beiden Namensgeber jedenfalls, Mick Fleetwood und John McVie, die sind dann auch die einzigen Mitglieder eigentlich aus dieser Frühphase, die dann noch dabei sind, als Jahre später dann das Album Rumors produziert wird, um das es ja auch heute gehen soll. Das sind so ein bisschen die einzigen Konstanten in so einer Band, die vielleicht auch immer schon eher so ein Projekt oder vielleicht eher so kollektiv waren, als wirklich eine Band im im Hacktremen-Sinne und einfach häufiger die Besetzung wechselte.
Marcel 0:22:05
Also recht häufig, ne? Also das weiß ich zumindest, dass es eigentlich außer Mick war ja eigentlich fast alles nachher ausgetauscht, wenn ich mich richtig…
Heiko 0:22:14
Genau, also John McViever zumindest und auch danach auch noch häufiger war, aber grundsätzlich gerade auch Gitarristen wechselten da, wie andere Leute, Unterwäsche überspitzt formuliert. Kurzer Funfact am Rande, weil wir hatten jetzt, jetzt hatten wir ja schon ein paar Verbindungen zu anderen Folgen. Auch jetzt, auch wenn es ein bisschen übers Eck ist, Die Lieblings-Bassmarke von John McVie, die heißt Alembic tatsächlich. Also wie das Destilliergerät, über das wir so auch in der Pisco-Folge ja gesprochen haben.
Marcel 0:22:41
Aber es hat keinen Bezug, oder?
Heiko 0:22:43
Nee, also wahrscheinlich haben sie sich vielleicht danach benannt oder so, aber es ist einfach eine Bassmarke. Das hat jetzt mit Alkohol an sich nichts zu tun, aber vielleicht ist es eine Art Omen sozusagen für das, was noch kommen sollte. Grundsätzlich kommen jedenfalls schon früh erste Erfolge, auch für Peter Green’s Fleetwood Mac. Aber mit dem Erfolg wächst auch so ein innerer Konflikt. Vor allem Peter Green fühlt sich zunehmend unwohl, mit Ruhm, mit Geld, Erwartungshaltungen. Er beginnt so ein bisschen den Sinn von Musik, Besitz und Karriere infrage zu stellen, so ganz grundsätzlich. Und dann kommt, wie so bei einigen in dieser Zeit ja auch LSD ins Spiel. Und du ahnst jetzt wahrscheinlich schon, was passieren wird. Ende 69 in dem Fall sind Fleetwood Mac auf Europaturnier. Und die machen in München halt, wo Peter Green auf einer Party der legendären Haifisch-Community teilnimmt, zu diesem Zeitpunkt auch nach der Auflösung ihrer eigentlich noch berühmteren Kommune 1, die kennt man ja auch, niemand Geringeres als Rainer Langhans und seine damalige Freundin Uschi Obermeier gehören. Die geben eine Party und da ist auch Peter Green. Ja, aber die beiden, die kennt man, das sind irgendwie so recht illustre oder bekannte Gestalten, so aus der deutschen Hippie-Szene der 60er oder 70er Jahre.
Marcel 0:23:51
Rainer Langhans, da gibt es ja diverse Stories.
Heiko 0:23:55
Tja, auf dieser Party muss Peter Green aber irgendwie einen wirklich schlechten LSD-Trip oder so gehabt haben. Im Prinzip kommt er als ein komplett anderer Mensch wieder, wie Bekannte dann später sagen. Zweifel und Paranoia und so weiter, die ja vorher schon vorhanden waren, die werden dadurch nochmal verstärkt. Wahrscheinlich hat das auch irgendwie eine Art Schizophrenie ausgelöst, glaubt man, oder zumindest auch vielleicht irgendwas vorhanden ist, schon verstärkt.
Marcel 0:24:16
Darf ich ja mal kurz einhaken? Du hast zumindestens, weiß ich, dass es das ja nicht auslöst, sondern es gibt irgendwie Präpositionen. Und dann, also es löst es aus, aber es verursacht es nicht.
Heiko 0:24:28
Nee, deswegen meine ich, oder wahrscheinlich zumindest verstärkt bin, wenn es vor Feuern da ist. Er spricht jetzt deswegen auch, und deswegen hatte ich es eben schon mal angesprochen, er spricht immer obsessiver über Geld als moralisches Übel. Er fordert, dass Fleetwood Mac sämtliche Einnahmen immer spenden sollen. Die sollen keine Geld mehr damit machen, dass die anderen aber ablehnen. Die wollen natürlich auch Geld machen. Ja, Freunde und Bandkollegen, die berichten dann einfach von Realitätsverlust und einfach zunehmend psychischer Instabilität.
Marcel 0:24:51
Weißt du zu wenig, wo er da hingespendet hat? War das dann seriös oder war das…
Heiko 0:24:55
Ich weiß gar nicht, ob er dann gespendet hat. Er mollte ja generell, dass die Einnahmen gespendet wurden. Aber was er da jetzt gemacht hat, das kann ich dir nicht sagen.
Marcel 0:25:02
Esoterik oder Scientology.
Heiko 0:25:04
Das weiß ich nicht. 1970 steigt er dann aber auch aus der Band aus. Für Fleetwood Mac beginnt dann das, was wir eben schon angesprochen haben. Wirklich eine Phase des quasi Dauerumbaus. Ja, Gitarristen kommen und gehen. Der Sound verändert sich. die Band sucht auch vielleicht so eine Art neue Identität und der ganz große Umbruch kommt dann auch Mitte der 70er Jahre, sowohl geografisch, weil hat den Grund, warum wir heute in Kalifornien kalifornische Weine trinken, aber auch personell, die Band zieht in die USA, genauer gesagt eben nach Kalifornien und findet dort nicht nur so ein neues Umfeld, sondern auch zwei neue zentrale Figuren und das ist Lindsay Buckingham und Stevie Nicks. Eigentlich wollten sie mal wieder nur den Gitarristen austauschen, aber Lindsay Buckingham, den gab es quasi nur als Package mit seiner Partnerin Stevie Nicks. Die beiden kommen quasi als kreatives Duo, sind musikalisch eingespielt, privat eng miteinander verbunden, das heißt, sie sind ein Paar. Mit ihnen verändert sich dann auch der Sound der Band wirklich grundlegend, so weg vom klassischen Blues-Rock, mehr zu so einem vielleicht zugänglichen West-Coast-Pop-Rock, wie man die auch jetzt schon eher damit assoziiert. Und komplementiert wird diese Besetzung dann auch durch Christine McVie, die geborene als, sie heißt hier wirklich Christine Perfect. Perfect. Und Ehefrau des Bassisten John McVie, wie man sich anhand des Namens vielleicht schon hatte denken können. Sie hatte bereits eigentlich seit dem zweiten Album als Keyworderin bei den Aufnahmen immer so wieder mitgewirkt und stößt dann 1970 wirklich offiziell zur Band und etabliert sich auch zunehmend als eigenständige Songwriterin. Und das nächste Bild ist dann jetzt auch ein Foto der Band in dieser Besetzung. Und vielleicht magst du ja kurz sagen, ob dir da vielleicht auch was auffällt schon.
Marcel 0:26:40
Ich muss jetzt mal fragen, du bist bei Bild 4, oder?
Heiko 0:26:42
Das müsste so sein. Also auf jeden Fall, wenn du ein Bandfoto bei dir in der Galerie hast.
Marcel 0:26:47
Ja, was ich jetzt da sehe, was so auffällt, also zwei der Männer haben einen Hut auf oder eine Mütze auf, aber die zwei davon haben auch ein Glas in der Hand und da ist noch wahrscheinlich ein Joint in der Mitte in der Hand, oder?
Heiko 0:27:01
Ah, das habe ich gar nicht gesehen. Vielleicht ist es auch eine Zigarette. Ich wollte vor allem auf die Gläser hinaus, weil das ja auch irgendwie bezeichnet. Und vielleicht auch das nächste Omen nach dem Alembic-Bass. Ich meine, das hat ja einen Grund, warum wir die Band, beziehungsweise das Album Rumors in unserem Podcast Geschichte im Glas thematisieren. Wir sind ja nicht irgendwie Musik im Glas.
Marcel 0:27:18
Denn da links ist Christine.
Heiko 0:27:20
Ja.
Marcel 0:27:21
Weil da passt ja das mit dem Champagner. Das sieht man zwar nicht, weil sie die Hände davor hat. Und rechts ist Stevie.
Heiko 0:27:27
Genau.
Marcel 0:27:27
Und die hat dann Rotwein.
Heiko 0:27:29
Sieht man so schön aus.
Marcel 0:27:31
Der Kohle würde es ja wohl nicht sein. Nee, nee, das ist schon Alkohol.
Heiko 0:27:35
Aber wir kommen gleich noch drauf, auch gerne mal Cours-Voisier mit Honig und so getrunken.
Marcel 0:27:39
Cours-Voisier?
Heiko 0:27:40
Das ist so ein Weinmann. Aber hier auf dem Glas, ich glaube, für mich sieht es auch nach Wein aus, aber ich finde, das kann man auf dem Foto nicht gut genug erkennen. Das erste Album, jedenfalls in dieser Konstellation, wie auf diesem Foto, das ist eigentlich auch aus jetzt, also das Foto selber stammt so, glaube ich, aus der Promozeit für Rumors tatsächlich auch, aber das erste Album in dieser Konstellation ist zunächst das selbstbetitelte Album, das 1975 erscheint.
Marcel 0:28:01
Fleetwood Mac.
Heiko 0:28:01
Heißt einfach Fleetwood Mac. Heute auch als The White Album bekannt. Wie irgendwie gefühlt jede Band ein White Album hat. Von den Beatles ein White Album.
Marcel 0:28:11
Einfach zu der Zeit.
Heiko 0:28:13
Häufig sind es so selbstbetitelt Album. Wenn dann die Farbe weiß, man sagt nicht, welches Album Fleetwood Mac haben, die haben aber so viel, dann etabliert sich dann irgendwann The White Album. Aber offiziell ist es eigentlich selbstbetitelt. Und das ist eigentlich sogar schon das zehnte Album der Band.
Marcel 0:28:27
Ja krass, ne? Ich weiß, hast du die vorher gehört schon oder nicht?
Heiko 0:28:32
Ich kenne Fleetwood Mac, ja.
Marcel 0:28:34
Ja, okay. Aber hast du die Sachen aus der früheren Zeit dann auch gehört? Oder sind dir da so Songs bekannt?
Heiko 0:28:40
Das weiß ich nicht, weil ich jetzt, wenn ich die gehört habe, die nicht sagen kann jedes Mal, von welcher Zeit es war. Aber bekanntere sind eben schon Rumors, vielleicht noch danach, so die späteren Sachen, so seit Lindsey Buckingham und Stevie Nicks im Prinzip dazu kamen. Damit sind sie berühmt geworden. Das wollte ich nämlich auch sagen. es ist das insgesamt zehnte Album der Band, ja und trotzdem als Fleetwood Mac am 28. Januar 76 mit ihren Aufnahmen zu dem Album beginnt, das eben später Rumors heißen wird, sind sie eigentlich eben nicht diese unumstrittenen Superstars, wie man sie heute kennt. Sie sind nicht die krasse Rockband oder Poprockband aus dem Rockolumb. Die Band hat zu diesem Zeitpunkt zwar bereits eben zehn Alben veröffentlicht und so eine lange wechselhafte Geschichte hinter sich, in den USA waren sie aber trotzdem mehr oder weniger unbekannt. Was noch fehlt, aber wirklich so ein wirklich großer Hit, vor allem in den USA. Es gab auch schon, glaube ich, schon Nummer 1-Hit, so in England und so, also es ist jetzt nicht so, als wären die ein unbeschriebenes Blatt, aber so der große Knalleffekt und damals, vielleicht auch wie heute, ist es schon einfach, musst du irgendwie in den USA richtig durchstarten, um so richtig… Die Supergroup zu werden sozusagen. Das fehlte noch. Fleetwood Mac sind damals, ja, vielleicht auch eine erstaunlich unwahrscheinliche Mischung aus Gegensätzen. Wie gesagt, Alt und Neu treffen ja aufeinander, also die Alten, die von Anfang an dabei sind, plus die ganzen Neuen. Es treffen diese englischen Bandwurzeln und auch die Blueswurzeln auf so amerikanischen West Coast Sound. Dann hast du männliche und weibliche Perspektiven, die nebeneinander stehen. All das irgendwie, es steht immer in so einem Spannungsverhältnis und musikalisch liegen dadurch eben Blues und Rock zwar eng beieinander, aber im Alltag einfach Alkohol und Gras tatsächlich. Und auch das ist so ein bisschen wie so eine Atlantik, der das teilt. Gerade die britischen Mitglieder trinken gerne lieber Alkohol und später auch Kokain, du hattest das eben auch schon mal erwähnt. Und die amerikanischen Man-Mitglieder trinken auch, aber auch eher mal so ein Joint oder Gras. Das ist schon, da merkt man auch irgendwie noch die unterschiedlichen Herkünfte. Und diese Gegensätze stecken dann eben nicht.
Marcel 0:30:36
Drogenkulturen.
Heiko 0:30:36
Ja, das ist einfach eine andere. Also diese Gegensätze stecken nicht nur im Sound, sondern wie gesagt in jedem einzelnen Bandglied und vor allem in ihren Beziehungen zueinander, wie wir noch sehen werden und das Ganze wird deswegen auch sehr, sehr explosiv werden. Die einzige Konstante ist wahrscheinlich wirklich einfach das Talent, das bei allen fünf offensichtlich ja vorhanden ist. Hinter den Kulissen ist die Situation auch alles andere als stabil. Das Album davor, eben das selbst betitelte Fleetwood Mac, trägt seinen Namen nicht einfach so oder aus Selbstbewusstsein, weil wir sagen, wir brauchen keinen Albumtitel, sondern ein bisschen aus so einer Notwendigkeit heraus. Denn nach dem Einstieg von Stevie Nicks und Lindsey Buckingham gab es Streit um die Frage, was eigentlich das echte Fleetwood Mac sei. Der frühere Manager, Clifford Davis, der behauptete nämlich die Rechte am Bandnamen zu haben, hatte eine eigene Version von Fleetwood Mac aufgestellt und schickte sie auf Tour mit den ganzen alten Fleetwood Mac Sounds, während eben die echte, in Anführungszeichen, echte Band eben durch die USA reiste und auch das sorgt ja irgendwie in so einem Moment nicht gerade für Sicherheit.
Marcel 0:31:35
Aber okay, dann gibt es Theorie, also wahrscheinlich haben die da aufgeräumt im Nachhinein mit den Rechten. Ja, also ich denke auch nicht.
Heiko 0:31:41
Dass du da, also ich glaube auch, weiß ich noch nicht, ob es wirklich neue Songs produziert, einfach die alten Songs.
Marcel 0:31:46
Wie so eine Coverband, aber mit Rechten.
Heiko 0:31:50
Tja, während die Arbeit am neuen Album beginnt, passiert aber was Entscheidendes. Dieses White-Album, dieses selbstbetitelte Album, das eigentlich schon sechs Monate her ist, dass das veröffentlicht wurde, also ein halbes Jahr, das beginnt ganz plötzlich Fahrt aufzunehmen. Die Verkaufsschalen steigen rasant, die Radios spielen plötzlich alle Songs, ganz bekannt, dieses Rihanna ist der Song, der dann durch die Decke geht, die Touren werden größer, so eine Zeit ohne, das muss man sich ja vorstellen, es gibt kein Internet, es gibt kein Streaming, es gibt kein Spotify, Feierjahr, kein YouTube, wo man irgendwie sofort Chartreaktionen irgendwie sieht. So der Erfolg baut sich einfach langsam auf, getragen eben von Radiosendern, Mundpropaganda und dann nach und nach eben Plattenverkäufen. Und so konnte dieses Album eben Monate brauchen, um wirklich anzukommen. Heute ist so eine Lebensspanne von so einem Hit ja vielleicht kaum länger als ein halbes Jahr, aber damals begann sie manchmal dann erst richtig und unvorhergesehen. Und eines Tages kommt eben Mick Fleetwood mit Neuigkeiten ins Studio und, Er hatte gerade mit Micky Shapiro telefoniert, das ist der Anwalt der Band und so ein bisschen der Draht zur Plattenfirma Warner.
Marcel 0:32:49
Bei Warner 1D.
Heiko 0:32:52
Mick verkündet nämlich die News, dass das White Album, das schießt durch die Decke. Warner ist komplett euphorisch und dann folgt der entscheidende Satz, wenn sie es jetzt schaffen, zwei so eine erfolgreiche Alben hintereinander zu veröffentlichen, dann sind sie für den Rest ihres Lebens abgesichert und ausgesorgt. Das ist so ein bisschen wie die Musikindustrie, ich weiß nicht, heute wahrscheinlich auch noch, aber auch vor allem damals noch funktioniert hat, so ein zweites wirklich erfolgreiches Album, macht aus dir einfach eine feste Größe. Da bist du nicht so in Anführungsstrichen One-Hit-Wonderer, auch wenn es in dem Fall mit zehn Alben eh nicht ganz passt, aber trotzdem ist das so eine andere, Kragenweite dann einfach. Und das sind natürlich erstmal eigentlich großartige News, aber die haben natürlich auch einen Preis, wie man sich vorstellen kann, denn von diesem Moment an beginnt Fleetwood Mac das bereits aufgenommen, so wirklich auseinanderzunehmen, neu zu bewerten, immer wieder in Frage zu stellen, weil man plötzlich diesen Druck hat, so jetzt muss das jetzt richtig sitzen. Aus so einer vergleichsweise lockeren Studiosituationen wird so mehr oder weniger schleichend, ein Zustand zu permanenter Kontrolle, jede Entscheidung wird überprüft, jede Spur nochmal angefasst, alles muss jetzt irgendwie perfekt sein.
Marcel 0:33:50
Weißt du, wer da der, also es wird ja auch Rollen in der Band gegeben haben, war das dann Mick oder was?
Heiko 0:33:57
Nee, der war, also auch das kommen wir dazu, aber das war so mit fast der Entspannung oder wenigsten, also der größte Treiber wahrscheinlich Lindsay Buckingham tatsächlich und auch das größte Ego, aber auch das werden wir noch der Neue dabei. aber der maßgeblich auch den neuen Song mit den neuen Sound mitgemacht hat und auch, Ich habe auch ein Interview so Jahrzehnte später von ihm gesehen, wo er auch nochmal betont hat, dass so richtig erfolgreich wurden, sie erst als ich kam.
Marcel 0:34:22
Okay, er ist so auf Ego.
Heiko 0:34:24
Ja, genau, also das werden wir auch noch im Laufe der Geschichte heute hören.
Marcel 0:34:28
Du hast es ja schon mal gesagt, aber was spielt der? Der spielt Gitarre.
Heiko 0:34:31
Der ist ein Gitarrist. Aber diese ganze Situation, die verändert eben jetzt auch die Atmosphäre im Studio. Aus so Vertrauen wird Vorsicht, aus Routine wird Zweifel und aus diesem vermeintlich lockeren Album-Projekt wird jetzt eine Aufgabe, bei der eben niemand mehr so richtig sicher, ob das gut jetzt wirklich gut genug ist. Und da gibt es so einen kurzen Dialog im Studio, der das, glaube ich, ganz gut auf den Punkt bringt. Nämlich vor dieser News fand John McVie seine Bassparts noch… Bassparts noch perfekt. Direkt danach sagt er aber plötzlich zum Ken Caled, das ist der, also damals noch Toningenieur und dann aber im Laufe des Albums wurde er zum Producer. Da sagt er ihm plötzlich, also ich will ab morgen um 10 Uhr mit dir ins Studio kommen, um all meine Bassparts durchzuhören. Ich will sicherstellen, dass sie perfekt sind. Ken antwortet erstmal nur, ich dachte, sie wären perfekt. Du hast doch gerade noch gesagt, 10 Minuten her, geil, deine Bassparte sind perfekt. Und John schnauzt einfach richtig zurück. Überlass das mir, sei morgen einfach um Punkt 10 hier. Also wirklich dieser Anruf und dieser Druck, plötzlich ist das Album erfolgreich, hat er wie so einen Knopf bei allen umgelegt. Wahrscheinlich hatte John zu diesem Zeitpunkt auch schon was getrunken, muss man sagen. Denn John startete seinen Tag in der Regel mit einem Screwdriver, also Wodka und Orangensaft. Nüchtern war er wohl ein recht freundlicher sanfter, britischer Gentleman, aber wenn er trank, konnte die Stimmung wohl, wie einige gesagt haben, sehr, sehr schnell kippen.
Marcel 0:35:48
Also direkt ab dem Aufstehen.
Heiko 0:35:50
Ja, wobei das ohnehin auf alle zutreffen konnte, wie wir noch sehen werden. Auf uns trifft das hoffentlich nicht zu, wenn ich sehe, dass wir jetzt noch sechs weitere Weine trinken würden, aber dann würde ich sagen, den ersten von den sechs, also den zweiten von den sieben könnten wir jetzt machen.
Marcel 0:36:05
Ja, Oh Gott. War das schon zu viel?
Heiko 0:36:12
Also ich weiß, es ist schon auch nicht wenig, was du hier eingießt.
Marcel 0:36:16
Ich möchte nur anmerken, dass du dich beim letzten Mal beschwert hast, dass es zu wenig ist, dass du es noch beurteilen und vergleichen kannst. Du kannst im Hinterkopf behalten, dass wir jetzt einen Wein probieren und nämlich von Rich, diesem ikonischen Weingut, und später noch einen zweiten von ihm.
Heiko 0:36:32
Ah, das heißt, ich trinke das Glas nicht aus.
Marcel 0:36:35
Du trinkst das Glas nicht aus, sondern du kannst es dann gerne nochmal vergleichen und du kannst gerne mal auf die Flasche gucken. Du bist ja nochmal sehr gut im Beschreiben, was du auf dieser Flasche siehst.
Heiko 0:36:46
Also erstens, es ist ein sehr schlichtes, zurückhaltendes Etikett. Also es ist kein Logo oder keine Malerei oder kein Foto oder nichts drauf. Es sind einfach drei Reihen, wie in so einem Schreibheft oder passend zum Thema vielleicht auch wie so ein Notenheft. Können so Notenlinien sein und da steht da Rich Three Wellies Sonoma County, Und dann haben wir auch ein Cuvée aus sehr, sehr vielen Rebsorten tatsächlich.
Marcel 0:37:15
Also direkt eins, zwei, drei, vier. Von diesem Weingut, ja. Ja, wir haben, genau, wir haben vier Rebsorten, nämlich Psymphandel zu zwei Dritteln, Carignan, 16 Prozent französische Rebsorte, Petit Syrah, ich weiß nicht, ob du die schon mal gehört hast, Syrah sicherlich.
Heiko 0:37:31
Syrah kenne ich, Petit Syrah, konnte ich nicht.
Marcel 0:37:34
Und Matarau, genau, das gehört.
Heiko 0:37:36
Ehrlich gesagt.
Marcel 0:37:37
Und es ist dazu auch noch eine Cuvée aus den verschiedenen Weinbergen. Und zwar, da steht auch sogar die Region mit drauf.
Heiko 0:37:45
Und zwar Rich Vineyards, Heldsburg, California.
Marcel 0:37:50
Sonoma steht glaube ich auch mal drauf.
Heiko 0:37:51
Achso, das, was ich vorher gesagt habe, Sonoma County. Ich dachte, du wolltest jetzt noch zusätzlich was nicht.
Marcel 0:37:55
Okay, das habe ich überhört dann. Genau, also gehen wir mal in den ersten Wein rein. Wie gesagt, das ist der erste. Der zweite. Der erste von Rich.
Heiko 0:38:04
Der erste.
Marcel 0:38:05
Hallo. Also wir sind auf jeden Fall jetzt, wir sind ja mit einem sehr leichten Wein gestartet. Wir sind jetzt auf jeden Fall sehr viel konzentrierter in der Farbe.
Heiko 0:38:17
Ich hätte jetzt eigentlich was sagen wollen, aber jetzt traue ich es mich nicht zu sagen, wo du gesagt hast. Ich fand in der Nase, hättest du mir nicht vorher gesagt, dass Kalifornien nicht so viel Holz oder so steht? Ich fand, ich roch der holzig jetzt. Aber da du mir jetzt vorhin schon…
Marcel 0:38:31
Ja, finde ich auch. Also Kalifornien ist schon, hat auch viel Holz, oder was?
Heiko 0:38:37
Achso, das war nur bei dem Wein davor. Ich dachte, du meinst so gerne. Wir hatten drüber gesprochen eben am Anfang bei dem Einstiegswein.
Marcel 0:38:41
Wir werden heute noch einige Holzthematiken haben.
Heiko 0:38:45
Dann habe ich das vorhin falsch verstanden. Dann ist es ja gut, dass ich das rieche.
Marcel 0:38:49
Wir sind nicht so richtig auf der Höhe. Wir müssen eingrooven. Den Geruchs- und Geschmacks-Tune. Ja, also ich finde, der hat auch wieder was Beeriges, aber sehr viel Dunkelbeerigeres. Das ist eher so eine Brombeere. Also einfach so eine dunkle Beere und was weitbeeriges.
Heiko 0:39:10
Ja, aber so ein bisschen ganz, also wenn ich den so ein bisschen rausziehe, dir das Glas aus meiner Nase umgekehrt, dann habe ich das Gefühl, es bleibt auch so ein bisschen was Gummibäriges.
Marcel 0:39:20
Gummibäriges, oh okay, ja schön. Das hatte ich auch öfters schon mal bei Weinen gehabt. Naja, okay, du meinst dieses was Süßes. Leicht süßliche. Aber so ein bisschen was Saures.
Heiko 0:39:30
Ja, ja, genau.
Marcel 0:39:31
Ja, okay, verstehe, verstehe. Ja, interessant. Ja, ist ja wirklich aber so ein richtig rotes Frucht, also so ein rotes Fruchtgummi auf jeden Fall. Ja. Dann lass doch mal reinschmecken.
Heiko 0:39:41
Yes.
Marcel 0:39:46
Ja, ich habe eine erstaunte Reaktion von Heiko gesehen.
Heiko 0:39:51
Nicht erstaunt, aber erst mal schon sauer ist der schon.
Marcel 0:39:55
Sauer findest du ja, okay.
Heiko 0:39:56
Ja doch, hinten so eine Säure. Also mehr so eine Gaumensäure, nicht so eine Zunge. Vielleicht ist es auch nicht Säure, vielleicht interpretiere ich das wieder nur falsch.
Marcel 0:40:05
Was ich bei dem finde, für mich hat der super was Blaubeeriges. Ich habe selten Weine getrunken, die so eine deutliche Blaubeernote haben. Aber nicht diese, also ich esse super viele Blaubeeren, deswegen können Blaubeeren auch so unterschiedlich schmecken. Ich meine jetzt eher die quasi im Glas, also wo es so konzentrierter ist. Ich weiß nicht, ob du schon mal Blaubeeren im Glas genannt hast. Aber die haben mega blaubeeriges, weiß nicht, wenn du mal drauf achtest. Der ist auf jeden Fall sehr dicht. Man hat auf jeden Fall mehr Tannine, ne? Also das ist ein bisschen, das am Anfang war so seidig, elegant.
