London, Mitte der 70er: In einem Laden in der King’s Road hängt ein T-Shirt mit der Aufschrift „Destroy“ im Schaufenster, drinnen führen ein Modehändler und eine Designerin ihren Feldzug gegen Hippies und satten Rock, und aus den Kids, die dort rumhängen, werden die Sex Pistols. Heiko erzählt die Geschichte dahinter: Malcolm McLaren und Vivienne Westwood, den Laden namens SEX, den Situationismus als Marketingmethode, die Rekrutierung perspektivloser Jugendlicher zu einer Band – und die Frage, was die Sex Pistols & Punk eigentlich mit Kunst und Cider zu tun haben.
Marcel war in Somerset und bringt Cider mit, den Jubiläums-Cider 200 von Sheppy’s, den sortenreinen Red Streak vom selben Hof und den Katy von Thatchers, mittlerweile die größte Cidermarke im britischen Handel. Dazu alles, was man über Cider wissen muss: warum das Wort ursprünglich schlicht „starkes Getränk“ heißt, warum die Flaschengärung ausgerechnet mit Red Streak vor dem Champagner erfunden wurde und wieso eine Cider-Steuer 1763 im West Country zu Aufständen mit brennenden Strohpuppen führte. Cider war also schon Rebellendrink, als an Punk noch niemand dachte.
Und weil das hier unsere 13. Folge ist: einmal Happy Birthday auf uns. Cheers.
3 Getränke, die wir in dieser Folge „Sex Pistols“ verkostet haben, einsortiert von Marcel und Heiko.
Preise sind Flaschenpreise zum Zeitpunkt der Aufnahme.
Wertung von
1
Geiles Zeug
Unsere absoluten Favoriten. Preisunabhängig. Weine oder Getränke, die uns nachhaltig beeindruckt haben.
Kein Getränk in dieser Kategorie.
2
Große Momente
Sehr gute Getränke, die weder Alltag noch Lebensliste sind. Der Wein oder Spirit für den besonderen Anlass: Gästeessen, Jahreswechsel, Vernissage-Eröffnung.
Kein Getränk in dieser Kategorie.
3
Evergreen
Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Der Wein oder Spirit, den man ohne schlechtes Gewissen im Alltag aufmacht.
Macht Spaß, Sommer-Kandidat: helles Gelb mit grünen Reflexen, sehr fruchtige Nase, feine Perlage und eine Säure hinten, die am Gaumen kitzelt. Medium, rund und komplett zugänglich – der Jubiläums-Cider zu 200 Jahren Sheppy's.
Sortenrein aus dem Cider-Apfel Red Streak, medium sweet: goldgelb, deutlich apfeliger als der 200, frisch mit dezenter Süße und mehr Körper in der Mitte. Der Favorit von David Sheppy – und die Sorte, mit der die Flaschengärung erfunden wurde.
Sortenrein aus dem Tafelapfel Katy, von der größten Cider-Marke des Landes: sehr hell, fast Riesling-Farbe, in der Nase weißweinartig, startet spritzig und endet leicht herb. Leichter und fruchtiger als ein echter Cider-Apfel, dafür mit wenig Komplexität und kaugummiartigem Nachklang.
Hat uns nicht so überzeugt. Das Getränk kann handwerklich gut sein, aber hat uns an dem Tag nicht so abgeholt.
Kein Getränk in dieser Kategorie.
Hintergrund zur Folge: Geschichte der Sex Pistols
War der britische Punk eine echte Jugendbewegung, die von unten kam oder das clevere Kunstprojekt eines Mannes, der genau wusste, wie man einen Skandal inszeniert? In dieser ersten von zwei Punk-Folgen schauen wir auf den Punk gewissermaßen von oben: auf eine Band, die Sex Pistols, auf die Ästhetik von Vivienne Westwood – und auf den Mann hinter der Band, Malcolm McLaren. An ihnen lässt sich wie unter dem Brennglas die Frage durchspielen, die den ganzen frühen Punk umgibt: Was ist Punk und wer hat’s erfunden? Dazu trinken wir passenderweise Cider. Warum? Dazu später mehr.
England im Niedergang – der Nährboden des Punk
Vorweg eine wichtige Präzisierung: „Erfunden“ wurde der Punk nicht in England. Der Begriff und die erste Welle kamen aus den USA, aus dem New York der mittleren Siebziger, aus einem Club namens CBGB und von Bands wie den Ramones und Television; auch das Wort selbst prägte dort ein Magazin, das schlicht Punk hieß. Doch erst in Großbritannien wurde daraus ein landesweites, mediales Phänomen – und dazu irgendwie wütender, klassenbewusster und aufgeladen mit der gesellschaftlichen Stimmung des Landes.
Um zu verstehen, warum Punk genau hier und genau jetzt explodierte, muss man den Zustand Großbritanniens in den 1970er Jahren kennen. Die Wirtschaft steckte, befeuert durch die Ölkrise von 1973, in der Rezession, die Arbeitslosigkeit stieg, und die Inflation lag 1975 bei fast 25 Prozent – ein Wert, von dem selbst die Krisenjahre der jüngeren Vergangenheit weit entfernt blieben. Entscheidend war aber nicht allein die ökonomische Lage, sondern ein Gefühl. Der Historiker Andy Beckett hat dafür den Begriff des „Declinism“ geprägt, des Niedergangsdenkens: die Überzeugung, dass es mit Großbritannien unaufhaltsam bergab gehe und die besten Tage vorbei seien. Dieses Gefühl hatte sich bis Mitte der Siebziger tief in den britischen Geisteszustand eingenistet.
In genau diese Stimmung hinein wurde der Punk geboren. Und das macht ihn besonders. Er war die erste moderne Jugendkultur, die nicht in eine Zeit des Aufschwungs hineinwuchs, sondern direkt in die Rezession. Frühere Subkulturen wie die Teddy Boys und die Hippies hatten allesamt vom langen Nachkriegsboom profitiert, von steigenden Reallöhnen und der neuen Konsumfigur des „Teenagers“. Punk brach radikal damit, denn er wuchs mit Massenarbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit auf. Wo die Hippies ein Jahrzehnt zuvor von Liebe und Bewusstseinserweiterung träumen konnten, weil der Wohlstand es erlaubte, galten sie den jungen Punks geradezu als Feindbild, als Symbol für Selbstgefälligkeit und Realitätsferne. Ihre Antwort hieß nicht „peace and love“, sondern, wie The Clash 1977 sangen, „Hate & War“.
Vor den Sex Pistols: Malcolm McLaren, Vivienne Westwood und der Laden in der King’s Road
Die Geschichte beginnt allerdings nicht mit wütenden Jugendlichen, sondern mit zwei Erwachsenen und einem Laden. Den Hass auf die Hippies, den die Punks später teilten, hatten Malcolm McLaren und Vivienne Westwood schon Jahre zuvor kultiviert, und zwar von einem Geschäft in der King’s Road Nummer 430 aus, im Londoner Viertel World’s End in Chelsea. Westwood, heute bekannt als eine der einflussreichsten Modedesignerinnen des 20. Jahrhunderts, war das damals noch nicht; sie kam aus einfachen Verhältnissen in Nordengland und hatte sich zeitweise als Grundschullehrerin durchgeschlagen. Ihr Partner McLaren war ein Kunststudent, der sich jahrelang durch diverse Londoner Kunsthochschulen treiben ließ, ohne je einen Abschluss zu machen. Ein Lehrer brachte es auf den Punkt: McLaren werde nie ein Maler, er „spiele mit Kunst“ – und genau das tat er dann, nur nicht mit Leinwand, sondern mit einem Laden und schließlich mit einer Band.
Beide verband die Verachtung für die Hippies. Deren Kultur, so ihre Diagnose, habe die Welt gar nicht verändert, sie sei bloß „window dressing“ gewesen, Schaufensterdekoration, eine Revolte, die nichts umstürzte. Und der aufgeblähte Stadionrock der frühen Siebziger sei nur noch ein pompöses, bürgerliches Abziehbild jener Wildheit, die der Rock’n’Roll der Fünfziger einmal besessen hatte. Das ist im Kern schon die spätere Punk-These, Jahre bevor es Punk gab.
Passend dazu begann der Laden gar nicht als Punk-Geschäft: Seine erste Inkarnation ab 1971 hieß Let It Rock und war ein Tempel für die Fünfziger, mit originalgetreuer Mode für die Teddy Boys. Diese Teds waren die erste eigene Jugendsubkultur Englands und erlebten Anfang der Siebziger ein Revival. Das Faszinierende an ihnen war für McLaren die Herkunft ihres Stils: Arbeiterjungen, die sich einen vornehmen Oberschicht-Look angeeignet und ihn umgedeutet hatten, im Prinzip lesbar als ein Akt des Klassenkampfs. Genau danach suchte McLaren, nach einer echten rebellischen Subkultur der Arbeiterklasse. Doch die Hoffnung zerbrach, weil sich die Teddy Boys in entscheidenden Momenten als eher konservativ erwiesen. Also musste der Laden sich häuten: 1974 wurde aus Let It Rock der Laden SEX, in Großbuchstaben, der Fetisch- und Bondage-Kleidung als normale Straßenmode verkaufte. Die Teds, die ihm den Laden einst gefüllt hatten, schlugen ihm beim Umbau aus Wut die Scheiben ein.
Teddy Boys, 1977: Der Fifties-Look war zu diesem Zeitpunkt zweite Generation – und traf im selben Sommer auf der Straße auf die Punks
Punk als Kunst – Situationismus und die Ästhetik von Westwood und den Sex Pistols
Hinter der Methode der bewussten Provokation stand eine Idee, die man kennen muss, um den Punk als Kunst zu verstehen: der Situationismus. Diese französische, linksradikale Avantgarde-Strömung rund um den Pariser Mai 1968 hat ihren Namen daher, dass es ihr um das gezielte Konstruieren flüchtiger, intensiv erlebbarer Momente – „Situationen“ – als Akt der Rebellion ging. Ihre Grundthese: Der Kapitalismus mache das Leben zu einer passiven Konsumveranstaltung, in der die Menschen von Medien, Werbung und Kultur eingelullt würden und das Leben selbst zu einer bloßen Ansammlung von Bildern und Waren verkomme. Durchbrechen ließe sich das nur durch gezielte Störung. McLaren nutzte den Situationismus als theoretisches Fundament, als Werkzeugkasten für sein eigenes Projekt: die Formung einer Subkultur, die Punk werden sollte. Sein berühmter Satz aus dieser Zeit fasst es zusammen: „You have to destroy in order to create.“ Und genau so behandelte er seinen Laden und später die Sex Pistols: als fortlaufende Provokation.
Dafür prägten Westwood und McLaren in ihrem Laden das visuelle Vokabular, das den Punk und das Bild der Sex Pistols bis heute definiert. Und hier kommt man an einen heiklen Punkt. Die Kleidung kombinierte gezielt, was maximal provozierte: Sex und Fetisch, blasphemische Religionsmotive und, am umstrittensten, faschistische Symbolik. Das berüchtigtste Stück war ein T-Shirt namens „Destroy“, auf dem ein Hakenkreuz, ein umgedrehtes Kruzifix und ein Porträt der Queen nebeneinanderstanden. Wichtig, und da ist sich die Forschung einig: Die Verwendung faschistischer Symbole war in aller Regel kein politisches Bekenntnis, sondern Schock um des Schocks willen. Der Autor Jon Savage nennt es den „verwirrten Gebrauch des Hakenkreuzes“ – nicht faschistisch, aber eben auch ohne durchdachte Kritik, was späteren Strömungen Tür und Tor öffnete. Es ist genau diese Ästhetik der zusammengewürfelten, tabubrechenden Symbole, mit der Westwood und McLaren dem Punk ihr optisches Gesicht gaben.
Eine Band aus Dieben – die Sex Pistols entstehen
Spätestens nach einem Besuch in New York, wo er die entstehende Punkszene und die Glam-Rock-/Proto-Punk-Band New York Dolls erlebte, wollte McLaren eine eigene Band als lebendiges Vehikel für seine Ideen. Suchen musste er nicht lange, denn sie hing ohnehin schon in seinem Laden herum: eine Clique von Jungs aus dem Londoner Westen, allen voran Steve Jones und sein Kumpel Paul Cook. Jones war ein notorischer Kleinkrimineller, kaum lese- und schreibfähig, und für McLaren der lebende Inbegriff jenes inartikulierten Arbeiterjungen, den er romantisierte. Die beiden träumten vage von einer Band, hatten aber kein Geld für Instrumente – also klauten sie sie sich zusammen. Der größte Coup gelang 1973, als Jones nachts bei einem David-Bowie-Konzert im Hammersmith Odeon die komplette Anlage und sämtliche Mikrofone von der Bühne stahl. Die Sex Pistols begannen, wenn man so will, als Diebesgut.
Lange fehlte ein Sänger, bis im Sommer 1975 ein junger Mann namens John Lydon auftauchte. Er fiel auf, weil er ein Pink-Floyd-T-Shirt trug, das er mit Sicherheitsnadeln durchlöchert und über dessen Logo er „I hate“ gekritzelt hatte. Dazu zerstrubbelte Haare und ein durchdringend feindseliger Blick. McLaren witterte etwas, er sah in Lydon die „Fähigkeit, ein Image um sich herum zu erschaffen“. Weil dessen Zähne in schlechtem Zustand waren, sagte Steve Jones: „You look rotten.“ So wurde aus John Lydon Johnny Rotten. Auch der Bandname stammte von McLaren und verrät seine Absichten: Dass das Wort „Sex“ darin vorkam, war ihm wichtig, weil die Band aus seiner Sicht vor allem eines tun sollte: seinen Laden bewerben. „Ich wollte viele Hosen verkaufen“, fasste er das später lapidar zusammen. In seiner Logik war der Laden das eigentliche Projekt und die Band zuallererst eine Werbetafel.
Die Sex Pistols mit dem schwedischen Künstler Thomas Dellert Quelle: Wikimedia, TommyD2019
Doch genau hier lohnt sich das Innehalten, denn nun wird die Sache interessanter, als McLaren sie später erzählen sollte (am ausführlichsten in seinem eigenen Film von 1980 mit dem programmatischen Titel „The Great Rock ’n‘ Roll Swindle). McLarens Kernbotschaft: Alles sei von langer Hand sein Werk gewesen, ein genialer Coup, mit dem er die Musikindustrie vorführte und Millionen kassierte; die Band bloß sein Instrument. Das ist eine grandiose Selbstinszenierung, nur stimmt sie so reduziert nicht. Westwood und McLaren haben den Punk mitgeformt und ihm seine Ästhetik gegeben, keine Frage, aber die Sex Pistols waren keine Casting-Band und keine Theatertruppe, sondern rekrutiert aus wilden, perspektivlosen Kids, die es längst gab.
Der Grundy-Skandal und der Pakt mit den Medien
Von Anfang an gehörte eines fest zu den Sex Pistols: Gewalt, und zwar nicht als gelegentliche Entgleisung, sondern als Grundzustand. Die frühen Auftritte waren roh und konfrontativ, Rotten beschimpfte das Publikum und suchte die Reibung, und immer wieder kippte das in offene Gewalt. „We’re not into music, we’re into chaos“, hatte Jones in einem der ersten Presseartikel gesagt, und das war wörtlich gemeint. Verstörend ist, wie systematisch diese Gewalt herbeigeführt wurde, auch von McLaren und Westwood selbst. Bei einem Konzert 1976 begann Westwood mitten im Auftritt grundlos, einer Frau ins Gesicht zu schlagen; ein andermal schlug der spätere Bassist Sid Vicious den Journalisten Nick Kent mit einer Fahrradkette blutig, und Kent war überzeugt, dass McLaren die Eskalation eingefädelt hatte, weil sie Publicity versprach. Jon Savage hat es so beschrieben: Die beiden behandelten die Jugendlichen um sich herum wie menschliche Versuchskaninchen für ihr Sozialexperiment, weil das Chaos zuverlässig Aufmerksamkeit brachte. Eine Schlägerei war eine Schlagzeile, Provokation war das Geschäftsmodell.
Seinen großen Moment hatte dieses Modell am 1. Dezember 1976. Im November war die erste Single „Anarchy in the UK“ erschienen, deren Text sofort die Richtung klarmachte: „I am an antichrist, I am an anarchist“ – die maximale Ablehnung von allem, was heilig ist, Kirche wie Staat, ohne jede Forderung, nur das große Nein. Um die Single zu bewerben, rutschte die Band kurzfristig in die Sendung „Today“ des Senders Thames, ein frühabendliches Regionalmagazin. Der wahrscheinlich alkoholisierte Moderator Bill Grundy machte einen sexistischen Kommentar über die mitgereiste weibliche Entourage rund um Siouxsie Sioux und bagatellisierte und provozierte anschließend weiter, statt die aufgeladene Truppe zu beruhigen. Schließlich erntete er von Steve Jones eine Salve von Beschimpfungen – live, im frühen Abendprogramm. Aus heutiger Sicht wäre das vielleicht kaum der Rede wert, doch 1976 war es ein Tabubruch von enormer Wucht. Was als zwanzig Sekunden belangloses Geplänkel begann, war am nächsten Morgen ein nationaler Skandal: „The Filth and the Fury“, titelte der Daily Mirror. Konzerte wurden reihenweise abgesagt, Kommunen verhängten Auftrittsverbote, und über Nacht waren die Sex Pistols von einer Szeneband zur meistgehassten und meistdiskutierten Band des Landes geworden.
Das eigentlich Verblüffende: Es war nicht McLarens geplanter Coup. Mehrere Anwesende berichten, dass er nach der Sendung panisch war und den Auftritt zunächst für eine Katastrophe hielt, nicht für den Durchbruch. Der Mann, der die maximale Provokation suchte, fürchtete im ersten Moment, dass sie ihm die Band ruiniert hatte (was irgendwie auch die Macht der Medien verdeutlicht). Denn der Skandal war ein Wendepunkt. Steve Jones brachte es später auf den Punkt: Davor sei es nur Musik gewesen, am nächsten Tag waren es die Medien. Doch es war ein fauler Pakt, denn von nun an diktierten die Medien mit, was Punk zu sein hatte. Die Boulevardpresse presste das vielschichtige Phänomen in eine Karikatur, den pöbelnden, spuckenden, sicherheitsnadelbehangenen Jugendlichen, und alles Komplexere verschwand dahinter. Zugleich gilt in einem grundsätzlicheren Sinn: Es waren erst die Musikzeitschriften wie NME, Melody Maker und Sounds, die das diffuse Geschehen überhaupt als „Punk“ erkannten, benannten und mit Bedeutung füllten. Punk wurde also nicht nur verzerrt, sondern von der Presse überhaupt erst als Kategorie geschaffen – auch das gehört zur Frage, wer den Punk eigentlich gemacht hat.