Heiko 0:40:40
Ja, vielleicht ist es auch das, was ich kurz, ja, ja. Ja, vielleicht ist es auch kurz das, was ich erst für eine Säure gehalten habe, weil ich es dann doch ein bisschen im Vergleich zu dem vorigen erschlagen da hinten auf dem Gäumen war.
Marcel 0:40:50
Na, wir haben auf jeden Fall Säure drin. Ich hatte es mir, glaube ich, sogar für den Wein rausgeschrieben, 6,5 Gramm ist jetzt auch nicht super wenig.
Heiko 0:40:56
Okay.
Marcel 0:40:56
Also die Säure, die du spürst, die ist schon irgendwie auch natürlich da.
Heiko 0:41:01
Das ist schon mal beruhig. Ehrlich gesagt.
Marcel 0:41:03
Außerdem, wie gesagt, es gibt ja immer nichts. Der Punkt ist ja auch, wir werden heute noch einige Sachen auch gegeneinander vergleichen. Ich weiß gar nicht, ob wir das die Male davor eigentlich sehr deutlich gesagt haben, dass es ja immer auch darum geht, was ist so die eigene Assoziation. Es geht nicht um dieses, also du hast letztes Mal, glaube ich, erwähnt, irgendwas hast du gesagt, Le Climat ist so ein schön Begriff oder Terroir, der auch so ein bisschen elitär ist. Aber eigentlich geht es uns ja gar nicht darum, das jetzt auf so ein Level zu heben, sondern rote Fruchtgummi finde ich zum Beispiel super.
Heiko 0:41:33
Ja genau, das ist wahrscheinlich nicht das, was man irgendwo beim echten Weinverkostungsding findet, aber wenn uns das daran erinnert, dann erinnere uns daran. Wie du sagst, es gibt kein richtig und falsch. Und ja, es kann auch mal unterschiedlich sein. Es kann auch mal sein, dass dir der ganz anders schmeckt als mir, weil irgendwie die Tagesform anders ist.
Marcel 0:41:53
Das tatsächlich wirklich davon abhängen. Ich habe den das erste Mal probiert, da war der mir zu dicht. Da habe ich gar keinen Zugang gefunden. Da war der für mich gar nicht so greifbar gewesen.
Heiko 0:42:01
Dieser hier?
Marcel 0:42:01
Ja, und habe den dann ein anderes Mal nochmal getrunken und dachte so, okay, wow, da kam dieses Blaubeerige. Wie gesagt, ich finde das super schön, weil ich das selten in einem Wein hatte. Also klar, man kennt dieses Kirschige. Ich meine, der ist ein bisschen der lieb von der Frucht. Wir haben ja auch einen Zimphane hier, kommen wir später nochmal zu. Der ist auch ein bisschen fruchtbetonter. Oder hauptsächlich zum Pfande. Wir haben ja auch ein bisschen mehr Alkohol. Wir haben 14 Prozent. Ich werde diesen Gläser nochmal voller machen, wie du gesagt hast. Das ist ja auch das Problem.
Heiko 0:42:30
Dass wahrscheinlich mit jedem Wein das auch schon nachlässiger wird, das ist erst recht voller, wo man eigentlich aufpassen muss.
Marcel 0:42:35
Wir sind jetzt auch direkt in einem Preisniveau, den man sich dann schon gönnen möchte oder so. Also wir sind irgendwie bei 36,50 Euro. Wie gesagt, es ist ein Stück Cuvée von diesem Weingut. Das heißt, die anderen sind halt dementsprechend teurer. Und ja, wir haben jetzt hier im Glas, wie gesagt, zu Noma Valley, da kommen wir später nochmal so vor, also das ist quasi von der North Coast, gucken wir uns das später nochmal auf einer Karte an, dann können wir uns da nochmal kurz drüber sprechen. Wir haben ja wieder handgelesene Traum, was jetzt auch nicht unbedingt immer überall in Kalifornien so ist. Wir haben eine Spontanvergärung. Ich glaube, das ist irgendwie, irgendwie landen wir immer bei solchen Weinen. Das ist mal schon gemeint. Und wir haben tatsächlich jetzt, und das ist vielleicht der Unterschied zum ersten, außer der Rebsorte, dass wir hier tatsächlich amerikanische Eisenfässer haben. Dementsprechend schon das, was du auch gerne so als Vanille oder so kennzeichnet. Ich glaube, das merkt man hier an der Stelle gar nicht so doll, so extrem.
Heiko 0:43:33
Ne, das wäre mir jetzt tatsächlich.
Marcel 0:43:35
Es liegt daran, dass die einfach, das sind keine neuen Eichenfässer, sondern gebrauchte, das heißt, die geben gar nicht mehr so viel Aromen ab und dementsprechend haben wir heute als…
Heiko 0:43:44
Ja, also ich fand in der Nase deutlicher zumindest, im Geschmack habe ich es jetzt nicht mehr ganz so gespürt.
Marcel 0:43:51
Die Säure kommt tatsächlich von den Corrinant-Reben eher so. Dann haben wir ja was Würziges drin, was dann eher von dem Petit Syrah kommt, den wir heute nicht separat trinken, den man tatsächlich auch einzeln trinken kann. Ja und der bringt auch noch ein bisschen mehr Tannine mit rein. Warum ich diesen Wein mitgebracht habe, ich weiß nicht, also wir hatten glaube ich mal irgendwann lose darüber gesprochen und zwar das Thema Judgment of Paris, ob du diesen Film dazu dir angeschaut hast oder nicht.
Heiko 0:44:22
Nee, also wir haben darüber gesprochen, aber ich habe den Film bisher nicht gesehen, weil es gibt einen Film dazu.
Marcel 0:44:25
Ja genau, das ist so ein bisschen meine Brücke. Wir kamen jetzt gerade so aus Pinot Noir, burgundischen Stil und so weiter. Also Frankreich hat natürlich die Welt geprägt. Und das sogenannte Judgment of Paris war sehr prägend gewesen und dieser Wein hat irgendeinen Bezug dazu. Deswegen trinken wir das heute von diesem Wein gut. Und zwar war das prinzipiell so ein Weinwettbewerb gewesen. Das fand 1976 statt im Mai, also so circa vor 50 Jahren. Also dieses Jahr im Mai sind es 50 Jahre Judgment of Paris. Insofern ist es in der Weinwelt auf jeden Fall ein sehr bedeutendes Tasting gewesen sozusagen. Hat damals stattgefunden Hotel Interconti in der Nähe von der Champs-Élysées. Es ist insofern nur witzig, wenn du den Film mal gucken solltest, den ich dir ans Herz lege, weil du ja auch gerne Filme guckst und du, glaube ich, auch den Schauspieler sehr bemerkenswert fandest, wird man nämlich sehen, dass im Film selber die Szene woanders spielt, nämlich so idyllisch weiter draußen, das Tasting so, das ist dann nicht direkt in Paris, aber tatsächlich hat es tatsächlich im Hotel stattgefunden. Der Initiator ist Stephen Spurrier, ist auch wieder Brite, deswegen ist er ganz witzig mit Fleetwood Mac, natürlich mit ihrer Herkunft und Weinjournalist und der hatte damals in Paris ein Weingeschäft gehabt und eine Weinschule namens Académie Duvent, was ja auch schon ein bisschen, sage ich mal, ein Brite lehrt den Franzosen, wie guter Wein geht sozusagen oder wie guter Wein schmeckt. Aber also im Film wird er tatsächlich so ein bisschen als Außenseiter so dargestellt. Er ist aber tatsächlich wirklich bestens vernetzt und auch hoch angesehen in der französischen Weinszene. Und er kam damals auf die Idee, Kalifornien versus Frankreich antreten zu lassen, nämlich in der Blindverkostung. Und dann einmal gibt es einen weißen Flight, also genau Weißweine und einmal einen roten Flight. Und bei den weißen hatten wir einfach Chardonnays, hatten wir letztes Mal. Deswegen ist es super gut, dass wir jetzt einen Referenzpunkt haben. Und zwar vier aus dem Burgund und sechs Chardonnays aus Kalifornien. Und bei den Roten ging es um Cabernet Sauvignon, den wir später auch noch im Glas haben werden. Und da waren es dann vier Bordeaux-Weingüter versus sechs kalifornische Weingüter. Ja, und da war so ein bisschen darauf angelegt, wer ist denn eigentlich besser? Man muss dazu sagen, das hatten wir beim letzten Mal schon gesagt, dass zu dem Zeitpunkt die französische Weidenwelt einfach unangefochten dominiert hat. Also französischer Wein war einfach das Ding schlechthin. Übersee existierte natürlich irgendwie auch schon, aber es hatte keine Relevanz sozusagen unter renommierten Experten. Damals dort vor Ort waren auch verschiedene hochrangige Mitglieder in der Jury gewesen. Das war zum Beispiel Aubert de Villain, der bei Romain de Conti zu der Zeit das Zepter in der Hand hatte. Oder aber auch Odette Kahn, die bei der Revue de Vont, was so ein Weinmagazin war, dann dabei war. Und dann verschiedene Somaliers und Restaurantbesitzer, alles was so einen Rang und Namen hatte, war dabei. und es waren prinzipiell eigentlich nur Franzosen gewesen, außer, glaube ich, der Kumpel von Steven Spurrier. Ja und das Ergebnis war tatsächlich sehr schockierend gewesen für die französische Weinwelt, weil sowohl beim Chardonnay, da hat nämlich das Chateau Montelena gewonnen, was wiederum auch ja witzig ist, weil es ja wieder eine Referenz ist auf die französischen Chateaus. Das ist tatsächlich auch die Story im Film, da geht es um das Chateau Montelena, auch da stimmen nicht alle Sachen, die natürlich im Film da sind.
Heiko 0:47:53
Ja, das wird immer ein bisschen dramatisiert und fiktisiert.
Marcel 0:47:56
Und beim Cabernet Sauvignon hat Stax Lieb Weinzeller gewonnen und hat damit Mouton, Rolschild und Aubriant hinter sich gelassen.
Heiko 0:48:05
Wahnsinn.
Marcel 0:48:05
Obwohl man damals eigentlich, also die haben unter anderem auch den Jahrgang 1970 getrunken. Das war einer der vier besten Jahrgänge seit 1930. Also man war eigentlich bestens ausgestattet sozusagen, um da auch von den eigenen Leuten für gut befunden zu werden.
Heiko 0:48:22
Ich kann da witzigerweise einhaken, weil ich einen unwahrscheinlicherweise oder vielleicht auch nicht so unwahrscheinlicherweise einen direkten Bezug zu Fleetwood Mac machen kann bei dem Judgment von Paris. Du hast es schon gesagt, wann fand das statt? Mai 76. Das heißt wirklich genau dann, als gerade die Rumors-Aufnahmen auch stattfanden. Und eine meiner zentralen Quellen für die heutige Folge sind so die biografische Perspektive von Ken Kaler, das ist der Toningenieur oder Producer dieses Albums. Und tatsächlich in diesem biografischen, in seinem Werk, erwähnt er einmal, wie sie auf dem Sofa sitzen und Fernsehen gucken und gerade die Nachricht kommt vom Judgment of Paris, dass der kalifornische Wein gegen den französischen Wein gewonnen hat und er dann so sagt, vielleicht muss jetzt Christine McVie absolut kalifornischen Wein trinken. Also sie haben es wirklich direkt auch so wahrgenommen und auch offensichtlich für so wichtig befunden, dass er es sogar nochmal erwähnt.
Marcel 0:49:10
Das liegt, also dass das überhaupt publik wurde sozusagen, also man muss sagen, die Franzosen waren da erstmal so erschüttert gewesen. Also man wollte es tatsächlich auch unter den Teppich kehrten, aber es war tatsächlich nur ein Journalist anwesend gewesen. Das wird im Film auch etwas so, okay, der Typ, der ist ja eigentlich eh nicht so bekannt. Der war vom Time Magazine George M. Tabar und nur, dass der anwesend war, wurde das letztendlich überliefert, weil wie gesagt, die Franzosen hatten überhaupt gar kein Interesse daran, dass das irgendwie groß Ja, klar. Wir haben in den Shownotes auch den Originalartikel sozusagen mit verlinkt. Da kann man nochmal sich da reingucken, was da eigentlich geschrieben worden ist. Auf jeden Fall hat es die Weinwelt erschüttert. Das war jetzt auch im Film jetzt nicht weiter Thema gewesen. Tatsächlich hatte Steven Sperrier in verschiedenen französischen Weingütern ein Hausverbot bekommen danach. Was für ihn natürlich auch nicht sehr vorteilhaft war, weil er doch eigentlich, also er hatte jetzt nicht die großen Aktien im kalifornischen Wein drin, muss man jetzt auch an der Stelle sagen, sondern er war ja aus dem Grund in Paris gewesen. Und man kann auch sagen, dass das so ein bisschen die Geburtsstunde des Kalifornien-Hypes war im Wein. Nachdem ging es richtig los. Der Bezug zu Rich wiederum ist, dass Rich Teil des Tastings war. Die wurden fünfter Platz 1976.
Heiko 0:50:30
Von wie vielen war das?
Marcel 0:50:31
Zehn.
Heiko 0:50:32
Ah, das war schon gar nicht so schön.
Marcel 0:50:34
Und dann hat man 30 Jahre später nochmal ein Tasting gemacht mit den identischen Jahrgängen. Und dort hat Rich gewonnen.
Heiko 0:50:41
Also auch 74 oder was? Also man hat 30 Jahre später nochmal aus den 70ern den Wein getroffen.
Marcel 0:50:45
Ja, genau. Und dort hat Rich gewonnen, nämlich mit ihrem Wein Montebello. Und haben damit den ersten Platz gemacht. Also es gab, muss man auch dazu sagen, es gab immer mal Wiederholungen von diesem Tasting. und es war immer so, dass trotzdem die Kalifornien wieder gewonnen haben. Also die ganzen tollen, teuren französischen Weinguter haben da quasi nicht gewinnen können. Wenn ihr euch den Film mal anschauen wollt, der heißt Bottleschock. Ja, wie ich schon sagte, der stimmt zwar nicht in allen Details, aber ist wirklich sehr entertaining, kann man sich angucken, ist irgendwie ein schöner Film, der Bezug zu weinen auf jeden Fall hatte. Und du hattest, glaube ich, mal nachgeguckt, wie der Schauspieler hieß?
Heiko 0:51:23
Alan Rickman, ja, also ganz, ganz berühmter britischer Schauspieler, auch leider viel zu früh verstorben. Severus Snape aus dem Harry Potter Film zum Beispiel, aber auch ganz viele andere berühmte Werke.
Marcel 0:51:35
Lustigerweise geht dieser Name von dem Judgment of Paris, das habe ich irgendwie in der Recherche gefunden, das gibt es irgendwie in der griechischen Mythologie ziemlich häufig. Das ist nicht unbedingt.
Heiko 0:51:43
Ja, das ist Paris. Das ist aus der Homera, das ist Troja.
Marcel 0:51:47
Okay, crazy. Paris. Okay, das ist zufällig. Ich habe mich gewundert, warum wird da Paris rein? Ja, aber vielleicht das Erstaunliche ist, weil jetzt, wie haben wir gesagt, Einstiegs-Cuvée kostet 33, oder was weiß ich, 36 Euro oder so. Man muss sich jetzt dann nur mal gegenüberhalten, was die Einstiegsweine dann bei Mouton rutschen. Da kommt man zu drei und vier.
Heiko 0:52:14
500 kann man wahrscheinlich nicht weiter, wahrscheinlich eher deutlich drüber sogar.
Marcel 0:52:17
Und deswegen, wir haben hier jetzt wirklich ein ikonisches Weingut. Und ich würde jetzt mal den zweiten eingießen. Du könntest ja das Etikett oder ich.
Heiko 0:52:28
Genau, also es sieht ähnlich aus, wieder sehr, sehr schlicht. Einfach nur, diesmal sind es zwei Zeilen und nicht drei. und diesmal ist es nicht Sonoma County, sondern Lytton, jetzt verdeckst du es mit dem Daumen, Lytton Springs.
Marcel 0:52:40
Genau.
Heiko 0:52:42
2023. Genau. Haben wir… Auch wieder ein Cuvée, wenn ich es richtig sehe und mit auch ganz vielen.
Marcel 0:52:50
Wir werden jetzt quasi, wir gehen jetzt ein bisschen mehr in die Lage, mehr in die Herkunft rein. Also vorher war es ja, sag ich mal, aus zehn verschiedenen Lagen gewesen. Jetzt gehen wir mehr in eine Lage, wo…
Heiko 0:53:03
Ich muss mich übrigens korrigieren, es steht trotzdem Sonoma County drauf, aber klein, weil ich vermute, dass die dritte Zeile nicht mehr raufgepasst hat, weil es eine kleinere Flasche ist.
Marcel 0:53:11
Genau, wir trinken eine kleinere Flasche. Ja, pack einfach irgendwo hin, Heiko, das macht Ja, so kannst du. Genau.
Heiko 0:53:21
Also, ja, jetzt ist es leider mittlerweile sehr dunkel geworden, also Farbe, aber es ist auch wieder eher dunkel.
Marcel 0:53:25
Er ist auf jeden Fall ein kleines Stück dunkler als der andere, wenn man jetzt so mal ins Licht guckt. Also er sieht ein bisschen konzentrierter aus.
Heiko 0:53:32
Auf jeden Fall Holz hat er auf jeden Fall auch gesehen, oder?
Marcel 0:53:34
Ja, der hat auf jeden Fall auch die amerikanische Eiche gesehen. Die haben übrigens diesen Wein auch früher aus einem Mix gemacht, aus französischer und amerikanischer Eiche. und jetzt mittlerweile haben sie sich selbstbewusst auf amerikanische Eiche umgestellt. Wir haben wieder auch eine Rebsorte hier im Glas. Der riecht ein bisschen ein kleines bisschen zurückhaltender.
Heiko 0:54:02
Ja, aber trotzdem auch. Genau, aber ich finde ihn trotzdem, also zurückhaltender aber nicht, ich finde ihn trotzdem intensiv, also er riecht schon auch nach was. aber ich finde ja wirklich die Holzen oder sehr dominant, ich tue mich gerade schwer drumherum noch.
Marcel 0:54:18
Also ich finde, der hat mehr noch was Würzigeres. Ich habe auch wieder ein bisschen was Bieriges auf jeden Fall. Also dieses, für mich…
Heiko 0:54:26
Also ich finde, man riecht schon, vielleicht auch nur, weil ich es jetzt hier sehe auf dem Etikent, dass die Hauptrebsorte die gleiche ist. Also man erkennt schon eine Verwandtschaft im Gewicht. Aber…
Marcel 0:54:37
Wir haben ein bisschen mehr Saint-Fanthe drin. Wir haben auch wieder ein Petit-Cirat drin, Carignan haben wir drin. Und dann haben wir noch Alicante-Boucher und wieder Mataro. Also eigentlich relativ ähnlich.
Heiko 0:54:54
Schmeckt anders. Finde ich. Wenn ich jetzt gar nicht erwarte.
Marcel 0:54:59
Okay. Hast du Assoziationen? Also ich finde, für mich hat der, also beide Weine haben so dieses Charakteristische mit der Blaubeere. Das habe ich halt beim ersten auch schon nicht so.
Heiko 0:55:22
Weil ich auch deine komischen konzentrierten Blaubeeren nicht kenne und ich nicht weiß.
Marcel 0:55:28
Der ist von der Würzigkeit auf jeden Fall nochmal anders und er ist konzentrierter, finde ich. Also ich mag den sehr gerne.
Heiko 0:55:46
Ich muss auch ein bisschen zu Jetzt wo ich die direkt nebeneinander trinke So komplett anders schmeckt die jetzt auch nicht, Das war eben nur der erste Schau Eben jetzt so nebeneinander, man merkt schon die Verwandtschaft Aber trotzdem irgendwie, also man merkt auch Dass es nicht der gleiche Wein ist Wenn man die jetzt so trinke Aber ich tue mich jetzt ein bisschen schwer in dem Fall wirklich so Einzelheiten, rauszuschenken. Aber er schmeckt sehr gut.
Marcel 0:56:12
Ja, also ich würde irgendwie dabei bleiben, dass er halt diese wirklich diese starke Würzigkeit hat, dieses Blaubierige und das ja bleibt und man hat ein bisschen mehr, ich finde ein bisschen stärkere Tannine hier an der Stelle. Ja, wir haben ähnlich wieder vom Alkohol 14,4%. In Kalifornien gehen wir dann doch immer ein bisschen höher.
Heiko 0:56:33
Wahrscheinlich auch durch das Klima da.
Marcel 0:56:35
Ja. Ja. Ja, kommen wir mal zu Rich. Wenn wir jetzt schon drüber gesprochen haben, dass sie im Judgment of Paris ganz gut abgeschnitten haben. Die sind gelegen so südlich von San Francisco. Also prinzipiell relativ nah dran eigentlich an San Francisco. Mich müde dich mal Heiko. Und.
Heiko 0:57:03
Du musst schon sagen, warum nämlich Mute ist. Ich mache gerade zur Neutralisierung schmatze hier im Baguette.
Marcel 0:57:10
Ein Fauxpas. Heiko Schmatzens Mikrofon. Ja, wir sind, wie gesagt, ein bisschen südlich von San Francisco auf 800 Meter Höhe, also relativ nah dran. Das wurde damals, 1885, hat ein Arzt namens Osea Perrone dort 72 Hektar gekauft, nämlich den Montebello. Der hat ja offensichtlich gewonnen damals beim Judgment of Harrods als Camerani Sauvignon. Und das ist eigentlich eine Lage, die dann einfach in der Nähe von San Francisco ist. Und der erste Wein kam da 1892 raus. Dann, und das natürlich spielt eine Rolle in der kalifornischen Weingeschichte, haben wir die Prohibition gehabt. Das heißt, in der Zeit wurden natürlich alles Mögliche runtergefahren. Und da sind super viele Weingüter natürlich auch irgendwie rausgestorben. und dann wurde dieses Gebiet 1959 tatsächlich von drei Stanford-Computeringenieuren so als Weekend-Gateway gekauft. Aber nicht nur, dass man da so ein bisschen ausspannen kann von der Computerarbeit, sondern tatsächlich wollte einer davon auch Weine machen, nämlich David Bennion, und der produzierte 1962 schon den Montebello Cabernet und der hatte schon damals Potenzial gehabt. Und sie haben auch schon früh, also ich habe ja gesagt, dass wir eigentlich jetzt, oder was wir gelesen offensichtlich, dass wir in Sonoma County sind, was ja so ein bisschen nördlich ist von San Francisco, kauften sie auch schon früh andere Weinberge dazu, nämlich den Litton Springs, den wir hier haben gelassen.
Heiko 0:58:38
Ah, das ist der, ne?
Marcel 0:58:41
Wurden da Teile davon damals dazu gekauft. 1969 kam dann Paul Draper als Weinmacher dazu. Und der Paul Draper ist auch so eine, sag ich mal, Figur in der kalifornischen Weinwelt. Der wurde schon früh, auch ähnlich wie Jim, der erste Weinmacher, so geprägt mit Weinmacher. In dem Fall nicht nur französische Sprache, sondern europäischer Literatur und europäischen Weinen aus dem Burgund und der Rhon. Und wurde da quasi, wurde schon früh eingeimpft sozusagen, dass er irgendwie so einen Hang dazu hat.
Heiko 0:59:14
Ich finde auch da, ich finde es ja immer spannend, wenn wir Parallelen zu all den Folgen ziehen können. Irgendwie erinnert mich das schon auch an unsere Österreich-Folge, wo die ganzen Österreicher erstmal nach Frankreich sind und da irgendwie viel gelernt haben, das dann mitgenommen haben nach Österreich und da dann aber halt weiter quasi entwickelt haben und für sich eigene Möglichkeiten gefunden haben, diese französische, Weinkunst anzunehmen und auch da auch noch eine Parallel, die mir gerade erst einfällt, während ich von den Österreich-Folgesprächen meine, da hatten wir auch, da war es nicht das Judgment of Paris, aber es gab irgendein Wine-Tasting, glaube ich, in London oder so, wo plötzlich Österreicher die ganzen Weißweine plötzlich in den Platz 1, 2, 3 gemacht haben, also nach dem ganzen Skandal, also nachdem er aufgeräumt wurde. Also immer wieder Parallelen aufploppen.
Marcel 0:59:54
Paul Draper war das war jetzt ein harter Cut aber weil du gerade erwähnt hast, der ist tatsächlich ein bisschen rumgetourt aber er ist eigentlich auch kein Önologe das hatten wir glaube ich auch an mehreren Stellen, Sondern er hat eigentlich auch Philosophie studiert. Ach, auch.
Heiko 1:00:17
Aber nicht Rechtswissenschaftler.
Marcel 1:00:19
Nicht, dass ich wüsste. Und er war dann, wie du schon richtig erkannt hast, dann auch später unterwegs, nämlich in Bordeaux, zum Beispiel bei Chateau Latour und hat auch in Chile Wein machen gelernt. Und da gibt es auch eine quasi geschichtliche Verbindung nach Chile. und ich wollte jetzt mal an der Stelle den Paul Draper mal zu Wort kommen lassen. Da gibt es nämlich ein Zitat von ihm, dann merkt man so ein bisschen wie er tickt. Er hat nämlich, er war sehr beeindruckt von einem Wein, den er getrunken hat. 100 Jahre alten Wein von Lafitte.
Heiko 1:00:54
Ach.
Marcel 1:00:55
Und da drüber spricht er kurz mal.
Heiko 1:00:57
Wahrscheinlich unbezahlbar. Lafitte ist schon so unbezahlbar von 100 Jahre alten Wein.
Marcel 1:01:02
Ja, von 1864. Genau, er spricht halt davon, dass es ihn natürlich so, das hat ihn auf jeden Fall begeistert, dass so ein bisschen dieses Vorindustrielle, da wurde nicht viel hinzugefügt. Es war einfach so, wie der Wein damals gemacht wurde, hat er einfach eine superklare Prägnanz behalten und einfach einen langen, langen, währenden Eindruck. dementsprechend hat er sich mit den Techniken, die es dann damals so gab, hat er mit halt drüber gebracht. Wir haben das Zitat in freundlicher Genehmigung von Weinblast, dem Podcast von Susi und Peter, zum Beispiel, weil die hatten jetzt vor kurzem auch eine Story zu Rich gemacht, die man sich gut anhören kann und interessant ist.
Heiko 1:02:25
Das passt, ja. Ja, ich fand es spannend, was er sagt, dass er sagt hat, er hat einen hundertjährigen Wein getrunken, wenn ich es richtig vollstanden habe und fand es so beeindruckend, dass er irgendwie nichts verloren hat. Ich meine, gut, ich weiß nicht, wie er vorhundert, oder er wusste jetzt nicht, wie er vorhundert, aber dass er immer noch diese ganze Struktur und so weiter hat und dass er deswegen gesagt hat, na irgendwas müssen die richtig machen, wenn der in 100 Jahren nichts verliert. Weil ich dann dran denke, dass wir ja auch kürzlich mal, tatsächlich war das nicht in Bordeaux, so aus den 70ern oder so, nicht in der Folge, sondern getrunken haben, wo wir schon ein bisschen gemerkt haben, dass der ein bisschen oxidiert hat. Also er hat trotzdem immer, also erstaunlicherweise konnte man den echt noch gut trinken, aber man hat schon gemerkt, dass das irgendwie…
Marcel 1:02:57
Wir haben ihn auch parallel zu einem italienischen, also der hatte sich wesentlich besser aus der Zeit gehalten, ne. Aber so ein 100 Jahre alten Lafitte.
Heiko 1:03:06
Würde ich auch nehmen. Ist er dabei von den sieben, die du heute mit.
Marcel 1:03:12
Er hat auf jeden Fall hier an der Stelle John erwähnt, das ist John Olney, der ist heute der Rich Head Winemaker, also der CEO ist und ebenfalls John Olney hat Burgund Weinhairstellung gelernt. Also man sieht schon die Weingüter, die Rang und Namen haben, die orientieren sich schon stark auch an Frankreich, also sowohl in der Vergangenheit, aber auch natürlich noch heute. Und Paul Draper, ich habe ja gesagt, der hat 1969 angefangen, das ist ja sehr lange her. Der ist immer noch Sherman mit über 90 Jahren bei Rich und ist dabei. Finde ich irgendwie bemerkenswert. Das heißt, der hat da so eine gewisse Passion. Ja. Tatsächlich so lange durchzuziehen. Rich steht vor allen Dingen für Cabernet Sauvignons, die wir heute nicht im Glas haben. Das ist zum Beispiel der Montebello. Und halt die St. Funds.
Heiko 1:04:02
Achso, jetzt von Rich nicht, weil du hast ja schon angekündigt, dass wir Cabernet Sauvignons trinken.
Marcel 1:04:05
Genau, aber trinken wir auch schon von Rich. Sie bauen natürlich noch sehr viel mehr Rebsorten an, aber das sind so die beiden sozusagen, für die sie dann auch irgendwie stehen. Noch eine Anekdote am Rande. Das Rich, also ich meine, das ist jetzt auch kein Familienguide-Weingut, wie wir gehört haben. Das waren drei Stanford-Studenten, die haben das am Anfang gemacht, holen sich dann jemanden dazu, der wirklich Wein machen kann, dann geht das Ganze so ein bisschen weiter und dann wollten sie aber in den 80er Jahren ein bisschen Ruhe reinbringen, wollten irgendwie ihr Leben weiterleben und dann war so ein bisschen die Frage, wer kann das Ganze kaufen und da kam dann ein japanisches Unternehmen rein, nämlich das heißt Utsuka. Und das war so, ja, Unternehmer, Pharmaindustrie, die wollten irgendwie ein Weingut kaufen und derjenige, der da vorne war, war auch Weinfan natürlich, sonst kauft man sich, glaube ich, kein Weingut. und witzigerweise hat der Paul Draper mit ihm dann auch ein Tasting gemacht in den 80er Jahren, also wo es dann nämlich auch so ein bisschen dieses Judgment of Paris so ein bisschen gegeneinander gehalten und ihm dann quasi in einem Blind Tasting quasi gesagt, was ist denn unser Wein und so und tatsächlich, Rich hat da einfach überzeugt.
Heiko 1:05:21
Sehr gut, sehr gut. Ich muss, auch wenn es jetzt ein bisschen abschweifend ist, mir fällt, also weil du jetzt Japan und so sagst, ich muss irgendwie an die Apple-Serie Drops of Gold denken.
Marcel 1:05:29
Ja, muss ich auch dabei denken.
Heiko 1:05:30
Wer es nicht kennt, sondern das ist eine Empfehlung, muss ja dann auch wirklich da auch quasi französischen Wein und japanischen erben und ein Tasting und blind und so weiter geht. Also hat gar nichts mit dem Thema jetzt zu tun, aber musste ich gerade daran denken, weil du jetzt mit Japan kam.
Marcel 1:05:43
Ich hatte mich auch daran erinnert und vielleicht ist es auch mal ein Beispiel, wo man sagen kann, da wurde jetzt dieses Weingut übernommen, die haben sich aber nicht wirklich eingemischt. Also die sind da im Hintergrund, der Unternehmenschef kam dann einfach jedes Jahr vorbei.
Heiko 1:05:57
Das war buchstäblich eigentlich nur so ein Investment, da das jetzt.
Marcel 1:05:59
Nicht und hat dann einfach irgendwie er wollte einfach jedes Jahr vorbeikommen und da Wein probieren und die haben sich ansonsten nicht viel ins Business eingemischt, was ja dann wiederum sehr sympathisch ist, Ja, dann damit hast du mal so einen Bezug bekommen zu Rich. Ich glaube, die werden auf jeden Fall, wenn man sich mit Kalifornien beschäftigt, erwähnt, auch weil es halt ein Stil ist, der etwas, wir werden wie gesagt nochmal einen anderen Stil auch kennenlernen heute, aber vielleicht auch einen Gegensatz dazu darstellt und auch für sich einen eigenen Charakter hat.
Heiko 1:06:29
Aber ist er also schon typisch für Kalifornien oder wirklich eher typisch für Rich sozusagen? Weil du sagst so irgendwie ikonisch oder prägend?
Marcel 1:06:40
Naja, es gibt halt es gibt mehrere Gesichter von Köln.
Heiko 1:06:43
Ja, verstehe, verstehe.
Marcel 1:06:43
Also, kommt drauf an. Also, ich will jetzt nicht so viel vorweg nehmen, weil sonst würde ich jetzt ein paar Sachen…
Heiko 1:06:49
Dann habe ich nichts gesagt und warte ich einfach ab.
Marcel 1:06:52
Es gibt ja später noch ein Blind-Facing. The Judgment of Heiko.
Heiko 1:06:55
The Judgment of Berlin, ja. Es sollte nicht überraschen, immerhin sind wir bei Geschichte im Glas. Alkohol und auch andere Drogen gehören von Anfang an zum Studioalltag, bei den Aufnahmen von Rumors dazu. Christine McVie sitzt für gewöhnlich immer mit einem Glas Wein oder vor allem Champagner am Piano. Das hattest du ja auch schon irgendwo aufgeschnappt. Mick Fleetwood wiederum, der liebt ehrlicherweise sein eiskaltes Heineken. Der war zumindest offensichtlich zu diesem Zeitpunkt noch sehr auf Bier.
Marcel 1:07:23
Okay. Und Heineken ist ja jetzt auch nicht unbedingt das super Premium. Ich habe einen eigenen Geschmack.
Heiko 1:07:29
Nee, er braucht einfach immer sein Heineken. Er trinkt im Studio gern und regelmäßig. Immerhin er zumindest meist ohne aggressiv zu werden.
Marcel 1:07:36
Kein US-Bier.
Heiko 1:07:37
Ja, stimmt. Zumindest auch ein Bier, was ein bisschen herber ist, ja, nicht so ein Wasser schmeckt. Sein Rausch äußert sich dann auch eher so in albernheiten, ein bisschen überdrehten Momenten. John McVie dagegen ist, wie gesagt, ein ganz anderer Fall. Nüchtern ist er, wir hatten es schon mal vorhin erwähnt, ruhig, höflich, zurückhaltend, so ein bisschen warmherzig und witzig. aber John ist seit Jahren eben ein schwerer Trinker und sobald einfach Alkohol ins Spiel kommt mit seinem Screwdriver zum Beispiel zum Frühstück zeigt sich so eine dunklere Seite er wird gereizt, er wird pissig und ein bisschen unberechenbarer, Und wie früh der Konsumteil des Prozesses wirkt, zeigt sich eigentlich tatsächlich schon am allerersten Tag. Die Drums sind noch nicht so richtig eingestellt. Also irgendwas klingt nicht richtig und sie wissen noch nicht so richtig, woran es liegt. Und die Ingenieure, die Toningenieure, die brauchen einfach Zeit. Es wird also noch nicht aufgenommen und die Bandmitglieder sitzen halt einfach da und warten. Lindsay Buckingham kommt so in den Regieraum, der holt erstmal so seinen Beutel Gras raus, setzt sich demonstrativ auf den Produzentenstuhl, so als würde er das jetzt alles überwachen, als wäre er der Big Boss. John lässt sich, wie gesagt, seinen Screwdriver erstmal zum Frühstück bringen. Christine sitzt auf der Couch im hinteren Teil des Regieraums und bittet sofort um ein Glas Blue Nun. Das ist eine deutsche Weinmarke. Ich kannte die nicht, die damals international sehr populär war. Ich habe mal ein Bild davon mitgebracht. Das kannst du dir anschauen. Von so einer Blue Nun Flasche. Was das für ein Wein ist, das kannst du unten lesen.
Marcel 1:08:58
Oh Gott.
Heiko 1:08:59
Kennst du das?
Marcel 1:09:00
Lieb Frauenmilch. Die Frau Milch, das war glaube ich der Inbegriff für quasi die süßen, klebrigen Weine, wo quasi eigentlich alles in Verruf gekommen ist. Ich meine, die gibt es ja heute auch immer noch.
Heiko 1:09:12
Ich kann das ehrlicherweise nicht. Aber genau, es ist so ein lieblicher Weißwein aus den Weinbaugebieten Nahe, Pfalz, Rheingau und Rheinhessen. Mindestens 70 Prozent des Weins müssen aus den Rebsorten Riesling, Müller, Thurgau, Silvana oder Kerner bestehen. Die Restsüße darf nicht unter 18 Gramm pro Liter liegen. Heute ist tatsächlich auch der Begriff liebfraunmütig geschützt, während der Begriff aber in den 70ern eben oft eher so ein allgemeines Marketing-Synonym für einfach massenhaft produzierten süßen Weißwein gewesen ist. Genau, ja, das hat sie ganz gerne getrunken.
Marcel 1:09:45
Aber das ist schon ein krasser Unterschied. Zu Champagner, ja, ja.
Heiko 1:09:49
Ja.
Marcel 1:09:50
Jetzt hat sie ein bisschen Respekt verloren.
Heiko 1:09:52
Genau, manchmal aber auch Pouille-Fusse, also aus einem anderen Wein, also das… Sie war da offensichtlich nicht ganz so festgelegt. Wie auch immer, Stevie Nicks kommt dazu, nimmt auch einen Zug vom Linses frisch gedrehten Join. Sie sitzen also erstmal alle da, die trinken Alkohol, kiffen, noch wirklich eher der allererste Ton überhaupt aufgenommen wurde und das ist dann einfach kein Ausnahmezustand, das ist einfach quasi der Startpunkt dieses gesamten Albums. Er sitzt einfach schon komplett dicht.
Marcel 1:10:15
Bevor es um das rausgeht. Sozusagen.
Heiko 1:10:16
Generell wird während der Aufnahme Ray, das ist einer der Assistenten, der wird immer wieder auf so einen Alkoholrun geschickt, er muss immer wieder Nachschub holen, Heineken für Mick.
Marcel 1:10:23
Alkoholrun.
Heiko 1:10:24
Ja, ja, so wurde das genannt, Alkoholrun. Wie gesagt, Heineken für Mick, diesen Puy Fussé oder den Blunan für Christine, Courvoisier, ausdrücklich für Stevie, falls sie noch singen wollte, denn Stevie nix.
Marcel 1:10:36
Das war dieser Weinbrand, ja?
Heiko 1:10:37
Genau, so ein Cognac eigentlich. Und sie schwört darauf, dass dieser Cognac mit einem Schuss Honig gut für die Stimme ist. Also wenn sie wusste, bei den Aufnahmen, sie würde noch singen, hat sie sich auf jeden Fall ein Courvoisier mit Honig vorher gegönnt, um irgendwie buchstäblich die Stimme zu ölen.
Marcel 1:10:50
Okay.
Heiko 1:10:50
Man sieht, wie so, weiß nicht, Rausch und Funktionen vielleicht auch ein bisschen übereinander übergehen oder so diese typisch vielleicht auch Stimme machen soll. Innerhalb der Gruppe, das hatte ich vorhin auch schon mal so anklingen lassen, gibt es auch klare Lager, so ein bisschen durch den Atlantik getrennt. Also die Briten, Christine, Mick und John, die sind stärker noch auf der Seite von Alkohol, später auch Kokain. Die Amerikaner Linsen und Stevie, so wie einige aus dem Team auch und die Toningenäure, die bevorzugen eher Gras, also sie trinken natürlich auch, aber sie bevorzugen eher mal Gras. Bei den Toningenäuren ist das aber auch so ein bisschen Pragmatismus. Ja, Alkohol macht es ihnen relativ schnell unmöglich, so sauber zu arbeiten. Und Gras offensichtlich oder auch ein bisschen Kokain, das half ihnen, zumindest kurzfristig die Konzentration zu halten. Aber jedenfalls redeten sie sich das ein, weiß ich nicht. Kokain taucht tatsächlich auch schon nach ungefähr neun hart und langen Arbeitstagen zum ersten Mal im Studio auf. Plötzlich sind natürlich alle wach, sind aufgeputscht, sind bereit, sie spielen so einen Song immer wieder durch. Die nehmen schließlich acht Takes auf von diesem einen Song und so auf einmal… Es fühlt sich irgendwie produktiv an. John geht dann gegen 23 Uhr nach Hause und dann passiert was, was Mick später dann immer wieder Transzension nennt. Er sagt, das ist so ein Zustand, in dem die verbliebenen Bandmitglieder genau den richtigen Rausspiegel erreicht hätten, um stundenlang weiterzumachen. Oder zumindest glauben sie das. Mick schwört darauf, dass aus diesen Transzensions eben geniale Musik entsteht, aber eben Ken Kalert, der Producer, der sagt, zumindest in der Retrospektive, dass das eigentlich, das überrascht uns jetzt nicht so richtig, wohl eher Quatsch war. Das sind jetzt nicht die besten Aufnahmen in diesen Zuständen entstanden. Mick liebt in diesem Moment auch ein Zitat von Robert Frost. Er sagt dann immer, The woods are lovely dark and deep, and we have miles to go before we sleep. Also, die Wälder sind lieblich, dunkel und tief, doch wir haben noch viele Meilen zu gehen, bevor wir schlafen. Und wenn dieser Satz fällt, dann greift er in die Tasche, holt so ein Koksfläschchen raus und teilt es dann wie so ein Ritual. Das Studio ist auch wirklich immer dunkel, also es gibt keine Fenster in diesem Stuhl, es ist alles und so alles Holzpaneele, es ist immer dunkel, man verliert jedes Gefühl für die Zeit, was vielleicht aber auch so ein bisschen gewollt ist. Und manchmal ist Mick Fleet wohl so zugedröhnt, dass er nicht mehr so richtig sprechen kann. Allein das zeigt schon.
Marcel 1:13:00
Wie produktiv sich die Trumps…
Heiko 1:13:02
Genau, das zeigt ja schon, dass er wahrscheinlich nicht sonderlich produktiv dann war. Er hat dann manchmal so ein Gegenstand in der Hand, starrt den Wortlos an und dann fragt er, was ist denn los mit dem Mick? Und er antwortet einfach nicht. Also er ist dann wirklich irgendwo ganz woanders. Die Nächte werden immer länger, die Tage werden immer später, aber für Bandmitglieder wirklich immer unterschiedlich. Und jetzt wird es nämlich ein bisschen komplizierter für die Toningenieurin. John ist zum Beispiel meist der Erste, der geht. Aber auch der Erste, der am nächsten Tag wieder im Studio steht, oft schon vormittags.
Marcel 1:13:28
John war mit dem Screwdriver, ne?
Heiko 1:13:30
Genau, genau. Meistens dann auch schon ein bisschen angeheitert. Nach den ersten Wochen, so, damals mussten noch, also in den ersten Wochen quasi, dazu muss man, ich gehe später noch auf den Schaffensprozess ein, aber quasi in den ersten Wochen waren alle noch gleichzeitig da und haben erstmal so, haben alles aufgenommen, so Rohaufnahmen gemacht, so das Fundament gelegt. Danach ist es dann so, dass man quasi einzeln weiterarbeitet, immer wieder da nachjustiert, da ein Instrument nochmal drüber legt, da nochmal nachspielt, manchmal auch so einen Stuhl nimmt und da so irgendwie Geräusch macht, also das ist dann ein ganz anderer Prozess. und nach diesen ersten Wochen, wo alle noch zusammen, wo man halt wirklich als Band noch gespielt hat, ist eigentlich kaum noch jemand wirklich gleichzeitig im Studio, was eben für die Tontechnik ein Problem ist. Wenn John früher geht, müssen die Tontechniker für die anderen noch da sein, die so bis 4 Uhr morgens da sind, weil sich da zugoksen. Während die anderen dann aber dann mittags oder nachmittags am nächsten Tag irgendwann wieder zurück im Studio sind, kommt John dann schon morgens so gegen 10 wieder da. Auch da müssen die Tontechniker dann aber natürlich da sein. Also das ist so ein harter Job sozusagen gewesen und viel Schlaf haben die glaube ich nicht bekommen. Einmal bringt eine Köchin auch frisch gebackene Chocolate-Chip-Cookies in den Regieraum. Und jetzt kannst du dir wahrscheinlich denken, was passiert. Alle greifen zu, schmeckt großartig, aber dann kippt die Stimmung. Plötzlich sind alle verwirrt, es entsteht so eine Paranoia, Orientierungslosigkeit. Und es steht erst später heraus, es wusste halt keiner zu diesem Zeitpunkt, in den Cookies steckt halt wirklich einfach eine richtig große Menge Gras. Und selbst Leute, die sonst irgendwie keine Drogen nehmen, da gehört irgendwie, der das Klavier nur gestimmt hat und seine Freundinnen, die da zufällig eben dabei waren, die sind völlig in Panik geraten.
Marcel 1:14:55
Ja, klassische Story mit dem Kugel. Das kann schon mal passieren, sonst kommt denen in den besten Familien vor.
Heiko 1:15:02
Trotzdem entstehen aber weiter Songs, das muss man schon sagen. Irgendwie so chaotisch das da klingt, trotzdem funktioniert das System am Ende irgendwie. Aber es ist klar, dieser Studioalltag ist eben kein harmloser Rausch oder Exzess, er frisst einfach Energie und er sorgt einfach dafür, dass sich auch so persönliche Spannungen und auch kreative Konflikte nicht mehr so ganz trennen lassen, denn… Wir haben ja Künstler. Fünf talentierte Künstler, die wahrscheinlich ohnehin vielleicht nicht immer einfache Persönlichkeiten sind. Das bringt er manchmal mit sich. Wir haben jetzt einen Erfolgsdruck durch das Vorgängeralbum, das plötzlich so mega erfolgreich wird. Wir haben jetzt Alkohol und Drogen, die die ganze Situation man kann sich denken eher verschärfen als beruhigen. Und als wäre das noch nicht genug, wird das Ganze jetzt auch noch mit etwas gewürzt, das man im Studio eigentlich wirklich gar nicht gebrauchen kann. Kannst du dir denken, was es ist?
Marcel 1:15:48
Ja, du hast es ja schon angekündigt. Beziehungsprobleme.
Heiko 1:15:51
Genau, genau, genau. Denn während an diesem Album gearbeitet wird, da befinden sich gleich mehrere Beziehungen innerhalb der Band in der Trennungsphase oder zerbrechen zumindest in diesem Moment. Und zwar nicht nur diskret, sondern wirklich mehr oder weniger offen und mitten im gesamten kreativen Arbeitsprozess. Am sichtbarsten ist das zum Beispiel bei Christine McVie und John McVie.
Marcel 1:16:09
Die waren ja verheiratet.
Heiko 1:16:11
Und in den frühen Stunden Christine McVie lebt nicht mehr und sie sind auch danach nicht mehr verheiratet. Das so zu dem Zeitpunkt. In den frühen Stunden, ich dachte aktuell meinst du jetzt.
Marcel 1:16:20
Aktuell in unserer Geschichte.
Heiko 1:16:22
In den frühen Stunden der Sessions sind sie noch so höflich zueinander, sind auch professionell. Doch je länger der Tag dauert und je mehr Alkohol auch einfach fließt, desto schwieriger wird es. John beginnt dann so ein bisschen um Christine herumzuschwirren. So Gespräche werden so abgehackt. Alles wird irgendwie ein bisschen angespannter und die Toninnen und Joni wissen noch nicht so richtig, was da los ist. Man hört auch nicht so richtig, wie so Auseinandersetzungen beginnen, aber man hört dann sehr wohl, wie Christine sie dann immer beendet. Nämlich so wirklich ohne jede Romantik und wirklich klar und bestimmt, sie sagt, John hat schon wieder zu viel getrunken, lass mich in Ruhe, konzentrier dich auf deinen Bass, also das ist einfach angespannt, was man da wissen muss, Zu diesem Zeitpunkt sind sie eigentlich schon getrennt. Aber… Genau, genau. Oder halt so in dieser Trennungsphase, das wussten nur die Ingenieure zum Beispiel nicht. Die haben sich erst nicht verstanden.
Marcel 1:17:09
Aber die Band wusste das, aber die…
Heiko 1:17:11
Genau, also das weiß ich nicht, wessen Wissenstand war, aber es ist jetzt nicht so, als würde es gleich trennen. Die haben zu diesem Zeitpunkt… Sorry, Quatsch, ich greife vor. Bei denen war es schon klar, weil die haben sogar schon neue Beziehungen. John ist aber trotzdem zu diesem Zeitpunkt noch immer in Christine verliebt. entscheidet sich aber eben immer mehr immer wieder für Alkohol statt für sie und Christine hat längst beschlossen, die Ehe zu beenden, also die haben neue Freunde, aber die Ehe, also sie sind zu dem Zeitpunkt noch verheiratet, aber eigentlich schon getrennt und haben neue Beziehungen.
Marcel 1:17:39
Ne?
Heiko 1:17:40
Sie bleiben zwar Profis, sie erledigen ihren Job, aber eben spätestens, wenn John trinkt, hofft er vielleicht auch ein bisschen mehr auf Nähe wieder zu ihr, trotz der neuen Freundin und trotz ihm neuen Freund. Er flirtet nicht so richtig, aber irgendwie ist, also alle drumherum sagen, es ist irgendwie awkward, man merkt da irgendwie es. Genau, genau, genau. Und ich habe auch ein Interview mit John McVie gesehen, so Jahrzehnte später, wie er über diese Trennung spricht und er sagt, wenn man zusammenlebt, zusammen Musik macht, zusammen auf Tour ist, einfach 24-7 immer zusammen ist, dann sieht man einfach das Beste und das Schlechteste von jemandem und Christine hätte eben einfach einmal zu viel das Schlechteste sozusagen gesehen. So hat er das ein bisschen beschrieben und ich hatte ehrlicherweise bei dem Interview, wie gesagt, eigentlich Jahrzehnte später irgendwie das Gefühl, dass er da nie so richtig drüber hinweggekommen ist. Also man merkt richtig auch so, wie die Stimmung auch in dem Interview kippt, wie er da so ein bisschen sein Gesichtsausdrück, ich finde, das merkte man da. Aber Vielen Dank. schon gesagt, beide haben eigentlich schon eine neue Freundin, besonders kompliziert ist wird es da für John, als seine neue Freundin Sondra mal ins Studio kommt, weil er wohl eigentlich ja doch eben, wie ich meinte, Gefühle für Christine hat. Christine sitzt da jetzt mit Sondra auf der Couch, trinkt Champagner, natürlich. Smalltalk machen sie, ne, und die kommen gut miteinander zurecht, Christine und Sondra, das ist schon auch immer ein bisschen, vielleicht auch schon mal schwieriger ist. Die beiden verstehen sich gut, vielleicht auch, ich hab’s ja gesagt, weil Christine längst auch eine neue Beziehung hat, nämlich mit dem Lichttechniker Cary Grant.
Marcel 1:19:00
Ach, noch immer gleich in der Szene. Aber Tour-Setup nicht jetzt im Studio, sondern im Tour-Setup.
Heiko 1:19:06
Genau, aber der kam auch schon manchmal mit ins Studio sozusagen. Nicht heuer, aber er war schon auch mal dabei. Und John hingegen reagiert, während sie offensichtlich mehr mit abgeschlossen hat und deswegen auch mit der neuen Partnerin voll gut zurechtkommt, reagiert John total eifersüchtig, wenn Cary mal da ist. Und als Christine dann auch ankündigt, dass Cary sie nochmal besuchen will, eskaliert ein Streit, alles wird laut, Türen werden geschlagen tatsächlich, und dann sagt John einen fatalen Satz, nämlich, dass Sondra ihm doch eigentlich eh nichts bedeutete und die ganze Situation kennt natürlich auch, also während Sondra da ist, die das natürlich über Überraschung gar nicht gut findet, die schüttet ihm wortlos ein Glas Champagner ins Gesicht, sie verlässt das Studio, Christine schlägt sich auch wenig überraschend natürlich auf diese Seite, folgt ihr wütend, John ist auch zu diesem Zeitpunkt längst betrunken und schleudert auch noch Flüche hinterher, also man merkt einfach so diese ganze Trennungssituation ist, trotz oder gerade wegen neuer Beziehungen, eigentlich alles andere als geregelt.
Marcel 1:20:00
Können wir kurz mal, du hast ja wahrscheinlich die Zeit rum, die Aufnahme, wie kann man sich denn vorstellen, sind das mehrere Wochen dann?
Heiko 1:20:06
Auch da komme ich noch später zu, fast ein Jahr. Also die sind wirklich, und es hat zu diesem Zeitpunkt noch, ja, ja, ja, das hat richtig, richtig lange gedauert, diese Albumaufnahme.
Marcel 1:20:13
Für dieses eine Album? Okay, crazy. Okay, das ist ja wirklich dann wie so eine kleine WG, dann prinzipiell, okay. Oder wie eine große WG.
Heiko 1:20:22
Tatsächlich, ja, genau. Genau, also da merkt man, da kracht es, da läuft es, das ist irgendwie nicht so richtig… Fast zeitgleich zerbricht auch Mick Fleetwoods Ehe. Zumindest ist er aber nicht mit jemandem zusammen aus der Band. Aber trotzdem, seine Frau Jenny hat ihn verlassen. Und zwar wegen einer Affäre mit seinem besten Freund. Was auch immer ein bisschen blöd ist.
Marcel 1:20:41
Der war ja dann auch nicht blödbezogen.
Heiko 1:20:43
Nee, nee, genau. Aber trotzdem, Mick gibt auch später zu, dass er vielleicht auch, man erkennt in so einem System, vielleicht zu viel Energie in die Band oder auch in dieses Album gesteckt hat, als in seine Kinder und in seine Ehe. Trotzdem trifft ihn halt die Trennung auch natürlich mit voller Bucht. und ja, es ist irgendwie, man merkt trotzdem, dass da irgendwie, dass das dann auch abfärbt auf die anderen, wenn er da so traurig ist. Also das ist, auch wenn es jetzt nicht so die ganze Explosivität hat, wie in diesem Fall. Anders als bei den McVees ist eben seine Frau nicht Teil der Band. Aber apropos, was die Situation zusätzlich kompliziert macht, ja, zwischen Mick und Stevie Nicks entwickelt sich in dieser Phase eine besondere Nähe.