„God Save the Queen“ und das schnelle Ende
Nach Grundy überschlugen sich die Ereignisse. Zwei Plattenverträge, erst mit EMI, dann mit A&M, platzten innerhalb weniger Wochen, weil beide Firmen kalte Füße bekamen. Und McLaren kassierte bei jedem Rauswurf ein hübsches Sümmchen. Bei der dritten Firma, Virgin, erschien im Mai 1977 die Single, die alles auf die Spitze trieb: „God Save the Queen“. Das Timing war kein Zufall, denn 1977 feierte Großbritannien das Silberne Thronjubiläum der Queen, ein pompöses Fest nationaler Selbstvergewisserung. Mitten hinein grätschten die Sex Pistols mit einem Song, der die Nationalhymne im Titel zitierte und die Queen im selben Atemzug mit einem „faschistischen Regime“ in Verbindung brachte.
Die Reaktion war ein beispielloser Boykott. Die BBC und die kommerziellen Sender weigerten sich, den Song zu spielen, die großen Handelsketten nahmen ihn gar nicht erst ins Sortiment. Und trotzdem – oder gerade deswegen – verkaufte sich die Single in wenigen Tagen zu Hunderttausenden und landete auf Platz zwei der Charts, wobei bis heute der Verdacht besteht, dass die Auswertung manipuliert wurde, um in der Jubiläumswoche eine Nummer eins der Sex Pistols zu verhindern.
Die Sex Pistols selbst zerbrachen dann aber fast so schnell, wie sie explodiert waren. Ende 1977 erschien noch das einzige reguläre Album „Never Mind the Bollocks“, doch da war der ursprüngliche Bassist längst durch Sid Vicious ersetzt, der kaum ein Instrument halten konnte, dafür aber das selbstzerstörerische Chaos perfekt verkörperte. Anfang 1978 gab eine desaströse US-Tournee den Rest: Beim letzten Konzert in San Francisco warf Rotten dem Publikum die berühmte Frage hin – „Ever get the feeling you’ve been cheated?“ – und stieg aus. Sid Vicious rutschte tiefer in die Heroinsucht, wurde in New York im Zusammenhang mit dem Tod seiner Freundin verhaftet und starb im Februar 1979 an einer Überdosis, keine zwei Jahre nach dem Grundy-Skandal.
Der wichtigste Punkt aber ein anderer. Während die Pistols die Schlagzeilen beherrschten, geschah im Hintergrund etwas viel Folgenreicheres: Überall im Land gründeten junge Leute eigene Bands, angestachelt von dem Gedanken, den der Punk verkörperte: das kann ich auch. Parallel entstand mit Fanzines wie Sniffin‘ Glue eine selbstgemachte Gegenöffentlichkeit, zusammenkopierte Heftchen, in denen sich die Szene selbst dokumentierte. Was hier geschah, war früh schon keine reine Bandgeschichte mehr. Die Sex Pistols waren vielleicht der Funke, aber das Feuer, das sie entzündeten, brannte da schon weit über sie hinaus.
Die verkosteten Cider aus Somerset
Zum ersten Mal steht bei uns Cider im Glas – und das aus gutem Grund, denn Cider und Punkrock gehören in Großbritannien seit jeher eng zusammen. Der Grund ist handfest: Cider war traditionell extrem stark, ungefähr doppelt so stark wie Bier, und gleichzeitig richtig billig, nicht zuletzt, weil er als Hoferzeugnis lange gesetzlich begünstigt war. Gerade in den wilden, hedonistischen Anfangstagen des Punk wurde er damit zum Getränk der Wahl der Szene.
Befeuert haben diese Verbindung vor allem frühe Thrash-Punk-Bands aus dem West Country wie Chaos UK und Disorder, wo man den sogenannten „Farmhouse Cider“ direkt vom Hof bekam: extrem stark, spottbillig und so herausfordernd zu trinken, dass es fast als Mutprobe galt. Für den Punk, so brachte es Jamer Ford von der Cider-Punk-Band Surfin Turnips im Podcast auf den Punkt, ist dieser Scrumpy genannte Cider in etwa das, was für den Rastafari das Marihuana ist. Oder, wie es Marcels Bekanntschaft Bill auf der Reise noch knapper formulierte: Cider ist billig, und er knallt rein.
Für diese Folge war Marcel zehn Tage in England unterwegs, in London, Bristol, Somerset und Devon, wo er zwanzig bis fünfundzwanzig verschiedene Cider probiert hat. Thematisch konzentrieren wir uns ganz auf Somerset. Eine Einschränkung gab es allerdings: Die kleinen, wilden Farmhouse-Cider direkt vom Hof lassen sich dank Brexit kaum noch nach Deutschland bringen, deshalb trinken wir diesmal ausschließlich Cider, die man auch hierzulande bestellen kann.
Was ist Cider?
Cider ist im Kern nichts anderes als vergorener Apfelsaft, also Apfelwein: Die Äpfel werden gemahlen und gepresst, und der Most vergärt durch Hefe. Meist liegt das Ergebnis zwischen vier und acht Prozent Alkohol. Unterschieden wird nach Geschmack von trocken über medium bis süß, nach Kohlensäure in still oder sprudelnd und danach, ob der Cider filtriert oder trüb ist. Oft handelt es sich um Blends aus vielen Apfelsorten, es gibt aber auch reinsortige Cider, sogenannte Single Varieties (dazu gleich mehr). Daneben existiert eine ganze Welt aromatisierter Cider mit Holunderblüte, Erdbeere oder schwarzer Johannisbeere.
Der Begriff selbst führt über das altfranzösische „Cidre“ und das lateinische „Sicera“ zurück auf das hebräische „Shekar“, was so viel wie „starkes Getränk“ heißt. In England ist Cider vor allem in den Three Counties und im Südwesten mit Somerset und Devon zu Hause. Die Geschichte reicht weit zurück: Vergorener Apfelsaft ist mindestens rund 2.000 Jahre alt und war schon im Römischen Reich bekannt, die englische Cider-Tradition ist gut 900 Jahre alt. Und als Rebellengetränk hat der Cider Tradition, lange vor dem Punk: Eine Cider-Steuer führte 1763 zu Aufständen im West Country, mit dem Kampfsatz, der König dürfe nicht in die Hütte der Ärmsten greifen.
Sheppy’s – sechs Generationen Familienbetrieb aus Somerset
In Somerset, im Ort Bradford-on-Tone nahe Taunton, besuchte Marcel den Familienbetrieb Sheppy’s und spazierte mit Matt, der dort für Events und Marketing zuständig ist, durch die Obstplantagen. Sheppy’s wurde 1816 gegründet, zunächst auf einer Farm bei Bristol, und ist seit gut 120 Jahren am heutigen Standort. Geführt wird das Haus von David Sheppy in sechster Generation, einem „Master of Cider“. Ursprünglich stand jedoch noch die Farm im Vordergrund und der Cider kam einfach hinzu. An diese landwirtschaftlichen Wurzeln erinnern bis heute die Longhorn-Rinder auf dem Gelände.
Auf dem Spaziergang durch die Orchards zeigte sich, was guten Cider ausmacht. Sheppy’s bewirtschaftet rund 36 Hektar mit etwa 15.000 Bäumen und gut 30 Apfelsorten, teils in alten Standard-Plantagen mit über hundertjährigen Bäumen, die wertvoll für Vögel und Insekten sind, teils in niedrigen, effizienteren Bush Orchards. Entscheidend ist, dass Cider-Äpfel keine Tafeläpfel sind: Sie bringen deutlich mehr Tannine und Säure mit und damit mehr Komplexität. Bis ein neuer Baum trägt, dauert es rund sieben Jahre, und geerntet wird nur einmal im Jahr – anders als beim Bier lässt sich also nicht einfach nachproduzieren, was den Betrieb bei den zunehmenden Überschwemmungen und dem sich wandelnden Klima vor echte Probleme stellt. Gegoren wird bei Sheppy’s spontan mit den wilden Hefen der Apfelschalen, die Blends in großen Edelstahltanks, die Vintage-Cider eines Jahrgangs dagegen in Eichenfässern.
Orchards bei Sheppy’s
Sheppy’s 200 – einfach „accessible“
Im Glas haben wir zunächst den Sheppy’s 200, benannt zum 200-jährigen Jubiläum und Matts erklärter Favorit: ein Medium-Cider, zugänglich, aber mit genug Charakter, um sich klar von Massenware abzuheben. Hellgelb wie ein helles Bier mit leichten grünen Reflexen, sehr fruchtig im Duft, mit feiner Perlage und einer schönen Säure, die am Gaumen kitzelt. Ein rundes, unkompliziertes Sommerabend-Getränk für 4,19 Euro.
Sheppy’s Redstreak – Single Variety
Reinsortig ausgebaut werden nur wenige Sorten, darunter Kingston Black, Dabinett und eben der Sheppy’s Redstreak, der Favorit von David Sheppy – jene Sorte übrigens, mit der in England einst die Flaschengärung begann. Goldgelb im Glas, medium, frisch und apfelig mit dezenter Süße, bei 4,0 Prozent Alkohol und 3,90 Euro.
Thatchers – vom Familienhof zum Marktführer
Wir bleiben in Somerset, wechseln aber die Größenordnung. Wo Sheppy’s ein mittelgroßer, craftig gebliebener Familienbetrieb ist, teilt Thatchers zwar die Herkunft (auch hier ein Familienhof, 1904 von William Thatcher auf der Myrtle Farm gegründet und bis heute in Familienhand), ist inzwischen aber zur größten Cider-Marke Großbritanniens aufgestiegen, mit industriellem Maßstab von rund 500 Tonnen Äpfeln pro Tag in der Erntezeit. Der Name hat übrigens nichts mit Margaret Thatcher zu tun, sondern bedeutet schlicht „Dachdecker“.
Spannend ist der Widerspruch, den Thatchers verkörpert: Man wirbt mit dem Slogan „What Cider’s Supposed To Taste Like“ und verkauft damit Authentizität als Marketingargument. Denn der Familienhof ist echt, dient aber zugleich als Aushängeschild einer Industriekelterei. Das erinnert schon irgendwie an die Malcolm McLaren und die Sex Pistols aus unserem Geschichtsteil der Folge: Echtheit wird zum Produkt, zur Marke.
Im Glas haben wir bewusst nicht das omnipräsente Flaggschiff Gold, sondern den Thatchers Katy, eine Single Variety aus dem gleichnamigen Apfel, der allerdings ein Dessert- beziehungsweise Tafelapfel ist, was den Cider leichter und fruchtiger macht. Hellgold, in der Nase fast weinartig, spritzig im Antrunk, fruchtig in der Mitte und leicht herb im Abgang, mit kräftigen 7,4 Prozent Alkohol, für 4,29 Euro.
Transkript zu Sex Pistols: War Punk nur ein Kunstprojekt? | Im Glas: Somerset Cider
Das Transkript ist automatisiert erstellt und nicht perfekt. Seht es uns nach.
Transkript aufklappen
Marcel
0:01:37
Moin Moin Heiko.
Heiko
0:01:39
Hallo Marcel und hallo an alle da draußen. Willkommen zurück zu unserer mittlerweile13. Folge Geschichte im Glas. 13 Folgen, Marcel. Weißt du, was das bedeutet?
Marcel
0:01:49
Wir haben Geburtstag.
Heiko
0:01:50
Wir haben Geburtstag. Alles Gute dir, wir, uns, uns allen zum Einjährigen.
Marcel
0:01:56
Krass, wir haben ein bisschen durchgehalten schon.
Heiko
0:01:59
Wir haben durchgehalten und irgendwie ist auch die Zeit wieder richtig vergangen.Und ich habe tatsächlich eine Geburtstagsüberraschung für dich mitgebracht. Einen Moment.
Marcel
0:02:06
Echt jetzt?
Heiko
0:02:09
Reichest dir rüber. Es ist nicht das, was auf dem Paket steht,aber du musst trotzdem vorsichtig beim Rausholen sein.Na klar, zum Einjährigen.
Marcel
0:02:20
Ein Weinglas.
Heiko
0:02:22
Ein Weinglas. Nicht nur irgendein Weinglas.
Marcel
0:02:25
Ein was? Eine Geschichte im Glas?
Heiko
0:02:26
Ja, eine Geschichte im Glasglas.
Marcel
0:02:29
Cool.
Heiko
0:02:33
Genau das ist wieder die Karte von Rum, die auch unser Logo ist.
Marcel
0:02:35
Ah, cool. Das ist ja geil.
Heiko
0:02:37
Ja, das dachte ich ja. Also wir können ein Foto dann auch bei Social Media davonmal zeigen. Also ich finde es ein bisschen, die Gravur ist ein bisschen hochgeworden, aber man muss schon sehr viel trinken und eingießen aus dem Weinglass,damit das so ein bisschen dein eingezweckt.
Marcel
0:02:50
Also wir haben jetzt Merch oder was?
Heiko
0:02:52
Wir sagen Merch, genau.
Marcel
0:02:55
Cool.
Heiko
0:02:56
Ja, deswegen dachte ich mir, überrasche ich dich dann mit so ein bisschen Kleinigkeit.
Marcel
0:03:00
Okay, ich habe schon gedacht, wir haben gar nichts zum Anstoßen heute,oder kommst du mit sowas um dich?
Heiko
0:03:04
Jetzt komme ich sogar mit am richtigen Glas.
Marcel
0:03:06
Ja, cool.
Heiko
0:03:07
Aber wir haben nicht nur das, also ich habe nicht nur das, sondern wir habenauch generell an uns ein Geschenk sozusagen gemacht.
Marcel
0:03:14
Ja, wir haben selber natürlich auch das Ding, dass wir sehr viele Weine verkostethaben und gelegentlich natürlich auch mal nachbestellen und wollen und gucken,wie war der Wein nochmal, was haben wir da eigentlich getrunken.Das ist natürlich dokumentiert auf jeder Episodenseite, aber wir dachten,es wäre cool, wenn wir so eine Art Rangliste haben oder auch Tierlist,wie man in YouTube Deutsch oder wie auch immer spricht.Das heißt eine Rangliste, wo wir unsere Favorite-Weine oder überhaupt die ganzenWeine einsortieren. Und da gibt es eine Klassifizierung.Das Beste vom Besten ist das geile Zeug, was dann ganz oben stehen wird.Wir haben aber auch Getränke gehabt, wo wir gesagt haben, das wäre eigentlichganz cool. Aber vielleicht eher für den besonderen Moment, also für große Momente.Ein paar Evergreens, die einfach gute Preis-Leistung-Sieger sind.Und Referenzgetränke, wo wir gesagt haben, das muss man mal getrunken haben,auch wenn es vielleicht ein bisschen mehr kostet oder vielleicht alles.
Heiko
0:04:07
Oder vielleicht auch gar nicht so den Geschmack getroffen hat.Das war vielleicht jetzt nicht das Leckerste, aber irgendwie doch für eine bestimmteRegion oder so, so spezifisch, dass es dann trotzdem als Referenzgetränk sehr interessant war.
Marcel
0:04:17
Und dann haben wir, und da haben wir auch glaube ich öfters schon mal gesprochen,du hast es öfters erwähnt, das One-Glas-Territory.Wo ein Glas vielleicht genug ist, jetzt zumindest an dem Tag.Und was uns an dem Tag nicht überzeugt hat. Nicht, weil das Getränk an sichnicht gut gemacht ist, sondern weil wir vielleicht gerade nicht in dem Mut waren oder…
Heiko
0:04:36
Genau, das ist die letzte Kategorie, die Not My Cup of Tea beziehungsweise NotMy Cup of Drink sozusagen.Was nicht heißt, dass es ein schlechter Wein ist, sondern wirklich,es kann auch sein, es ist ja ein super Tagesformal, hätte man den an einem anderenTag getrunken oder so, hätte er uns vielleicht auch geschmeckt.Also das nur so zur Einordnung.Genau, im besten Fall…Haben wir das live, wenn wir das jetzt hier veröffentlichen schon und ihr könnteuch dann auch durchklicken quasi entweder über alle Folgen hier weg oder einebestimmte Folge und so weiter.Und vielleicht auch nochmal, falls ihr dann auch vielleicht mal vor einem besonderenAnlass steht und denkt, ach, ihr hattet doch dann bestimmt mal irgendwie soein Wein, über den ihr gesprochen habt. Schauen wir doch mal bei Geschichte-im-glas.de vorbei.
Marcel
0:05:15
Genau.
Heiko
0:05:16
Genau, das ist aber nicht die einzige Neuerung. Die zweite Neuerung betriffterstmal einen Versuch, ein Experiment, das wir jetzt machen.Wir haben Feedback natürlich von euch immer wieder mal bekommen. Vielen Dank dafür auch.Und hin und wieder hieß es schon, dass es manchmal abschreckend sein kann,wenn es wirklich sehr, sehr lange Folgen sind.Also es gab solches und solches. Andere haben gesagt, naja, man hört es ja ehnicht immer am Stück. Aber andere haben gesagt, wenn da so zwei Stunden 50 odersogar eine 3 davor steht, kann das schon irgendwie abschreckend sein.Deswegen werden wir jetzt mal versuchen, beginnend mit dieser Folge oder mitdiesen Folgen, jetzt habe ich es quasi schon verraten, bei einem Thema,das eben entsprechend so viel hergibt, dass man so lange drüber sprechen kann,ein Zweiteiler oder mehrere Teile ausmachen, die dafür vielleicht ein bisschen kompakter sind.
Marcel
0:05:57
Genau, und wir haben uns dafür entschieden, weiter uns reinzunehören,deep zu gehen. Das passt einfach zu uns, da haben wir Bock drauf.