Marcel 1:21:19
Mick und Stevie, okay.
Heiko 1:21:20
Ein Jahr später.
Marcel 1:21:21
Also dann aber Brite versus Kalifornien. Also da ist jetzt wirklich…
Heiko 1:21:24
Genau, aber Also, aber Stevie Nicks und Lindsay Buckingham sind da zu dem Zeitpunkt eigentlich auch noch zusammen.
Marcel 1:21:28
Ach, die sind auch noch zusammen, okay, okay. Und ein Jahr später.
Heiko 1:21:31
Und jetzt wird es auch mal kompliziert und ich kriege nicht ganz die ganzen Monate und Wochen zusammen, weil ein Jahr später, als er zwischendurch irgendwie doch nochmal mit seiner, also Mick mit seiner Frau Jenny zusammengekommen war und sogar noch mal kurz geheiratet hatte, haben Mick und Stevie eine Affäre tatsächlich, also das bestätigt und Micks Ehe mit Jenny zerbricht dann endgültig. Und es ist zwar nicht offiziell bestätigt, aber eventuell lief vielleicht sogar zwischen Mick und Stevie schon auch während der Aufnahmen zu Rumors, was als beide nämlich zusammen Urlaub auf Maui einmal gemacht haben. Also allein da siehst du, die haben Urlaub auf Maui gemacht während der Albumaufnahme. Das ist Hawaii, ne?
Marcel 1:22:05
Maui ist in Hawaii, glaube ich, ne?
Heiko 1:22:09
Das ist einfach, ja. Aber wie gesagt, das sind nur Gerüchte. Aber apropos Stevie, kommen wir zu vielleicht auf jeden Fall wirklich zum zweiten explosiven Zentrum dieser Beziehungsprobleme neben den Megvies. Denn Stevie Nicks und Lindsey Buckingham, ich hab’s gesagt, waren eigentlich auch in einer Beziehung. Und als Außenstehender, und das ist das, was ich eben kurz durcheinandergebracht habe, als Außenstehender hat man noch nicht so richtig gleich gemerkt, dass diese Beziehung bereits zerbrochen war. Man hat sie vielleicht so ein bisschen für kompliziert, aber trotzdem funktionierend gehalten, so die ganzen Toningenieure. Aber so im Laufe der Aufnahmen wird dann relativ bald klar, eigentlich schon als sie zu Fleetwood Macs dazugestoßen sind, lagen die glücklichen Tage als Paar eigentlich schon längst hinter ihnen. Aber auch die stehen halt im Studio täglich sich gegenüber. Und das kann dann auch mal eben sich entzünden. Zum Beispiel als sie so gemeinsame Vocals aufnehmen wollen. Stevie und Lindsay sitzen so auf zwei Hockern vor dem Mikrofon, singen harmonisch zusammen. Und als das Band dann stoppt, explodiert aber einfach die Stimmung. Beleidigungen werden sich an den Kopf geworfen. Drohungen, eben klassische Trennungssitze, so ja, wenn wir zurück in L.A. sind, dann ziehe ich aus oder dann ziehst du aus, solche Sachen, so hört man dann regelmäßig. Noch im Streit wird dann aber so das Band wieder angeschaltet und genau in diesem Moment singen sie ihre Parts einfach trotzdem perfekt ein, ne, das ist so, man kann sich das ein bisschen vorschauen, so Streitaufnahme, Streitaufnahme, ne, das ist irgendwie, ich glaube, einerseits seltsam und awkward für alle anderen Beteiligten, aber irgendwie zeigt es vielleicht auch so eine Art, Professionalität, zumindest gegenüber der Kunst, die sie da ja irgendwie doch gemeinsam erschaffen und erschaffen wollen.
Marcel 1:23:38
Ja, aber erstaunlich, dass sie das in so einer Konstellation dann überhaupt hinbekommen, dass da dann sowas rauskommt, was nachher so einen Erfolg auch hat.
Heiko 1:23:44
Genau, hier liegt vielleicht aber auch der Kern von Rumors, so ein bisschen Stevie und Lindsay streiten und fühlen sich doch irgendwie weiterhin verpflichtet, irgendwie die Songs des anderen auch besser zu machen. Manchmal sieht man sogar, wie kurz ein bisschen was aufleuchtet, wenn sie dann über die Musik sprechen, so ein Moment, den einfach vielleicht auch vergessen lässt, dass ihre Beziehung eigentlich vorbei ist. Rückblickend ist, wie du sagst, fast ein Wunder eigentlich, dass dieses Album überhaupt fertiggestellt wird und trotzdem wird irgendwie klar, Rumors ist vielleicht gerade deshalb so erfolgreich, weil es wie so eine extreme Form von Gruppentherapie eigentlich zu sehen ist und funktioniert. Denn bei allen ist es halt ja so, dass sie nicht, die können sich nicht aus dem Weg gehen da oder sie wollen sich nicht. Natürlich könntest du auch einfach alles hinschmeißen, aber das wollen sie jetzt nicht. Es gibt also nicht so richtig eine Trennung mit Abstand. Es gibt nicht so, ja, wir sehen uns mal ein paar Monate nicht, wir machen mal eine Pause oder so. Dessen sehen sie sich wirklich täglich, fast täglich zumindest, ein Jahr lang im Studio gegenüber, beziehungsweise zwischendurch auch noch eine Tour, aber das ist ja jetzt auch trotzdem ist man halt immer aufeinander und dann singen sie miteinander, aber. Sie singen auch übereinander, denn natürlich werden solche Sachen verarbeitet, wenn man gerade im Schaffensprozess ist. Wut, Verletzung, Trotz vielleicht auch, Resignation, all das findet seinen Weg in Harmonien und Melodien, aber auch in die Texte, wohl wissend, dass jedes Wort, jede Zeile, jede Betonung von den anderen gehört und auch verstanden wird. Deswegen aber würde ich sagen, steigen wir gleich in diese Texte und in diese Lieder ein. Aber ich habe schon gesehen, du hast hier parallel schon mal eingegossen, deswegen wollte ich sagen…
Marcel 1:25:16
Ich muss die ganze Zeit, das passt gar nicht an Oh Daddy denken, aber das kommt nicht, oder?
Heiko 1:25:21
Achso, das Lied. Nee, also ich glaube, nicht im Text, aber ich erwähne auch Oh Daddy gleich noch. Aber da geht es eher um so allgemeines Schaffensprozess, da haben sie das nicht verarbeitet.
Marcel 1:25:34
Verstehe. Okay, also gehen wir ins nächste Tastering. Ich habe dir übrigens die anderen beiden Gläser mit Wasser auch, könntest du, Bevor ich dir die Liste einbringe. Kommen wir zu der nächsten Rebsorte, wie angekündigt Cabernet Sauvignon, einer der bedeutendsten, rein von der Masse her, Rebsorten in Kalifornien. Und wir haben gleich im Glas beim Judgment of High School, zwei unterschiedliche Preise und Philosophien im Glas. Vielleicht schon mal vorab gesagt, wir sind jetzt bei zwei Familienweingütern. Also das ist auf jeden Fall gleich. Wir sind beide ursprünglich Farmer gewesen. Und sind später dann auf Wein quasi umgesucht.
Heiko 1:26:19
Achso, Pharma. Ich habe jetzt, weil du vorhin warst, von einem Pharmaindustrie.
Marcel 1:26:23
Achso, Pharmaindustrie.
Heiko 1:26:24
Nee, Pharma, also Bauern.
Marcel 1:26:25
Bauern, ja, genau. Und beide gibt es jetzt auch noch nicht wahnsinnig lange. Also Rich ist bedeutend älter. Und beziehungsweise auch der Erste. Genau, deswegen. Ich würde jetzt auch gar nicht so viel sagen, weil wir die jetzt auch…
Heiko 1:26:39
Achso, aber ich habe hier erst einen. Das ist schon der eine von den zwei.
Marcel 1:26:43
Die ich jetzt teste. Ja, erstmal trinken wir den einen und dann trinken wir den anderen.
Heiko 1:26:45
Und dann entscheide ich, welcher Teurer ist. Also erst dachte ich, boah, jetzt muss ich verkosten und jetzt ist voll der Druck, aber ich denke eigentlich wenn ich nur sagen soll, welcher teurer ist, kann ich eigentlich ja nicht verlieren, weil entweder, liege ich richtig, toll, wenn ich falsch liege, dann spricht es ja eher für den günstigen Wein sozusagen.
Marcel 1:27:04
Genau, ja, ja. Und außerdem, was am Ende findest du vielleicht auch besser?
Heiko 1:27:08
Eben, ich glaube, am Ende ist es in der Geschmackssache und ich glaube, dass…
Marcel 1:27:12
Und jetzt hoffe ich fast.
Heiko 1:27:13
Dass ich den günstigeren besser finde, weil sonst wieder so elitär so.
Marcel 1:27:16
Ja, klar. Mal gucken. Ja, erstmal vielleicht reinriechen, was wir im Glas haben. Also so, wir sind auf jeden Fall wieder dunkel, kaum durchsichtig, zumindest im winterlichen Licht. Und jetzt, Ich will dich nicht schon wieder so in die Richtung…
Heiko 1:27:34
Doch, doch, natsch mich mal.
Marcel 1:27:37
Also ich finde jetzt ist es absolut deutlich, dass wir heute ein Glas haben.
Heiko 1:27:42
Also ich fand es schon ehrlicherweise vorher deutlich, aber hier nochmal mehr.
Marcel 1:27:46
Also ich finde dagegen sehr viel brachialer in der Nase. Und zwar aber auch die Vanille. Diese amerikanische Eiche. Wir haben auch ein bisschen Frucht. Aber auch wieder eine sehr dunkle, also wirklich eine sehr dunkle, weiß nicht, eher so eine Schwarzkirsche Ja.
Heiko 1:28:04
Aber ich finde es gar nicht so wenig von der Frucht.
Marcel 1:28:07
Was hast du noch, eine andere Frucht?
Heiko 1:28:09
Nee, nee, nee. Ich meine nur gerade so, du meinst so zurück. Ich finde schon, dass der fruchtig in Anführungsstrichen riecht.
Marcel 1:28:18
Aber wirklich dunkle Frucht, Kornbiere.
Heiko 1:28:21
Ja.
Marcel 1:28:24
Ja.
Heiko 1:28:26
Dann, darf ich jetzt schon? Natürlich. Mhm. Schon auch im Geschmack was Beeriges?
Marcel 1:28:46
Mhm, finde ich auch, ja. Also auch wieder dunkle Beere, ne? Also wir haben ja viel Beeren, wir haben ja auch im Burgund von Beerig gesprochen, aber das sind jetzt wirklich ja, wirklich dunkle, dunkelsaftige Beeren, also Brombeere.
Heiko 1:29:01
Das schmeckt mir gut.
Marcel 1:29:03
Mhm. Ich finde halt auch diese, du hast deutlich diese Holz- und Vanillenote.
Heiko 1:29:08
Ich finde den auch weniger sauer.
Marcel 1:29:11
Hat er weniger Säure, würde ich sagen.
Heiko 1:29:13
Also ich finde den irgendwie, der Runde ist falsch, aber irgendwie die Säure ist zumindest nicht so dominant.
Marcel 1:29:22
Wir sind jetzt auch beim Cabernet Sauvignon.
Heiko 1:29:26
Na gut. Der schmeckt mir.
Marcel 1:29:29
Ja, okay.
Heiko 1:29:32
Okay, sagt er.
Marcel 1:29:34
Nee, zur Kenntnis genommen.
Heiko 1:29:37
Gut. Ich werde jetzt gar nicht so viel Den zweiten gar nicht mehr trinken.
Marcel 1:29:43
Also ich kann dir auch noch mal was nachschenken.
Heiko 1:29:45
Ach, jetzt habe ich den schon echt zu viel davon getrunken, dafür, dass ich den ja jetzt eigentlich dagegen kosten soll.
Marcel 1:29:50
Also ich meine…
Heiko 1:29:51
Achso, darf ich hingucken, während du eingießt?
Marcel 1:29:53
Achso.
Heiko 1:29:54
Ich gucke mal beiseite.
Marcel 1:29:56
Also ich würde gleich was über Kalifornien erzählen, würde dann den zweiten Wein eingießen, gebe dir jetzt aber noch mal ein bisschen was vom ersten, weil jetzt mache ich ein bisschen weniger rein.
Heiko 1:30:07
Och, da trinke ich.
Marcel 1:30:08
Und dann beschwerst du dich.
Heiko 1:30:09
Ja. Dazu kann ich nichts sagen. Dagegen kann ich nichts sagen.
Marcel 1:30:18
Tisch. Genau. Lass uns doch jetzt mal etwas einmal kurz in Kalifornien reinsteigen. Wir waren ja eben bei dem Judgment of Paris so als bedeutendes Ereignis, aber eigentlich so viel über Kalifornien haben wir jetzt noch gar nicht erfahren. Deswegen vielleicht mal so ein paar Facts und Zahlen zu Kalifornien. Generell Kalifornien, so vom Staat her, würdest du denken, das ist wie im Verhältnis zu Deutschland, also jetzt nicht Wein, sondern erstmal so als Flächestaat?
Heiko 1:30:50
Also ich weiß, Ja.
Marcel 1:30:52
Aber du weißt.
Heiko 1:30:53
Nein.
Marcel 1:30:54
Ja, okay.
Heiko 1:30:54
Nee, ich weiß nicht die Größe, aber es ist schon, also was ich weiß ist, das fand ich mega spannend, Deutschland ist ja glaube ich wirtschaftlich irgendwie nach USA und China die drittstärkste Exportnation oder Wirtschaftsnation nach wie vor. Oder zusammen mit Japan, glaube ich. Und Kalifornien, wenn es ein eigener Staat wäre, nicht USA, wäre es Platz vier, also wirklich direkt dahinter. Das heißt, allein die Wirtschaftsleistung Kaliforniens ist nicht viel weniger als von ganz Deutschland.
Marcel 1:31:21
Silicon Valley halt. Ja, daher kommst du wahrscheinlich.
Heiko 1:31:25
Ich, boah, ich meine, ich kenne das. Ich habe natürlich Kalifornien vor Augen auf so einer Karte, die ja manchmal verzerrt ist. Ich hätte jetzt schon gesagt, es ist sogar vielleicht größer als Deutschland.
Marcel 1:31:34
Ja, aber da hast du ein ganz gutes Gefühl. Es ist 15 Prozent größer als Deutschland.
Heiko 1:31:39
Ach so, 15 Mal größer.
Marcel 1:31:40
Das wäre jetzt krass. Du hast immer auf der Karte falsch geschickt. Ja, also ein kleines bisschen größer tatsächlich als Deutschland. Wenn wir uns das auf die Rebfläche anschauen, dann sogar doppelt so groß, also was ich ehrlicherweise überrascht.
Heiko 1:31:53
Also die, die, die, das Weinbau Fläche in Kalifornien ist doppelt so groß wie die Weinbau Fläche in Deutschland.
Marcel 1:31:58
Genau. Was schon eigentlich, dafür.
Heiko 1:32:01
Dass Deutschland auch schon ja bekannt für Wein.
Marcel 1:32:04
Genau, deswegen, also eigentlich würde man, das wäre jetzt nicht sowas, was man sofort auf dem Schirm hätte oder so. Also ich meine, klar, man hat schon davon gehört und so. Also wir haben irgendwie so 100.000 Hektar Deutschland, 230.000 in Kalifornien, wobei das natürlich irgendwie schwankt und je nachdem, was man sich anguckt, ob man sich die aktiven Reben dann anguckt. Und wie gesagt, wir haben ja auch einen Markt, der gerade so ein bisschen nach unten geht, was das Thema Wein angeht. Das heißt, da verschwinden natürlich auch mal schnell ganze Weinberge, die dann einfach nicht mehr gepflegt werden oder so. Und deswegen dann irgendwann aus der Statistik dann doch irgendwann mal rausfallen, auch wenn sie jetzt da mit drin wären. Genau und damit wird auch ähnlich wie es jetzt auf die Wirtschaftsleistung gesehen wird, wird Kalifornien damit zum viertgrößten Weinproduzent der Welt, hinter Spanien, Italien und Frankreich Ja insofern auf jeden Fall also nur quasi Kalifornien wobei man sagen muss, dass auch in Kalifornien 80% des US-Wein Oregon, Washington Du hast eigentlich in jedem Staat wird ein bisschen Wein gemacht, also komme ich gleich auch nochmal dazu. Es ist ein bisschen anders als hier in Europa, aber nicht überall wird Wein angebaut. Also aber eigentlich wird in jedem Stand irgendwie was hergestellt. Es geht eigentlich nur so ein kleiner Teil in den Export, deswegen dementsprechend ist es vielleicht auch nicht so super üblich, dass wir jetzt hier nur kardifornischen Wein trinken. Genau, so von der Fläche her kann man sich das vorstellen, 1100 Kilometer, das ist ungefähr die Strecke zwischen Berlin und Rom. Was jetzt auch schon mal dann jetzt sage, also wenn ich vorhin sage, von cool climate bis super warm oder so, erklärt das auch so ein bisschen, du hast einfach eine relativ große Distanz.
Heiko 1:33:47
Ja, das geht ja runter, die haben die Grenze mit Mexiko und dann geht es auch ganz weit nach Norden in Richtung.
Marcel 1:33:51
Genau. Wir haben, wie schon am Anfang gesagt, ein super vielfältiges Land. Wir haben 4.500 Winzer dort ungefähr. Wir haben 110 Rebsorten, die angebaut werden. Wobei wir, und das ist vielleicht wiederum der Unterschied zu Frankreich, mehr Rote haben. Also wir haben ungefähr 60 Prozent Rot, 58 und 39 Prozent werden dann Weiß. Wobei von den Weißen wir vor allen Dingen, und da kommen wir jetzt wieder zum Judgment of Paris zurück, Chardonnay ist dann auch die am weitesten verbreitesten Rebsorte. Obwohl man sagt, anything but you’re not.
Heiko 1:34:25
Ich wollte gerade sagen, ich musste auch gerade denken an die letzte Folge. Alles außer Chardonnay.
Marcel 1:34:29
Ja, genau. Ansonsten, was noch groß dabei ist, Sauvignon Blanc, Pinot Gris, der ja jetzt ein bisschen populärer geworden ist über die letzten 20, 30 Jahre. Aber auch Colombard, der wiederum eher genutzt wird, wenn ich es richtig in Erinnerung habe, für so Weinbrand zum Beispiel. Der ist dann eher dafür sehr populär. Und die quasi Königin der Rebsorte, und das haben wir jetzt ja auch im Glas des Cabernet Sauvignon, das hat die meiste Rebfläche tatsächlich in Kalifornien da. Ansonsten dahinter direkt Pinot Noir, den wir jetzt im Glas hatten. Also man sieht auch, dass Pinot Noir nicht mal eben jetzt so eine Ausnahme ist, sondern tatsächlich auch häufiger vorkommt. Zinfandel und Mellow, Syrah und dann Petit Syrah. Ich will jetzt gar nicht so in die Geschichte von, also in Kalifornien reingehen oder was jetzt so ganz grob nur, haben die da dort 1779 angefangen Wein anzubauen und dann gab es irgendwie ein Auf und Ab. Natürlich der größte Punkt in der Geschichte war das Thema Prohibition, wie ich schon erwähnt habe vorhin. Da wurde halt das komplett gestoppt. Also ich meine, es gab immer noch so, dass natürlich auch Privatleute dann zum Beispiel den Sinfandi ganz gerne mal angebaut haben im Garten, aber so auf einer industriellen oder kommerziellen Ebene waren es nachher am Ende irgendwie eher so in der großen Dimension 80 Weingüter nur noch gewesen. Und dann gab es eine Person, die haben wir heute nicht im Glas, aber es ist sicherlich auch ein Name, den man mal gehört haben sollte, wenn es um kalifornischen Wein geht. Das ist Robert Mondavi. Der hat Kalifornien dann ab 1966 umgekrempelt. Das war so das erste größere Weingut in Napa Valley, also nachdem sich das mit der Prohibition sozusagen, also es ist ja alles schon länger her, aber wo es sich quasi richtig mal wieder auf neue Beine aufgestellt hat. Das war ja so ein bisschen ein ähnlicher Zeitpunkt wie Rich, haben wir ja eben gehört. Und war mal mit so das erste größere Weingut gewesen im Napa Valley, was man vielleicht auch schon mal gehört hat von Kalifornien, weiß ich nicht. Und damals war so ein bisschen das Ziel, wirklich mit europäischen Weinen auf Augenhöhe zu kommen von dem Robert Mondavi. Du hast gerade so geguckt, du hast den Namen schon mal gehört.
Heiko 1:36:33
Ich kenne Robert Mondavi, wir hatten es glaube ich schon mal erwähnt, dass wir auch schon im beruflichen Kontext mal mit einem Weinshop zu tun hatten. Daher kenne ich tatsächlich Robert Mondavi.
Marcel 1:36:40
Ah, okay. Aus der Recherche. Ein breites Allgemein, das sind durch Kiffelrecherchen. Und vielleicht nochmal, was hat ja so ein bisschen auch geprägt und was auch ein bisschen grundlegend anders ist in Kalifornien als in Europa, dass du in Kalifornien, wenn du Wein machst, nicht unbedingt Weinberge besitzen musst, sondern es ist super üblich auch Trauben dazu zu kaufen. Also du kannst vielleicht so ein bisschen was besitzen, aber du kaufst auch einfach dazu. Und es gibt auch ganz viele virtuelle Weingüter, nämlich 12 Prozent, die überhaupt gar keine eigenen Besitztümer haben, sondern wirklich dann dazu kaufen. Und deswegen hast du auch wirklich viele, wo du dann sehr viele unterschiedliche Regionen siehst. Und dann steht dann, die haben das von da, von da, von da. Aber das ergibt sich daraus, dass sie einfach dann die Sachen dazu kaufen. Das heißt nicht, dass die sich nicht auch mit einmischen oder da auch natürlich drauf schauen, wie das Ganze produziert wird. Aber prinzipiell ist es jetzt nicht ein Must-Have wie in Frankreich, glaube ich. Ich weiß gar nicht, ob es, also da ist zumindest das dominante Modell, dass man einfach auch Besitztümer hat. Also man hat einfach seinen eigenen Weinberg und arbeitet da drin auch. Vielleicht noch mal so ein paar Zahlen zum Weinen in Kalifornien. Wir haben 84 Milliarden Umsatz. Was jetzt nochmal Pisco-Folge, wo wir 5 Millionen im Export oder was. Das ist natürlich eine ganz andere Hausnummer. Was würdest du schätzen für Weinkonsum? Wir hatten das ja in Deutschland, wir hatten das mal in Frankreich, glaube ich, irgendwie erzählt. Was ist der Pro-Kopf-Verbrauch in Kalifornien?
Heiko 1:38:11
Nur in Kalifornien.
Marcel 1:38:12
Oder in den USA.
Heiko 1:38:13
In den ganzen USA.
Marcel 1:38:16
Das ist ähnlich bei Wein.
Heiko 1:38:17
Das ist jetzt natürlich auch, das ist jetzt wahrscheinlich super Stereotyp, aber irgendwie assoziiere ich die USA nicht mit so einer Weinkultur. Deswegen hätte ich jetzt gesagt, also wahrscheinlich irre ich mich jetzt, aber hätte ich jetzt gesagt, auf jeden Fall weniger. Weil ich dachte, die trinken eher so Bud Light Beer und so. Wahrscheinlich irre ich mich. Wie viel hatten wir hier? Was hatten wir hier in Deutschland?
Marcel 1:38:42
Ich glaube, das war der Range 22 bis 26.
Heiko 1:38:45
Ja, 20 bis 26. Dann würde ich da sagen, vielleicht 10 bis 15 Liter.
Marcel 1:38:52
Du hast einen ganz guten Schätzchen, würde ich jetzt mal sagen. Also wir haben 9,6 Liter pro Kopf in den USA. Aktuell in Kalifornien sind es ein kleines bisschen mehr, aber jetzt nicht bedeutend mehr, sind es 10,5 Liter. Wobei man sagen muss, ich habe dir aber gerade improvisiert eine Kurve in unser Dokument gelegt, was so ein bisschen zeigt, wie sich der Konsum über die Zeit verändert hat. Weil das fand ich eigentlich interessant. Wir haben eigentlich ja, weiß nicht, in Deutschland oder Frankreich eher so eine Kurve gesehen, die nach unten gegangen ist. Und hier haben wir tatsächlich eine Kurve, die über die Zeit eigentlich nach oben geht. Also das ist jetzt hier von World and Data.
Heiko 1:39:32
Der reine Das packen wir auch in die Show Notes auf Instagram.
Marcel 1:39:38
Der reine, Alkoholkonsum also das ist jetzt irgendwie anderthalb Liter, aber das heißt einfach reiner Alkohol.
Heiko 1:39:48
So Mitte 80er ist das noch einmal so eingekracht irgendwie, da offensichtlich ist da irgendwas passiert und dann seitdem geht es kontinuierlich nach oben.
Marcel 1:39:56
Genau, wir haben jetzt hier, als Grenze haben wir jetzt hier Corona natürlich. Das heißt, seitdem geht es, da ging es jetzt quasi hoch, da war der Peak erreicht und jetzt geht es gerade wieder nach unten. Das heißt, jetzt sind wir wieder ein bisschen nach unten gegangen. Also vorher waren es vielleicht nochmal ein Liter mehr, also nicht reiner Alkohol, sondern seitdem haben wir aber auch die gleichen Effekte, wie wir so überall haben, dass so die jüngere Generation und dieses Soba und so weiter, also hat hier auf jeden Fall auch Einfluss.
Heiko 1:40:23
Ja, ich glaube auch gerade, also in Kalifornien, da ist doch auch so ein bisschen sind die, sag ich mal, und Sport und Gesundheitswahn größer als im, glaube ich, vielleicht ist es auch ein bisschen stereotyp, aber als im großen Teil des restlichen Landes, sag ich mal. Also viel eher wert so auf Gesundheit und Optik und so legst du ja eher so Los Angeles, Hollywood.
Marcel 1:40:43
Wobei ja in Kalifornien ein bisschen mehr. Aber da ist halt auch, wie gesagt, 80% der Weinproduktion in den USA oder ich glaube schon. Generell muss man aber auch sagen, dass USA an sich trotzdem der größte absolute Markt ist. Also da wird am meisten quasi rein mengenmäßig getrunken.
Heiko 1:41:02
Ja, es ist halt auch einfach ein… Also Moment, ich hätte jetzt gesagt, okay, das ist von den großen Ländern halt auch… Aber Russland… Ja, China kann ich mir vorstellen, das ist weniger. Russland mit Wodka und so? Oder meinst du jetzt nur Wein?
Marcel 1:41:14
Wein.
Heiko 1:41:14
Ach so, ich dachte, du meinst jetzt generell Alkohol.
Marcel 1:41:16
Nee, Alkohol gibt es andere.
Heiko 1:41:18
Dann wundert es mich nicht von den absoluten Zahlen, weil es natürlich rein von der Größe des Landes, von den großen Ländern, wahrscheinlich schon das ist, wo es am ehesten nochmal beigetragen wird.
Marcel 1:41:25
Und wie gesagt, produzieren auch viel im Land. Genau, das wären so einige Zahlen dazu. Jetzt kommen wir nochmal zu den Regionen. Und das hatte ich am Anfang schon angekündigt, dass wir das mal uns anschauen, um so ein bisschen Überblick zu bekommen und die Weine so ein bisschen einzuordnen. Die Region, also prinzipiell die Appellation, wie wir sie ja letztes Mal auch hatten in Burgund oder prinzipiell eigentlich bisher immer drüber gesprochen, die heißen in den USA, heißen die AVA, also AVA, American Viticultural Area. und das ist ja prinzipiell so eine eigene Region, die du anmelden kannst sozusagen, also beantragen kannst und das ist dann einfach eine eigene Region, die so ein eigenes Klima oder irgendwie was eigenes hat. Und anders als in Burgund haben wir keine Vorschriften, was die Vinifizierung angeht, sprich, das ist wirklich eher reine Herkunft.
Heiko 1:42:23
Und dann kannst du da quasi, also du kommst daher, aber dann kannst du eigentlich machen, was du willst und verarbeiten wie du willst. Man muss nicht schmecken wie ein anderer Kamenet oder so.
Marcel 1:42:32
Wie wir es haben. Das ist ein bisschen dieses Freiheitsding. Deswegen gibt es da auch sehr viel mehr unterschiedliche Stile, als wir jetzt in einem Bordeaux haben, wo das prinzipiell vorgeschrieben ist. Genau, in Kalifornien selbst haben wir von diesen Avers 154 und das ist die Hälfte von der USA, also knapp über 300. Sprich, da ist einfach die Konzentration auch natürlich macht Sinn, wenn wir da die Konzentrationen im Anbau haben, dass da natürlich auch die meisten Regionen sind. Und so eine AVA kann prinzipiell alles sein. Es kann von einem einzelnen Weinberg sein, über einzelne Counties bis zu größeren Regionen. Und als nächstes würde ich dir gleich mal die Karte zeigen, aber es gibt nochmal so ein bisschen kurz nochmal zu fassen. Also es gibt so super Evers, also quasi so super große, also wie gesagt, es kann alles.
Heiko 1:43:30
Super size me. Das klingt alles so amerikanisch einfach, das überrascht mich alles einfach gar nicht, was du sagst.
Marcel 1:43:35
Das ist jetzt kein offizielles, das ist jetzt so ein bisschen inoffiziell. Du musst dir das vorstellen, es könnte eine ganz große Region sein, aber innerhalb der Region gibt es auch nochmal kleinere. Und das gibt jetzt, also die sind alles eingetragene Avis, aber die sind jetzt nicht, die haben jetzt keine Hierarchie oder so an sich. Nur um das ein bisschen zu verstehen, gibt es halt wirklich diese größeren. Die sind auch offiziell anerkannt sozusagen, sowas wie die North Coast, die wir gleich sehen werden. und ja, das ist quasi die größte Ecke. Dann gibt es normale, die, sagen wir jetzt mal so, sind nur die Avers, die dann ja einfach prinzipiell sowas wie Napa Valley oder Sonoma oder so, was wir jetzt im Glas haben und dann wird es aber nochmal ein bisschen feiner, also ich würde jetzt einfach mal sagen so Sub-Avers, wo du dann nochmal innerhalb zum Beispiel vom Napa Valley einen Oakville hast oder einen Rutherford oder sowas, sprich da kannst du immer feiner werden, also wie gesagt, Das ist ein bisschen verwirrend, weil am Anfang ist es halt, die heißen alle gleich, aber die können ineinander sein, aber auch Grenzen sich verschieben und so, aber nur um so eine Vorstellung zu haben. Und dann gibt es noch mal den Begriff Estate. Vielleicht auch irgendwie schon mal gehört, wenn es wirklich, ein Ort ist und von dort kommt alles her, sozusagen. Dann ist es wirklich 100% der Trauben kommen aus diesem Estate. Das war jetzt bei diesen Avers ein bisschen anders, das habe ich jetzt gerade verschwiegen. Da muss es nur heißen, 85% der Trauben müssen von dort kommen. Also wenn jetzt Nepper draufsteht, müssen mindestens 85% der Trauben aus Nepper kommen.
Heiko 1:45:08
Und die Rest könnten auch aus Burgund oder Bordeaux importiert werden.
Marcel 1:45:11
Das ist die Vorgabe mit 85%. Genau. Und jetzt habe ich mal eine Karte mitgebracht, die du dir auch anschauen könntest. die ist nämlich jetzt davor. Das sind diese großen Regionen oder wie ich gerade als Super-Aways bezeichnet habe. Da haben wir einmal die Far North Coast. Also super klein, das ist rote, was man gerade sieht. Das ist relativ abgelegen, es ist sehr kühl. Prinzipiell nicht wirklich relevant jetzt sozusagen.
Heiko 1:45:40
Nur Far North California, nicht Coast.
Marcel 1:45:42
Also die Karte mixt hier, die nennt es als Far North California, aber ich glaube, die A-Way an sich heißt Far North Coast.
Heiko 1:45:51
Doch, trotzdem, weil das jetzt noch nicht an der Küste ist.
Marcel 1:45:54
Ja, das ist schwierig mit den Karten und die greifen nicht immer die richtigen Namen. Also Region, das ist so ein bisschen das, was so ein bisschen verwirrend ist. Aber da oben haben wir eher wirklich nur 20 Weingüter, ist nicht so wirklich relevant. Als nächstes würde dann die North Coast kommen. Da haben wir ja so ein, ja du siehst ja, ist es irgendwie nahe der Küste. Wir sind weiter im Norden. Das heißt, wir haben kühlenden Pazifik und Nebel-Einflusst. Das ist so ein bisschen das Premium-Gesicht von Kalifornien, weil wir da so etwas Prestigeträchtiges haben wie Nepal Valley oder Sonoma.
Heiko 1:46:27
Ah, das ist jeweils North Coast, ne?
Marcel 1:46:29
Das ist beides North Coast, genau. Und wie gesagt, haben wir heute mehrere dabei. Sonoma hatten wir zum Beispiel ja eben bei Midritch schon mal im Glas gehabt. dann haben wir das Central Valley beziehungsweise hier bezeichnet als Central Coast Achso Ah.
Heiko 1:46:48
Das ist nochmal was anderes Ja genau.
Marcel 1:46:49
Die A-Way heißt dann Central Valley hier sind wir ja mehr im Inland da sind ja auch in Kalifornien, wenn du die Karte so vor Augen hast eher auch mal die Wüsten beziehungsweise da wird es dann mal schnell sehr viel trockener das heißt hier haben wir Hitze das ist meistens flach aber dadurch, dass wir Hitze haben extrem produktiv und das ist so ein bisschen das Rückgrat der Massenproduktion. Und um das vorwegzunehmen, in dem Vergleich werden wir da auch jetzt welche dabei haben jeweils. Also wir vergleichen dann North Coast versus Central Valley.
Heiko 1:47:21
Ich weiß gar nicht.
Marcel 1:47:21
Ob ich zu viel geschießt habe, jetzt an der Stelle schon. Ja, ja. Dann haben wir noch Sierra Foot Hills. Das sind eher so ein bisschen die Höhenlagen und an der Sierra Nevada gelegen. und da haben wir historisch viel Sinfhandel auf jeden Fall so. Und dann haben wir nochmal die Central Coast, wo ja Ridge eigentlich prinzipiell herkommt, also weil es ja in der Nähe San Francisco ist, da oben am Zipfel, da ist ja direkt San Francisco und der erste Wein zum Beispiel war auch aus der Central Coast. Sprich, die ist ja relativ lang, wie du siehst und da haben wir natürlich auch eher, Norden ist ein bisschen kühler und nach unten im Süden wird es dann ein bisschen wärmer, Wobei auch den ersten, den wir hatten, der kommt so ein bisschen eher südlich. Also Santa Barbara County ist ein bisschen südlich, aber da war die Täter so, dass der kalte Wind da reinkommt. Also du hast eher super vielfältig eigentlich die Central Coast. Und dann haben wir nochmal die South Coast, die dann da unten bis in die mexikanische Grenze rangeht. Da haben wir natürlich warmes Klima und haben auch das Thema Metropolen. Also alles, was so größer ist, ist ja da unten auch Los Angeles und San Diego und so weiter, ist auf jeden Fall da unten in dem Bereich. Genau. Und damit haben wir gerade mal so eine Einordnung. Und ich würde den nächsten Wein… weinen.
Heiko 1:48:43
Okay, jetzt kommt der große Judgment auf Berlin. Okay, ich gucke weg, damit ich nicht vom Etikett abgelehnt bin.
Marcel 1:48:50
Also ich weiß gar nicht, ob du dann da irgendwas siehst.
Heiko 1:48:52
Wahrscheinlich nicht, aber ich will.
Marcel 1:48:54
Du hast es ausgespült, ne?
Heiko 1:48:55
Ja, ja. Du hast mir da was reingehört und ich hab’s getrunken.
Marcel 1:49:00
Also du, kannst mich schon angucken. Ich glaube, so viel siehst du jetzt. Okay. Kannst du es ja schon mal in die Hand nehmen, während ich mir noch eingieße und schon mal reinriechen. Diesmal ist es unmittelbar.
Heiko 1:49:16
Ui. Also die erste Nase war auf jeden Fall intensiv. Na, jetzt geht ein bisschen, erst dachte ich sogar fruchtiger, aber das geht, glaube ich, gerade wieder weg. Das war, glaube ich, nur…
Marcel 1:49:32
Ja.
Heiko 1:49:37
Muss ich jetzt schon vergleichen oder erstmal nur den?
Marcel 1:49:39
Nö, lass mal erstmal kurz reinriechen. Also der riecht schon ein bisschen anders. Also ich finde, man hat, also wenn du jetzt mal beides miteinander gegeneinander hältst, merkst du, das eine hat voll den Holzeinschlag und das andere eigentlich nicht.
Heiko 1:49:53
Genau, der erste hat Holz.
Marcel 1:49:55
Der andere hat so ein bisschen eher was rotfruchtiges.
Heiko 1:49:58
Sag ich, okay, dann stimmte das ja.
Marcel 1:50:01
Ich musste mich gerade konzentrieren.
Heiko 1:50:03
Ich bin einfach jedes Mal froh, wenn ich nicht komplett daneben lege. Das tut mich beruhigt, dass du das bestätigst, was ich da rieche.
Marcel 1:50:09
Ich habe auch das Gefühl, dass du besser wirst, Heiko.
Heiko 1:50:11
Das hoffe ich doch auch, nach mittlerweile den sieben Folgen, dass ich so ein bisschen aber trotzdem so krasse Nuancen wie du da irgendwas rausriegst mit deiner Kütte und Blaubeeren, da bin ich noch weit von entfernt. Aber ich finde schon mal gut, dass ich auch rieche, dass der fruchtiger und der andere hölzerner ist.
Marcel 1:50:28
Es ist ja manchmal komisch, also ich meine, der war jetzt ja wirklich nicht offen, sondern der ist ja wieder eigentlich in der Flasche geblieben. Und ich hatte am Anfang eher was noch so stalliges wieder gehabt, so eher so ein bisschen was so dreckiges, auch ein bisschen was petroliges tatsächlich, das hat der irgendwie gerade gar nicht mehr. Sondern wirklich eher das fruchtige, fast so ein bisschen dieses kirschige.
Heiko 1:50:52
Aber jetzt wo du petrolig sagst, also jetzt, warte mal. Doch, wenn ich den so schwenke und dann einmal ganz kurz, das hat schon was Benziniges, so ein bisschen. Aber das geht relativ schnell wieder weg.
Marcel 1:51:05
Aber nicht irgendwie unangenehm. Nein, nein, nein. Das klingt irgendwie so sehr hart.
Heiko 1:51:07
Nein, nein, nein. Aber es ist schon, oder zumindest weiß ich glaube ich, was du meinst. Aber das ist immer nur so ganz kurz nach dem Schwingen und dann verflüchtigt sich das.
Marcel 1:51:17
Ja, dann lass mal probieren. Das Fruchtige hat er auch immer.
Heiko 1:51:27
Er schmeckt fruchtiger. Schmeckt sogar ein bisschen, nee, das dachte ich jetzt nur, ich dachte sogar ein bisschen säurehaltiger, aber nee.
Marcel 1:51:38
Ja, so dieses, ich hab auch so dieses Mineral, also man hat ja auch so ein bisschen diese Mineralität auch ein bisschen so, also es kann auch sein, ich meine, mit Cabernet Sauvignon sind wir jetzt so von der Rebsorte eher auch so eine Strukturrebsorte. Sprich, eher mehr Ayianico als Zinfandel. natürlich so. Also eigentlich normalerweise gar nicht so fruchtig, aber du kannst auch natürlich…
Heiko 1:51:58
Okay, das heißt auch mehr Terni… Also bei Aljani ist er eigentlich eher… Okay, okay. Weil ich fand jetzt, aber dann war das nur durch das Fruchtige. Erst wollte ich sagen, dass ich den leichter finde als davor. Wenn du sagst, es ist in Richtung Aljani, dann ist er ja sogar eher schwäger Terni.
Marcel 1:52:10
Ich meine die Rebsorte jetzt an sich, also beide. Das gilt für beide.
Heiko 1:52:15
Ach so, okay. Bei den zweiten Wein, vielleicht täuscht es ein bisschen durch diese Fruchtigkeit. Habe ich das Gefühl, ist der ein bisschen leichter, aber ich muss gleich… Jetzt weißt du es leichter.
Marcel 1:52:24
Findest du?
Heiko 1:52:25
Habe ich gerade das Gefühl, aber ich bin mir nicht sicher, ob es nicht täuscht, nur weil es fruchtiger ist und es gerade meinen Kopf damit assoziiert. Ich würde jetzt aber mal kurz aufhören zu trinken, weil ich es sonst nicht mehr vergleichen kann zwischen den beiden.
Marcel 1:52:39
Ja. Judgment.
Heiko 1:52:42
Also jetzt geht’s los. Okay.
Marcel 1:52:45
Du kannst ja mal…
Heiko 1:52:47
Okay, dann trinke ich jetzt einmal nochmal den… Erstmal trinke ich nochmal einen Schluck Wasser.
Marcel 1:52:50
Ja, neutralisieren. Wo ich vorhin von Eltern gesprochen habe. Beim Cabernet Sauvignon sind die Eltern Cabernet Franc und Sauvignon Blanc tatsächlich.
Heiko 1:53:01
Ach, deswegen Cabernet Sauvignon.
Marcel 1:53:03
Ja.
Heiko 1:53:04
Okay, ich trinke einmal den ersten Mal.
Marcel 1:53:07
Mhm.
Heiko 1:53:08
Immer noch.
Marcel 1:53:09
Der ist ja so, boah jetzt.
Heiko 1:53:11
Und halt wirklich auch vanillig noch. Der kommt selbst jetzt immer noch, der steht ja schon eine Weile jetzt hier bei mir. Der erste und der riecht immer noch.
Marcel 1:53:17
Und auch im Kopf hast du jetzt mit den anderen, ne?
Heiko 1:53:20
Ich finde den, ich trinke erst den anderen. Das ist anders. Ich finde den Ersten auch… Ich tue mich wirklich schwer mit Begriffen. Wahrscheinlich ist es falsch, aber ich finde ihn runder. Rein subjektiv finde ich ihn besser. Den Ersten finde ich richtig lecker. Also der andere ist auch lecker. Aber der Erste, den habe ich weiter im Kopf stehen. Da habe ich richtig Bock, auch noch weiter zu trinken. Was jetzt nicht heißt, also… Okay, mein Judgment. den ersten rein subjektiv finde ich besser ich finde ihn richtig, richtig gut also er überzeugt mich wirklich sehr, aber ich soll ja entscheiden, welcher teurer ist das heißt, normalerweise würde man jetzt wahrscheinlich sagen der leckere ist der teurere ich habe das Gefühl, dass du vielleicht aber auch so ein bisschen was anderes aber auf der anderen Seite weißt du nicht, was ich sagen will, ich würde trotzdem ich bin einfach, mein Gesicht ist neutral ich würde mir wünschen dass der vielleicht eigentlich der günstigere ist, weil es ist ja auch immer ein bisschen dieses so, ja, ein teurer ist nicht automatisch besser, deswegen würde ich es mir wünschen. Ich habe aber auch, ich weiß nicht wieso, vielleicht aufgrund der, Also aufgrund der Rundigkeit habe ich trotzdem das Gefühl, es ist der teurere. Aber ich würde es mir wünschen, dass es nicht ist.
Marcel 1:54:39
Okay, dann soll dein Wunsch und Erfüllung geben. Genau, der erste ist tatsächlich der günstige. Der ist wirklich gut. Der kostet 13 Euro, meine ich.
Heiko 1:54:50
Ja, wow. Also der schwingt 6.
Marcel 1:54:52
13,50 Euro. Und wenn wir jetzt mal, also der heißt McManus, kann man nicht so wie machen, von 2023. 23 und der kommt aus dem Central Valley, also aus der Karte quasi dieses Innere, Warme, was wir gesehen haben und zwar von Loday. Das ist einfach so eine AVA wieder. AVA, warum sage ich die ganze Zeit AVA? AVA macht für mich… AVA. Gott, jetzt kriege ich nicht mehr raus.
Heiko 1:55:18
Du könntest in der Post-Production immer überall, wo du AVA sagst, noch mal aufnehmen AVA und das rüberlegen.
Marcel 1:55:24
AVA, AVA. Genau. Also so von der Lage her, also wir sind, wie gesagt, bei McMinn ist es so auf dem halben Weg zwischen San Francisco und Warte.
Heiko 1:55:31
Ich öffne nochmal kurz die Karte.
Marcel 1:55:33
Und Yosemite, also ich weiß nicht, so auf der Hälfte ungefähr. Und wir haben hier so ein mediterranes, trockenes Klima und dementsprechend haben wir es hier sehr viel wärmer. Also der zweite ist sozusagen kühleres Klima und der ist hier auf jeden Fall wärmiges, warmes Klima. Dementsprechend haben wir hier auch höhere Erträge, mehr Zucker. Und wie ich schon sagte, so ein bisschen die Backbone der Weinproduktion. Das heißt, da hast du doch ein bisschen mehr Masse, dementsprechend auch ein bisschen günstiger Wein.
Heiko 1:56:02
Ich muss auch wirklich gestehen, also jetzt fühle ich mich ein bisschen schlecht und gleichzeitig aber eigentlich richtig gut, weil ich finde von allen bisher ist das, glaube ich, mein Favorit.
Marcel 1:56:10
Echt?
Heiko 1:56:10
Und der ist ja wirklich der Günstler. Ich finde einfach, der ist, der, weiß nicht, ich finde ihn gut.
Marcel 1:56:15
So das Thema Holz.
Heiko 1:56:17
Vielleicht ist es das.
Marcel 1:56:19
Ich würde nur, also genau, McManus hatte ich ja schon angekündigt, also gibt es noch gar nicht so lange, also beide gibt es nicht so lange, wurde 1990 gegründet von Ron und Jamie McManus. So typisch amerikanisch im Sinne von, wenn man sich da so Videos anguckt und so, das passt irgendwie alles schon ganz gut so rein. Ist immer noch ein Familienweingut, obwohl die größer sind. Die haben 1450 Hektar. Damit noch mal sehr viel größer als Feudi zum Beispiel, die wir das mal am Glas hatten. Oder in Goethe 2.
Heiko 1:56:47
Genau.
Marcel 1:56:47
Die hatten glaube ich 700 oder so. Also es ist noch mal doppelt zu groß. Also Familie, aber dann noch irgendwie so größerer Produzent auf jeden Fall. Und die haben auf jeden Fall eher so zugänglichere Weine. Die haben einen deutlichen Holzeinsatz. Ich vermute mal, wenn es jetzt schon sich als Lieblingswein rausstellt, ist es den, den wir dann nochmal öffnen und weitertrinken werden. Ich bin gespannt, wie das bei dir sich entwickelt, wenn man ein ganzes Glas trinkt. Wir trinken ja jetzt dann immer nur so kleinere Schlücke, weil das Holz merkst du schon so deutlich. Und die machen auch verschiedene Rebsorten, die machen nicht nur Cabernet-Cirque Sauvignon, sondern auch Pinot Noir in der Hitze da, aber auch den Petit Sirat, den ich tatsächlich auch getrunken hatte und überlegt gehabt hatte, mit reinzunehmen.
Heiko 1:57:32
Der ist aber ein bisschen fruchtiger. Hat man nicht gesagt, Pinot Noir ist nicht so gut für die?
Marcel 1:57:37
Ja, ja.
Heiko 1:57:37
Und die machen trotzdem in der Hitze Pinot Noir?
Marcel 1:57:39
Ja, ja. Ehrlicherweise weiß ich nicht, ob die irgendwo anders noch eine AVA haben und dazukaufen.
Heiko 1:57:43
Ah, du hast ja gesagt.
Marcel 1:57:44
Das ist ja eh nicht ganz so streng. Ja, genau. Das Aushängeschild von denen ist Petit Sirat und dann haben sie noch mehr Los in Fun und Barbera.
Heiko 1:57:51
Was war jetzt hier die Hauptrebsort das soll ich noch mal?
Marcel 1:57:54
Das ist so quasi und Hauptrebsorte Kalifornien. Genau, gibt es bei Lobenberg gute Weine, gibt es auch den Petit Serrat, kann man durchaus trinken, kostet glaube ich im ähnlichen Preisrange. durchaus. Der zweite ist Messeisen-Name, also beziehungsweise ich kann ja mal, also ich hab dir ja glaube ich die Flasche extra weggeguckt.
Heiko 1:58:22
Das sieht witzigerweise nicht nur wegen des Namens aus, wie so ein Whisky-Etikett, McManus.
Marcel 1:58:28
Ich weiß nicht, ob dir der Name vorher, ob dich der schon zu in eine Richtung geteased hat.
Heiko 1:58:32
Nee, der Name nicht, aber ich finde, das Etikett sieht billiger, also es sieht aus wie ein Etikett, was ich auch im Supermarkt kaufen würde, bei dem anderen, bei dem teureren nicht.
Marcel 1:58:41
Dann wäre es ja gut, dass ich nicht gleich sofort…
Heiko 1:58:43
Ich glaube, das hätte mich ein bisschen genutscht. Vielleicht hätte ich auch dann trotzdem gedacht, du leitest mich auf eine falsche Fährte, aber das andere, das ist irgendein abstraktes Kunstwerk hier drauf. Also ich finde, der sieht auch teurer aus. Also ich muss gestehen, wenn ich beide in einer Weihahn oder von mir aus auch im Supermarkt oder sehen würde, würde ich wahrscheinlich sogar zu dem anderen greifen und mich dann nicht ärgern, weil ich wüsste ja nicht, was ich verpasst habe. Und was heißt sowieso nicht? Der andere ist ja auch lecker.
Marcel 1:59:07
Der Preiskontrast ist tatsächlich relativ krass. Das ist jetzt auch einer der wirklich teureren. Also die Flasche kostet 72.
Heiko 1:59:16
Was? Versus 13?
Marcel 1:59:18
Ja, krass.
Heiko 1:59:19
Ich finde es eigentlich gut. Es ist ja trotzdem ein guter Wein. Es ist jetzt nicht so, als gäbe es einen schlechten Wein von 72 Euro. Aber ich finde, es zeigt halt, wie subjektiv das einfach sein kann. Der schmeckt mir halt einfach besser. Ob ich da jetzt 13 Euro oder 70 für ausgehe, wahrscheinlich hätte ich mir den von 70 eh nicht gekauft.
Marcel 1:59:36
Ja, eben.
Heiko 1:59:37
Das habe ich ein schlechtes Gewissen. Also der andere ist natürlich viel besser, jetzt wo du es sagst.
Marcel 1:59:42
Also was ja jetzt schon mal von der Herkunft, der kommt jetzt aus Napa Valley, also einer der so Prestigeträchtigen von der North Coast, so ein bisschen nördlich von San Francisco, nämlich in der Nähe der Stadt Napa. Und wir haben ja so blended mehrere Sub-AVAs, nämlich Combsville, Rutherford und Oaknole, also Rutherford. Kennt man, sagt jetzt irgendwie nichts, aber das ist quasi so ein bisschen auch eine Cuvée aus kühleren und auch wärmeren Regionen aus dem Napa Valley. Wir haben, ja?
Heiko 2:00:15
Sorry, dass ich da unterbreche, was ich mir halt noch frage, das werden wir jetzt in der Folge nicht mehr klären können, ob der vielleicht auch, gerade der Teure, ob ich den hätte, ob man den noch etwas stehen lassen müsste, weil ich weiß zum Beispiel, ob Bordeaux, die ersten Schlücke schmecken mir meistens nicht, aber nachdem er ein bisschen gestanden hat, schon deutlich besser. vielleicht ist das bei dem auch so und deswegen ist es vielleicht nicht ganz fair.
Marcel 2:00:35
Der braucht auf jeden Fall Luft. Also ich meine, wir haben jetzt auch nicht unser Belüftungsding, habe ich jetzt gerade nicht drin gehabt, aber fairerweise müsste man sagen, dass der eigentlich auf jeden Fall sehr viel Luft ist.
Heiko 2:00:46
Und das kann ich mir bei dem auch, unabhängig davon, dass er 72 kann ich mir bei dem auch wirklich gut vorstellen, dass der noch für mich besser wird, wenn der ein bisschen gestanden ist.
Marcel 2:00:54
Der ist jetzt von 2018, der braucht, also der kann auf jeden Fall sehr viel länger reifen und wie gesagt, den kann man eigentlich auch Tag vorher aufmachen. Genau, wenn ich immer hundertprozentig wüsste, welchen Geschmack ich bei dir treffe, dann würde ich den natürlich auch vorher schon aufmachen. Aber ja, wir haben hier so ein mediterranes Klima, wie ich schon meinte, wir haben so diesen Pazifik-Einfluss, sprich wir haben relativ hohe Temperaturen am Tag oder hohe Temperaturen am Tag und nachts wird dann ein bisschen kühler und dann hast du halt morgens diese Nebel, die so ein bisschen typisch sind. Deswegen schmeckt der halt auch sehr viel, der schmeckt halt sehr viel kühler. Also im Sinne von, da kommt mehr die Frucht raus. So als bei dem, da merkst du schon, das wird schon ein bisschen üppiger. Das wird schon… Ja, der wird darüber hinaus sehr viel früher gelesen auch, damit es ja nicht überreif wird, um gerade das zu verhindern. Ehrlicherweise ist das dann eher so ein bisschen das Kalifornien, wie man es so kennt, so ein bisschen üppiger.
Heiko 2:01:53
Jetzt der McManus?
Marcel 2:01:56
Ja, genau. Ich glaube so, also ich hatte dich am Anfang gefragt, ob du so Assoziationen hast, aber so das typische Kalifornien ist auch gerne mal Holz, viel Holz. Mag ich. Das hat der jetzt an der Stelle nicht. Der hat halt dann, der hat halt ein bisschen neues Holz, aber eigentlich zu 80 Prozent der gebrauchte Barrikes. Und dementsprechend hast du einfach diesen krassen Holzeinschlag nicht. Das wäre jetzt, glaube ich, der zweite wäre eher ein bisschen das neue Kalifornien, muss man sagen, oder so. Also und der andere wäre eher ein bisschen das typische Kalifornien.