Heiko
0:06:04
Genau. Und das starten wir mit dem heutigen Thema sozusagen.Und nicht nur sozusagen, sondern ziemlich genau. Und das Thema ist die Geschichteoder auch die Entstehung des englischen Punk-Punkes.Und heute in Teil 1 schauen wir zunächst gewissermaßen auf den Punk von oben,also vor allem auf eine Band, das sind die Sex Pistols und auf den Mann dahinter, Malcolm McLaren.Warum ausgerechnet die? Weil sich an ihnen quasi eine Frage.Wie er unter so einem Brennglas durchspielen lässt, die den ganzen frühen Punk eigentlich umgibt.War das wirklich eine echte Jugendbewegung, die so von unten kam?Oder war es das clevere Kunstprojekt eines Mannes, der ganz genau wusste,wie man einen Skandal inszeniert?Und trotzdem sind die Sexpistols eben nur ein Ausschnitt. So laut sie waren,sie waren nie der ganze Punk rund um diese eine Band.Zur gleichen Zeit und oft völlig unabhängig davon, spielt sich dann doch nochirgendwie signifikant mehr ab. Unzählige andere Leute, andere Orte, andere Ideen.Aber das heben wir uns dann eben bewusst für den zweiten Teil dann auf.Da weiten wir quasi den Blick von der einen Band auf die ganze Szene.Da soll es dann auch um so das Selbstgemachte beim Punk gehen,um so politische Grabenkämpfe und einfach auch darum, was von all dem vielleichtauch bis heute geblieben ist.Und dazu trinken wir heute und beim nächsten Mal passenderweise Cider.Und warum das so ist, das erklärt euch am besten jemand, der besser weiß als ich, wovon er spricht.Und zwar Jema Ford, Sänger der Surf & Turnips, das ist eine Punkband aus demWest Country in England, das, wie uns Marcel vielleicht heute erzählen wird,unbestritten so das Herzland des Ciders ist.Ja, für alle, die jetzt im Englischen vielleicht nicht jedes Wort mitbekommenhaben, kurz auf Deutsch, worum es, worum es J-Ma da geht, Cider und Punkrock,die gehören in Großbritannien schon lange eng zusammen und das hat einen ganzhandfesten Grund. Cider war nämlich extrem stark, ungefähr doppelt so starkwie Bier und gleichzeitig richtig billig.Denn Cider genoss einen besonderen gesetzlichen Schutz, weil er so auf Bauernhöfen hergestellt wurde,was dann aber auch großen kommerziellen Produzenten bestimmte Vorteile verschafftund gerade so in den wilden, hedonistischen Anfangstagen des Punk,wie Jemers ausdrückt, war Cider deshalb im Prinzip das Getränk der Wahl der Punk-Szene.Den Audio-Clip, den habe ich jetzt ein bisschen gecuttet danach,erzählt Jaymer auch noch, dass dann vor allem so frühe Thrash-Punk-Bands wieChaos UK und Disorder aus dem West Country diese Cider-Kultur befeuert haben.Im West Country bekommt man nämlich Farmhouse Cider, direkt von den Höfen,der ist extrem stark, billig, schwer zu trinken, dass es fast schon damals,jedenfalls in der Frühphase, so als Mutprobe galt, den zu trinken.Und manche dieser Cider, die schmeckten so speziell, dass ihnen Jaymer beinaheso psychedelische Wirkungen zuschreibt und er sagt dann noch,für den Punk sei der Scrumpy, so heißt dieser Cider, sozusagen das,was für den Rastafari das Marihuana ist.Das fand ich noch ganz witzig und da passt es doch ganz gut,dass unser lieber Marcel sich mal wieder nicht hat lumpen lassen und tatsächlichnach Südengland eben, ich vermute, ins West Country gefahren ist.Also um da ein bisschen zu recherchieren, was hast du uns denn da heute mitgebracht?
Marcel
0:09:48
Ja, wie gesagt, du bist ja,oder wir sprechen uns ja vorher nicht, aber du hast ganz gut den Rahmen schongegeben, tatsächlich für das, was wir in den beiden Folgen trinken und auchwas die Punk- und Cider-Connection ist, würde ich, glaube ich,gleich nochmal drauf zurückkommen.Ja, ich war zehn Tage unterwegs in England und bin direkt eingetaucht in dieCider-Welt, um nicht nur theoretisch,von der Ferne zu erfahren, sozusagen, wie das so funktioniert und ich verkostemal, sondern wirklich mal einzutauchen in die Pub-Szene und in verschiedenen Städten und Dörfern.Ich war in London gewesen, auch ein bisschen auf den Spuren der Sex Pistols unterwegs gewesen.In Bristol, was ja so ein bisschen das Herz der Musikszene ist und aber auch sehr viel Cider abgeht.In Somerset, was einfach so eine Region ist, wo quasi West Country Herz vomCider ist. Und in Devon, wo auch sehr viel Cider herkommt.Ja, ich habe vielleicht so 20, 25.Cider insgesamt probiert. Man kann natürlich nicht so viel vom Cider probieren,wie du gerade gesagt hast, es ist sehr stark billig, weiß ich nicht,vielleicht war das früher so, definitiv teurer als Bier mittlerweile,zumindest im Vergleich zu Deutschland.Und ja, wir fokussieren uns aber in den beiden Folgen voll und ganz tatsächlichauf Somerset, was ja so wirklich ein bisschen das Herz sozusagen auch wirklich ist von Cider.Also es gibt auch woanders guten Cider, aber das ist das, wo ich die Cider mitgebrachthabe, auf die wir uns konzentrieren.Und dieses Mal, anders als in der Japan-Folge, wollte ich, dass man die Ciderauch bestellen kann in Deutschland.Dementsprechend sind welche da, die es hier gibt, aber den Farmhouse Cider sozusagen,auf die Spur geben wir uns auch in der nächsten Episode. Aber was man wirklichauf der Farm kriegt, haben wir heute nicht.Weil Brexit ist halt ein Arschloch.Und es verhindert, dass wir halt einfach diese kleinen Farmhaus-Cider gar nichtso trinken können. Weil man die dann nicht unbedingt, also die liefern nichtmal. Und es lohnt sich für die auch nicht, diesen ganzen Papiergramm zu machen.Und ja, dementsprechend habe ich aber trotzdem was Tolles mitgebracht.Und zwar sind alle Cider natürlich aus England und aus Somerset.Von in dem Falle einen Großteil der Cider auch von ciderhof.de,was ein toller Shop ist. Die haben Cider von kleineren Produzenten,sind super nett und dann habe ich nochmal einmal aus England selbst bestellt,aus einem Whisky-Laden, die haben wiederum exportiert, der Gegner.Ja, aber ich wollte nochmal sagen, Ciderhof, Jeremy, cooler Typ,kann man da bestellen, macht das gerne, weil es gibt auch andere,sag ich mal, Lieferanten, die nicht so zuverlässig sind, was wir erfahren mussten in der Sendung.Heute geht es erstmal um Cider-Marken sozusagen oder besser gesagt um Somerset-Familienbetriebe,die dann zur Marke wurden.Ja, vielleicht können wir die eine oder andere Klammer auch inhaltlich bei dirheute finden, bin ich mal gespannt.Und einer heute auch bis zur größten Marke des Landes sozusagen heute dabei,der sich aber eher als Familienbetrieb sozusagen verkörpern möchte.Ich habe eine Karte mitgebracht, kannst dir mal anschauen Heiko und auch ihrZuhörer als Kapitelmarke sozusagendirekt wieder auf dem Podcast Player zu sehen oder auf Instagram.
Heiko
0:12:57
Oder in den Shownotes verlinkt, falls eure App das nicht unterstützt,dass es direkt angezeigt wird.
Marcel
0:13:01
Genau, die Karte umfasst jetzt beide Folgen. Man sieht hier Somerset.Somerset liegt im Westen sozusagen von England, ein bisschen weiter weg von London.Man braucht schon ein paar Stunden, obwohl es nicht weit ist,ist dann die Infrastruktur doch immer nicht so so verlässig,dass man dann doch, wenn man reist nach Devon oder Somerset,ein bisschen Zeit mitnehmen muss.Und wir werden uns in dieser Episode einmal Schäppis angucken,was in der Nähe von Thornton ist, links auf der Karte.Und das andere ist Thatcher’s, jetzt nicht Margaret Thatcher,sondern tatsächlich einfach Thatcher’s Cider.Die ja in der Nähe von Bristol, vom Airport sozusagen sind und dieser großeFamilienbetrieb, der mittlerweile industriell und überall präsent in UK ist.Und auch ich wollte natürlich überlegen, was ist eigentlich der Zusammenhangzwischen Punk und Cider. Und auch ich habe jemanden getroffen und lasse ihnsprechen, nämlich Bill. Den werden wir im zweiten Teil noch genauer kennenlernen.Den habe ich auf meiner Tour kennengelernt.Und das ist ein waschechter Cider-Nerd. Und was er zu dem Cider- und Punk-Linksagt, hören wir uns einfach mal an.Also, ja, prinzipiell bestätigt es genau das, was du auch mitgebracht hast.Es ist einfach eine einfache Verbindung, gibt es da zwischen Sider und Punk.Sider ist einfach billig und knallt einfach rein, sozusagen. Ja, und ist stark.
Heiko
0:14:34
Ich bin noch darüber gestolpert, das habe ich jetzt nicht mit.Es gab wohl auch, also bis zu Anfang der 80er, dann so in der Szene,das nannte sich Snakebite. Das war so eine Mischung aus Lagerbier und…Also du grinst, kommst du noch rauf?
Marcel
0:14:45
Ich komme nochmal rauf. Du bist auch drauf gestoßen.Und was wir auch noch zusätzlich mitgebracht haben, heute wirklich Geburtstagmit ein paar Neuerungen.Wir haben eine Playlist mitgebracht und zwar mit Songs, die einfach zur Stimmung passen.Den beiden Episoden habe ich auch öfter zum Auto gehört zwischendurch,wo ich das zusammengestellt habe.Und auch Sachen, also Bands und Songs sind drauf, die du im Laufe der Folge…
Heiko
0:15:11
Genau, in beiden Prinzip. Also das ist so ein bisschen begleitend.Ich werde hin und wieder auf einen Song eingehen natürlich, wenn es um Punk geht.Hin und wieder vielleicht nur mal so eine Band erwähnen oder so zwei,drei Bands exemplarisch aufzählen und die haben wir dann einfach auch in diePlaylist mit aufgenommen.Genau, wer das so sich anhören will, die Playlist, die Spotify Playlist,verlinken wir natürlich dann auch.In den Shownotes. Und gerne, das habe ich eben noch vergessen,wir haben ja wie gesagt schon Feedback dazu bekommen, aber wir sehen natürlichauch an den Downloadzahlen, dass wir auch viele stille Mithörer haben, das ist auch schön.Trotzdem freuen wir uns natürlich weiterhin immer über ein Like,einen Kommentar oder auch schreibt uns einen netten Geburtstagskurs zum Beispiel.Wir freuen uns über alles, was irgendwem einen Namen oder ein Gesicht gibt oderirgendwie ein bisschen das sonst, genau.Vorweg eine kurze, aber wichtige Vorbemerkung erstmal erfunden.In Anführungsstrichen wurde der Punk genau genommen nicht in England.Der Begriff und die erste Welle kamen aus den USA, aus dem New York der mittleren70er, aus einem Club namens CBGB, von Bands zum Beispiel wie den Ramones,die kennt man, oder auch Television.
Marcel
0:16:08
Ah, die kommen aus den USA. Genau.
Heiko
0:16:11
Auch das Wort selbst wurde dort geprägt, vor allem durch ein Magazin, das eben Punk hieß.Der Name des Magazins wurde quasi auf die ganze Szene ausgeweitet.Doch erst in Großbritannien wurde daraus wirklich so ein landesweites medialesPhänomen und dabei irgendwie auch wütender, vielleicht auch klassenbewussterund vor allem auch aufgeladen so mit der gesellschaftlichen Stimmung des Landes,denn um zu verstehen, warum Punk genau hier und auch genau jetzt explodierte,müssen wir kurz über den Zustand Großbritanniens in den 70er Jahren sprechen.Die Wirtschaft, die steckt in der Rezession, befeuert letztlich auch durch die Ölkrise von 1973,die Arbeitslosigkeit steigt, Inflation, die lag 1975 bei, also 1975 bei fast25 Prozent, das ist ein Wert, bei dem ein selbst heute schwindelig wird,also selbst in den schlimmsten Inflationsjahren durch die Corona-Krise Da hatten wir nicht diese Werte.Aber, und das ist der entscheidende Punkt, es war nicht nur so die nackte ökonomischeLage, es war mehr so ein Gefühl.Der Historiker Andy Beckett, der hat dafür einen schönen, in Anführungsstrichen,Begriff des Deklinism geprägt, also so eine Art Niedergangsdenken,der ist einfach die Überzeugung, dass es mit Großbritannien unaufhaltsam bergabgehe und dass die besten Tage einfach vorbei sind.Und dieses Gefühl des Verfalls, das hatte sich dann so Beckett bis Mitte der70er geradezu so in den britischen Geisteszustand eingenistet.
Marcel
0:17:24
Und das Gefühl gibt es heute immer noch.
Heiko
0:17:28
Absolut, also da werden wir auch in der nächsten Folge witzigerweise noch einkommen,dass man wieder irgendwie Parallelen ziehen kann.Aber in diese Stimmung hinein, und das ist jetzt das Interessante,wird jetzt Punk geboren.Und Punk war damit die erste moderne Jugendkultur, die nicht in eine Zeit desAufschwungs und des Wohlstandsversprechens hineinwuchs, sondern wirklich direktin die Rezessionen, die vorherigen Subkulturen wie die Teddyboys.Zum Beispiel, dazu gleich mehr.Aber auch die Hippies, die profitierten alle von diesem Nachkriegsboom,dem Golden Age des Kapitalismus, steigende Reallöhne der Arbeiterklasse sozusagen,die Erfindung des Teenagers überhaupt erst als neue Konsumentengruppe für den Kapitalismus.Punk bricht dann radikal damit. Es ist wirklich die erste Kultur,die mit Massenarbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit aufwächst.
Marcel
0:18:08
Ja, das stimmt. In den 80ern würde es sich ja nochmal irgendwie drehen wieder.Da hat man glaube ich wieder mehr Zukunftsoptimismus.
Heiko
0:18:16
Ein bisschen, aber du hast natürlich dann trotzdem auch in der,also ich weiß nicht, ob dieser ganz große, dieser 50er, 60er Optimistin-Boomsowohl in Wirtschaft als auch in Kultur und in, also auch so,Science Fiction hast du eigentlich seit den, auch in den 80ern dann eher Dystopienund so, also richtig optimistisch ist man dann nicht mehr.Die Hippies jedenfalls ein Jahrzehnt zuvor, die konnten eben von Liebe und Bewusstseinserweiterungträumen, weil der Wohlstand das einfach erlaubte.Sie galten den aufkommenden Punks deswegen auch eigentlich als Feindbild tatsächlich.Für die Punks von 76 waren Hippies so das absolute Symbol für Selbstgefälligkeit,verklärtes Wunschdenken, Realitätsferne und sowas.Und ihre Antwort war entsprechend anders, eben nicht Peace and Love,also Friede und Liebe, wie es die Hippies propagierten, sondern buchstäblichHate and War, Hass und Krieg, wie es The Clash 1977 sangen.Und in genau dieses Klima, also ein Land im Niedergang, eine Jugend ohne Aussichtauf das alte Wohlstandsversprechen, platzt unsere eigentliche Geschichte derheutigen Folge oder der nächsten beiden Folgen.Aber sie beginnt nicht mit wütenden Jugendlichen, möchte man meinen,sondern mit zwei Erwachsenen und einem Laden.Denn den Hass auf die Hippies den die Punks später teilen sollten die hattenzwei Menschen schon seit einigen Jahren kultiviert und zwar von einem Ladenaus in der Kings Road Nummer 430 im Londoner Viertel World’s End in Chelseaund die beiden die hießen Malcolm McLaren,Und Vivian Westwood. Vivian Westwood, die kennt man heute ja als eine der einflussrechtenModedesigneren des 20. Jahrhunderts. Damals jedenfalls, Anfang der 70er,war sie das natürlich noch nicht.Oder was heißt natürlich? Sie war es jedenfalls noch nicht. Sie kam eher soaus einfachen Verhältnissen, Norden, England und hatte sich so eine Zeit langals Grundschullehrerin durchgeschlagen.Ihr Lebenspartner war damals eben Malcolm McLaren. Das war ein Kunststudent,der sich jahrelang durch diverse Londoner Kunsthochschulen so ein bisschen treibenließ, ohne jeden Abschluss zu machen.Sein Lehrer brachte es auch mal auf den Punkt. McLaren, der werde nie ein Maler,er spiele eher mit der Kunst.
Marcel
0:20:07
Ich bin mal gespannt, wie dieser Kunstling, also wie oft der nochmal auftaucht, weil…
Heiko
0:20:12
Das ist der Fokus heute, kann ich dir sagen. Und genau das sollte tun,dieses Spiel mit der Kunst sollte er dann eben tun, aber einfach nicht auf einerLeinwand, sondern für sich entdeckte er dann eben eher seinen Baukastenladenund schließlich eben eine Band.Beide jedenfalls, Westwood und McLaren, die verachteten Hippies, wirklich.
Marcel
0:20:31
Okay, okay, finde ich auch interessant.
Heiko
0:20:33
Weil ihre Diagnose war, die Hippie-Kultur, die hat die Welt ja überhaupt nichtverändert. Das war bloß Window-Dressing, also so Schaufenster-Dekoration,so eine Revolte, die in Wahrheit gar nichts umgestürzt hat.Und auch der Rock, also die Rockmusik ihrer Gegenwart, also der 70er,das war so ein aufgeblähter Stadionrock, der sei nur noch so ein pompöses,bourgeoises, also bürgerliches Abziehbild, jener Wildheit, die der Rock’n’Rollin den 50ern eigentlich mal gehabt haben sollte.
Marcel
0:20:58
Es ging so auch in die Richtung so Glamour-Rock. Genau, so soll ich sagen.
Heiko
0:21:02
Das war alles nicht mehr irgendwie dieses…Dirty. Ja, und das ist auch das, was so der Kern der späteren Punk-These wird,so Jahre bevor es wirklich dieses Punk gibt. Also eigentlich,man muss wieder mehr zu dieser Wildheit zurückholen und nicht dieses Geleckte sozusagen.Und hier kommen auch die Teddy Boys ins Spiel, die ich eben schon mal erwähnthatte, denn der Laden der begann gar nicht als Punk-Laden,Seine erste, wenn man so sagen kann, so Inkarnation, also ab 1971,hieß Let it Rock und war ein Tempel wirklich für die 50er. McLaren und Westwood,die designten und verkauften im Prinzip originalgetreue Mode für die Teddy Boys.Und ich habe dir und auch euch mal ein Bild von solchen Teddy Boys mitgebracht.Das ist das nächste Bild in unserer Galerie. Wie gesagt, wie immer auf Instagram,in den Show Notes oder in der App.Beschreib doch kurz nur mal.
Marcel
0:21:50
Willst du mich jetzt wirklich Mode beschreiben lassen? Also ich glaube,da haben wir nicht wirklich, wirklich…
Heiko
0:21:55
Ja, aber vielleicht nur kurz für alle, die es jetzt nicht vor Augen haben,nicht modebeschreiben, aber vielleicht, was gibt dir das für einen Vibe?Wie sehen die denn aus, die Jungs, die du da siehst?
Marcel
0:22:04
Die, naja, weiß nicht, würde ich auf jeden Fall in Großbritannien verordnen,oder war das das… Ja, irgendwie…Also weiß ich nicht.
Heiko
0:22:17
Aber findest du denn, dass die so…
Marcel
0:22:19
Die haben halt einfach so, das ist typisch halt mit den Jackets sozusagen,irgendwie relativ stylish, fesch, Haare irgendwie ganz cool gemacht.So würde auch, glaube ich, fast heute wieder ganz gut passen.
Heiko
0:22:30
Aber findest du, die sehen aus wie in den 70ern oder was sei denn echt das?Und sehen sie aus wie irgendwie eine, wie kleiden sie sich wie Jugendliche?