Heiko 2:02:25
Ich erkenne ein System, wie immer bin ich irgendwie eher bei den Klassischeren.
Marcel 2:02:28
Obwohl wir jetzt hier nicht bei den Naturweinen oder so sind, sondern wir sind in beiden Fällen natürlich so bei ganz klassischen. Matt Tyson wurde gegründet 2003, also auch wiederum relativ früh, also nicht so lange her, ist es noch relativ jung, von Steve und Jill Klein-Math Tyson. Und Steve ist einer, also habe ich noch nicht erzählt, aber im Napa Valley hat man oftmals so ein Thema, dass du da Berater hast, die dann einfach von Weingut zu Weingut gehen. Und dann dementsprechend gibt es wenige Berater, die so einen ganzen Stil bringen oder so. Und Steve ist einer der Berater im Napa Valley vorher schon sozusagen, der auch viele Top-Weingüter beraten hat, studierter Agrarwissenschaftler, also jetzt keinen Philosoph mal. Und die sind tatsächlich wirklich ein kleiner Familienbetrieb, die haben zwölf Hektar eigene Anbaufläche und kaufen dann wiederum auch dazu aus Partnerparzellen. Und die sind eher, das ist eher so wirklich dieser kühle Stil, wir haben mehr Säure, wie du schon auch, das war ja auch so ein bisschen dein Eindruck gewesen. wir haben nicht so viel Alkohol, nicht so viel Holz, dementsprechend eher europäisch geprägt und mehr auf Balance, obwohl du jetzt gesagt hast, der ist ein bisschen ausgeglichener als auf so Power, also der hat ja jetzt schon ein bisschen, der hat schon Hitze, würde ich jetzt mal so sagen.
Heiko 2:03:46
Hitze? Okay.
Marcel 2:03:48
Ja, und ansonsten macht der natürlich auch andere Sachen, nicht nur Cabernet Sauvignon, sondern auch Sauvignon, Sauvignon, sondern auch Chardonnay.
Heiko 2:03:55
Ja, Sauvignon, du bist schon gleich weiter beim Songwriting.
Marcel 2:03:58
Schon beim nächsten Abschnitt. Ja, und damit das erste Judgment auf Heiko ist damit vollzogen.
Heiko 2:04:06
Ja, der Songwriting-Prozess jedenfalls bei Fleetwood Mac ist zunächst mal ein anderes andere als akademisch oder geplant oder so. Niemand in der Band kann so, ich weiß nicht, Noten lesen oder schreiben. Alles entsteht mehr so aus dem, man kennt das so aus dem Gedächtnis, aus Wiederholungen, so einem Gefühl. Man spielt halt einfach daraus los und kommuniziert ein bisschen im Raum. Anfangs, wie gesagt, immer erstmal so ein bisschen drauf losgespielt. und jeder Song wurde mehr oder weniger direkt im Studio geschrieben oder produziert. häufig zu diesem Zeitpunkt gebracht hat, vielleicht zum Beispiel Lindsey Buckingham, so eine Idee mit, das ist nicht so eine fertige Komposition, sondern mehr so eine Struktur, so hier so ein Vers, Refrain, vielleicht mal ein Solo, er erklärt nur grob, wie der Song so funktioniert und das reicht dann, wenn sich jemand verirrt, dann hält man kurz an, fragt und dann gehen alle gemeinsam in den Aufnahmeraum, ja, Mick ans Schlagzeug, John an den Bass, Christine an Orgel oder Piano, Lindsey an die Gitarre und Stevie Nicks steht dann oft so in der Mitte mit so einem Tambourin, wobei Stevies Tambourin, das eine witzige Side Note nie mit aufgenommen wird. Sie spielt es so ein bisschen für die Stimmung und für den Vibe, für die Aufnahme, übernimmt es dann aber immer der Schlagzeuger Mic nochmal. Es muss halt einfach wirklich perfekt sein am Ende.
Marcel 2:05:11
Tambourin ist doch das Instrument, was man so aus Indischen, oder nee, das war in den 60ern doch sehr pup, oder?
Heiko 2:05:17
Nee, Tambourin ist einfach diese Schelle, diese…
Marcel 2:05:20
Ah, okay, okay, dann verwechsel ich das gerade.
Heiko 2:05:23
Du verwechselst das gerade, ja. Anfangs werden, wie gesagt, erstmal so ein bisschen die Grundspuren gelegt, das geht noch nicht ganz um Perfektion, es geht noch nicht um Details, es ist nur so das Fundament. Danach beginnt aber der eigentliche Feinschliff, Instrumente werden dann ausgetauscht, Parts werden so neu gedacht, Stimmen werden geschichtet, es wird so ein bisschen rumprobiert, teilweise wirklich, man hört auf den Aufnahmen so Sounds, die Stühle machen und so, also alles wird dann irgendwie so ein bisschen mit aufgenommen und zugespielt. Dieser Prozess ist langsam, ist vielleicht auch mühsam und er ist auf jeden Fall vor allem extrem detailverlebt. Das ist so auch die Phase, wo eben dann eh nicht mehr alle gleichzeitig im Studio sind, was ich vorhin schon meinte. Ein besonderer Ausdruck dieses Prozesses ist wahrscheinlich der Song The Chain. Der Song existiert wirklich lange nur als Fragmente. Einzelteile passen nicht zusammen, obwohl es das Fundament sogar das erste war, was man da zusammengespielt hat. Aber erst als man dann das Bandmaterial buchstäblich zerschneidet, also wirklich Cutten kommt ja nicht von ungefähr. Also die haben wirklich mit einer Schere und Klebeband teilweise das einfach neu zusammengeschustert. Erst als das passiert, entsteht wirklich was Neues und was Gutes. Dann bringt Stevie noch so ein paar Textzeilen aus einem anderen Song mit ein. Lindsay reduziert dann nochmal, Mick treibt mit seinem Schlagzeug es an und dann ist dann so dieser berühmte Basslauf von John McVie am Ende so der Moment, in dem alles zusammenkommt. Jetzt würde ich dir den gerne oder euch den gerne vorspielen. Wir glauben auch, dass vielleicht zitatrechtmäßig das okay wäre, aber wir wollen auch auf Nummer sicher gehen, urheberrecht nicht, dass wir da irgendwie auf die Füße fallen. Wir werden jetzt immer alle Songs, die wir hier nennen, in den Showlinks verlinken, Show Notes verlinken. Und dann auch immer, wenn es eine bestimmte Zeitmarke ist, so direkt auf diese Zeitmarke machen und diesen Basslauf hört man so gegen Ende, das ist dieses. Das ist auch das einzige Mal, wo ich heute singen oder sowas ähnliches machen werde. Das ist einfach super charakteristisch, wenn den Song kennt und ihr das im Ohr habt, dann wisst ihr sofort, was ich meine. Wenn ihr ihn nicht kennt, hört ihn euch an, weil das ist einfach ein super geiler Basslauf.
Marcel 2:07:22
Eine super geile Stelle. Um das nochmal kurz aufzugreifen, Wir haben halt im Vorfeld darüber ja auch gesprochen und finden das jetzt… Auch nicht super toll, dass wir das jetzt nicht machen können, aber leider ist es die Realität in der deutschsprachigen Podcast-Welt, dass man durch diesen Laden GEMA dermaßen gezwungen wird, entweder sein Leben lang für irgendwas zu bezahlen, wenn man irgendwas online hat, oder es einfach nicht zu machen. Und das Thema Zitierrecht ist einfach sehr wackelig.
Heiko 2:07:49
Es kann sein, dass das so kommt, aber dann ist es nicht klar, wie viele Sekunden dann ist es auch nicht klar, greift das überall oder sagt der Algorithmus in Spotify plötzlich, Moment, ihr habt da irgendwie urheberrechtliche Musik und dann werden wir einfach rausgeschmissen sozusagen, also das Risiko wollten wir einfach nicht eingehen also.
Marcel 2:08:04
Klickt einfach mal, hört euch den Song an es lohnt sich sowieso, glaube ich, den einen oder anderen zu hören ich habe nämlich gerade überlegt, wo The Chain also ich habe natürlich dieses Album in Vorbereitung auch relativ häufig gehört und habe überlegt, es ist so ein bisschen in der Mitte Ja.
Heiko 2:08:17
Genau. Nicht zufällig, also für mich ist The Chain tatsächlich sogar eigentlich der beste Song auf dem Album für die Charakteristische. Und nicht zufällig ist The Chain der einzige Song, an dem alle fünf offiziell mitgeschrieben haben. Auch wenn Stevie Nicks später sagt, The Chain gehört eigentlich mir, wir teilen uns die Tantiemen zu fünft, aber Tatsache ist, dass ich den Großteil dieser Worte und den Großteil dieser Melodie geschrieben habe. Das sagt Stevie Nicks dazu. Aber genau, also ich hatte schon erzählt, so Perfektion, Perfektionismus ist ein großes Thema, aber Manchmal ist auch das Unperfekte am Ende irgendwie das Perfekte. Auch das, der bezeichnet für den Schaffensprozess, zum Beispiel beim Song Oh Daddy, den hast du ja schon mal angesprochen, ist Christines Orgelspiel so ein bisschen das Zentrum eigentlich. Es trägt so den ganzen Song und beim letzten Take hatte Christine gedacht, sie hätte sich verspielt und hat einfach so ein bisschen auf die Tasten gehauen, um so auf die anderen aufmerksam zu machen und abzubrechen und sagen, Moment, Moment, Moment. Das hört sich so irgendwie an wie so ein Morse-Code. Und am Ende wurde einfach entschieden, dieses, ich habe eigentlich gesagt, ich mache es nicht nochmal, aber es ist so ein bisschen, einfach so wie man, als würde man einfach auf so ein Klavier halt hauen, also was heißt als würde, hat sie ja wirklich gemacht, und einfach entschieden, es drin zu lassen, weil das irgendwie in dem Moment passte. Auch das hört man bei ungefähr 3 Minuten 40 und wie gesagt, auch diese Stelle jetzt in den Shownotes wieder verlinkt, falls ihr euch das anhören wollt. Aber, ich habe es schon angekündigt, natürlich wurden auch die ganzen Trennungssituationen in den Liedern verarbeitet. Lindsay Buckingham, der tat das zum Beispiel in Secondhand News.
Marcel 2:09:40
Ach echt?
Heiko 2:09:41
Während der Aufnahmen ließ er anfangs ganz bewusst einige Worte aus, so im sicheren Wissen, dass Stevie sofort verstehen würde, worum es geht. Er sang dann zum Beispiel immer nur, und ich singe nicht, ich sage es nur, er sagt dann so, I know there’s someone has when times go lay me down sowas. Er hat so die kritischen Sachen ausgelassen, was er da eigentlich singen wollte, beziehungsweise sollte und was er dann auch am Ende darauf gesungen war, war I know there’s nothing to say someone has taken my place when times go bad, when times go rough won’t you lay down me in the tall grass and let me do my stuff. Zu deutsch also ich weiß, es gibt nichts zu sagen, jemand hat meinen Platz eingenommen, wenn die Zeiten schlecht werden wenn die Zeiten hart werden, würdest du mich nicht ins hohe Gras legen und mich einfach mein Ding machen lassen. Kaum stand die…
Marcel 2:10:26
Secondhand News aber also von der.
Heiko 2:10:28
Also was warum der Titel so heißt weil da ist wahrscheinlich so ein bisschen so ein bisschen eine Anspielung auf, ich hab so eher über Umwege erfahren dass du dich trennen willst oder trennen willst Also so würde ich das interpretieren.
Marcel 2:10:41
Okay, macht Sinn. Okay, verstehe.
Heiko 2:10:43
Kaum stand die endgültige Gesangsmelodie fest, dauert es dann natürlich nicht lange, bis Stevie so in die letzten Zeilen einstieg und auch diese Begleitung verleiht, die sich nach und nach so ein bisschen zu dem Markenzeichen auch das neue Fleetwood Mac Sounds entwickelte mit Stevie Nicks. Da war sie dann auch tatsächlich Profi genug, um das durchzuziehen. Und wie gesagt, auch da, klickt auf die Shownotes zu dem Lied, hört euch das gerne mal an. Und ja, Profi war sie, aber im Studio konnte sie dennoch nicht verbergen, dass sie den Inhalt der Zeilen natürlich sehr wohl verstand und man konnte wohl auch sehr, sehr bemerken, dass sie sich eigentlich unwohl damit führte.
Marcel 2:11:14
Aber Stevie hat dann eigentlich viele der Songs geschrieben oder was?
Heiko 2:11:18
Auch, also wir kommen noch auf mehrere Songs. Erstmal, apropos Unwohlfühlen, noch deutlicher wurde Lindsay nämlich im Song Go Your Own Way.
Marcel 2:11:25
Der ist sehr super berühmt.
Heiko 2:11:27
Der ist glaube ich auch die erste Single. Und den hat er wirklich auf unmittelbare Reaktionen auf die Trennung geschrieben.
Marcel 2:11:32
Okay, passt jetzt.
Heiko 2:11:34
Und obwohl ihn die Trennung von Stevie, die er im Prinzip seit seinem 16. Lebensjahr kannte, zutiefst erschütterte, zwang er sich so ein bisschen dazu, weiterhin Hits für sie zu schreiben und professionell zu bleiben. Aber Achtung, und das ist wichtig, weil es dir aufgefallen, das ist ein wörtliches Zitat. Er hat wirklich gesagt, ich habe Hits für sie geschrieben. Das ist seine Wahrnehmung und wir hatten vorhin das Thema Ego und so und wer das größte Ego hatte. Das sagt schon viel aus, weil man könnte auch sagen, ich habe Hits mit ihr geschrieben, weil sie haben ja schon alle einfach zusammengearbeitet. Nein, er hat in einem Zitat gesagt, man hat durch seine Enttäuschung noch rausgehört und er schreibt, sagte dann was von Hits für sie geschrieben. Naja, fand ich schon mal nicht so ganz sympathisch. Jedenfalls hat er, wie gesagt, innerlich so jahrelang Wut und Frustration mit sich rumgetragen und diese Wut und Frustration, die spürt man in diesem Song, schon der Titel, go your own way, du lachtest gerade schon, also geh deinen einen Weg, das deutet das schon an und in der ersten Strophe heißt es direkt Loving you isn’t the right thing to do How can I ever change things that I feel If I could, baby, I’d give you my world, how can I wenn du es nicht von mir nehmen kannst. Dich zu lieben ist nicht das Richtige. Wie kann ich jemals etwas daran ändern, was ich fühle? Wenn ich könnte, Baby, würde ich dir meine Welt geben. Wie kann ich das tun, wenn du sie mir nicht abnehmen willst?
Marcel 2:12:42
Um mal gleich hier ein, also ein Muster ist doch, dass prinzipiell bei beiden ist es ja ähnlich, dass der männliche Partner quasi der Frustrierte ist. In beiden Verhältnissen ist es ja so.
Heiko 2:12:53
Achso, ja, ist ja auch, glaube ich, auch sehr, sehr häufig. Oder fast immer so.
Marcel 2:12:57
Ist es Statistisch?
Heiko 2:12:58
Ich glaube, ja. Es ist ja auch, man sagt auch, also ja klar, es gibt doch deswegen auch diese, Jetzt wird es wirklich deep, weil ich will jetzt nicht Femizide und so anfangen, aber dieses typische von wegen diesen besitzergreifenden Tonus, den Männer haben zu Frauen und Beziehungen und wenn die eine andere Beziehung haben, das geht nicht und ich glaube auch, dass… häufig, gerade so nach einer Trennung oder auch später, Frauen eher nochmal eine neue Beziehung haben, auch im Alter als Männer und so. Ich glaube, Männer sind da richtig…
Marcel 2:13:22
Okay, das hätte ich, also wirklich von der Stadt… Also klar kommt, dass irgendwie so beides vorkommt, dass es je nachdem, wie quasi die Partnerschaft aufgestellt ist, kann es ja bei dem einen… Also ich bin hundertprozentig sicher.
Heiko 2:13:38
Ohne dass ich jetzt irgendwelche Statistiken habe, ich mache das jetzt so ein bisschen wie so ein Trump, der einfach sagt und irgendwelche Zahlen raushaut, ich bin mir hundertprozentig sicher, dass Männer in der Trennung. A.
Marcel 2:13:47
Gewalt würde ich…
Heiko 2:13:48
Nee, nee, auch das sowieso, aber auch immer grundsätzlich hilfloser sind, das nicht so richtig wahrhaben wollen. Auch, ich glaube, Männer kommen alleine einfach grundsätzlich nicht zurecht. Frauen können das verbessern, können dann auch relativ schnell viel besser in eine neue Beziehung eingehen, während Männer… Und wenn das dann noch passiert und die Männer dann auch noch gewaltig sind, übrigens, das kommt nämlich dazu, ist Lindsey Buckingham, ich hab dich hier nicht mit drin, ist tatsächlich gewalttätig geworden. Zwar nicht gegen Stevie Nicks, sondern gegen seine neue Freundin während der Aufnahmen. weil er hat da auch eine neue, also das ist da gut, das ist jetzt auch 70er Jahre und Rock-Pop-Szenen und so, aber da ist er gewalttätig geworden, er ist gewalttätig geworden gegen den Producer, den hat er gewirkt, also das ist Stevie ist.
Marcel 2:14:23
Okay Linsey meinst du? Linsey, sorry, ja.
Heiko 2:14:26
Ja, es ist auch ein bisschen schwierig Linsey, eigentlich ein Männername ist, aber das ist ein Frauenname ist, das ist aber der Mann und Stevie ist eigentlich ein Männername, aber das ist die Frau, das ist ein bisschen verwirrend. So oder so für Linsey ist offensichtlich das sind beide Songs von ihm gewesen, die Schuldfrage für das Scheitern der Beziehung recht eindeutig und die liegt natürlich nicht bei ihm. Es folgt der Refrain, wo es heißt, du kannst deinen eigenen Weg gehen nehmen, du kannst es einen weiteren einsamen Tag nennen. Also auch da spürt man richtig die Frustration.
Marcel 2:14:55
Also die haben vermutlich ein Jahr, dann haben die währenddessen die Songs geschrieben.
Heiko 2:14:59
Genau, teilweise wirklich auch im Nebenraum. Wie gesagt, auch das würde ich jetzt gerne abspielen in den Songen, aber ja, wir wollen uns nicht die Finger verbrennen, aber ihr könnt euch das ja eigenständig anhören. Und das ist natürlich legal, wahrscheinlich. Besonders heikel wird der Song durch eine einzelne Textzeile, die im zweiten Vers vorkommt. Und da singt er nämlich, packing up, shacking up is all you wanna do. Und das heißt, übersetzt so viel wie, also im Prinzip ist es ein Vorwurf an Stevie, dass sie eigentlich nur zwanglos mit wechselnden Männern zusammenleben möchte. Sie war zwar Profi genug, das Lied an sich mitzumachen, aber sie verlangte von Lindsay, dass er diese Zeile ändert. Das war so ihre Forderung. Für sie ist das nämlich nicht nur verletzt, sondern wirklich eine öffentliche Diffamierung, wenn man ihr sowas vorwört. Nach allem, was ich dir jetzt so erzählt habe, was glaubst du, hat er sich daran gehalten?
Marcel 2:15:42
Nein, natürlich nicht.
Heiko 2:15:43
Nein, natürlich nicht. Lindsay weigert sich, die Zeile zu ändern, komplett aus Prinzip. Später sagt Stevie jedes Mal, wenn Lindsay diese Zeile auf der Bühne sang, hätte sie ihn am liebsten umgebracht. Und Lindsay wusste das und gerade das macht es für sie noch schlimmer. Sie hat wirklich gelitten und das zeigt vielleicht auch, was Lindsay einfach für einen Typ sagt.
Marcel 2:15:58
Also ich vermute mal, also ich würde jetzt mal so vermuten, also die waren ja alle sehr nah und haben die Konflikte mitbekommen, also auch die anderen Bandmitglieder. Ja, ja, klar. Und das ist ja dann nicht, also wenn man da sieht, Also gut, Mick und Christine hatten das ja, nee, sorry, John und Christine hatten ja prinzipiell eine gleiche Situation, aber ich vermute mal, dass dann, also ich meine normalerweise in einer gesunden Band, würdest du doch sagen.
Heiko 2:16:22
Ja, aber ich glaube, wenn alle, also ich glaube, das war einfach so ein komplettes… Beziehungs-Caster gerade.
Marcel 2:16:28
Ja, aber das ist dann vielleicht auch so eine, das muss ja auch mitgetragen worden sein, oder wurde es ja wahrscheinlich auch von den Männern mitgetragen?
Heiko 2:16:36
Wahrscheinlich schon.
Marcel 2:16:38
Okay, weil das ist ja was, wo du eigentlich auch für Live-Situationen, wo du dran zerbrechen kannst später, oder wenn da einer das macht man ja auch. Okay, weird, okay.
Heiko 2:16:50
Man sieht einfach, dass diese Songs eben nicht neutrale Kunstwerke oder so sind. Das auf jeden Fall. Sie sind emotional, aber sie sind vor allem emotional parteiisch und trotzdem oder vielleicht auch gerade deshalb müssen alle Beteiligten irgendwie professionell genug sein, sie gemeinsam fertigzustellen oder wollen das zumindest. Sagen wir so, ob sie es jetzt müssen oder ob das der Anstand halber nicht was anderes, vielleicht die richtige Entscheidung gewesen wäre. Steht auf einem anderen Papier. Stevie singt dann ebenfalls die Background-Vocals auf den ganzen Songs, die sie verletzen. Lindsay spielt wiederum Gesanggitarre auf den Songs, die ihre Sicht widerspiegeln. Denn natürlich verarbeitet auch Stevie die Trennung. Wir haben jetzt bisher nur Lindsys Sichtweise gehört. Natürlich verarbeitet auch Stevie ihre Trennung. zum Beispiel auf dem Song Dreams, den hast du eben schon angesprochen, da heißt es im ersten Vers Now here you go again. You say you want your freedom. Well, who am I to keep you down? It’s only right that you should. Play the way you feel it, but listen carefully to the sound of your loneliness. Also zu deutsch, jetzt fängst du schon wieder damit an. Du sagst, du willst deine Freiheit, nun wer bin ich denn, dass ich dich daran hindern könnte? Es ist nur recht und billig, dass du das tust. Spiel so wie du es fühlst, aber hör genau auf den Klang deiner Einsamkeit. Und während Und dieses Dreams, eine nachdenkliche Betrachtung über Stevies und Linses Trennung war, ist dann Silver Springs, eine noch deutlichere Abrechnung damit. Aber Silver Springs hat es nichts auf Album geschafft, dazu sage ich noch was, sondern nur auf die B-Seite der Singer, aber es war ursprünglich fürs Album geplant. Und besonders mit Lindsay persönlich und mit seiner Unfähigkeit, ihre Liebe anzunehmen, thematisiert sie da. Denn sie singt dort, Time casts a spell on you, but you won’t forget me. I know I could have loved you, but you won’t not let me. Also die Zeit verzaubert dich, aber du wirst mich nicht vergessen. Ich weiß, ich hätte dich lieben können, aber du hast es mir ja nicht erlaubt. Der Song, wie gesagt, hat es dann am Ende tatsächlich wegen seiner Länge nicht aufs Album geschafft, dazu gleich noch was, aber war dann eben auf der B-Seite der ersten Single, die dann zynischerweise vielleicht ausgerechnet go your own way war. Das heißt, auf der einen Seite der Single singt Lindsay, ich würde dir meine Welt geben, was kann ich tun, wenn du sie mir nicht abnehmen willst? Auf der anderen Seite dieser gleichen Single singt Stevie dann, ich weiß, ich hätte dich lieben können, aber du hast es mir ja nicht erlaubt. Also ich finde das schon, also man sieht einfach wieder, wie diese Reibungen da auch einfach sind. Und dann gibt es ja auch noch die anderen beiden in der Band, die sich gerade getrennt haben, hast du schon gesagt, Christine und John. Und auch das führte ich mal, sag ich mal, führte zu so einer, ja, wie kann man das ausdrücken, auf künstlerische Weise zum Zündstoff oder so. Christine schrieb einen Song, der heißt You Make Loving Fun. Also du machst das liebend zum Vergnügen. Wie der Titel schon verrät, ein recht fröhlicher und beschwingter Song, der klanglich so gar nicht nach Trennungsschmerz klingt. Genau das macht es aber natürlich relativ eindeutig, dass sie wahrscheinlich nicht über ihren Ex-Mann oder ihren Ex singt. Um Konflikte zu vermeiden, erzählte Christine Van das Lied handelt von ihrem Hund. Und das haben auch alle irgendwie erst mal, oder zumindest wollten sie es hören oder wie auch immer, aber es ging natürlich um ihren neuen Freund, Curry, den hatten wir schon vorhin erwähnt.
Marcel 2:19:43
Den Techniker, den Lichttechniker.
Heiko 2:19:44
Genau, genau. Und die Wahrheit kommt natürlich irgendwann ans Licht und zwar genau zu dem Zeitpunkt, als ausgerechnet John McVie den Bass dann für den Song nochmal überprüfen wollte und neu spielen wollte, da hat es irgendwie Klick gemacht, die Stimmung war angespannt, John bleibt ungewöhnlich still, lässt sich erstmal wieder einen Screwdriver bringen und so. aber zumindest am nächsten Tag entschuldigt er sich knapp so ein bisschen für sein Verhalten und spielt dann seinen Basspart auch einigermaßen hochprofessionell ein heraus kommt dann auch dieser so schnell erkennbare leicht funkige McVie Basslauf der diesem ganzen Song dann auch einen besonderen Drive verleiht das könnt ihr euch gerne mal selbst anhören falls ihr den Song nicht gerade im Ohr habt mit oder ohne Song im Ohr, ich würde sagen, wir trinken, Einen Wein, denke ich.
Marcel 2:20:31
Genau, wir trinken den nächsten Wein und den werde ich jetzt mal eingießen.
Heiko 2:20:37
Das wäre beinahe richtig schief gegangen. Du hättest die gesamte Flasche gerade umgeschmissen, die stand nur noch so halb.
Marcel 2:20:43
Ja, der nächste Vergleich. Und wie ich schon angekündigt habe, reden wir jetzt über die Rebsorte, die man schlechthin mit Kalifornien verbindet, Sint Vandel. Die Gemeinsamkeit hier an der Stelle ist, dass es beides sehr alte Reben sind. Aber beide Weine kommen aus komplett unterschiedlichen Kontexten.
Heiko 2:21:06
Welche beiden? Ich habe nur ein Glas hier.
Marcel 2:21:08
Ja, wir machen es ähnlich wie eben. Wir starten mit einem rein, gucken uns den an.
Heiko 2:21:14
Das sind wirklich noch zwei Weine.
Marcel 2:21:16
Das sind die beiden letzten jetzt. Das ist der vorletzte.
Heiko 2:21:20
Beide Zinfandel?
Marcel 2:21:22
Beide Zinfandel. und diesmal aber dominant war.