Marcel
0:22:37
Das ist halt das Gegenteil von Hippie, ne? Also es ist halt eher,glaube ich, so was die britischen Bands auch später eine Zeit lang hatten,so dieses etwas, also sie spielen halt quasi mit Kombis so.
Heiko
0:22:48
Worauf ich hinaus will, ist, dass es so ein bisschen wie eher 50er-Jahrestyleist, weil die Teddyboys tatsächlich in den 50ern entstanden,die haben ja so eine Rock’n’Roll-Tolle und so weiter,und die erlebten dann in den 70ern so ein Revival, aber das Faszinierende,und darauf wollte ich eigentlich hinaus, ist quasi wirklich die Herkunft ihresStils, jedenfalls das Faszinierende für jemanden wie McLaren,denn die Teds, die hatten sich quasi so einen, und das hattest du schon mit den Jackets und soerkannt, sie haben sich einen vornehmen so Oberschicht-Look angeeignet,also so quasi, das waren ja gar,keine Oberschicht, sondern sie haben sich aber das genommen,so ein bisschen diesen Style fast schon des britischen Adels und so weiter undhaben ihn dann, wie McLaren es sagt, auch so vulgarisiert und quasi so wie soein Klassentrotz einfach für sich beansprucht.Quasi Arbeiterjungs, die sich dann den Stil ihrer Besseren schnappten und ihn einfach umdeuteten.Und genau danach suchte McLaren so nach einer echten so rebellischen Subkulturder Arbeiterklasse, der er sich dann andocken konnte mit mit seinen ganzen künstlerischenIdeen. Nur diese Hoffnung zerbricht relativ schnell. Die Teddyboys,die zeigten sich in entscheidenden Momenten nämlich eher konservativ.McLaren begriff daher auch, das war nicht so die proletarische Speerspitze,von der er geträumt hat. Und damit war klar, die Tets mussten für ihn weg.Der Rock’n’Roll-Cult, der war kurzfristig so eine nützliche Waffe gegen dasEstablishment vielleicht gewesen, aber am Ende irgendwie spießiger als alles,was man eigentlich aufmischen wollte. Deswegen musste der Laden sich häuten.Und aus Ledded Rock wird 1974 dann eben Sex.In Großbuchstaben ein Laden, der dann Fetisch und Bondage-Kleidung so als normaleStraßenmode verkaufte.Provokation pur. Die Tets, die eben auch eben den Laden einst noch irgendwievoll gemacht haben und da gekauft haben, die waren auch tatsächlich provoziertund schlugen erstmal die Scheiben ein und alles. Also die haben da richtig Rabatzgemacht, als der dann zu so einem Fetischladen umgebaut wurde.Als frei so verwendbares Bild habe ich leider nur ein neueres Bild von dem Ladengefunden. Das ist das nächste Bild. Das kannst du dir anschauen.So sieht er halt seit den 80er Jahren aus.Das ist das nächste Bild in der Galerie. Stellt euch…
Marcel
0:24:39
Auch in Chelsea, ne? Genau.
Heiko
0:24:41
Stellt euch einfach statt der Uhr so ein große, rosafarbenes StoffbuchstabenSE und X vor sozusagen, dann ist das der Sexladen oder googelt einfach SexboutiqueVivian Westwood, da findet ihr auf jeden Fall auch Bilder, aber ich,wollte jetzt nicht irgendwie rechtlich in Schwierigkeiten kommen und irgendwelcheFotos jetzt hier mitbringen, aber wie gesagt, Sexboutique Vivian Westwood,da findet man in der Google-Suche auf jeden Fall.Was das Ganze nun aber mit Punk zu tun hat und wie die Provokation wirklichauch zur Methode gehörte, das hören wir, würde ich sagen, nachdem wir jetztauch mal endlich den ersten Cider getrunken haben, der mich hier schon die ganzeZeit anlacht auf dem Tisch.
Marcel
0:25:17
Wird ja auch mal Zeit.
Heiko
0:25:18
Wa?
Marcel
0:25:20
Ja, wir trinken den ersten Cider, nämlich von Chappies den 200.Ich erzähle noch mal ein paar kurze Worte zu Chappies vorher.Ja, das ist ein Cider-Produzent, der seit sechs Generationen da ist,prinzipiell in Familienunternehmen, aber kein Industrieriese,der wiederum aber auch exportiert.Und ich habe Chappies in Somerset besucht. Die sind in Bradford und Thorn,das ist in der Nähe von Thornton auf der Karte, haben wir es ja vorher uns auch angeschaut.Liegt so eine Stunde von Bristol entfernt. Und dort habe ich Matt getroffen von Schappies.Habe ich auch ein Bild mit als Kapitelmarke angehangen.Und mit Matt habe ich ein Stündchen gesprochen. Bin ein bisschen mit ihm rumspaziert.Er macht Events und Marketing bei Schappies. Wir sind durch die sogenanntenOrchids spaziert. Schon mal gehört?
Heiko
0:26:09
Sind das so Orchideengärten?
Marcel
0:26:12
Obstplantagen einfach.
Heiko
0:26:16
Achso, ja, gibt mir Sinn.
Marcel
0:26:18
Und er hat über Sheppie erzählt und er wird uns ganz kurz auch ein Background geben über Sheppies.Also Shepi wurde 1816 gegründet auf einer Farm etwas außerhalb von Bristol unddie sind dann nochmal umgezogen.Also 80 Jahre später sind sie dann jetzt dort gelandet, wo ja heute die Farmsozusagen auch weiterhin ist und da sind sie seit 120 Jahren.
Heiko
0:26:57
Ich finde auf jeden Fall, man hört an allen drei Audio-Clips,dass die ungefähr aus der gleichen Region kommen.
Marcel
0:27:02
Vom Dialekt?
Heiko
0:27:03
Ja, vom Dialekt.
Marcel
0:27:03
Ja, okay. Der aktuelle Master of Cider, so nennt man den Cidermacher sozusagen,der den Hut auf hat, ist David Chappie. Also dementsprechend natürlich auchdie Familie nach wie vor am Ruder.Und ursprünglich angefangen haben sie quasi eigentlich mit einer Farben.Also es gab da damals so Longhorn Rinder.Es war einfach nur eine Farben erstmal. Naja, das war jetzt noch gar kein Cider,sondern Cider kam dann später oben drauf sozusagen und wurde dann produziert.Und Funfact quasi aus der Zeit, dass Farbenarbeiter damals in Cider bezahltwurden sozusagen. Die haben dann statt Geld Cider bekommen.Und witzigerweise, jetzt kommen wir wieder, das Thema hatten wir an andererStelle schon mal, nämlich, dass der vermeintliche Grund ist,dass die Wasserqualität eigentlich zu schlecht sei.Da haben wir uns ja schon mal drüber unterhalten, dass quasi das eher so ein Mythos ist.Auch, ja, die Wasserqualität war vielleicht nicht so gut, aber auch die Cider-Qualitätwar an bestimmten Stellen, es gab da sogar damals Blei im Cider,durch bestimmte Methoden, deswegen war das vielleicht auch nicht die beste Qualität,sondern es lag einfach da dran, dass der Cider auch billig war,er war nahehaft und er motivierte und brachte so eine gewisse Loyalität auchgegenüber sozusagen vom Farmerbeiter,zu den Inhabern und es wurde einfach auch geregelt, es gab so ein Cider-Allowanceund Und da konnte man dann dreibis vier Pints am Tag sozusagen den Farmarbeitern geben und das war okay.Pint, weißt du was ein Pint ist?
Heiko
0:28:33
Also ungefähr ein halber Liter.
Marcel
0:28:34
Ja genau.
Heiko
0:28:35
0,6, 0,5.
Marcel
0:28:37
568 Milliliter, beziehungsweise ist es leider noch ein bisschen unrunder, aber sehr ungefähr.Und ich habe Matt auf dem Spaziergang mal gefragt, was sein Lieblings-Cider ist.Also sein Favorit ist der 200, den trinken wir heute. Der 200 ist prinzipiellder Jubiläum-Cider, der zu 200 Jahren Schäppis gab. 2016.Und es ist ein Medium Cider, der sehr accessible ist. Das Wort Accessible hatsich sehr häufig gehört vor Ort.
Heiko
0:29:20
Zugänglich.
Marcel
0:29:21
Ja, vielleicht wiederum im Gegenzug sozusagen zum Farmhouse Cider,wo wir vielleicht später zukommen.Aber auch mit genug Charakter, sodass man merkt, das ist ein gemachter Ciderund keine Massenware mit Einheitsgeschmack.
Heiko
0:29:34
Ich bin gespannt.
Marcel
0:29:35
Genau. Und trinken wir einfach mal.
Heiko
0:29:38
Cheers.
Marcel
0:29:39
Cheers. Und nochmal alles Gute. Alles Gute.
Heiko
0:29:42
Ja, das stimmt. Herzlichen Glückwunsch zu uns.
Marcel
0:29:44
Ja, das ist so…
Heiko
0:29:45
Wir passen, dass wir dann auch, also wir haben noch nicht 200 Jahre,sondern erst eins, aber wir passen, dass wir mit dem quasi Geburtstags-Schäppis anstoßen.
Marcel
0:29:52
Dem 200-jährigen. So farblich ist der eher so ein, ja, der ist ja schon fastso Honiggelb, aber ein bisschen heller, wir werden nachher noch dünn.
Heiko
0:30:01
Ein Apfelsaft könnte aber tatsächlich jetzt auch ein bisschen,hat schon einen bierigen Touch.
Marcel
0:30:05
Ja, genau.
Heiko
0:30:07
Also ich rieche auch mal dran, aber ich weiß gar nicht, ob man das bei Cider wie bei Waren…
Marcel
0:30:10
Ja, doch, es gibt schon Unterschiede. Also es ist wieder natürlich ein bisschenanders als bei Weinen und so.Also man hat aber schon so fruchtig so ein bisschen was.Heute finde ich es ein ganz kleines ein bisschen muffiger.
Heiko
0:30:24
Muffig, ne? Ich habe mich nicht getraut, aber es ist schon muffig.
Marcel
0:30:26
Ja, ich glaube, eventuell ist es Glas. Weil eigentlich…
Heiko
0:30:34
Boah, der ist erfrischend.
Marcel
0:30:37
Boah, der ist richtig lecker. Ja.
Heiko
0:30:41
Der ist auch gar nicht, also ich habe es auch ein bisschen gehofft und auchnicht so erwartet, weil ich dich ja auch kenne, weil man kennt ja so ein bisschenwirklich die Industries Ciders, die man sich hier manchmal im Supermarkt oder beim Späti mal holt.
Marcel
0:30:52
Ich freue mich.
Heiko
0:30:53
Ich kannte die.
Marcel
0:30:54
Ich habe die jetzt in die Woche getrunken, das ist furchtbar.
Heiko
0:30:56
Das ist einfach, da besteht hauptsächlich aus Zucker. Aber der ist ja gar nichtsüß, der schmeckt einfach wirklich.
Marcel
0:31:00
Ja, also ich meine, es ist ein Medium, das ist jetzt kein Dry.Das heißt, wir haben ja schon auf jeden Fall, natürlich ein bisschen Süße drin,aber das ist halt eine schöne Balance so zwischen, du hast eine schöne Säurehinten, die so ein bisschen kitzelt, aber du hast aber auch das runde…
Heiko
0:31:13
Der schmeckt gefährlich nach so einer Apfelschorle. Also du merkst auch wirklichnicht, dass da groß Alkohol drin ist.
Marcel
0:31:19
Ja. Der hat auch nicht so viel, also wir starten soft, wir haben nicht die doppelte Bier.
Heiko
0:31:25
Nicht die strong und die spottbilligen, starken…
Marcel
0:31:28
Wir haben 4,7% Alkohol, also wir sind quasi ein bisschen unter Bier. Also, ja.
Heiko
0:31:34
Ungefähr bei Bibel.
Marcel
0:31:35
Aber ja, für mich war es auch so voll, der Sommerkandidat passt irgendwie vollzu gutem Wetter. Und ich finde immer gut, dass du sagst, weil ich auch,wie gesagt, die Supermarkt-Cyder ist kein Vergleich in dem Sinne. Nee, tatsächlich.Und er hat quasi so eine feine, feinere Perlage in dem Sinne. Ja, ich wusste nicht.
Heiko
0:31:58
Aber ich wollte es auch erst sagen, aber ich wusste nicht, ob es komisch kommt,wenn wir jetzt hier über Punk und Cyder sprechen, wenn ich jetzt mit Perlage,Der sprudelt nicht richtig stark.
Marcel
0:32:10
Ja, aber kommen wir nochmal dazu, was ist eigentlich Cider?Ich glaube, relativ simpel, einfach vergorener Apfelsaft. Also man sagt ja auchApfelwein dazu oder Äppelwein oder so.Ich bin tatsächlich hingefahren und habe mich im Nachhinein oder währenddessengefragt, warum es bei uns eigentlich nicht so eine Ciderkultur gibt,weil es gibt sie in England, es gibt sie in Frankreich, es gibt sie in Spanien.Wo mir dann aufgefallen ist, natürlich gibt es die bei uns auch,halt ein bisschen regionaler begrenzt sozusagen, aber nicht so in der Breite.Also Cider ist das nicht ein Getränk, was man hier irgendwie in jeder Kneipeoder in vielen Kneipen bekommt. Das ist einfach nicht so.
Heiko
0:32:44
Nö, stimmt. Es hat sich hier mehr Bier und auch Wein durchgesetzt auch einfach als Getränk.Wobei ich jetzt natürlich, ich weiß nicht, ob du noch aufkommst,ich weiß jetzt auch nicht, wie verbreitet Cider wirklich, wenn du nicht geradeWest Country bist, zum Rest des Landes ist, oder ob das da auch eher eine Nischeist, wenn man eher zum Bier trinkt.
Marcel
0:32:58
Nee, du kriegst das, also wo ich unterwegs war, gab es auf jeden Fall.
Heiko
0:33:01
Genau, aber du bist halt auch wirklich im West-Cardie.
Marcel
0:33:03
Ja, aber in London auch.
Heiko
0:33:05
Da wird es auch von allen so getrunken. Oder ist es trotzdem eine Nische,dass du das trinkst und die meisten trinken dann doch eher ein Guinness oder was?
Marcel
0:33:12
Es gibt Pläne, wo du quasi geteilt Bier und Cider sozusagen hast, frisch vom Schapfhahn.Also natürlich habe ich ein bisschen geguckt, auch da hinzugehen,aber in London war das auch sehr üblich und die Leute haben das auch getrunken.Ja, Äpfel werden für den Cider gemahlen, gepresst und dann wird der Most prinzipiellvergärt durch Hefe. Also ähnlich wie wir es auch kennen bei Wein.Wir haben meist zwischen 4 bis 8 Prozent Alkohol. Der Farbenhaus Cider ist dannvielleicht eher am oberen Ende sozusagen. Und 4 Prozent ist dann eher,wenn es dann nicht gerade so hart ist, wie wir hier auch gerade im Glas haben.Rein rechtlich ist es zwischen 1,2 Prozent und 8,5 Prozent ABV,also Alkohol bei Volume.Man darf rein rechtlich Wasser hinzufügen, Zucker, Kohlensäure,Süß- und Farbstoffe. Deswegen sind auch diese Supermarkt-Zeiter-Zeiter so.Und man kann sie unterscheiden in Dry, Medium und Sweet.Wir haben größtenteils Mediums sozusagen dabei.
Heiko
0:34:13
Heute?
Marcel
0:34:14
Ja. Es gibt dann Stille oder Sprudelne.
Heiko
0:34:18
Es gibt auch Stille, okay.
Marcel
0:34:20
Das ist dann wiederum der Farmhouse-Bereich eher sozusagen. Der Export-Bereichist eher Sprudelne, sage ich mal so. Deswegen haben wir heute auch nur Sprudelnde dabei.Es gibt sie dann filtriert, relativ klar. Der ist relativ klar, wenn man nochmal guckt.Oder auch trüb, beziehungsweise vielleicht so ein ganz kleines bisschen.
Heiko
0:34:38
Ja, aber nicht wie so ein naturtrüber Apfelsaft sieht der nicht aus.
Marcel
0:34:41
Und oftmals sind es Blends, also so quasi Cuvées, wie wir es im Wein kennen,wo mehrere Apfelsorten gemischt werden. Aber es gibt auch Einzelsorten,Single Varieties, da kommen wir später nochmal zu.Die Farmhouse-Cyder hast du ja schon auch erwähnt. Sind dann natürlich,ist so die eine Welt, Scrumpy. Gehen wir noch mal in der nächsten Folge,gehe ich jetzt nicht drauf ein.Und dann haben wir dann die industrielle Welt, die es natürlich dann überallund sehr präsent gibt. Und wie gesagt, sehr viel präsenter auf jeden Fall als bei uns.Und es gibt auch, und das gehört auch dazu, aromatisierte Cider,die sehr gängig sind und gern getrunken werden. Sowas wie Elderflower,Strawberry, Blackcurrant.
Heiko
0:35:16
Witzig, also Gin-mäßig. Also da merkst du, in England mögen sie ihre Elderflowerund ihre aromatisierten Getränke.
Marcel
0:35:24
Kann man auch trinken, habe ich auch probiert, wird meist nach der Fermentationhinzugefügt dann, die entweder wirklich als Saft oder als Aroma dann.Und von der Wortbedeutung her gibt es das Wort altfranzösisches Cidre oder auchlateinisch Cicera oder wird das so ausgesprochen?Oder Hebräisch Eca und das heißt so viel wie starkes Getränk.
Heiko
0:35:45
Ach, okay. Also in erster Linie gar nicht mit, also wusste ich jetzt nicht,also in erster Linie nichts mit irgendeinem Apfelherkunft oder sowas tun,sondern erstmal generell starkes Getränk.
Marcel
0:35:52
Ja, von der Wortbedeutung auf jeden Fall. In England ist Cider vor allem typischin den Three Countries, also Herfordshire hat man vielleicht schon mal gehörtoder Worcestershire, vielleicht nicht so, aber Worcestershire Ich glaube.
Heiko
0:36:05
Das wird ganz komisch ausgesprochen So Worcester, diese Worcester-Sauce istWorcester Und dann auch nicht Shire, sondern glaube ich Worcester-Sschill,Also wir könnten es glaube ich gar nicht richtig aussprechen Aber ich glaube,es ist nicht Worcester, sondern man spricht Worcester und auch Les-Sister Isteigentlich Leister, nur wenn man diese Irgendwie verschluckt man dieselbe.