Heiko 2:21:25
Ich wusste nicht mal, dass das so ausgesprochen wird, muss ich gestehen in dem Fall. Der hätte jetzt irgendwie Zinnfandel gesagt.
Marcel 2:21:31
Ich glaube, die Betonung liegt mehr auf der hinteren Silbe und man sagt, glaube ich, auch wie bei Kappi denn auf Zinn. Ja, diesmal… Der hat weniger Frucht in der Nase, ne?
Heiko 2:21:43
Ja, aber ich finde der auch ein bisschen was Hölzigeres.
Marcel 2:21:47
Ja, finde ich auch. Ich hatte lustigerweise, und ich finde, der hat wieder was, Frucht gar nicht. Ich hatte tatsächlich nur Paketliber. Okay. Also der hat wieder Holz, aber der riecht halt komplett anders. Und was der auf jeden Fall wieder hat, ist so ein bisschen dieses feuchter Keller.
Heiko 2:22:07
Ja. voll. Ich finde, der riecht so ein bisschen nach Keller. Ich finde Frucht gar nicht. Ich rieche nicht so richtig.
Marcel 2:22:14
Also der hat so was Würziges.
Heiko 2:22:17
Das weiß ich jetzt nicht.
Marcel 2:22:18
Aber Keller?
Heiko 2:22:18
Gehe ich mit.
Marcel 2:22:20
Also so eine ganz dunkle Frucht wieder. Also ich bin wieder bei so Schwarzkirsche oder so. Also wirklich so dieses.
Heiko 2:22:27
Also würde ich ehrlicherweise annehmen, aufgrund der gesamten Struktur vom Objekt, aber ich rieße es jetzt nicht so krass deutlich raus. Muss ich gestehen. Aber wir hatten es ja auch schon. Deine Nuancen noch nicht. Können wir dann bei der hundertsten Folge dann nur… Oh, der ist lecker. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich schon gefühlt zwölf eine vorher getrunken habe. Nee, aber ich passe beiseite, ich finde den wirklich lecker. Ohne, dass ich jetzt irgendwie…
Marcel 2:22:54
Der kommt überraschend, ne? Also vom Geruch her und wie er dann schmeckt.
Heiko 2:22:57
Also ich tue mich schwer, wirklich jetzt gerade Nuancen rauszuschmecken, aber so insgesamt einfach als Ganzes schmeckt der wirklich gut.
Marcel 2:23:06
Also ähnlich wie beim Rich habe ich eine deutliche, wieder so eine deutliche Frucht Und zwar Pflaume. Aber auch wieder, mein Kontext wäre wieder so dieses Pflaumen im Glas. Also schon so, also du hast die Säure irgendwie wieder mit dabei.
Heiko 2:23:24
Aber nicht zu krass.
Marcel 2:23:27
Ich finde, ich finde die nicht sauer, ich finde die Pflaume dumm.
Heiko 2:23:32
Achso, ich dachte, du hast gerade Säure.
Marcel 2:23:34
Die Säure, nee, es gibt auch eine Säure, die ist jetzt aber jetzt nicht, waren wir glaube ich eben beim zweiten stärker.
Heiko 2:23:40
Genau, das meine ich eben.
Marcel 2:23:42
Ja. Nee, ich meine nur diese, also wieder nicht die frische, super süße, sondern tatsächlich diese eingelegte Pflaume. Komischer Kontext, aber ich irgendwie hatte…
Heiko 2:23:55
Ein bisschen legt er sich aber schon auch auf die Zunge.
Marcel 2:23:58
Ja, du hast wieder so Tannine.
Heiko 2:24:00
Ein bisschen straffer. Das gefällt mir wirklich gut.
Marcel 2:24:02
Du hast offen Holz, aber nicht so ein breites, das ist irgendwie so ein rauchiges Holz, finde ich.
Heiko 2:24:10
Also, den Deophys dazu hast bisher sogar mein… Aber ich will mich jetzt auch nicht zu früh entscheiden, aber so aktuell, der ist irgendwie… Und das, obwohl ich den gar nicht so, wie gesagt, gar nicht so in seiner Komplexität irgendwie gerade greifbar kriege, finde ich, der schmeckt einfach richtig gut.
Marcel 2:24:29
Ich mag diese… Ich kann die Würze jetzt auch nicht komplett definieren, aber hinten, was ja nochmal nach dieser Frucht kommt, ist schon echt lecker.
Heiko 2:24:37
Das ist wirklich, wirklich leckerer Wein.
Marcel 2:24:39
Ja, der war auch kontinuierlich.
Heiko 2:24:42
Hast du das Etikett irgendwo, hast du mir den weggestellt? Nee, der steht hier nicht.
Marcel 2:24:46
Hoffentlich habe ich den nicht hingestellt, genau.
Heiko 2:24:49
Achso, ich muss wieder irgendwas an.
Marcel 2:24:50
Achso, wir machen wieder das gleiche Prinzip.
Heiko 2:24:53
Das habe ich nicht verstanden. Also der zweite Judgment. Okay, da bin ich ja gespannt, weil der ist einfach richtig, jetzt sage ich es mal, jetzt bin ich richtig geil. Darf ich geil sagen in dem Podcast?
Marcel 2:25:02
Ja klar, darf ich alles sagen. Du darfst sogar die Gamer beleidigen. Genau, also vielleicht jetzt nochmal Abgrenzung zum Bridge. Wir haben jetzt wesentlich mehr Synth-Fundle, also wirklich über 90 Prozent. Wir kommen jetzt aber… Als kleines Zwischending nochmal, weil ich dachte, das ist einfach so die typische Rebsorte, die man damit verbindet, dass ich nochmal ein paar Worte dazu verliere, bevor wir in den zweiten beginnen. Hast du eine, ich glaube, wir haben schon mal an einer anderen Stelle drüber gesprochen, aber weißt du, was der Ursprung dieser Rebsorte oder dieses Namens ist?
Heiko 2:25:38
Nee.
Marcel 2:25:39
Nee.
Heiko 2:25:39
Ich kann mich auch nicht erinnern, dass wir da schon mal drüber gesprochen haben, ehrlicherweise.
Marcel 2:25:42
Ja, ich glaube, irgendwo mal beiläufig. Also es ist eigentlich…
Heiko 2:25:48
Im Zweifel ist irgendwas mit dem Heubisch, weil die da in jeder Folge irgendwo verwandt haben.
Marcel 2:25:54
Tatsächlich diesmal nicht. Es ist diesmal komplett eine ganz andere Ecke. Aber es ist das gleiche wie der Primitivo aus Italien.
Heiko 2:26:03
Ach, also es ist wirklich die gleiche Rebson, die heißt du dir direkt nur an?
Marcel 2:26:06
Ja.
Heiko 2:26:06
Ach.
Marcel 2:26:07
Also wie aus Puglia.
Heiko 2:26:09
Genau.
Marcel 2:26:10
Primitivo.
Heiko 2:26:10
Ach so, Primitivo kann man auch gut trinken.
Marcel 2:26:12
Ja. Also ich finde, ehrlicherweise, der hat weniger zu tun mit den klassischen, Primitivos, den man so kennt aus Italien so, sondern der ist jetzt schon, das ist eine ganz andere Ebene. Also vielleicht werden wir uns ja irgendwann nochmal auch mit der Region in Italien beschäftigen, Puglia, aber ja. Prinzipiell nur Primitivo heißt dann Primitivo, weil der früh reifend ist. Also deswegen so, also es ist nicht die Frühlinge. Nicht die erste, nee, also eher so. Es ist von den Rebsorten eine der früheren sozusagen.
Heiko 2:26:45
Achso.
Marcel 2:26:45
Ich glaube, ich habe, ich meine sogar, dass ich was erzählt hatte in Goethe 2, beim Abianico, dass der Primitivo im Juli schon zum Beispiel fertig ist.
Heiko 2:26:53
Ich habe es auch gerade verwechselt, Primavera ist Frühling. Ich habe mich auch gewundert, wer erntet Weine.
Marcel 2:27:01
Ich glaube, das hast du vielleicht vorher noch nie gehört. Es ist das gleiche wie der Tribitrak in Kroatien. Das ist eigentlich die Ursprungsrebsorte tatsächlich, also aus Dalmatien. Da kommt sie eigentlich ursprünglich her. Also Primitivo ist quasi bekannt durch Italien, aber sie kommt, wenn man jetzt so genetisch guckt, eigentlich aus der Ecke.
Heiko 2:27:21
Ist das, vielleicht greife ich jetzt auch ein bisschen mehr, weil ich versuche ja immer so Verbindungen zu den Folgen zu machen. Jetzt muss ich an unsere erste Folge denken, wo wir bei den Römern waren, weil die waren ja auch in Dalmatien. Haben die die vielleicht mitgebracht nach Italien oder wie gehst du?
Marcel 2:27:34
Ich meine, dass ich irgendwas mit Griechenland, also wie immer, du hast ja irgendwie zu den Rebsorten, wurden die irgendwann mal erwähnt, aber es heißt ja noch nicht, dass die dann wirklich auch das erste Mal irgendwie angebaut worden sind oder sonst was, sondern das ist ja meistens dann eher nur dokumentiert. Ja, also wie ich schon gesagt habe, Zinfandel als typische Rebsorte von Kalifornien, das wird nirgendwo mehr angebaut als da, also sowohl was das Thema Masse angeht, als auch Qualität. Also man kann schon sagen, dass man in Kalifornien die besseren Primitivus, man kann auf jeden Fall gute Primitivus trinken in Kalifornien. was eigentlich sehr interessant ist, ist so ein bisschen die Geschichte, wie es da kam, also bis in die 70er und da sind wir auch wieder, es ist witzig, dass es so oft jetzt irgendwie aufkommt, zwar nicht 76, Rumors war 76, ne? Sondern ein bisschen früher, ich glaube, das fing dann schon Ende der 60er an, auch gut, Fleetwood Mac fing auch Ende der 60er an, dass man schon vermutet hat, also man dachte bis dahin, eigentlich bis in die 70er rein, dass Zinfandel eine eigene autotone Rebsorte ist aus Kalifornien.
Heiko 2:28:45
Ach so, und dann hat man das irgendwann analysiert oder so.
Marcel 2:28:48
Ja genau, es gab damals die Pflanzenpathologin aus den Gohin, ist bei einer Italienreise aufgefallen, Ende der 60er Jahre, 1967, dass die gleich aussehen, die Pflanzen. Es gab so mehrere Sachen, die dazu geführt haben, aber der Primitiv oder Zinfandel kam eigentlich aus Wien, aus der kaisersächlichen Sammlung Schönbrunnen in die USA und war dann erstmal in New York, also in Long Island, wurde der dann 1820 von George Gibbs angeboten in seiner… Baumschule sozusagen, also als Rebsorte und wurde dann länger in New England als Tafeltraube einfach angebaut, also da wurde nicht direkt gleich von Anfang an Wein gemacht und dann ein paar Jahre später, nämlich 1859. Also Ende 50er, Anfang 60er, 1868, wurde der dann in Sonoma und Napa Valley, die der jetzt ja auch kennengelernt hat, als Region dann angebaut und ja, dann wurde wie gesagt das später jetzt aufgeklärt und 1994 wurde das dann endgültig aufgeklärt mit einem DNA-Profiling. Also da war es jetzt nicht nur anhand von der Pflanzenbeschreibung, sondern es wurde eindeutig geklärt, dass er von da kommt. Und sogar dann nochmal ein bisschen später, nämlich Anfang 2000, wurde dann nochmal Richtung Kroatien tatsächlich die Verwandtschaft festgestellt. Typisch für die Rebsorte ist ein guter Ertrag. Deswegen war der auch sehr populär eine ganze Weile in Kalifornien. Der kommt auch auf weniger fruchtbaren Boden klar. Wir haben ja unsere Diva letztes Mal gehabt, zum Beispiel, das ist jetzt unser Zinfandel halt gar nicht. Der mag auch die Wärme, nicht unbedingt nur Hitze, klar, der kommt mit klar, der kommt auch mit Trockentress klar, aber Wärme ist…
Heiko 2:30:36
Also der kommt jetzt aber nicht aus dieser Wüstenregion dann?
Marcel 2:30:39
Das können wir gleich auch, du hast jetzt ein bisschen Wissen, du könntest es quasi eigentlich dann direkt drauf, wir können es direkt darauf überlegen. Ich kann dir das danach sagen, aber ich würde dich jetzt nicht zu sehr…
Heiko 2:30:48
Von Geschmack her soll ich das wissen, nein.
Marcel 2:30:50
Nein, aber wir können ja Verdacht anstellen sozusagen.
Heiko 2:30:53
Wenn du sagst, dass der in der wärmeren Region gut ist, dann hätte ich jetzt auch Inland Valleys gesagt.
Marcel 2:30:58
Kommen wir gleich nochmal drauf zurück.
Heiko 2:31:01
Okay.
Marcel 2:31:02
Also wie gesagt, der ist easy going so, aber so ein Nachteil von dieser Rebsorte ist, dass er einfach schnell, also er reift schnell, aber er reift nicht immer gleichmäßig. Also du kannst den Fall haben, dass du eine Beere an der Traube noch grün hast, während andere schon komplett reif sind. Das heißt, das ist immer so ein bisschen dann bei der Ernte natürlich so ein Punkt. Und so von der Charakteristik, wir hatten jetzt schon mehrere, auch wenn es Cuvies waren, so als Geschmacksprofil, haben wir auf jeden Fall mehr Frucht als beim Cabernet Sauvignon, auch wenn der zweite mehr Frucht hatte als der erste. Und wir haben eher so was Bieriges, Würziges, aber nicht dieses Pinot Noir-Leichte, sondern eher ein bisschen schwerer, ein bisschen mehr Würze und so weiter. Deswegen war der erste Vertreter, glaube ich, auch schon sehr typisch. Und wir haben eher so auch ein bisschen Körper. Nicht nur dieses.
Heiko 2:31:53
Ja, doch, der hat Körper und Struktur auf jeden Fall.
Marcel 2:31:55
Damit würde ich jetzt den zweiten eingießen.
Heiko 2:31:59
Ich darf wieder nicht gucken, ne?
Marcel 2:32:01
Nee, jetzt habe ich den ersten.
Heiko 2:32:03
Du kannst mir auch den ersten, den war nicht lecker. Gehst mir ruhig den ersten nochmal. Aber du hast ja auch schon, ich muss ja jetzt vergleichen. Und dann muss ich wieder sagen, wer der teurere ist. Das ist wieder so, der eine 13 und der andere 500 Euro.
Marcel 2:32:18
Ja, bei 500 sind wir noch nicht.
Heiko 2:32:20
Noch nicht, okay.
Marcel 2:32:23
Na, du willst doch ein Lafitte.
Heiko 2:32:27
Unser Spendenkonto ist übrigens. Okay. Dann guck mal. Okay, ich rieche erstmal an dem zweiten nochmal. Okay, ich fange mal anders.
Marcel 2:32:43
Anders?
Heiko 2:32:44
Also schon noch Holz, aber irgendwas ist da irgendwas in der Nase, was ich im ersten Moment gar nicht so angenehm fand, aber jetzt nicht im…
Marcel 2:32:50
Das stimmt, ich habe das auch gerade.
Heiko 2:32:52
Aber ich weiß, ich kann es nicht sagen, aber es ist gar nicht so angenehm.
Marcel 2:32:54
Ja, das ist eher wie so irgendwo in der Ecke in Berlin.
Heiko 2:33:00
Also was ja beim Wein manchmal so passiert, aber den fand ich jetzt gar nicht so lecker in der Nase, die erste. Das verflüchtigt sich auch.
Marcel 2:33:06
Ja, der hat aber auch wieder dieses, also ich glaube, im positiven Sinne würde man auch wieder diesen feuchten Keller vielleicht annehmen.
Heiko 2:33:13
Nur noch feuchter und kehriger. Ich habe das Gefühl, ein bisschen beeriger riecht man schon.
Marcel 2:33:20
Ja, also genau.
Heiko 2:33:22
Bei dem anderen war das ja nicht so. Also hier riecht ich schon ein bisschen mehr raus.
Marcel 2:33:29
Aber wie gesagt, ein bisschen Holz. Ich finde diesmal, also wir haben diesmal gar nicht so viel, also jetzt hatten wir lustigerweise bei den leichten Weinen letztes Mal, aber so Leder finde ich bei dem auch so gut.
Heiko 2:33:40
Ja.
Marcel 2:33:41
So ein bisschen strenger, aber…
Heiko 2:33:43
Also ich glaube, ich weiß, was du meinst. Ich letze es vielleicht nicht direkt damit, das riecht jetzt nicht wie ein Ledershop oder so.
Marcel 2:33:52
Nee.
Heiko 2:33:52
Aber letztes Mal hatten wir schon welche, die deutlich ledriger waren. Okay, probieren wir mal. Schmeckt auch gut. Ich traue mich das dann immer nicht zu sagen, weil es ist wahrscheinlich völlig falsch. Ich finde ihn leichter als den davor.
Marcel 2:34:15
Echt?
Heiko 2:34:16
Es gibt nichts Falsches. Echt?
Marcel 2:34:18
Nee, ist ja nur ein Eindruck.
Heiko 2:34:22
Ich finde es aber auch schwierig. Ich finde ihn… Es gibt nichts Falsches, ich sage es dir einmal. Ich finde ihn leichter vom Gefühl her.
Marcel 2:34:30
Ja.
Heiko 2:34:31
Vielleicht fehlen mir auch die richtigen Adjektive, aber ich hab’s trotzdem, das Gefühl, er schmeckt komplexer als der davor. Ohne das genau, also ich finde ihn zwar leichter, aber komplexer. Das ist irgendwie mehr, der andere schmeckte mir persönlich glaube ich trotzdem besser, aber irgendwie, das klingt total, wenn ich über Ruder hier rum, auch weil ich mich unter Druck gesetzt fühle, weil ich vielleicht wieder so ein Judgment mache.
Marcel 2:34:55
Ja, also man merkt schon ein bisschen so Holz, der irgendwie der hat was schmelziges schmelziges?
Heiko 2:35:07
Was ist denn das für ein Wort? okay mir fehlen auch manchmal die Wörter das zu sagen, dann sage ich einfach nichts du denkst dir einfach noch ein Wort raus, Eindruck einfach aber was ist denn schmelzig? was soll denn das für ein Wort sein?
Marcel 2:35:23
Ja wie soll ich jetzt meine Beschreibung beschreiben?
Heiko 2:35:30
Es gibt kein richtig und falsch dann ist er schmelzig.
Marcel 2:35:35
Man merkt halt auch wieder also ich finde den schon nicht so leicht also der ist schon auch schwer, man merkt auf jeden Fall deutlich die Tannine so man merkt auch die amerikanische Eiche finde ich so, also das ist jetzt keine französische dunkelbeerig sind wir wieder mit einem Brombeere, der erste war Flaume der ist ein bisschen für mich Brombeere und mehr Holz.
Heiko 2:36:01
Also er ist nicht leicht, aber ich finde ihn irgendwie trotzdem leicht, aber auch vielleicht nur, man muss ja auch schon sagen, mit sechs Weinen vorher, kann auch der letzte einfach irgendwann leicht sein. Also jetzt muss ich eine Entscheidung treffen. Also tatsächlich finde ich beide wirklich, wirklich lecker. Beide würde ich, ich meine am Ende ist häufig immer das Problem, den letzten, den man getrunken hat, findet man gerade irgendwie immer am besten, aber irgendwie finde ich beide, vielleicht sogar die beiden meine Favoriten. Ich finde den ersten von dem zweiten subjektiv schmeckt er mir besser. Den finde ich irgendwie richtig, wirklich, ich sag’s nochmal, ich finde ihn geil. Ich glaube, obwohl ich den anderen komplexer finde, vielleicht sogar spannender, aber den anderen irgendwie trotzdem subjektiv besser. Deswegen glaube ich, weil teurere Weine häufig eher komplexer und spannender sind, würde ich wahrscheinlich wieder komplett falsch. Mir schmeckt der erste besser, aber ich glaube, der zweite ist der teurere.
Marcel 2:37:00
Beim ersten Mal warst du richtig…
Heiko 2:37:03
Nee, da habe ich mir gewünscht, dass es der günstiger ist und habe gedacht, es wäre der teurere.
Marcel 2:37:10
Aber es war auch der günstiger. Also in dem Falle ist der erste der teurere.
Heiko 2:37:15
Krass.
Marcel 2:37:16
Und der zweite ist der günstigere. Krass, okay. Der zweite, also warte mal, der erste ist bei 49 Euro oder so und der erste ist bei 14,50 Euro.
Heiko 2:37:28
Krass. Aber gut, diesmal schmeckt mir wenigstens der teurere besser. Aber ich hätte echt trotzdem andersrum gedacht irgendwie. Ich weiß auch nicht.
Marcel 2:37:35
Der zweite ist von Jax tatsächlich.
Heiko 2:37:38
Ah. Aber Jax hat auch gute Weine einfach.
Marcel 2:37:41
Genau. Lustigerweise, ich habe mich im Rahmen der Recherche daran erinnert, ich habe den recht häufig getrunken Und das war auch irgendwie, das war so vor Corona oder so. Ich weiß nur, dass ich den öfters, da hatte ich noch einen Keller, öfters da auch liegen lassen habe. Also der lag da irgendwie rum und ich habe den wirklich gerne und gut in Erinnerung gehabt. Achso, ich kann dir ja mal…
Heiko 2:38:04
Jetzt habe ich die Etiketten sehen.
Marcel 2:38:06
Das ist jetzt der von Jax?
Heiko 2:38:09
Oh, ich glaube, den habe ich da so, also nicht getrunken, aber ich habe eine kurze Etikette gehabt, habe ich bestimmt schon mal da stehen sehen oder so, weil so zwischendurch. Also ja, es… Aber der schmeckte ja auch.
Marcel 2:38:21
Der zweite ist von Kelay und der ist von Weiner-Lummet übrigens. Ich habe ihn auch noch nicht erwähnt. Wir haben drei Weinshops heute. Lobenberg war ganz am Anfang und jetzt…
Heiko 2:38:32
Ehrlicherweise wieder gut, dass ich die Etikette nicht gesehen habe. Auch hier hätte ich von Etiketten her das auch so eingeschätzt, glaube ich. Ich finde, der sieht so edler aus.
Marcel 2:38:42
Witzig, ja. Aber der andere sieht so fancy aus wie der andere.
Heiko 2:38:46
Ja und trotzdem, okay, vielleicht ist es auch Quatsch, weil das jetzt, wenn man es weiß jetzt Vielleicht muss man das nächste Mal, schätze ich, nur anhand der Etiketten.
Marcel 2:38:53
Du kannst ja kurz noch mal lesen was da drauf steht, also wir haben jetzt noch gar nicht, glaube ich, so richtig gesagt, also der erste ist Kalil Kalil wahrscheinlich, ja Kalil Paperus Sinfandel oder Sinfandel Russian River Valley.
Heiko 2:39:08
Auch Sonoma County.
Marcel 2:39:10
Sonoma hätte jetzt hier schon Hinweis gegeben, glaube ich Genau und beim zweiten kannst du ja mal vorlesen?
Heiko 2:39:16
Ich bin noch beim ersten, weil da steht noch, es ist von Weinreben, die 1934 gepflanzt wurden.
Marcel 2:39:22
Also alte Reben, ja.
Heiko 2:39:27
Okay, beim anderen, das ist so ein bisschen wieder modernere Kunst. Es sieht aus wie ein kahler Baum, aber der Baum ist quasi gemalt aus lauter Schriftzügen des Wortes Brasin oder Brasin.
Marcel 2:39:42
Was heißt hier da?
Heiko 2:39:44
Lodi.
Marcel 2:39:45
Lodi.
Heiko 2:39:46
Lodi.
Marcel 2:39:47
Und Lodi war quasi von, also gleiche Ecke wie McManus. dass es wieder diese AVA, die auf Massenproduktion geht.
Heiko 2:39:56
Der ist Massenproduktion.
Marcel 2:39:59
Ja, ja.
Heiko 2:40:00
Was ja auch, also gar nicht mal despektiert, ich meine, natürlich ist Jack auch durch diese ganzen, natürlich müssen die eher, es sind halt eher Massenweine, aber ich finde trotzdem auch da bei Jack kann man eine gute Weine machen.
Marcel 2:40:11
Ich dachte der Name, also einfach, weil wir Lodi vorher hatten, dass das dann zu rhetorisch…
Heiko 2:40:16
Das steht so klein, das hätte ich wahrscheinlich gar nicht gesehen.
Marcel 2:40:18
Hätte ich es auch hinstellen können, aber ja, okay.
Heiko 2:40:21
Okay, jetzt muss ich das doch nochmal, fühle ich mich trotzdem irgendwie schlecht, dass ich den sogar für komplexer gar nicht habe. Gut ist, dass mir der andere besser geschmeckt hat. Dann habe ich ja einmal so, einmal so.
Marcel 2:40:31
Wie du schon gesagt hast, Sonoma, der erste, Russian River Valley.
Heiko 2:40:37
Das sind beide lecker.
Marcel 2:40:39
Alte Reben, wieder Spontangierung, wieder mehr gebrauchtes Holz. Deswegen hat der Erste weniger diesen Holzeindruck, also ich finde der Zweite, da merkt man schon wieder ein bisschen stärker das Holz, auch wenn nicht so viel wie mit McManus. Und tatsächlich hatte der, okay, das ist ja auch mal alles, die ganzen Weinpunkte, ich glaube, da müssen wir an irgendeiner Stelle auch mal drüber reden, aber Robert Parker 95 Punkte mal bekommen, wie auch immer. Und Carlyle ist so ein kleines familiengeführtes Weingut, wurde von Mike und Kennell Officer, glaube ich, mit Nachnamen gegründet.
Heiko 2:41:19
Das heißt gar nicht Carlyle, weil Carlyle ist auch eine Nachnamen, ich kenne Personen, die Carlyle mit Nachnamen haben.
Marcel 2:41:24
Ja, okay. Das Ding ist, es ist wieder so ein bisschen ähnlich wie bei Rich, finde ich. Wir haben jemanden, also Mike Officer, der hat im Softwarebereich gearbeitet.
Heiko 2:41:34
Ja gut, in Kalifornien ist das halt auch. Das ist wahrscheinlich sehr, sehr wahrscheinlich statistisch, dass irgendjemand im Softwarebereich oder IT hat.
Marcel 2:41:41
Ja, also da machst du halt dein Geld, bist du irgendwie so Quereinsteiger. Der hat wohl als Autodidakt am Anfang in seinem Apartment, also Ende der 80er, 1987, in San Francisco die ersten Weine gemacht.
Heiko 2:41:54
In seinem Apartment hat er Wein angebaut.
Marcel 2:41:56
Ja.
Heiko 2:41:57
Wahnsinn.
Marcel 2:41:57
Also nicht angebaut, sondern einfach produziert.
Heiko 2:42:00
Achso, Weinreben, also Weintrauben irgendwo hergesorgt.
Marcel 2:42:02
Wie gesagt, das Anbauen ist ja nicht unbedingt so.
Heiko 2:42:04
Du holst ja was.