Marcel
0:36:25
Der andere Teil, wo es typisch ist, und da sind wir jetzt gerade,ist dann halt im Southwest, also im Süden sozusagen, in Somerset und in Devon,da wo ich vor allen Dingen war.Wenn man so eine mini kurze Geschichte vom Sider sozusagen macht,dann kommt man eigentlich sogar zurück bis Kasachstan ins Tianshan-Gebirge,was so ein bisschen der Ursprung aller Kulturäpfel ist oder so ein Urahn, der dort anfing.Und das ganze Thema Vergärung von Apfelsaft ist schon auch mindestens 2000 Jahre alt.Also es gab es damals im Römischen Reich auch schon.Die englische Cider-Tradition ist seit 900 Jahren dabei und es kam aus Frankreich.Französische Äpfel, die damals nach England kamen.Was jetzt nochmal ein ganz spannender Fakt ist, der auf jeden Fall wieder soParty-Nerd-Wissen ist, dass Cider,vor Champagner mit der Flaschengärung angefangen hat. Ja, also die…
Heiko
0:37:22
Es muss aber auch eine besondere Party sein, wo du mit dem Wissen anfällst.
Marcel
0:37:28
Ken im Digby baute im 17. Jahrhundert in England stärkere Glasflaschen.Also das wurde überall ungefähr zur gleichen Zeit, aber in England war es wirklich zuerst.Und die dickeren Glasflaschen ermöglichten eigentlich erst diese Flaschengärung,weil man konnte dort dann nämlich wie beim Champagner-Mucker hinzufügen oderwie Dessage, wie wir es ja schon mal gehört haben, und dann auch die Flaschentatsächlich so drehen und so weiter.Also diese Methode Sprudel reinzubringen in Cider ist Champignon Champignon,Genau. Und es wurde aber zuerst für Cider genutzt. Und zwar für Red Streak Cider,zu dem wir gleich nochmal zurückkommen.Und ein anderer Fakt, den ich nochmal spannend fand, dass Cider auch aufstehen konnte.Es wurde nämlich eine Cider-Steuer 1763 eingeführt, was zu Aufständen führte im West Country.Und es gab brennende Stohrpuppen und es gab so einen Kampfsatz der Arbeiter,dass der König darf nicht in die Hütte der Ärmsten sozusagen reingehen.
Heiko
0:38:24
Das erinnert mich ja auch wieder an unsere Gin-Folge. Da war das ja eine ganzähnliche Argumentation, wenn du dich erinnerst, weil die dann auch den Gin verbietenwollten, was ja das Getränk der Armen war und so.
Marcel
0:38:33
Das ist auch wieder, ja.
Heiko
0:38:35
Und so ungefähr die gleiche Zeit, merke ich gerade, so ein bisschen.
Marcel
0:38:38
Ja, also Cider war schon immer auch ein Ribbon-Drink.
Heiko
0:38:44
Also quasi war schon immer Punk.Ja, die Geschichte des Punk, um da wieder den Kreis und den Bogen aufzunehmen,beginnt also nicht mit Jugendlichen, scheint es,so in Klammern, sondern eben mit zwei Erwachsenen, Malcolm McLaren und VivianWestwood, die von ihrem Laden eben in der Londoner Kings Road aus ihren Hassauf Hippies und ja, den saturierten Rock der Zeit kultivierten und dieser Laden,mit diesem klangvollen Namen Sex,oder mit dem einfallsreichen Namen Sex, wie auch immer, wurde dabei zur Keimzelledessen, was eben bald Punk heißen sollte und hinter der Methode so einer bewusstenProvokation, da steht eine Idee, die man kennen muss, um den gesamten Punk zu verstehen.Das ist der Situationismus. Situationismus, schwieriges Wort.
Marcel
0:39:30
Aha, ist es aber, das hat nichts mit der Situationistischen Internationale zutun? Wahrscheinlich schon, oder?
Heiko
0:39:35
Das weiß ich jetzt nicht.
Marcel
0:39:37
Ich habe mich da tatsächlich damit beschäftigt.
Heiko
0:39:40
Also im Grunde genommen geht es beim Situationismus, also das ist eine französische,also kommt aus Frankreich, so eine französische linksradikale Avantgarde-Strömung,also wahrscheinlich ist dann da doch die Verbindung zu dem, was du sagst,gerade bei International, die entstand so rund um den Pariser Mai in den 68ern.Und die heißt so, weil es eben um das gezielte Konstruieren von flüchtigen,intensiv erlebbaren Momenten, was ja im Prinzip Situationen sind, als Akt der Rebellion.Also im Prinzip sagt sie aus, der Kapitalismus, der macht unser Leben zu soeiner passiven Konsumveranstaltung.Die Menschen werden von so einem allumfassenden System aus Medien,Werbung und Kultur irgendwie permanent eingelullt. Das Leben selbst ist nurnoch eine Ansammlung von Bildern und Waren und Konsum.Und man kann das nur durchbrechen durch so eine wirklich gezielte Störung,durch Provokation, um da irgendwie halt durch diese Konsum- und eingelullte Wand durchzubrechen.Und McLaren nutzt eben diesen radikalen Situationismus im Prinzip als theoretischesFundament, so als eine Art Werkzeugkasten für sein eigenes Projekt,nämlich die Schaffung, beziehungsweise vielleicht besser Formung einer Subkultur,die eben Punk werden sollte.
Marcel
0:40:48
Sehr interessant, weil also, dass da nochmal so ein Link jetzt dass du den Linkgerade nochmal herstellst, was mich wirklich intensiv damit beschäftigt hatund also auch so, da gab es so Kulturpraktiken mit dasDerivé, wo man sozusagen eine Stadt erkündet, in dem man einfach nur so eherumherschweift, um dann durch so eine Situation einen Raum in einem anderen Kontext zu erleben.
Heiko
0:41:07
Also super spannend aber du hast einfach einen privaten Kontext,hast du dich damit schon mal beschäftigt?
Marcel
0:41:10
Ne, ich hab das in meiner Masterarbeit hatte ich das als ja.
Heiko
0:41:14
Also ich meine jetzt nicht in Vorbereitung auf die Folge, sondern tatsächlichEinfach das mal jetzt mit privat sozusagen.
Marcel
0:41:17
Ach so, ja, ja.
Heiko
0:41:19
Ja. Spannend, witzig, sehr gut.McLarens berühmter Satz aus dieser Zeit fasst das im Prinzip auch gut zusammen.You have to destroy in order to create.Also man muss zerstören, um etwas zu erschaffen. Das ist so der Kerngedanke.So ein Satz, den man ja eigentlich auch kennt. Und genauso behandelt er auchseinen Laden und später eben die Sex Pistols wirklich als fortlaufende Provokation.Und genau dafür prägt dann Vivian Westwood und er in ihrem gemeinsamen Ladeneben auch dieses visuelle Vokabular, das den Punk bis heute definiert.Und hier kommen wir an so einen heiklen Punkt.Die Kleidung, die kombiniert nämlich gezielt, was eben maximal provoziert undzusammen auch vielleicht einen oder auch einzeln einen Tabubruch ergab.Man hat Sex und Fetisch, man hat aber gleichzeitig auch so blasphemische Religionsmotiveund vielleicht einmal wirklich umstritten auch wirklich faschistische Symbolpolitik.Also man hat mit SS-Runen gespielt, mit Hakenkreuzen und so weiter.Das berüchtigste Stück ist wirklich dieses T-Shirt namens Destroy aus unseremCold Opener, auf dem so ein Hakenkreuz, ein Kruzifix und die Queen nebeneinander auf dem T-Shirt sind.Und auch hier habe ich leider kein Bild gefunden, bei dem ich mir 100% sicherwar, dass man es einfach verwenden darf, aber wer es nicht kennt,auch hier einfach Destroy Shirt Westworld in die Google-Bildersuche eingeben,da findet man ganz viele Treffer.Aber wichtig trotzdem, und da ist zumindest sich die Forschung einig,die Verwendung faschistischer Symbole, die war in aller Regel kein politischesBekenntnis, sondern erstmal Schock um des Schocks willen, also wirklich reine Provokation.Und der Autor und Journalist John Savage, der nennt es, Zitat,den verwirrten Gebrauch des Hakenkreuzes, nicht faschistisch,aber eben auch ohne jede durchdachte Kritik, was dann Tor und Tür für entsprechende Strömungen öffnete.Aber dazu tatsächlich dann mehr in der nächsten Folge, wenn es wirklich um diesenpolitischen Kramenkampf in Punk auch geht und um links und um rechts.Heute erstmal, wie gesagt, weiter mit den Sexpistols im Fokus und McLaren wolltenämlich spätestens nach einem Besuch in New York, wo ja die entstehende Punk-Szene,hatte ich anfangs gesagt, wo die entstehende Punk-Szene entsteht, also wo er sie entdeckt.Sieht er ein Konzert von den New York Dolls, das ist so eine schräge,ja weiß nicht, ob man das schon Punk-Band nennen kann, aber eine schräge Punk-oder Rock-Band in Frauenkleidern und so weiter, die auch eben provozierte.Und da merkt er, ich brauche eine eigene Band. So eine Band,das ist so ein Vehikel für meine Ideen, um das irgendwie auszuleben und zu provozieren.Und er musste auch nicht lange suchen. Denn diese Band, die hing eigentlicheh schon in seinem Laden rum. Das war so eine Clique von Jungs aus dem LondonerWesten. Allen voran ein gewisser Steve Jones erst mal und sein Kumpel Paul Cook.Jones war eigentlich ein notorischer Kleinkrimineller, war nicht wirklich irgendwielese- und schreibfähig, war sexsüchtig, vergnügungssüchtig Und im Prinzip so der Inbegriff,eines innenartikulierten Arbeiterjungen, wie McLaren ihn für sein Provokationsprojekt,Kunstprojekt sozusagen romantisierte.Die beiden hatten schon auch so einen wagen Traum von einer Band,hatten allerdings kein Geld für Instrumente.Was macht man, wenn man kein Geld für Instrumente hat?Man klaut sie sich einfach zusammen und der größte Kuh, kein Witz,die haben die jetzt nicht, man könnte ja meinen, okay, die haben in den Musikladen eingebrochen.Nee, 1973 stahl Jones bei einem David Bowie Konzert im Hammersmith Odeon,einfach nachts die komplette Anlage von den ganzen Instrumenten und das ganzeEquipment von David Bowie, sämtliche Mikrohnen einfach von der Bühne genommen.Also begannen die Sex Pistols im Prinzip so als Diebes gut eigentlich.
Marcel
0:44:29
Und dann gerade noch von David Bowie.
Heiko
0:44:31
Im Laden fehlte der Truppe dann aber erstmal noch langere Zeit einen Sänger,bis dann im Sommer 75 ein junger Mann namens John Lyddon auftauchte und derfiel auf, weil er erstmal so ein Pink Floyd T-Shirt trug, bei dem er die Augenaber der Bandmitglieder ausgekratzt hatte und einfach mit so einem KugelschreiberI Hate über das Logo gekritzelt hatte.Er hatte zerstrübelte Haare, eine krumme Haltung, so ein durchdringender,feindsinniger Blick. Wer ihn nicht kennt, der kann sich Johnny mal im nächstenBild unserer Galerie einfach parallel anschauen.Und da kriegt man vielleicht auch schon mit, was McLaren in ihm sah,denn McLaren, der witterte etwas. Er sah in seinen eigenen Worten Liddens Fähigkeit,ein Image um sich herum zu erschaffen.Also war dann auch der Sänger gefunden. Bekam aber bald einen neuen Namen,weil seine Zähne in keinem guten Zustand war.Sagte Steve Jones mal zu ihm, you look rotten, also du siehst verfault aus.Und so wird dann aus John Lydden der bekannte Johnny Rotten,der Sänger von den Sex Pistols.
Marcel
0:45:22
Ah, das ist ein Kunstname.
Heiko
0:45:23
Genau. Und auch der Bandname selbst, der stammt von McLaren und er verrät auchetwas über seine eigentlichen Absichten. Denn das Wort Sex, dass das darin auftauchte,das war ihm sehr, sehr wichtig. Nicht nur, weil es provozierte.
Marcel
0:45:34
Offensichtlich. Sondern weil einfach die Band aus seiner Sicht.
Heiko
0:45:36
Genau, aber es sollte vor allem, sollte das halt seinen Laden bewerben und deswegenmusste Sex drin vorkommen.Er sagt tatsächlich selber angeblich später, also er sagt, dass es so war,dazu gleich auch noch mehr, aber er sagt auf jeden Fall, ich wollte viele Hosen verkaufen.Das war so seine Logik, also eigentlich war der Laden sein Projekt und die Band so eine Art Werbetafel.
Marcel
0:45:56
Ja, wenn man Sex rausschreibt, dann…
Heiko
0:45:59
Sex sells sozusagen. Aber genau, hier lohnt es sich kurz tatsächlich nochmalgenauer hinzuschauen, denn jetzt wird die Sache trotzdem ein bisschen interessanter,und vor allem auch interessanter, als McLaren sie später erzählen würde undauch vor allem interessanter von dem Hintergrund unserer Fragestellung,ob das jetzt ein Kunstprojekt war oder nicht.McLaren hat nämlich sehr, sehr viel später erzählt, am ausführlichsten schonin einem Film von 1980, seinem eigenen Film passenderweise, mit dem programmatischenTitel The Great Rock’n’Roll Swindle, also der große Rock’n’Roll-Schwindel.Und die Kernbotschaft seines Films war, Alles sei eigentlich von langer Handsein Werk gewesen, es war ein genialer Coup, mit dem er die Musikindustrie vorgeführthat, Millionen kassiert hatte, die Band war einfach sein Instrument,er hat Punk erfunden, er hat Sexpistler erfunden.Dieser ganze Film ist so eine Selbstinszenierung von McLaren,allerdings halt auch von ihm selbst und nicht nur über ihm selbst und damitstimmt sie so reduziert eben nicht.Ja, Vivian Westwood und Malcolm McLaren, die haben Punk sicherlich mitgeformtund vor allem auch diese ganze Ästhetik, die Bildsprache, die Mode,all das, was Punk so ausmacht, haben die dem mitgegeben,aber die Sexpistols, die waren natürlich keine Castingband, das war jetzt nichteine Theatertruppe, sondern, wie wir jetzt eben gesehen haben,wirklich, sag ich mal, rekrutiert,ich benutze jetzt das Board mal bewusst, aus diesen ganzen perspektivlosen wildenKids, die es da einfach gab, die da im Laden rumhingen und die da ihre Instrumente geklaut haben,sozusagen und das nächste Bild in unserer Galerie zeigt deswegen jetzt aucheinmal nochmal abschließend diese ganze Band bestehend eben aus diesen perspektivlosenKids, die sich Instrumente geklaut haben, um Musik einfach zu machen.In der Mitte der gehört nicht zur Band, das ist der Künstler Thomas Dellert,aber um ihn herum da stehen oder liegen eben die Mitglieder,der Sex Pistols der eine hält noch einen Zettel in der Hand mit Suicide,also Suizid, aber falsch geschrieben passweise, also alles so ein bisschen auchwie man es sich vorstellt,Die Sex Pistols waren also jetzt gefunden und geformt und bereit.Und wie es mit den Sex Pistols weiterging, also ihr rapider Aufstieg,aber ebenso auch Spoiler-Alarm, ihr rascher Zusammenbruch, das hören wir nach dem nächsten Zeiler.
Marcel
0:47:58
Wir trinken jetzt von Chappies den Red Streak.Und da sind wir jetzt, wie ich schon gesagt habe, nicht nur bei Blends,sondern wir haben auch Single Verities. Hier auch bei einer Single Verity, nämlich den Red Streak.Und in unserer Story sozusagen setzen wir den Spaziergang durch die Orts fort,und ich habe da mal ein Foto mitgebracht, wie es da so aussieht,wie diese Obstplantagen aussieht.Genau, man sieht Bäume.
Heiko
0:48:31
Ich nehme an Apfelbäume und Kühe.
Marcel
0:48:34
Genau. Sonst nicht viel mehr. Aber vermisse ich mal so einen Eindruck,wie es da so irgendwie aussieht. Ich finde es ja immer ganz nett,wenn da irgendwie auch Tiere irgendwie so mit dabei sind.Es gibt so zwei Typen von Orchids und die gibt es auch beide bei Chappies.Einmal sind die sogenannten Standard-Orchids, wo die Bäume größeren Abstandhaben, also so acht Meter Abstand. Die sind hier relativ alt schon auch, also über 100 Jahre alt.Und dazwischen haben wir sozusagen dann Kühe oder auch woanders dann mal Eseloder wie auch immer, also die dann das Gras ein bisschen runterfressen.Fressen. Generell ist das dann wiederum auch ein guter Platz für Vögel, Insekten und so weiter.
Heiko
0:49:13
Für die Biodiversität.
Marcel
0:49:16
Und die Rinder, die wir hier sehen, sind sogenannte Longhornrinder.Die gab es da auch früher. Die haben einfach längere Hörner, sieht man.
Heiko
0:49:23
Das sieht man jetzt auf dem Folum nicht so richtig, die Hörner.Ich glaube dir einfach mal, dass das Longhornrinder sind.
Marcel
0:49:30
Und die andere Form von Orchards sind die sogenannten Bush Orchards.Die sind eher so niedrig, die sind ein bisschen dichter gepflanzt.Das ist eher ein bisschen auf Effizienz angelegt, wo du da sehr viel schnellersozusagen größere Massen rausbekommst.Wie gesagt, beides gibt es, beides hat irgendwie so Berechtigung und ja.Es gibt auch Bio-Plantagen sozusagen bei, oder so gab es bei Chappies und dasfand ich einen ganz interessanten Fakt, weil Bio ja im Weinbau,da wird ja irgendwie sehr viel umgestellt und so und sie hatten Bio gehabt,aber kaum verkauft. Also hat sich einfach keiner für interessiert.Da wurde lieber halt der klassische Vintage gekauft als so Bio.Insofern haben sie das dann nicht mehr so stark fortgesetzt.Aber wie gesagt, die Standard-Orchards hier sehen ja schon irgendwie auch ganz natürlich und nett aus.Sie kaufen, also sie haben halt die eigenen Orchards, aber sie kaufen auch dazu.Und das bewusst dann von lokalen Somerset-Growern und bewusst insofern,dass sie sagen, sie unterstützen die vorhandenen Orchards, die es schon gibt,anstatt jetzt irgendwas Neueszu bauen, damit man einfach das Kulturland sozusagen in der Region erhält.Also wenn man so durchfährt, gibt es da ganz viele von diesen Obstplantagen,die so ein bisschen die Landschaft prägen. Also nicht so krass jetzt,dass das so über ist, aber wenn man so auf den Berg geht und guckt,dann sieht man das an der einen oder anderen Stelle schon mal.Generell dauert es so sieben Jahre, bis ein Baum trägt. Also man braucht einbisschen Zeit auch, wenn man jetzt, sage ich mal, neu anpflanzt sozusagen.Kommen wir auch in einer anderen Folge nochmal dazu.Und die Bäume müssen im Winter geschnitten werden, also um die zu pflegen,damit die so ein bisschen auch gut tragen, damit die Äste nicht wegbrechen vor der Masse an Äpfeln.Insgesamt haben sie 36 Hektar von diesen und dazu erzählt uns Matt auch noch mal was.Ja, also sie haben verschiedene Apfelsorten, wie Kingston Black oder Dabbernet,den ich auch gerne mitgebracht hatte, weil der hat ganz lecker geschmeckt.Auch der Kingston Black hat gut geschmeckt. Oder halt der Redstreek.
Heiko
0:51:42
Haben wir jetzt einen Apfel oder?
Marcel
0:51:43
Das sind einzelne Apfelsorten sozusagen, aus denen man dann aus einer einzelnen Apfelsorte…
Heiko
0:51:50
Aber du hast jetzt nicht einen Apfel gebissen, sondern du meinst,du hättest gerne mitgebracht im Sinne von das Getränk, das daraus gemacht wurde.
Marcel
0:51:55
Ja, ja, genau. Also ich habe die Varieties von allen dreien sozusagen getrunkenund stellvertretend davon trinken wollte den Red Streak.Reinbeißen ist vielleicht nicht so eine gute Idee, weil Cideräpfel sind keineTafeläpfel, sondern die sind tatsächlich sehr viel, die haben viel mehr Tannine,sind bitterer oder viel mehr Säure. Das ist jetzt nicht so ein leckerer Apfel.Ah, okay, okay, interessant.
Heiko
0:52:18
Man macht jetzt nicht aus dem Apfel, den man jetzt nicht so mal isst,macht man jetzt nicht unbedingt seine.
Marcel
0:52:24
Kann man auch machen, aber in dem Falle, glaube ich, gibt es da so auch bestimmteMeinungen dazu, dass Cideräpfel auch schon eher einen Sinn haben.Wir haben gleich nochmal ein anderes Glas.Cideräpfel bieten generell ein bisschen mehr Komplexität. Das ist so ein bisschenso, also wie gesagt, diese Balance, die werden wir an der einen oder anderenStelle vielleicht auch noch schmecken, wenn wir uns so durch die ganze Zeitdadurch probieren in den nächsten beiden Folgen.Lass uns mal den Red Streak probieren.Den habe ich tatsächlich sogar noch gar nicht getrunken.
Heiko
0:52:52
Achso, oh, gewagt.
Marcel
0:52:55
Ja, sehr apfellig.
Heiko
0:52:57
Der riecht auf jeden Fall, also jetzt nicht komplett anders,aber der riecht schon ein bisschen apfelliger und der sieht auch anders aus.Also man merkt auf jeden Fall einen Unterschied. schief.Und der ist jetzt, da steht eine Medium Sweet Single Variety.
Marcel
0:53:09
Also wir haben wieder einen Medium sozusagen, also zwischen Dry und Sweet.
Heiko
0:53:15
Achso, das heißt Medium Sweet ist Medium sozusagen. Ja. Okay.
Marcel
0:53:21
Der ist fast ein bisschen süßer als der andere.
Heiko
0:53:23
Der ist ein bisschen süßer, aber trotzdem nicht süß. Ich habe das Gefühl,die Kohlensäure prickelt mehr vorne auf der Zunge ein bisschen.
Marcel
0:53:35
Und ist auch wieder frisch.
Heiko
0:53:36
Schmeckt auch gut. Schmeckt sogar fast abfälliger als der andere.Hier merkst du noch mal mehr, woraus das besteht.
Marcel
0:53:46
Ich finde, der hat voll ein bisschen mehr so einen Körper in der Mitte als der andere.Der andere war nicht flach, aber man merkt hier in der Mitte merkt man so ein bisschen Buddy.
Heiko
0:53:56
Der ist lecker. Doch, also den anderen fand ich schon auch lecker.Der andere war erfrischend, aber der hatte nicht so, der bleibt nicht im Kopfsozusagen. Der steigt den Kopf vielleicht.
Marcel
0:54:11
Der steigt gar nicht so im Kopf, der hat nur 4%.
Heiko
0:54:15
Aber der hat irgendwie was zu, der ist einfach Das ist intensiver.
Marcel
0:54:23
Also ich habe wirklich verschiedene Pappies getrunken. Ich finde jetzt alleSingle Varieties gut. Ich fand auch den Kingston Black, das war eher so ein Dry.Den fand ich auch richtig stark. Habe ich gedacht, gibt es gar nicht.Aber habe ich gesehen, gibt es doch bei Siderhof nicht direkt in der Übersicht.Ich habe irgendwie nachgesucht und habe es gefunden.Hätte ich es gewusst, hätte ich den mir auch nochmal mitbestellt.Aber auch der Debbie-Net schmeckt sehr gut.Ja. Ich spreche noch ein bisschen über Schäppis und wie sie mit der Klimakatastropheund welchen Einfluss das hat.Ähnlich wie bei Weinen haben wir auch nur eine Ernte pro Jahr.Also man erntet natürlich im Herbst, in dem Falle Ende September meistens,um die fünf bis sechs Wochen geht die Erntezeit.Und anders als bei Bier kann man nicht das ganze Jahr brauen sozusagen,sondern man hat halt diese eine Ernte und das muss irgendwie gut gehen und dannist quasi Hochzeit der Zeit der Produktion.Es gibt durch den Klimawandel aber so ein paar Herausforderungen,denen sie sich auch quasi gegenüberstehen.Es gibt in den, also direkt in den Orchard sozusagen gelegen,gibt es einen kleinen Mini-Fluss oder so einen Bach, den hatte ich mir auch angegucktund der kommt manchmal über die Ufer und das wird in letzter Zeit häufig unddas erzählt uns mit auch nochmal an der Stelle.Ja. Klima ändert sich überall. natürlich. Der kleine Bach, den ich gerade erwähnthabe, der geht halt über die Ufer. Das lässt die Baumwurzeln vorfaulen.Er hat da auch noch erzählt, das weiß ich nicht drauf, dass dann die Traktorenteilweise versinken im Stamm.Und er war in Bordeaux dieses Jahr, wo dann ganze Ernten durch Überschwemmungenverloren gegangen sind tatsächlich.Und das ist einfach, was überall in Europa passiert. Also nicht nur in Somerset,sondern halt natürlich überall. Man muss sich damit arrangieren.Man muss natürlich lernen, damit umzugehen und auch dieses Risiko mitzudenken.
Heiko
0:56:37
Ja, ich finde halt auch so, insofern, man assoziiert ja irgendwie Klimawandelhalt meistens eher so nur mit Trockenheit und das Wasser geht eher weg,aber in dem Fall geht es ja,generell auch um Extremwetterlagen und auch wirklich das Gegenteil kann derFall sein, dass man einfach wirklich,die Flüsse übertreten und es massive Überschwemmungen einfach gibt.
Marcel
0:56:55
Und jetzt auf England bezogen ist es so, dass es einfach längere, heißere Sommer gibt?Und ich war jetzt gerade auch da, wo die 40 Grad dann auch in London tatsächlichwaren, wo wir, glaube ich, schon jammern, aber irgendwie kennen wir das.Da ist es quasi eher so krass, was passiert hier eigentlich.Und es gab da irgendwie auch so eine Grafik, die in England geteilt wurde,das ist vor ein paar Jahren so eher als Witz gedacht, was ist passiert,wenn der Klimawandel kommt, wie könnten dieses Klima hier aussehen.Und genau dieses Bild von diesem Wetterbericht, was als Witz gedacht war,war dann tatsächlich vor ein paar Wochen dann Realität geworden.
Heiko
0:57:27
Und der Klimawandel ist halt auch kein Witz und nicht lustig.
Marcel
0:57:30
Ja, man muss sich halt anpassen. Die Produktion habe ich mir auch angeguckt.Die war natürlich jetzt nicht in Gange, aber ich habe auch hier mal ein Bildmitgebracht in der Galerie.Man sieht hier größere Edelstahltanks, die 46.000 Liter fassen.Also natürlich haben wir hier eine größere Produktion am Start.Da werden vor allen Dingen die Blends gemacht. Und hinten haben wir noch,oder sieht man ganz klein, so Eichenwetts sozusagen. die vor allen Dingen für den Vintage…
Heiko
0:57:57
Ah, da ganz hinten, oh ja, hättestdu es nicht gesagt, hätte ich es nicht erkannt. Mit Blends, das heißt,sind es Single-Varieties, die dann zusammen gemischt werden,oder werden verschiedene Äpfel gleichzeitig?
Marcel
0:58:10
Also gemischt oder geblendet werden die quasi extra, also die sind jetzt indiesen Tanks drin, dann gibt es daneben nochmal ein Gebäude,wo es so quasi unterirdische…Rohre gibt sozusagen, wo die Sachen gemischt werden nach einem Rezept.Es gibt halt so Blending-Rezepte.Kann man sich wirklich vorstellen wie so eine Cuvée beim Wein,wo dann wirklich die und die Anteile sozusagen an der Stelle gemischt werden.Und was insofern dann noch eine Herausforderung, wo man jetzt auf den erstenBlick gar nicht so drüber nachdenkt, sie füllen ja dann, weiß ich nicht,nur die Hälfte von diesem Tank und mischen das mit der anderen Hälfte des Tanks.Was aber die Herausforderung hat, dass es dann in diesem Tank ja oxidieren könnte.Das heißt, die müssen danach dann wiederum in einen kleineren Tank umfüllen,damit es nicht oxidiert. Das heißt, es muss alles,sauber durchgehen. Anders alsbeim Wein haben wir ja jetzt bei den Zidern gerade keinen Jahrgang drauf.Aber sowas gibt es auch, dass mal so ein Jahrgang draufsteht.Das sind dann sogenannte Vintages. Ist auch populär bei denen.Habe ich jetzt heute nicht mitgebracht, weil ich die anderen sehr überzeugendfand. Aber da steht dann auch mal ein Jahrgang tatsächlich drauf.Ja, wie wir schon erfahren haben, haben die relativ viele Varianten.Also insgesamt 9 bis 10 Produkte. diese drei Single-Valtees und dann haben siehalt nur meinen Rest, sind dann irgendwie letztendlich so Blends.Die zeichnen sich alle aus, dass sie nicht zu sehr karbonisiert sind.Also Scheppi ist so ein bisschen der Ansicht, dass zu viel Kohlensäure den Geschmack killt.Das ist so angenehm. Ich bin ja genau.
Heiko
0:59:35
Also der hat jetzt auf der Vorderzunge mehr geprägelt, aber trotzdem in einer,also nicht so mega dominant. Ich war fast schon überrascht, dass der nicht sosprudelig ist, wie man das sonst so vielleicht kennt.
Marcel
0:59:48
Chappies besteht aus 60 Mitarbeitern. Also schon relativ viele,finde ich so generell. Wobei davon nur 20 in der Produktion sind.Die haben auf dem Gelände selbst nochmal so einen Shop, wo man einkaufen kann und auch Gastro.Wo es einfach dann immer Mittagessen gibt. Man kann da einfach hingehen.Und natürlich so auch Mitarbeiter im Büro.Die exportieren seit über zehn Jahren.Was natürlich, habe ich gleich gefragt, okay, war da nicht der Brexit?Und es war genauso, sie haben kurz vor dem Brexit angefangen zu exportieren.Und Matt meinte, dass es heute quasi ein Vollzeitjob ist, bei den ganzen Papierkramen,das ist einfach wie die Hölle.Also es ist einfach nicht mehr easy, Sachen aus England zu bekommen.Der größte Exportmarkt für Schäppis ist Estland, was damit zusammenhängt,dass sie es aber auch von da aus dann nochmal verteilen nach Europa.Ansonsten viel nach Deutschland, Italien und Dänemark.Dänemark, lustigerweise, ist woanders auch aufgeploppt. Da landet tatsächlichviel Cider. Also man kriegt am ehesten noch in Dänemark oder im Niederlandenoder so manchmal auch tatsächlich Cider aus England, den man dann hier wiederum nicht bekommt.Generell wird jetzt so exportiert. Natürlich ist der lokale Cider-Markt größer,aber auch das lokale Cider-Image hat es schwer in UK.Und hier kommt Matt das letzte Mal zu Wort in dieser Folge.Ja, wir können uns das mal merken. Also damals in den 90er Jahren gab es viel schlechten Cider.Da haben 17, 18 Jahre jede Menge davon getrunken.Und der Geschmack war so schlecht und aufdringlich, dass man das als Erwachsenenicht mehr anrühren möchte.Da komme ich nochmal in der nächsten Folge drauf zurück.
Heiko
1:01:44
Ich bin irgendwie auch gestolpert über den Begriff, ich weiß nicht,ob du darüber gestolpert hast, mit White Cider über den Begriff.
Marcel
1:01:49
Ja, White Cider und Foxy Frogs.
Heiko
1:01:51
Also gehst du da nochmal drauf ein? Was im Prinzip ja nur noch entfernt verwandtmit echtem Cider. dass wir hauptsächlich irgendwelche Sirups und Glucose und…
Marcel
1:01:59
Ja, also ich gehe nicht so richtig auf die Einstellung, aber ich komme nochmalauf diesen… Also es hat auf jeden Fall sehr viele Leute geprägt.Also ich bin durch die Pubs und diese Story kam immer wieder.Genau. Der White Cider. Aber der White Cider wurde vielleicht eh auch von Punks.
Heiko
1:02:15
Das kann durchaus sein. Das kann durchaus sein. Hinter Punk stand,wie wir eben gehört haben, also eine Idee und das ist der Situationismus,aus dem McLaren eben sein Motto So you have to destroy in order to create ableiteteProvokation war Methode.Und in der Mode seines Ladens ebenso wie in der Band, die er dort eben zusammenstellte,die Sex Pistols, um die es heute geht, zusammengewürfelt eben aus perspektivlosenKids, kleinkriminellen und geklauten Instrumenten, war diese Band von Grundauf eigentlich als fortlaufende Provokation auch angelegt.Und von Anfang an gehörte dabei auch eines fest zu den Sex Pistols,das nicht verschwiegen werden sollte und das ist Gewalt und zwar nicht als gelegentlicheEntgleisung, sondern eben auch als Grundzustand.Die früheren Auftritte von den Sex Pistols, die waren roh und konfrontativ.Johnny Rotten beschimpfte und verhöhnte sein Publikum, er suchte die Reibungund immer wieder kippte sie auch wirklich in offene Gewalt um.We are not into music, we are into chaos. Also wir machen keine Musik,wir machen Chaos, hatte Gitarrist Steve Jones mal in einem Presseartikel gesagt.Und das war wirklich wörtlich zu nehmen.Das fand ich vielleicht schon ein bisschen auch verstörend daran ist,wie systematisch diese Gewalt eigentlich auch herbeigeführt wurde.Und zwar auch von McLaren und auch von Vivian Westwood selbst.Bei einem Konzert in Nashville, also nicht in Nashville, Tennessee,sondern im Nashville, so hieß es ein Club in England, begann Westwood mittenim Auftritt einfach grundlos eine Frau im Publikum ins Gesicht zu schlagen.Johnny Rotten, der sprang von der Bühne und prügelte dann auch mit und ihreErklärung hinterher war mehr oder weniger einfach gewesen, ihr sei langweiliggewesen, die Band sei langweilig gewesen und sie hatte die Sache ein bisschen aufpeppen wollen.Und auch ein anderes Mal im 100 Club schlug der spätere Bassist Sid Vicious,da war zu dem Zeitpunkt aber noch ein Anhänger, aber später Bassist,den Journalisten Nick Kent einfach mit einer Fahrradkette blutig,während jemand anders dann auch noch ein Messer zog und irgendwie dazwischenging und Kent ist bis heute oder war überzeugt, dass McLaren genau diese Eskalationeigentlich eingefädelt hatte, weil sie ihm Publicity versprach.So nach dem Motto, there is no bad Publicity sozusagen. Es gibt keine schlechte PR.
Marcel
1:04:15
Der Club 100, den wollte ich mir tatsächlich auch angucken. Eigentlich hatteich vorgehabt, ein Konzert dort zu gehen, ein Punk-Konzert, aber dank BritishAirways habe ich leider dieses Konzert durch zwölf Stunden verspätung verpasst.
Heiko
1:04:28
Das wäre, wenn du angekommen wärst gewesen.
Marcel
1:04:31
Tatsächlich eher, eigentlich acht Stunden später, aber dadurch,dass der Flug zwölf Stunden verspricht.
Heiko
1:04:36
Ja, ich meine aber am ersten Tag.
Marcel
1:04:37
Ja, genau. Und ich habe mir aber zumindest, ich bin durch Soho noch gegangenund habe auch den Club 100 gesehen. Gibt es ja nach wie vor,auch wenn es, glaube ich,Also das Umfeld sich schon noch ein bisschen verändert hat. Wahrscheinlich,ja. Das ist auf jeden Fall super touristisch.
Heiko
1:04:52
McLaren und Westwood, die waren also, kann man finde ich schon so sagen,ein bisschen mitschuldig sozusagen an der Anstiftung dieser Gewalt.Und sie behandelten die Jugendlichen im Prinzip um sich herum,wie John Savage es auch ausdrückte, also der Journalist oder auch der Punk-Historiker,sage ich mal, den ich vorhin schon mal zitiert habe.Sie behandelten diese Jugendlichen so ein bisschen als menschliche Versuchskaninchenfür ihr Sozialexperiment.Man ließ sie gewähren, man ermutigte sie sogar, weil das Chaos einfach vor allemeins brachte. Und das ist eben Publicity, Aufmerksamkeit.Und eine Schlägerei war eine Schlagzeile und eine Provokation das Geschäftsmodell,muss man einfach so sagen. Und dieses Geschäftsmodell hatte dann seinen großenMoment am 1. Dezember 1976.Im November 1976 war nämlich die erste Single erschienen, Anarchy in the UK.Und der Text macht eigentlich auch sofort klar, wohin die Reise geht.Rotten eröffnet ja mit so einem fast schon höhnischen I am an Antichrist, I am an Anarchist.Also so, ich bin ein Antichrist, ich bin ein Anarchist, also das ist wirklichProgramm und Provokation gleich in der ersten Zeile, also es ist wirklich quasidie maximale Ablehnung von allem, was irgendwie sacred ist, nämlich Kirche undStaat, einfach in einem Satz zusammen.Und der Song bietet auch keine Lösung an oder so, er hat keine Forderung,es ist kein wir wollen das und das, sondern einfach nur purer Hass,pure Verweigerung, großes Nein.Nein, Anarchie ist dann nicht wirklich eine politische Idee,sondern eher reine Zerstörungslust. Der Text geht buchstäblich weiter mit don’tknow what I want, but I know how to get it.I want to destroy the passerby. Also ich weiß nicht, was ich will,aber ich weiß, wie ich es bekomme. Ich will die Passanten vernichten.Aus rechtlichen Gründen können wir auch hier wieder, wie bei Fleet.meck,jetzt keine Musik einspielen, aber der ist in der Playlist wahrscheinlich dabei.
Marcel
1:06:26
Auf jeden Fall ist er in der Playlist. Und ich habe tatsächlich auch,ich fand die frühen Demos von Sexpitzes ganz cool. Also die haben wirklich so,diese Energie, glaube ich.