Marcel 2:42:05
Machst die ersten Experimente. Der war erst mal so Garage-Weinmaker gewesen, was auch so ein Konzept ist, wie mit der Garage-Software, Microsoft.
Heiko 2:42:14
Also wirklich richtig kalifornisch-amerikanisch, Stereotyp ein bisschen schon auch.
Marcel 2:42:18
Dann hat er 2004 seinen Job komplett gekündigt, also Corporate und dann nur noch Wein gemacht. War dann auch Gründungsmitglied der Historical Vineyard Society, also wo es um so alte, also halt alter Weinberge sozusagen geht, was ja jetzt dann irgendwie auch passt hier zum Kontext mit den alten Reben und hat sich halt auch spezialisiert auf Old Wines in Fandel und darüber hinaus aber auch so Rohnsorten wie Syrah, Grenache, Movedre und Petit Syrah. Und ja, ist so vom Stil her. Ich finde, deswegen vielleicht sagt ihr dir auch mehr zu, weil das jetzt nicht so diese schlanke Charakteristik ist, so ein bisschen bold und auch so intendant.
Heiko 2:42:57
Aber ehrlicherweise beide.
Marcel 2:43:00
Und so von der, also wir gucken noch, wie viel der andere produziert, aber wir haben jetzt hier ungefähr so einen Durchsatz von 100.000 Flaschen pro Jahr. Also was die herstellen, das ist so eher so ein Boutique-Weingut. Das heißt, das ist immer ein bisschen, deswegen kann man es schwerer vergleichen, finde ich, mit diesen Hektarn. Ist hier ganz gut, funktioniert ganz gut. Aber die haben eigentlich nur 12 Hektar eigenes Land und den Rest kaufen sie wieder dazu. und was jetzt nochmal ganz interessant war, ist, dass also das jetzt nicht, aber 2024 war der letzte Jahrgang von Kalai, die haben jetzt, die hören jetzt auf wo ich ja gesagt habe, die hat irgendwie sehr viel später angefangen als Paul Draper nämlich in den 80er aber die sind jetzt so Mitte 60, Software Engineer jetzt steht so Rente an ausgesorgt, wollen wir das verkaufen wahrscheinlich noch so Apple Aktien der ersten Stunde, Ich meine, wenn da 100.000 Flaschen durchgehen und du hast ja Average irgendwie 50 Dollar Marktpreis, also es gibt jetzt nicht einen super günstigen Einstieg.
Heiko 2:44:02
Aber den kriegt man auch hier, den Carly?
Marcel 2:44:04
Ja, ja, das ist schon ein verbeinahe Limit.
Heiko 2:44:06
Ach, das hast du erzählt, ja, sorry.
Marcel 2:44:09
Ja, und wenn man jetzt Bock hat, also ich weiß nicht, ob man die Marke dann übernehmen darf. Ich glaube, die haben versucht, einen Nachfolger zu finden, haben sie nicht gefunden. Und jetzt wird das Haus verkauft, glaube ich. Tatsächlich im November, Dezember gab es eine Anzeige.
Heiko 2:44:20
Kanal powered bei Geschichte im Glas, würde ich sagen.
Marcel 2:44:23
Also ich sage mal, das Spendenkonto, ich sage es so. Wenn du 1,6 Millionen Dollar hast, was jetzt eigentlich nicht so teuer klingt für so ein…
Heiko 2:44:33
Also so viel kostet inzwischen auch eine Zweizimmerwohnung in Berlin-Kreuzberg. und zwar zum Selbstgestalten.
Marcel 2:44:40
Also, ja, aber was, glaube ich, ein bisschen traurig wieder ist, hatten wir jetzt mal auch schon wieder, dass da jemand aufhört und dann.
Heiko 2:44:47
Ja.
Marcel 2:44:47
Können wir mal fragen.
Heiko 2:44:48
Ob wir einen Raten zahlen dürfen?
Marcel 2:44:51
Ich weiß nicht, ob du die Marke nehmen darfst, weil ich glaube dann, wenn sie keinen Nachfolger gefunden haben, vermute ich nicht. Genau, und die anderen Brazen ist tatsächlich eine Marke, eine erfundene Marke vom Delicato Family Vines. Es ist eine sozianische Familie, die 1924 eingewandert ist. Das war Gasper in Delicato. Lizianische Einwanderer. Und mittlerweile wirklich ein Imperium und Massenproduzent.
Heiko 2:45:15
Krass. Also wirklich eine Brand.
Marcel 2:45:19
Genau, das ist eine Brand von vielen. Die haben andere Marken wie Botabox. Botabox oder sowas. Keine Ahnung. Pektwein. Also wirklich so eine Packung. Gnallyhead. oder? Und ich glaube, da bist du jetzt gleich zu sagen, Francis Ford Coppola war hinten.
Heiko 2:45:41
Ja, zum Hintergrund eigentlich natürlich ein wirklich großartiger Regisseur, künstlerisch sicherlich über jeden Zweifel erhoben, menschlich wohl problematisch, wie man in seinem Set im letzten Film soll es zu Übergriffen gekommen sein, nur zum Hintergrund auch, was so Statistinnen und junge Frauen angegeben hat und weil er den aber selber finanziert hat, gab es auch nicht einen Koordinator oder irgendjemand, wo man sich beschweren könnte, aber künstlerisch natürlich, also hat er natürlich großartige Filme gemacht, aber ja.
Marcel 2:46:11
Gibt es auch bei Jux, aber meistens in den Läden nicht, also von dieser Francis Ford Coppola und dann sind die wiederum auch teurer. Nur zum Vergleich, wir hatten gerade 100.000 Flaschen, bei denen haben wir 190 Millionen.
Heiko 2:46:26
Das heißt, allein Brazen macht wahrscheinlich mehr Umsatz als der gesamte Pisco-Export von Peruz.
Marcel 2:46:32
Das ist anzunehmen, die machen, die sind jetzt an sich als Sub-Brand gar nicht so groß, also die machen 400.000 Flaschen, also auf jeden Fall deutlich größer als Kalei, aber ja. Also wir haben auf jeden Fall jetzt hier mal eines der größeren Weingüter. Ich glaube, das Größte, was es da gibt, ist Gallo. Hat man vielleicht auch irgendwo über den Spruch.
Heiko 2:46:51
Ach, doch, ja klar. Also ich glaube, ich auch bei Jack, ehrlicherweise, habe ich das Gefühl, oder? Gallo?
Marcel 2:46:55
Na, ich glaube, Kalifornien haben die nur drei Weine, aber es gibt nochmal ein anderes Gallo.
Heiko 2:47:00
Achso, vielleicht, ja, ja.
Marcel 2:47:02
Damit haben wir so ein bisschen die, glaube ich, Gesamte Bandbreite von Familie, Boutique bis zum Massenerzeuger.
Heiko 2:47:10
Okay, ich versuche gar keinen Übergang. Wir wollen noch mal ganz kurz zum Schluss kommen, weil irgendwann muss ja auch Rumors mal veröffentlicht werden nach dem ganzen Chaos. Als die Songs von Rumors im Kasten sind, ist damit längst nicht alles entschieden. Jetzt geht es natürlich um die Auswahl, um die Reihenfolge und um so Details, die man so als Hörerin oder Hörer, die man vielleicht gar nicht so denkt. Die Band und das Produktionsteam diskutieren zum Beispiel ernsthaft darüber, wie viele Sekunden Stille zwischen den Songs liegen dürfen. Ist die Pause zu kurz? Wirkt der Übergang vielleicht zu hart? Ist die Pause zu lang? Bricht die Stimmung? Also diese Pausen werden mit derselben Akribie einfach behandelt wie so ein Gitarrensolo oder Gesangsharmonien. Und was man heute, ich sagte es schon vorhin, so Spotify, digitales Musikzeitalter und so weiter, das hat man heute nicht mehr so auf dem Schirm. Eine Seite einer Vinylplatte, die kann nur etwa 22 Minuten Musik tragen. Würde man mehr unterbringen wollen, muss man die Lautstärke beim Schneiden reduzieren. Offensichtlich hat die Lautstärke was damit zu tun. Und das wollte man auf gar keinen Fall, weil man im Radio dann nicht leiser klingen wollte als die Konkurrenz, die das natürlich auch nicht macht. Trotz Kürzungen dann auf gut vier Minuten passte Silver Springs. Ich hatte es vorhin erwähnt, der Song, dann rechnerisch einfach nicht mehr drauf. Egal, wie man die Reihenfolge machte, auf welche Seite man es packte, mit Silver Springs wäre immer mindestens eine Vinylseite zu lang gewesen, nämlich 22 Minuten irgendwas. Also man muss das halt auf 22 Minuten runterbringen. Parallel dazu muss natürlich auch über das Cover entschieden werden. Das Fotoshooting wurde fotografiert von Herbie Worthington, der schon das Cover des Vorgängeralbums gemacht hatte.
Marcel 2:48:40
Das sah nämlich ähnlich aus. Genau, das ist ein sehr.
Heiko 2:48:42
Sehr ähnliches Cover. Da geht es so ein bisschen um eher so einen künstlerischen Shot. Das ist nicht einfach ein klassisches Bandfoto, sondern man wollte bewusst so einen Kunstshot haben. und als die Abzüge aber dann zurückkommen und eine Entscheidung getroffen wird, gibt es wenig überraschend wieder Diskussionen und nicht alle sind am Ende wirklich glücklich mit der Auswahl, dazu gleich noch was. Das ausgewählte Bild jedenfalls zeigt Stevie Nicks und Mick Fleetwood in so einer theatralischen ja wirklich bewusst tatsächlich Shakespeare-haften Pose oder Shakespeare-haften Outfit. Es soll eben, wie gesagt, kein Bandfoto sein, sondern wirklich nur ein Kunstshot. Ich habe das Cover natürlich mitgebracht, das könnt ihr euch jetzt anschauen. beschreib doch vielleicht auch kurz, was du siehst, Marcel, beziehungsweise, ich meine, du kennst das Cover, beschreib einfach das Cover.
Marcel 2:49:26
Da, jetzt ist natürlich, also Christine ist auf der rechten Seite und Stevie ist das. Ach, das ist Stevie? Ah, okay. Alles klar, dann ist es Stevie und Mick.
Heiko 2:49:38
Stevie Nicks und Mick Fleetwood sind das.
Marcel 2:49:40
Ja, okay. Ja, okay. Okay, dann steht echt, also ich habe den glaube ich dann wahrscheinlich eher so als älteren Mann gesehen oder so. Der ist recht groß, stimmt, der ist zwei Meter, das passt da eigentlich, der sieht sehr groß aus. Der steht da so in so einem, das ist wie so ein Tanzauftakt. Die haben ja später ein Album rausgebracht, was heißt Tango. Das sieht ja jetzt quasi aus wie, ich will ja zum Tanz eröffnen.
Heiko 2:50:06
Das stimmt ein bisschen, ja.
Marcel 2:50:08
Und Divi dreht sich so ein und hat so.
Heiko 2:50:11
Keine Ahnung, Was hat ein Mick zwischen seinen Beinen?
Marcel 2:50:16
Echt? Okay, das ist mir noch nicht aufgefallen. Da sind einfach zwei Bälle.
Heiko 2:50:21
Er trägt quasi seine Balls, seine Hoden am Gürtel. Die hängen da schon dran.
Marcel 2:50:28
Das finde ich aufgefallen.
Heiko 2:50:29
Die hat er dann immer wieder mal auf Tour getragen. Das wurde so ein bisschen… Bisschen ein Erkennungsmerkmal. Und 2022, also gar nicht so lange her, wurden die versteigert. Was glaubst du, was da für jemand bezahlt hat?
Marcel 2:50:42
Die waren aus Gold oder was?
Heiko 2:50:43
Nee, einfach so.
Marcel 2:50:46
Ahnung, 50.000.
Heiko 2:50:48
100.000 Dollar hat jemand bezahlt, um diese Hoden, diese Balls von Mick, also nicht seine echten natürlich.
Marcel 2:50:54
Zu kaufen. Ich hab dieses Cover so oft gesehen. Das ist mir nicht aufgefallen, Heiko.
Heiko 2:50:59
Ich find’s schon sehr einhörtig. Aber ja, es waren natürlich nicht alle begeistert über dieses Foto? Magst du raten, wer sich daran gestört hat vor allem?
Marcel 2:51:08
Naja, Lindsay.
Heiko 2:51:09
Exakt, Lindsay Buckingham, weil Werthington sagte, also der Fotograf sagte später, Lindsay hat mir nie verzeiht, dass er nicht auf dem Rumors Cover ist. Er kam nämlich mal zu mir und sagte, ich wünschte, ich hätte auf meinem eigenen Album Cover sein können. Also das sagt auch viel was.
Marcel 2:51:25
Aber das war tatsächlich mal so eine initiale Frage von mir gewesen, weil ich meine Wahrnehmung war, also ich wusste nur, dass Mick die ganze Zeit dabei war und mit dem Weingut und so weiter, dass er irgendwie die ganze Zeit noch so eine Rolle gespielt hat und ich dachte mal, echt ein Drummer macht so eine Band ist ja jetzt wirklich nicht so, ich dachte so das ist ja eigentlich super.
Heiko 2:51:44
Genau, das ist eher nur benannt von Peter Green noch von dem ursprünglichen Frontmann wurde das so benannt, ne?
Marcel 2:51:48
Ja.
Heiko 2:51:49
Grundsätzlich glaube ich, dass das alle, ein gewisses Ego hatten ich glaube bei Lindsay besonders, aber auch selbst bei Stevie Nicks hat man ja auch sie hat ja auch gesagt, so von wegen so, ja wir bei The Chain haben uns alle die Tantiemen irgendwie geteilt, aber es ist mein Song. Also ich glaube, dass die, also ich alle von meiner Persönlichkeit her ein gewisses Ego haben. Ich glaube nur, Linse tatsächlich vielleicht am meisten und auch vielleicht die schwierigste Persönlichkeit. Aber ich will mir jetzt auch nicht so ein krass, obwohl doch, ich erlaube ihm ein Urteil, weil wer seine Freundin entschlägt, ist für mich absolut unten durch. Deswegen erlaube ich mir durchaus ein Urteil, obwohl ich ihn jetzt nicht persönlich kenne. Will ich auch nicht, ehrlich gesagt. Also, So, aber am 4. Januar 1977, was man sich vorstellt, wie gesagt, wir haben ja schon gesagt, dass wir echt von einem Jahr Produktion sprechen. Am 1977 ist schließlich alles fertig gemischt und final sortiert. Fast ein Jahr Arbeit liegt eben dahinter und kurz davor steht das Projekt doch nochmal im Abgrund. und wieder wegen etwas, das man heute kaum noch kennt, die Masterbänder, die verlieren plötzlich die Höhen, schlicht, weil sie über Monate hinweg täglich zwölf Stunden abgespielt wurden, weil sie einfach irgendwie wirklich immer wieder gespielt wurden und das hat die einfach in Mitleidenschaft gezogen. Anders als heute digital, da passiert ja nicht so viel, wenn du deine Wave oder MP3 oder ACC, ich weiß nicht, was ich alles aufnehme. Niemand hatte vorher tatsächlich so lange an einem Album gearbeitet, das heißt, man kannte dieses Problem einfach nicht, du warst ja selber auch überrascht, Das war wirklich. Und deswegen waren wirklich die Aufnahmebänder buchstäblich kaputt gehört einfach. Und in letzter Sekunde stellt sich raus, man hatte so ein zweites, damals simultan aufgenommenes Band, so aus den Erstfundamentaufnahmen. Aber man hatte halt nicht die gleichen Aufnahmen, die dann so danach alles so entstanden ist, so diese ganzen Overdubs, so diese ganzen zusätzlichen Sachen. Also hat man dann per Hand so mit wirklich extremer Synchronisation zwei Maschinen gleichzeitig starten müssen, hat so ein bisschen live währenddessen die Geschwindigkeiten ausgeglichen, so gleichzeitig Play drücken müssen und so weiter. Und so wurden dann diese ganzen Overdubs, haben sie das genannt, auf diese alten Ursprungsbänder übertragen, stundenlang, die ganze Nacht und so das Album noch gerettet. Also klar, man hätte es vielleicht auch irgendwie nochmal aufnehmen können, aber wahrscheinlich, ich weiß nicht, ob nach einem Jahr die da noch irgendwie groß die Motivation gewesen sind und vor allem, ob es nochmal anders ist. Klingt es auch anders einfach, wenn du es nochmal aufnimmst. Und dann erscheint Rumors tatsächlich endlich, man kann es kaum glauben nach diesem ganzen Chaos und es geht wirklich völlig durch die Decke. Alle vier Singles, also Go Your Own Way, Dreams, Don’t Stop and You Make Loving Fun, die werden als Single veröffentlicht, die landen alle in den Top 10 der US-Charts, Dreams auf Platz 1. Praktisch jeder Song läuft im Radio, bis heute verkauft es das Album über 40 Millionen Mal, also das ist wirklich ein prägendes Album. Bei den Grammy Awards 78 gewinnt das Rumors auch Album des Jahres und innerhalb von diesen zwölf Monaten ist wirklich aus diesem ganzen chaotischen. Zermürbenden, rauschhaften Studioprojekt wirklich ein popkulturelles Denkmal oder Monument geworden. Und vielleicht funktioniert diese Platte am Ende nicht trotz, sondern gerade eben wegen all dem, was so kompliziert gemacht hat. Diesen Beziehungsproblemen, die stecken da mit drin. Der Rausch steckt wahrscheinlich irgendwie mit drin, die ganzen Zweifel und aber auch der gnadenlose Perfektionismus, alles steckt da irgendwie in diesem Album und so entsteht oder entstand einfach etwas, das wir Jahrzehnte später ganz offensichtlich sogar in einem Wein- und Geschichtspodcast noch ausführlich besprechen können. Leider nicht hören können, aber besprechen können.
Marcel 2:55:15
Danke, Thema.
Heiko 2:55:18
Ja.
Marcel 2:55:19
Ja, krass. Also ich glaube, ich höre das dann nochmal mit neuen Ohren. Weil, wie gesagt, ich hatte jetzt wirklich in letzter Zeit häufig das nochmal, bewusst von vorne bis hinten so durchgehört und hab dann so gedacht, okay, was bedeutet das? Also ich hab jetzt ich hab mich bewusst jetzt nicht so, sonst guck ich mir tatsächlich auch Songtext an und guck mal rein und was das bedeuten könnte, hab ich jetzt bewusst nicht gemacht. damit du mich da auch quasi nochmal also so tief wäre ich jetzt auch gar nicht eingestiegen ich hätte mir das vielleicht durchgelesen oder so und dann dachte ich, okay, alles klar ja, war das, also dass da eigentlich jeder Song eigentlich eine Beziehungskrise von denen da aufgreift also jetzt.
Heiko 2:55:58
Nicht ganz jeder Song, aber schon ja, aber also die Wissen oder so.
Marcel 2:56:03
Oder die in Erinnerung bleiben ja, Ja, krass. Und auch erstaunlich, wie tief wir mal wieder in das Thema reingehen konnten. Also ich meine, wir haben jetzt ja schon mehrere Themen besprochen und wir können über ein Jahr Albumserstellung.
Heiko 2:56:23
Ich wollte auch sagen, ich gucke ein bisschen so mit dem Blick auf die Uhr. Wir hatten ursprünglich gesagt, wir machen das Thema mal, um so ein kompaktes, vielleicht so eine Einstundenfolgemalenz zu machen. Jetzt ist gefühlt die längste Folge geworden überhaupt. Das ist wirklich absurd. Aber auf ihre Weise muss man sagen, wir haben jetzt sieben Weine getrunken oder sechs?
Marcel 2:56:43
Sieben.
Heiko 2:56:44
Das macht natürlich auch zur Zeit dazu.
Marcel 2:56:45
Aber das war tatsächlich auch ein bisschen der Punkt, dass ich diesmal tatsächlich, also die hatten alle schon einen unterschiedlichen Charakter auf eine Art und Weise. Und ich war irgendwie, also wie gesagt, ich war froh, dass wir das Thema machen, und war dann doch echt positiv überrascht, was wir dann am Ende doch irgendwie ins Glas bekommen können.
Heiko 2:57:05
Ich würde tatsächlich auch, bevor wir zum Ende kommen, also was heißt bevor wir, das ist ja unser Ende, nochmal zu trinken, aber ich würde diesmal gerne drei Weine nochmal gegeneinander probieren. Nämlich den Carlyle, das ist ja der, den ich in der zweiten Judgment auf Heiko für gut besser befunden habe, oder am besten. Den McManus, den ich in der ersten Runde, obwohl er ja der günstigere war, für den besseren befunden habe. Und dann aber gerne den, die kleine Rich-Flasche.
Marcel 2:57:34
Ja.
Heiko 2:57:35
Weil die ja auch eher so der ein bisschen Signature, nicht der ultrakrasse, aber so ein bisschen Signature von Rich war. Ich glaube, die drei würde ich gerne einmal nochmal gegeneinander probieren wollen.
Marcel 2:57:47
Den kleinen kannst du hier schon mal eingießen.
Heiko 2:57:49
Ah.
Marcel 2:57:51
Mac Maness.
Heiko 2:57:52
Ne. Achso, der dritte ist der Mac Maness.
Marcel 2:57:55
Den würde ich einfach aufmachen dann.
Heiko 2:57:56
Ja.
Marcel 2:57:57
Das ist hier so ein Schraub.
Heiko 2:58:02
Weil das waren so, ich glaube, so insgesamt, Ich mache mir extra so wenig rein und du haust mir da einen riesen… Den müssen wir eh gleich noch austrinken. Ich bin heute auch zu Fuß. Ich stand mit Fahrrad wegen des Heises, deswegen können wir auch alle Flaschen noch austrinken. Okay, dann würde ich was würdest du empfehlen? In der Reihenfolge, wie wir den auch getrunken haben, würde ich auch machen.
Marcel 2:58:33
Ja, mach mal erst mal.
Heiko 2:58:34
Das war hier der McManus. Riecht wieder häuslich, nach wie vor. Schmeckt einfach rund und lecker. 13 Euro hin oder her. Das ist der Rich. Er riecht schon intensiv. Okay. Schmeckt mir jetzt beim, jetzt noch mal doch besser als vorhin. Vorhin war ich noch nicht so sicher. Doch, der schmeckt schon gut.
Marcel 2:59:02
Ja, ja.
Heiko 2:59:02
Okay, krass. Doch, der schmeckt schon gut.
Marcel 2:59:05
Ja, der ist, der ist, ich glaube, der ist mit einer Männer. Also, Rich ist ganz, also der ist ganz weit oben.
Heiko 2:59:12
Ja, ich würde den auf jeden Fall auch vor dem Magnus jetzt sagen.
Marcel 2:59:15
Ja, hundertprozentig.
Heiko 2:59:16
Nee, ehrlicherweise war ich mir vorhin ja nicht so sehen. Da meinte ich ja noch, dass der aktuell mein Favorit. Aber jetzt, aber der war jetzt ja nicht, doch, der war offen, der stand einfach schon noch ein bisschen, ne? Ich glaube, das hat dem gut getan. Ich finde den wirklich gut jetzt. Oh, der ist schon gut. Jetzt nochmal den Carlyle und dann kommen wir, glaube ich, wirklich lange zum Ende. Ist auch nochmal. Also ich kann mich nicht, ich würde sagen, Carlyle oder der Rich, die beiden sind glaube ich, das ist schon…
Marcel 2:59:44
Ja, tatsächlich beides auch, genau, plus der erste, also den, ich glaube, der sind reingeschnittert direkt. und der erste war für mich auch nochmal ein echt, also ganz eigene Charakteristik nochmal auch im Vergleich zur letzten Folge. Aber das sind auch meine drei Favorites. Man muss aber sagen, wir sind ja jetzt also, wie du schon richtig gesagt hast und deswegen glaube ich, wollte ich diesmal auch ein bisschen den Kontrast mit reinbringen, dass ein McManus oder ein Brazen Der muss sich nicht verstecken. Nein, das sind super gute Weine, die kannst du einfach dir aufmachen zwischendurch. Du hast was Leckeres im Glas. Das war ja der Punkt.
Heiko 3:00:27
Aber ich muss trotzdem jetzt, zumindest als der Rich, also wie gesagt nach dem ersten, wenn ich jetzt nicht nochmal hätte probieren dürfen, hätte ich den Rich wahrscheinlich sogar, hätte ich den jetzt nicht so ganz vorne gesehen zusammengemen. Ich weiß nicht, woran es liegt. Aber jetzt, jetzt muss ich fast schon überlegen, ob ich den sogar besser finde als den Carlyle. Aber dafür sind sie dann doch auch ein bisschen zu unterschiedlich, dass man das auf ihre Weise jeweils, Doch.
Marcel 3:00:53
Aber du bist dann auch am Ende beim Zinfandel, muss man sagen.
Heiko 3:00:57
Ja, Zinfandel und Holz sehe ich auch auf jeden Fall.
Marcel 3:01:00
Obwohl die beiden tatsächlich gar nicht so einen derben Holzeinschlag. Also wir haben Holz.
Heiko 3:01:06
Aber… Wir haben in der Nase mehr als im Geschmack, das stimmt. Und ich glaube, jetzt reicht’s.
Marcel 3:01:13
Machen wir den Sack zu.
Heiko 3:01:15
Hört euch Fleetwood Mac an und wir hoffen, es hat euch gefallen. Auch die etwas mal in eine andere Richtung. Also ich meine, historisch ist trotzdem, ich meine, wir sprechen schon aus den 70ern, das fühlt sich näher dran an, aber eigentlich ist es trotzdem schon auch historisch. Ich fand es sehr schön.
Marcel 3:01:29
Dass du mir die Story nahegebracht hast von Fleetwood Mac. Ich habe mich damit vorher nicht so auseinandergesetzt. Ich fand einfach Dreams so. Also es gab ein paar mehr Songs noch. Wie gesagt, das 1987er Album finde ich auch stark. Ja, aber habe mich da nie so wirklich mit der Bandgeschichte auseinandergesetzt. Deswegen danke ich dir, Heiko.
Heiko 3:01:45
Danke dir auch für sieben Feine, die ich auf jeden Fall auch spüre. und sehr, sehr lecker fand. Und ja, das waren unsere heutigen sieben Schlücke aus der Geschichte. Mehr Geschichte gibt es im nächsten Glas.
Marcel 3:02:01
Und deswegen Und da gehen wir jetzt nach Europa.
Heiko 3:02:05
Yes.
Marcel 3:02:06
Prost.
Heiko 3:02:07
Tschüss.
Marcel 3:02:08
Tschüssikowski und bis zum nächsten Mal. Nein. Wie immer.
Heiko 3:02:13
Ich glaube, du musst wirklich aufhören. Komische. Was war das vorhin? War das das Interview?
Marcel 3:02:21
Wir sagen Tschüss, bis zum nächsten Mal. Oh, meine Fresse, Alter. Sorry.
Heiko 3:02:44
Das ist kaputt mit dir, wirklich.
Marcel 3:02:47
Ich habe jetzt mal zwei Jahre meines Lebens verloren.
Heiko 3:02:51
Und die Pause schneiden wir einfach aus. Umbaupause.

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