Heiko
1:06:38
Dieses Raue.
Marcel
1:06:38
Diese Raue, genau. Ich glaube, es wurde viel später geremastert und auch nochmal gepimpt.
Heiko
1:06:43
Ja, mittlerweile ist das halt high-class.
Marcel
1:06:45
Aber die Demos sind echt ganz cool, ja.
Heiko
1:06:48
Ja, und um diese Single jetzt zu bewerben, da rutscht die Band mehr oder wenigerkurzfristig dann in eine Fernsehsendung. Das ist die Today Show beim SenderThames und das ist so ein frühabendliches Regionalmagazin.Mit dabei war auch so die weibliche Entourage der Band, inklusive Suzy Su,die war selbst eine Punk-Sängerin in der Band Suzy and the Banshees.Und der Moderator, der Bill Grundy heißt der, war wahrscheinlich auch alkoholisiertund machte dann so einen sexistischen Kommentar,woraufhin dann Gitarrist Stephen Jones ihn erstmal beleidigte und statt dannso die offensichtlich dann schon eh schon ein bisschen aufgeladene Truppe zuberuhigen, stichelt und provoziert Grundy auch weiter, bis dann Steve Joneswirklich so eine Salbe von Beschimpfungen entgegenschleudert, you dirty fucker,fucking rotter, dirty old bastard, sowas halt so, fuck, fuck, fuck.Aber das ganze live und im frühen Abendprogramm muss man sich heute vielleichtein bisschen vergewährt wegen so ein paar Mal fuck oder bastard im Fernsehenzumindest, also hierzulande würde das wahrscheinlich jetzt nicht mehr viel auslösen.In den USA wahrscheinlich schon mal eher, aber 76 war das wirklich noch komplettTabubruch und wirklich komplette Wucht und es war eigentlich so mehr oder wenigernur so 20 Sekunden, die so ein bisschen belanglos rumgeplänkelt waren.Aber am nächsten Morgen war das dann tatsächlich wirklich ein nationaler Skandal.The Filth and the Fury, also der Dreck und die Wut Titel zum Beispiel der DailyMirror, beziehungsweise in einer anderen Ausgabe auch TV Fury over Rock CultFilth, also ein Fernsehaufruhr wegen des Drecks Rock-Kultes,also auch irgendwie bezeichnet, dass man Punk hier schon irgendwie noch als Kult bezeichnet.Es gibt tatsächlich auch so eine Anekdote eines LKW-Fahrers,der vor Empörung dann den Bildschirm seines Fernsehers eingetreten haben soll in die ganzen Sachen.Konzerte wurden daraufhin tatsächlich reihenweise abgesagt, Kommunen verhängtenAuftrittsverbote und über Nacht waren die Sexpistols quasi von so einer,vielleicht kleinen Szeneband oder so wirklich zur meistgehassten,aber mindestens meistdiskutierten Band des Landes geworden.
Marcel
1:08:40
Aber gehasst quasi einfach von der Mehrheit, aber quasi das hat der gepusht in der Szene.
Heiko
1:08:45
Genau, genau, genau. Und jetzt kommt das eigentlich für mich,fand ich verblüffend, weil das klingt ja, wir haben ja die ganze Zeit gehört,McLaren, der soll provozieren, Schlagzeilen machen und so weiter,das ist doch bestimmt geplant gewesen. man könnte meinen, das war so sein Coup,er hat gesagt, provoziert er mal ein bisschen, war es gar nicht.Mehrere Anwesende berichten sogar, dass McLaren nach der Sendung eher panischwar, er hielt das für eine Katastrophe, er dachte wirklich, das ist jetzt das Ende.Man will zwar provozieren, aber das ist eigentlich, das war zu much,dieses fucking fuck fuck im Fernsehen, im Abendprogramm, was wirklich irgendwiefür mich bezeichnet war.Also der Mann, der wirklich die maximale Provokation gesucht hat,der fürchtete im ersten Moment, dass ihm jetzt diese Provokation die Band ruinierthat, was vielleicht auch irgendwie so diese Macht der Medien auch irgendwiedoch nochmal zeigt, wie man da irgendwie dann doch balancieren muss.Und tatsächlich ist es so, dass der Skandal eine Art Wendepunkt markiert.Gitarrist Steve Jones hat es auch wirklich später mal wörtlich auf den Punktgebracht. Er hat gesagt, davor war es Musik, am nächsten Tag war es Medien.Ab Grundy waren die Sexpistols im Prinzip ein Medienereignis.Und es gab zwar enorme Schubkraft, es gab gratis-Publicity, klar,man wurde dadurch landesweit bekannt, aber es war wie so ein fauler Pakt.Ich glaube, war das John Savage, der auch gesagt ist, wie so ein faustischer Pakt gewesen.Denn von jetzt an diktieren auch die Medien einfach mit, was Punk zu sein hatte.Boulevardpresse, dann irgendwie wird dieses, eigentlich diese Jugendkultur, die vielleicht nicht,in eine Schublade gepackt werden kann, wird jetzt eben wie so eine Karikaturfast behandelt, so der pöbelnde, spuckende Sicherheitsnadel behangene Jugendliche,so alles, was vielleicht ein bisschen komplexer sein könnte,vielleicht so ein Disney-Kunst, vielleicht auch die Ideen und ein bisschen dieVielfalt der Szene, über die wir in,der nächsten Folge diskutieren werden oder sprechen werden, die verschwindetjetzt einfach in diesem Medien-Zerrbild.
Marcel
1:10:23
Aber weißt du, ob das so ein bisschen ein Formulationspunkt war,im Sinne von, es war wahrscheinlich sehr, also es war in London ja sowieso schonein Thema die ganze Zeit, aber ob das nochmal so einen Push gegeben hat,auch quasi in die weiteren Regionen.
Heiko
1:10:34
Auch da würde ich in der nächsten Folge, wenn es wirklich darum geht,was Punk außerhalb der Sax-Pistols machen, gerade wenn es dann Richtung Regionalisierungund so weiter geht und was das Ganze ausgemacht hat auf jeden Fall.Was aber, wenn wir jetzt eh gerade kurz über die Presse sprechen,dazugehört, ist erstmal,dass das Grundsätzliche vielleicht, Punk war ja sowieso nie irgendwie ein fertigesDing, nicht das ist Punk, das ist Punk, sondern über das irgendwie die Mediendann berichtet haben, sondern es waren von Anfang an schon Medien oder Musikzeitschriften,Melody Maker, NME, The Sounds,was überhaupt erst Punk,was eher so diffus war, mit Bedeutung gefüllt haben sozusagen.Also es war nicht nur so, dass jetzt die Boulevardpresse, ab diesem Zeitpunkt,ja, ab diesem Zeitpunkt wurde es quasi von der Boulevardpresse verzerrt,aber generell wurde Punk von der Musikpresse vorher schon eher so als Kategorie geschaffen undauch das, wir hatten ja am Anfang die Frage gestellt, wer den Punk vielleichteigentlich gemacht hat, auch das gehört dazu, also wir haben jetzt McLaren,und Westwood, die da beteiligt waren, wir haben irgendwie die Kids,die das natürlich irgendwie ausmachen, aber eben auch die Journalisten,all die gehören irgendwie dazu, zu dem,was eigentlich Punk gemacht hat.Hat. Ich habe keinen Übergang. Nächsten Zeiler.
Marcel
1:11:46
Ja, und,wir kommen jetzt zu Thatcher’s und zwar zur Katie. Also der Seite heißt Katie.Generell, Thatcher’s ist ursprünglich auch eine Familienkälterei,die aber selbst zum Riesen wurde und damit auch omnipräsent in UK.Also zumindest habe ich die überall gesehen, vom Supermarkt und auch in jedemPub. Prinzipiell, da ist immer Thatcher’s.Meistens Zetscher’s Gold, das gibt es am häufigsten.Aber auch einen Cloudy oder so, das ist relativ verbreitet.Wir bleiben auch in Somerset, aber wir wechseln halt wie gesagt so ein bisschen die Größenordnung.Während Chappies eigentlich so mittelgroß ist, könnte man sagen,und auch noch so kraftig geblieben ist, sind wir jetzt eigentlich bei der größtenCider-Marke in UK, obwohl es auch wie gesagt so ein Familienherkunftsthema hat.Hier nochmal eine kleine Klammer, die wir Richtung nächste Folge haben.Auch das vielleicht mal merken,Das Setschers ist der offizielle Cider vom Glastonbury Festival.
Heiko
1:12:56
Ah, das kennt man ja.
Marcel
1:12:58
Ja, das hat man auf jeden Fall schon mal gehört. Genau, und im Glas haben wirheute keinen Massengold, sondern halt KT als ebenfalls Single Variety.Und wir sehen schon, die Farbe ist sehr, sehr hell. Hat ja fast schon Riesling-Farbe.Ja, das ist tatsächlich ganz witzig. Ich habe den, den wollte ich mitbringen.Ich habe den in Bristol getrunken, kam auf so einer Wiese an und da gab es danneine Drum-Bass-Veranstaltung, die ich schon lange nicht mehr gesehen habe.Und hatte mir dann aus einem Supermarkt versucht, eine Zeit dazu,das ist übrigens gar nicht so leicht, weil es gibt meistens nur so Sixpacksoder so. Du kriegst die gar nicht einzeln.Aber ich habe dann doch noch jemanden was gefunden, wo man was kaufen konnte.Und genau, das war Katie. Den hatte ich da in Erinnerung gehabt.Und ich habe die Farbe vorher sozusagen auch noch nicht so gesehen,weil ich es tatsächlich aus UK direkt mitgebracht habe.
Heiko
1:13:46
Achso, ich dachte, du hast es aus der Flasche getrunken. Ja, genau.
Marcel
1:13:49
Ich habe es aus der Flasche getrunken, Deswegen hatte ich die helle Farbe noch gar nicht zu sehen.
Heiko
1:13:53
Vor allem ist es fast, also ich bin fast schon irritiert, weil so das Etikettist irgendwie rot und Katie steht rot. Irgendwie habe ich…Also ich würde gar nicht so ein klares Getränk erwarten.
Marcel
1:14:04
Und wo du gerade sagst, wie so ein Wein, weil ich hatte voll das Ding,dass ich, das hat mich so Weißwein-mäßig so geändert vom Duft.
Heiko
1:14:11
Der Duft auch ein bisschen, der ist jetzt nicht so mehr, weil…Achso, du trinkst schon.
Marcel
1:14:15
Das war einfach ein Reflex. Ja.
Heiko
1:14:21
Ui. Schmeckt schon nochmal anders.
Marcel
1:14:23
Ja.Der ist auf jeden Fall, der hat mehr Kohlensäure.
Heiko
1:14:27
Ne?
Marcel
1:14:28
Also irgendwie auch fruchtig.
Heiko
1:14:29
Der schäumt auch direkt mehr, ne?
Marcel
1:14:32
Der hat ein bisschen, tatsächlich ein bisschen mehr so dieses künstliche, was ich so, ne?
Heiko
1:14:38
Künstlich hätte ich jetzt nicht gesagt, aber ich finde, der Nachschmack hatso was, mich erinnert das so ein bisschen an so Kaugummi oder so.Das ist das, was du mit künstlich meinst.So ein bisschen wie der, also so ganz im Weit, jetzt mache ich einen ganz riesenBogen, aber bei unserer Gin-Folge, dieser mit B, dieser Pink,nee, war das, weißt du noch, der wird ja auch so ein bisschen wie ein Kaugummigeschmeckt, an das erinnert mich das gerade ein bisschen. Aber nur wegen dieserKaugummi-Vermannschaft.
Marcel
1:14:58
Welche Folge?
Heiko
1:14:59
Die Gin-Folge. Der Brokemans.
Marcel
1:15:02
Ja, genau.
Heiko
1:15:05
Also jetzt nicht, weil das wirklich so schmeckt, das ist natürlich kein Gin,aber irgendwie dieses leicht Kaugummieske erinnert mich dann.Also schmeckt schon auch?
Marcel
1:15:13
Das ist einer, also ich habe dieses Phänomen selten tatsächlich in unseren Podcast-Folgen,dass man, man kennt es ja so, man fährt in Urlaub, man hat, man trinkt irgendwieso ein Wein so und dann bringt man den Witt und dann fängt der auf einmal anders.Das habe ich eigentlich so gut wie nie gehabt bisher, sondern das war immerso richtig reproduziert.Ich glaube tatsächlich, diesmal ist es so, der hatte in der Situation auf jedenFall nochmal anders geschmeckt.
Heiko
1:15:38
Vielleicht aber auch was anderes, den aus der Flasche zu trinken?
Marcel
1:15:41
Das kann sein, ich glaube, ja, das kann sein, ja. Und das war auf jeden Fall auch ein so ein Problem.
Heiko
1:15:45
Bei einem Sixpack hattest du vielleicht noch nach einem Sixpack.
Marcel
1:15:47
Nein, nein, ich habe nur einen getrunken. Es war nur schwierig,Cider zu bekommen, ohne dass es ein Sixpack ist.Deswegen war ich in drei Supermärkten und bin am Ende in Späti gelandet.
Heiko
1:15:57
Aber ich muss auch sagen, nach ein paar mehr Schlucken geht es ein bisschenweg. Das ist eh eine Regel.
Marcel
1:16:04
Müssen wir einfach sagen. Bei Cider musst du immer einen zweiten Schluck nehmen,bevor du ein Urteil machst.Ich glaube, das funktioniert anders nicht.Und generell gibt es Setschers auch mal im Kiosk oder im Berlin im Haus derBiere. Also Setschers ist schon wirklich sehr verbreitet. Das gibt es schoneher mal überall, auch wenn die Katie vielleicht nicht unbedingt,aber Gold und so gibt es auf jeden Fall schon mal verbreiteter.Katie an sich, um das nochmal aufzugreifen, ist nämlich kein Ciderapfel,sondern eher tatsächlich so ein Dessert oder Tafelapfel.Dementsprechend haben wir dieses klassische, bittere, nicht so,ist ein bisschen leichter, fruchtiger. Zumindest ist da nicht so eine Komplexität drin.Verschluckt. Bin doch noch da.Ja, okay. Kurz zu Thatcher’s.Thatcher’s, wie gesagt, hat nichts mit Merit Thatcher zu tun,sondern heißt einfach Dachdecker und das ist dementsprechend häufiger Familienname in England.Thatchers wirbt mit dem Slogan, what cider’s supposed to taste like. Keine Ahnung.Also irgendwie verkauft so eine gewisse Authentizität als Slogan.Generell ist es natürlich ein Familienhof, aber gleichzeitig ist es auch einMarketing-Argument einer großen Industrie-Kälterei und das komme ich wiedermit Marketing, was uns auch in eine Richtung hinführt.Gegründet wurde das 1904, also nicht so alt wie Chappies von William Thatcher.Liegt, wie ich schon vorhin gesagt habe, so in der Nähe von Bristol,nämlich in Sandford, was so im Norden von Somerset ist.Ist bis heute tatsächlich auch noch im Familienbesitz, also ist jetzt trotzdem,dass sie so groß sind, noch geführt von Martin Thatcher.Und aktuell steht auch die fünfte Generation in den Startlöchern,Eleanor und Peter, die das dann übernehmen werden.Wir hatten bei Schäppis 60 Mitarbeiter, haben bei Zetschers jetzt 200 Mitarbeiter,also ist auf jeden Fall schon sehr viel größer.Und in der Erntezeit gehen da tatsächlich 500 Tonnen Äpfel am Tag durch. Also das ist schon groß.
Heiko
1:18:10
Also da pflücken die wahrscheinlich keine mehr mit der Hand.
Marcel
1:18:14
Die haben jetzt auch zuletzt die Kapazität nochmal verdreifacht und wirklichinvestiert in die Infrastruktur und sind dieses Jahr an Strongbow vorbeigezogen.
Heiko
1:18:23
Ach, die kennt man. Also die kenne ich sogar.
Marcel
1:18:25
Ja, es sind halt diese Großen, die verkauft werden. Also mit 212 Millionen Pfund,Umsatz ist es halt mittlerweile die größte Cytar-Marke im Handel.Ja, so generell kriegt man sie deswegen halt auch überall.Dahinter steckt auch dann eine Marketingmaschine. Wir haben millionenschwereKampagnen. Es gibt auch diverse Werbespots, die halt dieses authentische Imagevermitteln will. Man kann sich das mal angucken. Ich packe das auch in den Shownotes.Die spielen halt wirklich mit diesen, wir sind so eine kleine Familienfarbenin Somerset sozusagen. Und es ist auf jeden Fall noch der Owner.Also es stimmt alles prinzipiell, aber es ist halt einfach schon nochmal eineandere Nummer als das, was wir eben davor im Glas haben.Aber ich wollte es mitbringen, um einfach zu sagen oder zu zeigen,so wie Cider auch schmeckt wird, weil ein Gold, wie gesagt, ist überall in Pappund das wird auch von vielen getrunken und ist einfach so ein Standard,sonst wäre es da halt auch nicht in Papp.
Heiko
1:19:20
So okay.Genauso wie ich keinen Übergang hatte zum letzten Sider, komme ich jetzt aucheinfach nicht so gut wieder zurück.Wir haben eben gehört, Gewalt war bei den Sex Pistols kein Zufall,sondern einfach Methode.Eben oft genug gezielt von McLaren Westwood angestiftet, weil eben jede Schlägereieinen Schlagzeile brachte.Provokation war einfach das Geschäftsmodell.Und seinen großen Moment hatte es dann Anfang Dezember 76, als die Band ebenin der Today Show mit Moderator Bill Grundy live im Fernsehen fluchte.Was für uns jetzt nicht so schlimm klingt, Aber das war ein Tabubruch,der die Sexpistols über Nacht von einer Szeneband zum eben meist diskutiertestenAct oder Band des Landes machte.Nach Grundy überschlagen sich erstmal die Ereignisse. Zwei Plattenverträge,erst mit EMI, dann mit A&M, platzten innerhalb weniger Wochen wieder,weil beide Firmen dann doch kalte Füße bekamen.McLaren kassierte aber tatsächlich bei jedem Rauswurf einfach so ein hübsches Sümmchen ab.Bei der dritten Firma, Virgin, die kennt man ja auch, erschien dann im Mai 77die Single, die alles auf die Spitze treiben sollte, God Save the Queen.Und das Timing war natürlich kein Zufall, 1977, da feierte Großbritannien dassilberne Thronjubiläum der Queen, 25 Jahre auf dem Thron, ein pompöses Fest nationaler, ja,Selbstvergewisserung, Straßenpartys, überall Fähnchen, patriotische Rührungsozusagen und mitten hinein grätschen jetzt die Sexpistols mit einem Song,der die Nationalhymne im Titel zitiert und die Queen im selben Atemzug,aber mit einem faschistischen Regime in Verbindung bringt.God save the queen, the fascist regime, startet der Song ja auch.Und dann legt Rotten nach und sagt, God save the queen, she ain’t no human being,also Gott schütze die Königin, sie ist kein menschliches Wesen.Und danach wird es eigentlich immer düsterer bis hin dann zu,there is no future in England streaming, also es gibt keine Zukunft in EnglandsTräumen und am Ende bleibt irgendwie nur noch so eine, ja fast schon gebetsmühlenartige Beschwörung.No future, no future, no future for you, also keine Zukunft für euch.
Marcel
1:21:19
Kann es sein, dass der Song früher ursprünglich No Future hieß und dann umgenanntwurde? Weil zumindest auch einerfrühen Version hieß das dann No Future an Klammern God Save the Queen.
Heiko
1:21:29
Da weißt du dann vielleicht mehr, das kann sein. Also No Future ist ja auchso ein bisschen so das Kernpunk-Symbol sozusagen geworden und Motto geworden.Also das ist so einfach sehr, sehr häufig zitiert worden. Das ist so ein bisschendie, wenn man so will, die Verdichtung des gesamten Lebensgefühls eigentlichvon Perspektivlosigkeit in zwei Wörtern No Future.Irgendwie aufsagekräftigen und irgendwie bleibt hängen.Natürlich war das Provokation, klar, aber sie trifft eben einen Nerv,der das ganze Land betraf.Dazu auch das ikonische Plantencover von Jamie Reid, so das Gesicht der Queen,aber Augen und Mund überklebt mit so Erpresserbrief-Lettern und.Genau diese Ästhetik einfach von so zerschnittenen Symbolen,alles zusammengeflickt und so, das definiert einfach weiter den Punk ja auch irgendwie optisch.Aber die Reaktion, das ist jetzt auch nicht mehr überraschend,war natürlich ein Boykott.BBC weigert sich, den Song zu spielen. Alle kommerziellen Sender weigern sich,den Song zu spielen. Die großen Handelsketten, die nehmen die Platte gar nichterst ins Sortiment. Es war wirklich so ein konzentrierter Versuch,quer durch alle Medien, Rundfunk, Einzelhandel und so weiter,die Single einfach unsichtbar zu machen.Aber auch das kennt man bis heute.Wir haben es ja jetzt gerade auch mit dem Danger Dan Song, der nicht in derAnstalt gespielt werden durfte. Keine Angst.Der jetzt in die Charts gekommen ist, weil erst so viel drüber geredet wurde, weil ZDF verboten hat.Also natürlich macht, wenn alle, wenn da so viel drüber geredet wurde,dass man es nicht darf, dann macht es das natürlich erstmal besonders interessantund deswegen verkauft sich dann die Single auch in wenigen Tagen zu wirklichzu Hunderttausenden und landet auf Platz zwei der Charts,und es gibt wirklich bis heute einen hartnäckigen Verdacht und,die Indizien sprechen wohl dafür, dass die Chartauswertung tatsächlich manipuliertwurde, weil wahrscheinlich wäre es Platz eins gewesen und man hat es so manipuliert,dass am Ende zumindest nur Platz zwei herauskommt, ausgerechnet in der Queen-Jubiläumswoche.Das war auf jeden Fall der Zenit. Das war eine Band, die zwei Jahre zuvor eigentlichim Prinzip in einem Klamottenladen als nichts begonnen hatte.War jetzt wirklich die Band und die der Name schlechthin gerade im Land.Aber genau in diesem Moment des größten Triumphs schlägt dann auch all die Gewaltzurück. Deswegen habe ich das auch nochmal so betont, die man eben im Prinzipselbst kultiviert hatte.Nur kam sie jetzt eben nicht mehr von der Bühne, sondern wirklich auf die Band zurück.In den Wochen nach God Save the Queen wurden mehrere Beteiligte auf offenerStraße überfallen und zusammengeschlagen. J.B. Reid, der das Cover gemacht hatzum Beispiel, aber auch Johnny Rotten selbst, der bei einem Messerangriff dieHand so schwer verletzt bekam, dass Sehnen durchtrennt wurden.Auch Schlagzeuger Paul Cook wurde attackiert und Savage, also John Savage wiederbringt es auf seine Formel sozusagen zurück. Zwei Jahre lang hatten die Pistolsund ihr Management im Prinzip eine Gewalt angezählt und gepflegt,die innerhalb der Musikszene zwar unangenehm, aber effektiv gewesen war.Jetzt aber war sie quasi in die Welt entlassen, sagt er und schlägt auf ihreeigenen Urheber einfach zurück.Und der wichtigste Punkt an diesem Highlight, an diesem Höhepunkt ist aber einanderer. Und der führt uns jetzt wieder zurück zur Ausgangsfrage.Während die Sexpistols jetzt die Schlagzeilen beherrschten, passiert eben imHintergrund irgendwie noch was ganz anderes und viel folgenreicheres vielleicht.Denn jetzt überall im Land, also man sieht Sexpistols sind erfolgreich, das kriegt man mit.Und überall im Land gründen jetzt junge Leute eigene Bands. Angestachelt ebenvon diesem Gedanken, der den Punk so ein bisschen ausmacht. Das kann ich auch.Ich kann das selber. Ich kann das machen.Und parallel entstehen auch so Fan-Magazine wie Sniff & Glue,so eine Gegenöffentlichkeit zu diesen Mainstream-Medien.Das sind eigentlich nur zusammenkopierte Heftchen, in denen man sich selbstirgendwie dokumentiert und ein bisschen über sich selbst schreibt,ohne auf die Presse angewiesen zu sein.Und die Sex Pistols in der Zeit, die zerbrechen eigentlich fast genauso schnell,wie sie aufgestiegen sind. Schon Ende 77 erscheint noch das einzige reguläreAlbum, Never Mind the Bollocks.Allerdings war da der ursprüngliche Bassist schon längst ersetzt durch Sid Vicious,der wiederum kaum ein Instrument halten konnte, aber wirklich komplett selbstzerstörerischwar und heroinsüchtig wurde.Und Anfang 78 gab es dann eine desaströse US-Tour, die der Band den Rest gegeben hat.Also beim letzten Konzert in San Francisco war Johnny Rotten einfach so,dem Publikum die Frage hin, die mittlerweile recht berühmt geworden ist,ever get the feeling you’ve been cheated, also habt ihr je das Gefühl bekommen,betrogen worden zu sein, also da merkt man schon, dass die Band selber mitbekommt,dass sie da offensichtlich instrumentalisiert wurde,und stieg einfach so mitten in der Tour am Ende der Tour dann aus.Das war im Prinzip das Ende, wenn Johnny Rotten sozusagen gegangen ist.Und auch Sid Vicious, schwerer Name, rutscht dann immer weiter in die Heroinsuchtab, wird in New York dann im Zusammenhang mit dem Tod seiner Freundin verhaftetund stirbt dann 79, aber selbst an der Überdosis, bevor er quasi angeklagt undverurteilt werden kann.Keine zwei Jahre nach diesem Grundy-Skandal. Da sieht man, wie kurz eigentlichdiese Flamme eigentlich brennt. Also von der Band, die wirklich dieses ganzeLand dann in Aufruf versetzt hatte, war dann zu dem Zeitpunkt aber eh schon kaum noch was übrig.Und damit sind wir abschließend im Prinzip wieder bei der Frage der Folge,wer hat den britischen Punk eigentlich wirklich gemacht oder erfunden?War es nun das Kunstprojekt eines Strippenziehers oder war es eine echte Jugendbewegung,die sich vielleicht von unten entwickelt und die ehrliche Antwort ist?Erstens gibt es wahrscheinlich, also die werden wir jetzt nicht lösen können. Aber.Wahrscheinlich war es nie nur das eine oder nur das andere.Wir haben McLaren und Westwood, die zweifellos was geformt haben,das kann man jetzt nicht leugnen. Es gibt einen Rahmen, den sie gegeben haben,die ganze Ästhetik, diese ganze Provokationsmaschine und eben diese Band,die Sex Pistols als Vehikel für ihre Ideen.
Marcel
1:26:58
Aber schon sehr konstruiert auch.
Heiko
1:27:00
Genau, genau, genau. Das war schon noch konstruiert. Aber wer diese Geschichteeben nur so erzählt, der landet eben bei dieser ganzen McLaren-Ego-Version.Alles ist nur ein genialer Schwindel, alles habe ich geplant und so weiter.Aber wir haben ja gesehen, wo diese Version eigentlich bröckelt.Es war eben eigentlich Johnny Rotten und nicht McLaren, der dann wirklich dieechte Wut mitgebracht hat.Es waren die Musikjournalisten, die Punk überhaupt erst zu einer Kategorie gemachthaben. Und ich meine jetzt nicht diese ganze Boulevardpresse,sondern schon vorher diese ganzen Soundmagazine.Und das waren eben dann doch irgendwie perspektivlose Jugendliche im Land,die das Ganze, was vielleicht Westwood und so weiter geformt haben,aber die haben das ja irgendwie aufgenommen,und auch diese ganzen Ideen und die haben Sexpistols gesehen in den Medien undso weiter und haben dann ihre eigenen Bands gegründet, haben ihre eigenen Magazinegegründet, also Leute, die McLaren natürlich nie getroffen hat,wir auch und auch nicht kontrollieren konnte.Also man sieht also, dass dann doch schon recht früh das Ganze vielleicht mehrals nur so eine Bandgeschichte ist und die Sex Pistols und auch McLaren undWestwood vielleicht so der Funke waren,aber quasi das Feuer, das dieser Funke entzündete, das brannte halt dann dochschon relativ schnell weit über sich hinaus.Und was, würde ich sagen, aus diesem Funke eben wurde, also wer quasi diesenganzen leeren Raum füllte, wie Punk im Grunde zu so einer Do-it-yourself-Kulturwurde und so weiter, das Ganze, wie das politisch aufgeladen wurde,das hören wir in der nächsten Folge.
Marcel
1:28:21
Ja, vielleicht nochmal zwei, drei Bemerkungen mitgenommen haben.Also erstens war mir nicht klar, dass es so eine konstruierte Band ist,auch wenn es jetzt nicht gecastet worden ist.War das ja schon so ein, also es hat sich ja anders gefunden,als so eine Band sich vielleicht auch findet.
Heiko
1:28:35
Das stimmt. Ich weiß nicht, ob ich zustimmen würde, konstruiert oder halt aufjeden Fall instrumentalisiert, sagen wir so.
Marcel
1:28:41
Instrumentalisiert. Also ja, also ich meine ein bisschen geplant,also ja, irgendwie so ein bisschen geplant.Also es ist halt nicht so, also klar, es ist jetzt kein Casting,aber auch die Halbwert Zeit sozusagen, also die sind ja dann noch sehr schnellwieder rumzerbrochen, was mir auch nicht so klar war, ist ja dann schon auch,spricht ja auch irgendwie ein bisschen dafür, dass es,Und nicht so diesen Zusammenhalt oder so ein natürlich organisches,zumindest das Bandgründungsmythosgeschichte oder sowas gab, das es irgendwielangfristiger trägt oder so.
Heiko
1:29:13
Also man muss auch dazu sagen, Johnny Rotten selber ist ja inzwischen auch irgendwoabgebogen und hat sich zwischendurch irgendwie auch für Trump und so weiter,irgendwie geäußert und so.
Marcel
1:29:23
Ja, okay, es gibt ja so einige Kandidaten aus der… Okay.Zweite Sache, Situationismus, Situationistische Internationale,finde ich natürlich sehr gut.Diesen Bogen hier, dass du den nochmal reingebracht hast, weil ich da tatsächlichauch einen Bezug zu habe und da immer schon sehr fasziniert von war und zumindesteinige Prinzipien kann man, also wir verlinken auch mal einen Artikel dazu,kann man auf jeden Fall auch im Alltag anwenden.Zumindest in der quasi früheren Nachhaltigkeits-Gerilla-Zeit sozusagen habeich mich mit dem Thema dann auch mal beschäftigt. Fand ich ganz cool.Und die dritte Geschichte, die mir am Rande schon mal begegnet ist,wie gesagt, ich war ja auch in der Denmark-Street gewesen, was ja so ein bisschen,in London die Straße ist, wo dann viele Musikläden sind.Und da hatten die Sexbistols ihren Proberaum gehabt sozusagen.Da ist auch noch so ein Schildchen dran, wo man das so nachvollziehen kann.Dass das so eine Kunststudenten-Ecke Punk ist, weil da kann ich wiederum eineLinie ziehen zu, ich mag Pisse sehr gerne, das ist quasi so,Kunststudenten oder auch lustigerweise Sexschweiß, erstens Sex an der Stelle hat es aufgenommen.
Heiko
1:30:35
Das sind auch Punkbands.
Marcel
1:30:39
Die Sängerin Claudia Röhre, die auf jeden Fall kommt auch aus der Bildenden Kunst.
Heiko
1:30:43
Die Verbindung von Punk und Kunst scheinbar Oder hat sich bis heute, meinst du…
Marcel
1:30:47
Ja, ich glaube, da gibt es schon irgendwie so eine Linie. Und zumindest fürmich finde ich es irgendwie spannend.Mit den Sexpistols konnte ich ehrlicherweise früher eigentlich gar nichts anfangen.In dem Rahmen der Sendungsvorbereitungen und die Playlists zusammenstellen habeich mich natürlich da ein bisschen beschäftigt. Wie gesagt, fand ich die Anfangs-Demo-Pistols.Da ist so die Energie sozusagen da gewesen, als dass es später so sehr,diesen heroischen Gesang, das erinnert mich dann wiederum mehr wiederum an diesesGlamrock-Geschichte so teilweise dann dieses wirklich überbearbeitete und dietypische Stimme von Johnny Rotten ist jetzt nicht, sag ich mal,mein Favorite Punk. Wollen wir noch.
Heiko
1:31:25
Einmal auch die Cider rekapitulieren und Revue passieren lassen.Vor allem jetzt auch mit Hinblick auf unsere vorhin schon angekündigte neue Rangliste.
Marcel
1:31:36
Challenging.
Heiko
1:31:37
Ja, ich habe mir schon während des Trinkens ein bisschen Gedanken gemacht.
Marcel
1:31:42
Willst du, was soll ich dir eingießen?
Heiko
1:31:44
Ja, ich glaube, ich habe, habe ich zwei Gläser hier. Ich würde auf jeden Falleinen nochmal die beiden Shelby, ne nicht Shelbys, Schappys probieren.Weil ich muss gestehen, ich glaube, fangen wir schon mal an, den Thatchers.
Marcel
1:31:57
Bin ich bei dir?
Heiko
1:31:58
Ich glaube, dass wenn, ich muss fast schon sagen, Not My Cup of Dream oder One Glass Territory.Vielleicht interessant, aber da muss ich jetzt tatsächlich nicht.
Marcel
1:32:10
Bin ich auch dabei. Ich bin eher bei One Glass jetzt an der Stelle,obwohl ich es jetzt auch, also obviously das zweite ist, aber wäre jetzt auch,wo ich sage, ja, nee, okay.
Heiko
1:32:21
Aber bei den anderen beiden, also ich habe eigentlich auch schon,eigentlich weiß ich es wahrscheinlich schon.Ich tue mich jetzt auch schwer, also das ist jetzt ein bisschen auch unfaircider gegenüber wieder, aber,Also der Red Streak hat mir besser geschmeckt als der andere.Der andere war zugänglicher und ist deswegen wahrscheinlich so Evergreen.Aber ich tue mich schwer, über dem Evergreen steht bei uns ja große Momente.Da weiß ich jetzt auch nicht, ob ich jetzt den Cider einsortieren würde.Deswegen sind es beides wahrscheinlich, ehrlicherweise.Nach unserer neuen Kategorisierung Evergreens, auch wenn ich bald dann wahrscheinlichsogar eher zum Red Streak greifen würde.Oder es wäre Referenzkrieg, haben wir ja schon gesagt, es wäre jetzt wahrscheinlichdas. Oder Man müsste jetzt sagen, also da kommen wir kaum an mir diese Klassifizierunggemacht, kommen wir direkt in die Bredouille, dass es nicht ganz passt.Also ist das ein großer Moment, wo ich einen Cider ausschenke?
Marcel
1:33:12
Auf jeden Fall nicht. Es könnte jetzt auch ein Favorite-Getränk von dir werden,an sich glaube ich aber auch an der Stelle nicht.Bei mir, ich bin glaube ich ein bisschen mehr beim 200er an sich.Aber einfach, weil ich glaube, und den haben wir heute nicht dabei,weil der wie gesagt, es war ursprünglich ein anderer noch geplant,den ich mitbringen wollte, nämlich einen sehr trockenen Cider, der kam leider nicht an.Ich bin eher Fan tatsächlich von trocken sozusagen. Das waren so meine Favorites.Ich mag die Mediums, die sind zugänglich und so.Und da ist mir, glaube ich, der Red Streak, den finde ich dann so ein kleinesbisschen zu süß. Ich finde den Körper eigentlich ganz spannend.
Heiko
1:33:47
Findest du den echt süß? Ich finde den einfach nur so, ich mag es,weil ich den intensiver einfach finde.
Marcel
1:33:51
Der ist intensiver, da gebe ich dir total recht. Mhm.Ich bin dann beim 200er eher so in diesem, das kann man irgendwie so wegzippen,das ist so ein Sommerdrink, so beides aber auch eher in der Green-Kategorie.
Heiko
1:34:05
Ja, der ist einfach ein bisschen, also ja, also gerade so gegenüber,der ist ein bisschen flacher, einfach, aber absolut, was hat Matt vorhin gesagt?Accessible, der ist komplett zugänglich, den kannst du einfach aufmachen,kannst dich in den Tiergarten setzen und trinken und so.Gut, das kannst du mit dem anderen ehrlicherweise auch machen, aber ja.
Marcel
1:34:21
Genau, aber das ist schon irgendwie ein leckeres.
Heiko
1:34:24
Aber die Schäppis haben mich beide überzeugt. Finde ich wirklich lecker, wirklich erfrischend.
Marcel
1:34:28
Es gibt auch eine Low-Alkohol-Variante für den. Also Low meint einfach prinzipiell 0,0. Auch der war gut.
Heiko
1:34:35
Also nicht nur Low, sondern wirklich alkoholfrei.
Marcel
1:34:38
Also ich glaube 0,5. Aber das ist ja irgendwie so ein Wert, den du angeben musst,wenn es eigentlich Ja genau.
Heiko
1:34:43
0,0 ist quasi schon nochmal was anderes.
Marcel
1:34:46
Ich glaube da steht 0,5 drauf, deswegen Low.
Heiko
1:34:49
Ja.
Marcel
1:34:51
Okay.
Heiko
1:34:52
Super.
Marcel
1:34:53
Dann machen wir den Sack zu.
Heiko
1:34:55
Machen wir hier den Sack zu. Das war unser heutiger Ciderschluck aus der Geschichte.Mehr Cider gibt es tatsächlich mit einem nächsten Glas.
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